Sabina Hirtz , Carsten Tergast Der Messie in uns

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Inhaltsangabe zu „Der Messie in uns“ von Sabina Hirtz

Jeder ist mal unordentlich, bei den meisten von uns sammelt sich über die Jahre so einiges an, was eigentlich gar nicht mehr gebraucht wird. Das muss uns nicht besorgt machen, geschweige denn, dass wir auf dem Weg zum Messie wären. Andererseits: Viele haben bereits ein Problem, ohne es wahrzunehmen, und viele andere sind durchaus unzufrieden mit dem Zustand ihres direkten Umfelds, leiden an ihrer Unordnung, können nichts wegwerfen, schauen gelähmt zu, wie eine gewisse Verwahrlosung sich in ihre Wohnung einschleicht - die Übergänge sind fließend. Für solche Menschen im Übergang ist dieses Buch gedacht. Für Menschen mit einem gewissen Leidensdruck (Schätzungen sprechen von bis zu drei Millionen Deutschen), ihre Angehörigen oder Freunde, aber auch für Fachleute, die Genaueres über das Thema wissen möchten. Sabina Hirtz hilft anhand einer Reihe unterschiedlicher Fallgeschichten und von einigen klaren Kriterien dabei, sich selbst einzuschätzen: Bin ich noch auf der Seite unbedenklicher Unordnung und Sammelleidenschaft, oder liegen die Ursachen des Problems tiefer? ist bereits eine Grenze überschritten und wo und wie finde ich dann Hilfe?

Ein interessanter Einblick in die Arbeit einer Therapeutin und die Hintergründe des Messie-Syndroms. Sehr lesenswert!

— MalinaAnningan

Für Ordentliche, Unordentliche, Messies und Angehörige geeignet. Tolles Buch!

— schnuckeline

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  • Ein interessanter Einblick in die Arbeit einer Therapeutin und die Hintergründe des Messie-Syndroms.

    Der Messie in uns

    MalinaAnningan

    06. March 2017 um 12:48

    Warum dieses Buch? Als ordnungsliebender Mensch, der hin und wieder einen kleinen Flirt mit dem Minimalismus wagt, beschäftige ich mich zur Zeit viel mit dem Thema Aufräumen/Ausmisten. Scheint ja auch gerade ein Trend zu sein, was mir ausnahmsweise entgegenkommt, denn so findet sich überall neue Inspiration, die zwar nicht immer neues Wissen vermittelt, aber dennoch motivierend wirkt. Aus diesem Grund hat mich “Der Messie in uns” auch auf den ersten Blick angesprochen und ich erhoffte mir ein paar weitere Tipps zum Entrümpeln (denn natürlich hänge ich trotz allem auch an einigen nicht lebensnotwendigen, vielleicht sogar nutzlosen Gegenständen) oder einen neuen Blick auf das Thema. Insofern wurde ich enttäuscht, was mich letztendlich jedoch gar nicht gestört hat. Aber von vorne: Der Erste Blick Mit freundlichen Worten weist Sabina Hirtz schon zu Beginn darauf hin, dass der Begriff “Messie” heute oft unpassenderweise verwendet wird um sich sozusagen über jemandes Chaos zu beschweren, dabei aber vergessen wird, dass das Messie-Phänomen eine echte, schwerwiegende Erkrankung ist. Sofort fühle ich mich erwischt, denn ja, auch mir rutscht hin und wieder das M-Wort heraus, wenn ich die Ordnung in meinem Zuhause bedroht sehe. Im Buchtitel hatte ich das Wort Messie als Synonym zu “unordentliche Person” interpretiert und somit erwartet, dass die Autorin mit allerlei Tipps daherkommt, wie man besser entrümpeln und Ordnung halten kann. (Zu meiner Verteidigung: der Untertitel “Wie wir Wohnung und Seele entrümpeln” sieht schon ein bisschen nach “Tipps&Tricks” aus ;) ) Weit gefehlt! Sabina Hirtz, als Heilpraktikerin für Psychotherapie auf das Messie-Syndrom spezialisiert, präsentiert hier einen ernsthaften Einblick in ihre Arbeit und erklärt Betroffenen wie Außenstehenden gleichermaßen, was es mit der Erkrankung auf sich hat. Schreibstil Stets positiv und freundlich schildert die Autorin ihre Erfahrungen mit dem sensiblen Thema und dessen Hintergründe. Fachbegriffe werden sparsam verwendet und im Glossar am Ende des Buchs ausgiebig erklärt. Immer wieder weist Frau Hirtz darauf hin, dass ihr Buch als Anregung und Hilfestellung zu verstehen ist, aber keinesfalls eine Therapie ersetzen kann. Ein wichtiger Hinweis wie ich finde, denn mache “Ratgeber” vermitteln gerne den Eindruck sie seien die Lösung aller Probleme. Den größten Teil des Buches machen Fallbeispiele aus, anhand derer die Autorin ihre Behandlungsweise darstellt und auf mögliche Ursachen psychischer Erkrankungen, insbesondere natürlich des Messie-Syndroms, eingeht. Meinung Wie bereits erwähnt, hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt, daher konnte ich natürlich nur wenig für mich persönlich mitnehmen was das Thema “Aufräumen” angeht. Trotzdem hat es mich sehr angesprochen, denn es ermöglicht einen Blick auf Menschen, den man im Alltag nicht erhält. Betroffene jedweder psychischer Erkrankungen/Störungen halten ihre Probleme häufig aus Scham geheim, wodurch die falsche Vorstellung entstehen kann, es sei nicht “normal” mit solchen Dingen zu kämpfen. Selbst innerhalb der Familie und im Freundeskreis herrscht da häufig noch immer die unausgesprochene Regel: “Über sowas redet man nicht!”. Ein solches Buch wirkt da wie ein Lichtblick, denn es vermittelt vor allem: Es ist in Ordnung und “normal” dass die Seele aus dem Gleichgewicht geraten kann. Und es ist ebenso normal, dass man für die Lösung mancher Probleme die Hilfe eines Experten/einer Expertin benötigt. (Es würde doch auch keiner erwarten, dass man sich alleine um ein Loch im Zahn kümmert oder eigenhändig das gebrochene Bein behandelt.) Fallbeispiele sehr unterschiedlicher Menschen zeigen hier anschaulich, dass es gar nicht “DAS Messie-Syndrom” gibt, sondern die verschiedenartigsten Ausprägungen und ebenso viele Ursachen. Dabei bringt Sabina Hirtz immer wieder ihren Respekt vor den Betroffenen zum Ausdruck. Es wird deutlich, dass sie sich nicht als “Problemlöserin” sieht, sondern Menschen dabei unterstützt, ihre Probleme selbst in den Griff zu bekommen. Schuldzuweisungen und Stigmatisierungen gibt es nicht, trotzdem wird klar vermittelt, dass jeder Mensch die Verantwortung für sein (Seelen-) Leben trägt und ohne ein wenig Eigenmotivation auch der beste Psychotherapeut keine Probleme weghexen kann. Übrigens haben die geschilderten Beispiele alle eines gemeinsam: Die Lebenssituation der Betroffenen verbessert sich stetig!Ausführlich und gut verständlich berichtet Frau Hirtz auch von ihrer Behandlungsweise, klärt zB über Hypnose auf (und räumt einige Vorurteile beiseite). Dabei sollte einem klar sein, dass natürlich nicht jeder Therapeut/ jede Therapeutin auf die gleiche Art und Weise behandelt; trotzdem gewinnt man schnell einen Einblick, wie eine solche Therapie ablaufen KANN, wodurch der Leser möglicherweise seine Scheu verlieren und Mut fassen kann, sich Hilfe zu suchen wenn es einmal nötig sein sollte.Für Betroffene, Angehörige und Außenstehende gleichermaßen interessant, kann das Buch also helfen ein besseres Verständnis für die Erkrankung “Messie-Syndrom” zu erhalten und gegebenenfalls auch motivieren, Veränderungen vorzunehmen.

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  • Messie ist nicht gleich Messie

    Der Messie in uns

    schnuckeline

    22. February 2017 um 18:07

    Mittlerweile wird jeder, der nicht ständig Ordnung hält und gerne mal eine Woche in einem unaufgeräumten Zimmer lebt, als Messie bezeichnet. Dass das so aber nicht stimmt, beschreibt Sabina Hirtz in ihrem Buch. Für echte Messies ist es eine körperliche Qual, Dinge wegzuwerfen, für lediglich unordentliche Menschen nicht. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig.  Verschiedene Fälle von 'echten' Messies werden beschrieben und die Therapieweisen, mit denen man an diese Krankheit herangehen und sie eventuell verringern oder beseitigen kann. Das Buch zeigt auf, dass das Zumüllen von Zimmern und Wohnungen meist Symptom einer anderen, verborgenen Ursache ist. Sowohl für tatsächliche Messies als auch für Angehörige oder Freunde ist dieses Buch etwas, da es Lösungswege aus dem Messie-Dasein beschreibt. 

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