Sabina Berman Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte

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Inhaltsangabe zu „Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte“ von Sabina Berman

Eine der erfolgreichsten literarischen Stimmen Mexikos zeigt uns die Welt noch einmal neu. »Ich weiß, dass mein Geist langsam ist, zumindest verglichen mit dem der Standardmenschen.« Dies sagt Karen, eine junge Mexikanerin. Zu Beginn des Romans ein verwahrlostes autistisches Mädchen, lernt sie in der Obhut ihrer Tante, »ich« zu sagen und »ich« zu werden. Das Meer und die großväterliche Thunfischfabrik werden ihre liebsten Orte, Wesen mit Kiemen sind ihr näher als »Standardmenschen«. Dabei hat sie letzteren viel zu geben, Ideen, Engagement, sogar Profit. Aber eines Tages steht alles auf dem Spiel, und auch die letzte Verbindung scheint gekappt wie ein Sauerstoffschlauch. Sabina Berman ist ein umwerfender, überraschender, wilder Roman gelungen. Mit Karen gehen wir auf Tauchgang und stellen fest: Der Mensch ist es nicht, der die Welt im Innersten zusammenhält.

Spannend in die Welt der Autistin Karen, in ihr Denken & Fühlen einzutauchen, teils großartig, aber zu viel Thunfisch für meinen Geschmack.

— elane_eodain
elane_eodain

Hat meine Erwartungen übertroffen. Andersartige Geschichte mit Tiefe.

— Cattie
Cattie

ein ganz tolles Buch, dem viel mehr Aufmerksamkeit gebührt!

— Kleines91
Kleines91

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Pagina86

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  • Eine Autistin, die die Welt erkundet

    Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte
    Cattie

    Cattie

    16. August 2014 um 12:37

    Ich hatte noch nichts von dem Buch gehört, doch ich bin froh, dass ich "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte" aus der Buchhandlung mitgenommen habe. Story: Als Isabelle zurück nach Mexiko geht, um ihr Erbe anzutreten und die Thunfischfabrik der Familie weiterzuleiten, hat sie eigtnlich nicht damit gerechnet, dass ihre Schwester ihr auch ein Kind hinterlassen hat. Karen ist Autistin und wurde von ihrer Mutter bislang wie ein Tier gehalten. Doch mit viel Geduld schafft Isabelle es, Karen hervorzulocken. Sie hat ihren eigenen Kopf und "besondere Fähigkeiten", wie sie es selber nennt. Und mit Karens Plänen gerät die komplette Thunfisch-Fischerei/Produktion aus den Fugen. Charaktere: Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem die Hauptperson Autistin ist, aber ich finde, dass dies ein Thema ist, dass öfter in Büchern erwähnt werden sollte, um den Lesern zu zeigen, dass Autisten Menschen sind wie wir auch und um zu zeigen, wie sie selber und man als Mitmensch mit ihnen umgehen kann.  Karen ist mir auf ihre Art ans Herz gewachsen und ich konnte ihre Handlungen und Reaktionen nachvollziehen, da das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist. Ihre EIgenarten gehören ebenso zu ihr wie ihre Stärken und Schwächen. Ihre Tante Isabelle bewundere ich dafür, dass sie aus dem verwahrlosten Kind, dass Karen war, eine beeindruckende Frau herausgeholt hat. Schreibstil: Sabina Bermans Schreibstil hat mir gut gefallen. Ihr Geschick, alles sehr realistisch darzustellen, aber dabei nichts zu beschönigen ist beeindruckend. Auch wenn ich die ganze Thunfisch-Fischerei/Tötung sehr schrecklich finde, ist es doch die Realität und die sollte man so darstellen, wie sie ist.  Ich mag Erzählungen wie es in diesem Bcuh der Fall ist. Die Geschichte läuft nicht auf einen Höhepunkt oder ein bestimmtes Ereignis hin, sondern erzählt vom Leben, von den Menschen und ihren Handlungen. Ich gebe 5 von 5 Thunfischdosen für das Buch und kann es nur empfehlen. Es ist wirklich lesenswert und ich habe auch eine Menge über den Autismus gelernt und verstehe jetzt (hoffentlich) ein wenig mehr, wie es betroffenen Menschen geht.

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  • Buch-Assoziationen - Bücher passend zu Substantiven, Adjektiven und Verben lesen!

