Sabine Appel Der Jungfrauensohn

(0)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 0 Rezensionen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Der Jungfrauensohn“ von Sabine Appel

Frühsommer 1587, ein gutes Jahr vor der Schlacht der Armada. Seit ihrem Regierungsantritt vor fast dreißig Jahren verteidigt Elizabeth I. von England die Unabhängigkeit ihrer Insel. Sie wurde so längst selbst zur Symbolfigur, Englands „Jungfräuliche Königin“. Mit der Hinrichtung Maria Stuarts vor einigen Monaten hat sie aber die katholische Welt bis zum Äußersten provoziert. Nach Jahrzehnten des Kalten Krieges mit Philipp von Spanien droht Elizabeth die Invasion des spanischen Weltherrschers. Mitten in den wechselseitigen Kriegsvorbereitungen, in einer Atmosphäre der Anspannung, der Spionage und des Verdachts geht eine Nachricht in London ein, die von einiger Sprengkraft ist, die die Königin aber gelassen entgegennimmt: In der Biscaya hat ein junger Engländer Schiffbruch erlitten, und den spanischen Behörden, die ihn aufgriffen und verhörten, erzählte er, er sei der Sohn der Königin von England und ihres Favoriten Robert Dudley, Graf Leicester. Nur die üblichen Feindesverleumdungen, meint Elizabeth. Doch alle Seiten sind alarmiert, und es beginnt eine abenteuerliche Spurensuche mit Recherchen und Spekulationen über die wahre Identität des Gestrandeten und die Geschichte seiner vermeintlichen Eltern. Ist er ein englischer Spion, von der Königin selbst an Philipps Flottenstützpunkten eingesetzt, um den Krieg zu verhindern, ist er auf eigene Faust unterwegs, ein Abenteurer, ein Rekusant oder ein Doppelagent, ist er am Ende von den Spaniern gedungen, um Verwirrung zu stiften und den englischen Geheimdienst beschäftigt zu halten, oder gibt es ihn wirklich, den heimlichen „Jungfrauensohn“ und seine illustre Geschichte, laut derer er flüchten musste, weil einige Staatsräte der Königin, die ihre eigene Linie verfolgen, ihm nach dem Leben trachten? Die fieberhafte Suche nach der historischen Wahrheit enthüllt labyrinthartige Konglomerate von Wirklichkeitsausschnitten und führt letztlich zu der Erkenntnis: Wahrheit ist schemenhaft, sie ist eine von vielen Erzählvarianten. Neben der schillernden Protagonistin, der imposanten und scheinbar abgeklärten Epochenfigur, die mitunter auch nicht ganz freiwillige Einblicke in ihr Inneres offenbart, steht ihr smarter Geliebter, der auf seine Weise den Lauf der Dinge beeinflusst, vor allem aber rührig darum besorgt ist, der Nachwelt nicht nur bekannt zu bleiben als „der Halb-Liebhaber der großen Elizabeth“. Er ist Elizabeths schöner Schein, ihre einzige große Inkonsequenz. Aber auch er geht am Ende in ihrem Inselsystem effizient auf. „Ich wollte nicht, dass es weitergeht.“, kommentiert Elizabeth ihre Lebensgeschichte und ihre eigenwillige Vorstellung von Humanität. „Die ganze grässliche Linie von Blut und Geburt.“ So wird es Englands Jungfräuliche Königin schließlich sogar zu unbefleckten Kriegen und zu einer unbefleckten Weltherrschaft bringen. Der von ihr so gefürchtete "point of no return" aber kommt doch, als die spanische Kriegsflotte sich ihrem Inselreich nähert - mit dem Ausgang, den alle kennen. Und der Jungfrauensohn? König Artus? Der neue Messias? Das ist am Ende die Frage, die bleibt.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen