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odenwaldcollies

vor 2 Jahren

(7)

Das Wiener LKA steht vor einem Rätsel: zwei nackte Leichen an unterschiedlichen Tatorten und mit verschiedenen Todesursachen. Beide Opfer kommen aus völlig verschiedenen Gesellschaftsschichten, aber eine Gemeinsamkeit gibt es: die Ehefrauen der beiden Toten sind begeisterte Flamencotänzerinnen. Eine weitere Verbindung scheint die geheimnisvolle Esma zu sein, eine der besten Flamencotänzerinnen von Wien, die aber nicht auffindbar ist. Ein Fall für Chefinspektor Karl Maria Katz und die Gruppeninspektorin Daniela Mayer.

Ich bin ja ein großer Anhänger dieser Krimireihe von Sabina Naber und jedes Mal, wenn ich einen neuen Band aufschlage, ist es inzwischen, als ob ich alte Freunde wiedertreffe. Man kann dieses Buch sicherlich auch ohne Vorwissen der vorigen Bände lesen, aber es fehlt etwas, wenn man nicht die Entwicklung der Figuren vom ersten Band an mitverfolgt hat, finde ich.

Die Charaktere sind eine ganz große Stärke der Autorin, die sie mit kleinen Details und der Beschreibung von Gesten sehr liebevoll und lebendig darstellt, ohne dabei langwierig oder schleppend zu wirken. Das Gleiche gilt auch für die Umgebungsbeschreibungen, so dass ich als Leser oft das Gefühl hatte, persönlich dabei zu sein. Die Autorin schafft es immer wieder spielend, die entsprechenden Milieus plastisch darzustellen.

Daniela Mayer, die bisher nur temporär ans LKA ausgeliehen war, ist nun endlich fester Bestandteil des Ermittlerteams um Chefinspektor Karl Maria Katz. Die beiden sind aber nicht nur Kollegen, sondern inzwischen auch gute Freunde, die sich ohne viel Worte verstehen. Außerdem sind sie sehr menschlich und unkompliziert.

Was mir sehr gut gefällt, dass amouröse Verwicklungen der beiden, die die kollegiale Zusammenarbeit erschweren könnten, aufgrund ihrer jeweiligen sexuellen Ausrichtung von vornherein ausgeschlossen sind. Und natürlich freue ich mich jedes Mal über die Auftritte von Alex Ritter, dem schwulen Freund von Karl und Vermieter von Dani. Überhaupt gefällt es mir sehr gut, wie offen die Autorin mit dem Thema Homosexualität in der Reihe umgeht, nicht verkniffen, sondern ganz natürlich und der Heterosexualität gleichgestellt – wie es sein sollte.

Diesmal führen die Mordfälle Mayer und Katz in die Welt des Flamencos. Dabei erfährt der Leser viel Interessantes über diesen ausdrucksstarken Tanz und die Wiener Flamencoszene. Für mich war einiges Unbekanntes dabei, da ich mich bisher mit dieser Tanzrichtung nicht so gut auskannte.

Die Kapitel mit Mayer und Katz wechseln sich permanent mit Dialogen aus dem Off ab, die allmählich Licht in die Mordfälle bringen. Aber als ich dachte, mir ist nun alles klar, hat mir die Autorin ein schriftstellerisches Bein gestellt und mein schönes Theoriegebäude brach in sich zusammen. Mit diesen für mich völlig überraschenden Wendungen hat die Autorin mich ganz schön ausgetrickst.

Leider war ich viel zu schnell wieder mit dem Buch durch und jetzt heißt es warten auf den fünften Fall mit den sympathischen Ermittlern Mayer und Katz.

Autor: Sabina Naber
Buch: Flamencopassion
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