    Die Verratenen
    Daniliesing

    Daniliesing

    Hallo ihr Lieben, gerade hatte ich spontan eine Idee und vielleicht haben ja ein paar Lust dabei mitzumachen! In diesem Thema soll in jeder Woche ein anderes Wort im Mittelpunkt stehen. Dieses Wort kann eigentlich jeder Art sein, egal ob Substantiv, Adjektiv, Verb, Farbe etc. - dabei ist nur wichtig, dass man dazu gut etwas assoziieren kann. Für die erste Woche, die am 3. Mai startet, gebe ich als Wort "Muster" vor. Wenn ihr Lust und Zeit habt, dann könnt ihr in dieser Woche ein Buch beginnen, das hierzu passt. Wie ihr das Wort "Muster" für euch interpretiert, bleibt euch dabei natürlich überlassen. Hat das Cover vielleicht ein bestimmtes Muster oder handelt eine Figur im Buch nach einem bestimmten Muster? Das vorgegebene Thema soll einfach als Anregung dienen, sich vielleicht mal ein passendes Buch vom Stapel ungelesener Bücher (= SuB) zu schnappen! Natürlich soll es viele verschiedene Wörter für Buch-Assoziationen geben - genauer gesagt für jede Woche eins! Wer hier gern mitmachen möchte, kann also direkt auch ein Wort vorschlagen. Die vorgeschlagenen Wörter würde ich einfach in der Reihenfolge eurer Anmeldungen oben für die einzelnen Wochen eintragen. Wer mitmachen möchte, muss das selbstverständlich nicht in jeder Woche tun, sondern ganz so, wie man Spaß daran hat. Wenn ihr euch über die Bücher, die ihr gerade zu einem bestimmten Assoziations-Wort lest, austauschen möchtet, dann tut das bitte immer im zugehörigen Unterthema oben. Einfach auf das Thema klicken und dort eure Beiträge schreiben :-) Falls ihr Fragen und Ideen habt, richte ich dafür auch ein extra Thema ein. Nun wünsche ich uns ganz viel Spaß!

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  • Rezension zu "Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte" von Sabina Berman

    Die Frau, die ins Innerste der Welt tauchte
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    04. January 2013 um 15:13

    Sabina Berman ist eine der anerkanntesten Schriftstellerinnen Mexikos. Sie hat jüdische Wurzeln und kam 1955 zur Welt als Tochter osteuropäischer jüdischer Emigranten. In dem hier vorliegenden Roman, dem ersten, der auf Deutsch erscheint, erzählt sie die Geschichte eines uralten Familienbetriebs, einer Thunfischfabrik der Familie Consuelo. Isabelle Consuelo hat sie geerbt und sie kommt nach langen Jahren aus den USA zurück, um die Fabrik fortzuführen. Aus ihrer Perspektive wird die Geschichte erzählt, wie die Fabrik modernisiert wird, um sich in einer globalisierten Welt und einem total veränderten Weltmarkt behaupten zu können. Doch da ist auch Karen Nieto, ein Findelkind, das gleich zu Beginn des Romans eingeführt und beschrieben wird: „Ein mageres Mädchen, in einem weiten, weißen T-Shirt, das im Wind flattert, mit angewinkelten Beinen, die Knie gegen die Brust. Ein Mädchen, das gegen Wind und Meer anflüstert: Ich. Ich. Da erhebt sich eine große Welle und bricht, und in dem Getöse weiß das Mädchen nicht mehr von sich, verschwindet für sich, ist nicht mehr. Wo ist dieses Ich geblieben? Dieses zerbrechliche Gebilde aus Worten hat sich verflüchtigt, und ein gewaltiges Nicht-Ich hat seinen Platz eingenommen: das Meer. Karen Nieto ist eine Autistin. Sie verfügt über ein außergewöhnliches Gedächtnis und zeichnet ganz hervorragend. Da ihr IQ sehr niedrig ist, landet sie in einer Schule für geistig Behinderte. Irgendwann erkennt ihre Tante Isabelle, die sich ihrer angenommen hat, ihre Begabung und stellt einen Privatlehrer für Karen ein, der sie entsprechend fördert. Für Sabina Berman ist Karen eine Art Gegen- Symbol für eine Welt, die immer noch geprägt ist durch Descartes` Diktum „Ich denke, also bin ich“ mit dem Karen in späteren Jahren so hart ins Gericht gehen wird, dass sie sogar seine Bücher verbrennen möchte. Die Figur, das Denken und das Wesen von Karen Nieto sind eine literarisch gelungenen Kritik an dem Standarddenken unserer Zeit, das im Roman repräsentiert wird durch zwei Männem, denen Karen Nieto auf ihrem Weg begegnet. Da ist zum einen der Wissenschaftler Huntington, einem Spezialisten für Schlachthofe für humanes Töten, bei dem Karen studieren wird, und später dann ein Mann namens Gould, der Karens geniale Erkenntnisse zu Geld machen will. Während und nach ihrem Zoologiestudium entwickelt Karen eine absolut umweltverträgliche und stressfreie Fangmethode für Thunfische und verhilft so der Firma ihrer Tante Isabelle zur Rettung. Karen ist für Sabina Berman eine Figur, mit deren Leben und dessen Schilderung sie die Zerstörungskraft instrumentellen Denkens entlarvt, das nur nach Erfolg, Anerkennung und Macht giert. Dem stellt sie die Autistin Karen gegenüber, die in der Lage ist, einfach zu sein, das Leben um sie herum, gerade auch das der nichtmenschlichen Natur, wahrzunehmen und zu spüren. Es ist ein vielschichtiger Roman, der Tierschützer ansprechen, aber auch verstören wird. Ein Roman, der erzählt von eigenwilligen Frauen, die sich anders verhalten, als ihre Umwelt es erwartet. Ein Buch, das dem Leser die Augen öffnen möchte für die Vielschichtigkeit des Seins auf dieser wunderbaren Welt.

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