Sabine Adatepe

 3,9 Sterne bei 135 Bewertungen
Autorenbild von Sabine Adatepe (© Aleksandra Kocjan/studioline)

Lebenslauf

Sabine Adatepe arbeitet als Literaturübersetzerin, Autorin, Herausgeberin und Bloggerin und moderiert Literaturveranstaltungen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Ich traf meinen Mörder (ISBN: 9783869712918)

Ich traf meinen Mörder

(4)
Neu erschienen am 09.10.2025 als Gebundenes Buch bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch.
Cover des Buches Stein und Schatten (ISBN: 9783442775538)

Stein und Schatten

Neu erschienen am 10.09.2025 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Sabine Adatepe

Cover des Buches GEZI (ISBN: 9783943562408)

GEZI

(4)
Erschienen am 31.05.2014
Cover des Buches Lichtblau (ISBN: 9783957713131)

Lichtblau

(1)
Erschienen am 21.02.2022
Cover des Buches Streit am Taubstein (ISBN: 9783933847713)

Streit am Taubstein

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Erschienen am 15.06.2024

Neue Rezensionen zu Sabine Adatepe

Cover des Buches Ich traf meinen Mörder (ISBN: 9783869712918)
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Rezension zu "Ich traf meinen Mörder" von Can Dündar

sedef87
Pressefreiheit hat einen Preis. Can Dündar zahlt ihn

„Man gab mir den Auftrag, Sie zu töten. Ich bin bereit, alles zu sagen, was ich weiß."

Mit genau diesen Worten beginnt nicht nur das Buch, sondern auch die unfassbare Realität eines Mannes, der seit fast zehn Jahren im Exil in Berlin lebt, weil er in der Türkei lebenslänglich verurteilt wurde.

Bei einer Veranstaltung, die ich vor Kurzem besucht habe, fragte Dündar: „Würden Sie sich mit jemandem treffen, der Sie töten sollte?“ Er selbst ist nach Argentinien geflogen, um genau das zu tun.

Ein Brief aus einem Gefängnis in Buenos Aires: Serkan Kurtuluş, ein türkischer Häftling, behauptet, er sei beauftragt worden, Can Dündar zu ermorden.

Jetzt hat er Angst vor seiner Auslieferung in die Türkei und bietet ihm Informationen an, die alles verändern könnten.


Was folgt, liest sich wie ein Thriller, nur leider ist alles echt:

Ein Netzwerk aus Politik, organisierter Kriminalität, Geheimdiensten und Terrorgruppen.

Manipulation, Gewalt, Deals im Schatten.

Und ein Staat, der Journalist*innen zu Staatsfeinden erklärt, sobald diese die Wahrheit ans Licht bringen.

Ich möchte gar nicht die Enthüllungen wiedergeben – dafür ist das Buch da –, aber ich kann sagen: Es ist erschütternd, was Dündar in seinen Gesprächen erfährt.

Er trifft nicht nur seinen potenziellen Mörder, sondern auch einen früheren Mafiaboss und ehemaligen Geheimdienstchef. Teile dieser Interviews sind im Buch abgedruckt, ungeschönt, verstörend, manchmal unfassbar direkt.

Und am schlimmsten ist vielleicht:

Man merkt, dass die Grenze zwischen Staat, Mafia und Geheimdienst längst verschwommen ist.

Pressefreiheit? De facto nicht vorhanden.

Gewaltenteilung? Leere Hülle.

Justiz? Instrument der Macht.


Aber nicht nur Can Dündar zahlt für seinen Mut einen Preis, seine Frau Dilek ebenfalls.

Sie darf jahrelang nicht ausreisen, sieht ihren Mann nicht, ihren Sohn nicht, lebt in einem Land, das sie als Druckmittel benutzt.


Zwischendurch verliert man beim Lesen wirklich den Glauben, aber Can Dündar tut das nicht. Er glaubt weiterhin daran, dass Systeme fallen können.

Dass Diktaturen enden.

Dass die Menschen in der Türkei sich erheben werden.

Und genau das hat mir beim Lesen Zuversicht gegeben. Auch für meine zweite Heimat und meine Familie dort.

Gerade weil so viele von uns wissen, dass diese Realität uns viel näher ist, als wir es manchmal wahrhaben wollen.

Ein erschreckendes, wichtiges, hochspannendes Sachbuch, das sich liest wie ein Politthriller.

Und ein Reminder daran, wie viel es kostet, die Wahrheit auszusprechen.

Aber auch, warum es sich lohnt. 

Cover des Buches Ich traf meinen Mörder (ISBN: 9783869712918)
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Rezension zu "Ich traf meinen Mörder" von Can Dündar

SimoneF
sehr lesenswert!

Eindrucksvoll zeigt Can Dündar die Verstrickungen höchster türkischer Regierungskreise in illegale Waffenschiebereien mit dem IS. Auch der türkische Geheimdienst und die Mafia haben ihre Hände mit im Spiel, wie der engagierte Journalist aufdeckt. Seine investigativen Recherchen bezahlt er mit einer Verurteilung zu 27 Jahren Haft und einem Leben im Exil, sogar ein Mordanschlag auf ihn wird in Auftrag gegeben. Just dieser Mann, der dafür angeheuert wurde, kontaktiert Dündar Jahre später aus dem Gefängnis und erklärt sich zu einem Interview bereit. Auch ein Waffenhändler kommt zu Wort. Ein sehr lesenswertes und aufrüttelndes Buch!

Cover des Buches Ich traf meinen Mörder (ISBN: 9783869712918)
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Rezension zu "Ich traf meinen Mörder" von Can Dündar

Alrik
Wenn dein Mörder dir schreibt – und du zurückschreibst

Wer braucht noch Thriller, wenn das echte Leben so abgefahren schreibt? Can Dündar liefert mit „Ich traf meinen Mörder“ eine Geschichte, die so verrückt ist, dass sie eigentlich verboten gehört – und zwar, weil sie wahr ist. Da schreibt der Mann, der selbst zur Zielscheibe geworden ist, über seinen potenziellen Killer, den er im Knast besucht. Das ist kein Plot aus einem Netflix-Politthriller – das ist reale Weltpolitik auf Speed.


Man liest diese Seiten mit offenem Mund und einer Mischung aus Wut, Bewunderung und „das kann doch nicht euer Ernst sein!“. Dündar schafft das Kunststück, investigativen Journalismus mit erzählerischer Wucht zu verbinden. Der Typ hat’s einfach drauf – und Mut sowieso. Denn während viele von uns schon bei einem zu scharfen Kommentar auf Social Media nervös werden, legt er sich mit Autokraten an und recherchiert weiter.


Seine Begegnung mit Serkan Kurtuluş – dem Mann, der ihn eigentlich töten sollte – ist so surreal, dass man kurz vergisst, dass das hier kein Roman ist. Zwischen den Zeilen steckt aber mehr als Spannung: Es geht um Macht, Verrat, Korruption, und um den Preis der Wahrheit.


Das Buch ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die glauben, Pressefreiheit sei selbstverständlich. Es ist unbequem, aufrüttelnd und verdammt gut geschrieben. Und wenn man die letzte Seite zuschlägt, bleibt dieses beklemmende Gefühl: dass Mut in dieser Welt immer noch lebensgefährlich sein kann – und genau deshalb so wichtig ist.


5 Sterne? Mindestens. Und eine Portion Gänsehaut gratis obendrauf.

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