Sabine B. Procher Sanfter Missbrauch. Das schleichende Seelengift

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Inhaltsangabe zu „Sanfter Missbrauch. Das schleichende Seelengift“ von Sabine B. Procher

Normalerweise denken wir bei dem Wort Missbrauch an Brutalität, Vergewaltigung, Schläge, Gewalt, Folter, Zwang und Perversion. Das ist allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Tief im Verborgenen schlummern viele Seelen, die eine andere Erfahrung damit gemacht haben. Sie erfuhren einen Missbrauch, der genauso schlimm ist, weil er die Psyche der Betroffenen bis weit übers Äußerste hinaus strapaziert hat – einen Missbrauch, über den kaum einer spricht. Sexuelle Übergriffe finden auch ohne körperliche Gewalt statt. Da die Kinder dabei keine Schmerzen verspüren, merken sie oftmals nicht, dass ihnen etwas Böses geschieht. Sanfter Missbrauch - das schleichende Seelengift In ihrer Autobiografie beschreibt die Autorin ihre Erlebnisse in der Kindheit und welche dramatischen Folgen sich daraus ergeben haben. Als sie vier Jahre alt ist, nutzt der nette Onkel von nebenan Sandras frühkindliche sexuelle Neugierde auf das andere Geschlecht erstmals zu seiner Befriedigung aus. Da sie dabei angenehme Empfindungen verspürt und ihr keine Schmerzen zugefügt werden, erkennt Sandra nicht, dass schlecht ist, wozu man sie veranlasst. Immer wieder wird das Kind durch ältere Jugendliche an die Sexualität herangeführt. Aus Angst vor Strafe erzählt es zu Hause nichts von den Erlebnissen. Als Sandra in der Pubertät bewusst wird, was in ihrer Kindheit geschehen ist, schämt und verurteilt sie sich deshalb. Als Erwachsene stolpert sie von einer Beziehung in die nächste, ohne dabei echte Zufriedenheit zu finden. Lesen Sie, welche körperlichen und seelischen Qualen Sandra erleiden muss, bis ihr endlich im Alter klar wird, dass die Ursache dafür in ihrer Kindheit verborgen liegt. Ist nun alles zu spät oder kann sie sich von der Vergangenheit und ihren Schuldgefühlen befreien?
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  • Rezension zu "Sanfter Missbrauch. Das schleichende Seelengift" von Sabine B. Procher

    Sanfter Missbrauch. Das schleichende Seelengift
    Fabella

    Fabella

    17. August 2012 um 14:53

    Meine Meinung: Es ist schwierig, eine Rezension zu solch einem Buch zu schreiben. Irgendwie erhalten die Attribute toll, mitreissend, etc einen schalen Beigeschmack. Daher möchte ich versuchen zu erklären, was ich empfand bei diesem Buch. Der sanfte Missbrauch, wie er hier beschrieben wird, kommt wahrscheinlich öfter vor, als wir denken. Da er keine körperlichen Anzeichen hinterlässt, wird er wohl auch oft nicht wahrgenommen. Doch was daraus entstehen kann, wie es einen Menschen verändern, ja gerade zu zerstören kann, kann man in diesem Buch miterleben. Die Autorin schildert, sehr sachlich gehalten, den Verlauf ihres Lebens. Der Hauptaugenmerk liegt dabei nicht auf dem, was passierte, sondern mehr, was sich daraus entwickelte. Meist sind es Kleinigkeiten, die gestört sind. Die sich im Laufe des Lebens jedoch summieren und einem damit die Chance nehmen, ein "normales" Leben zu führen. Teilweise sehr kleine, manchmal jedoch auch sehr extreme Verhaltensmuster prägen den Betroffenen tiefer und tiefer. Bis er irgendwann resigniert feststellt, dass etwas nicht stimmen kann. Die Autorin hat den Kampf mit ihrem Schicksal aufgenommen, sie schildert uns, was sie entdeckte, wie sie es entdeckte und was es für Veränderungen mit sich brachte. Ich finde, dieses Buch ist eine wirkliche Hilfe für all diejenigen, die ein ähnliches Schicksal tragen müssen. Es kann ihnen vielleicht helfen, auch einen Weg aus einer so scheinbar verfahrenen Situation zu finden. Es kann Mut machen, dass es nie zu spät ist, Klarheiten zu schaffen und zu kämpfen. Je früher, desto besser. Doch für mich enthielt dieses Buch nicht nur das Thema des sanften Missbrauchs, sondern dazu auch noch ein Leben, das geprägt war vom Ausschalten jeglicher Gefühle. Wenn der tröstende Arm verwehrt wird, Anerkennung ein Fremdwort ist. Dann kann man sich verlieren, oder Stärke daraus ziehen. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie es einem Menschen gehen mag, der so viel erlebte, der sich traut, den Schritt hinaus zu wagen. Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass ich es auch nur annähernd erahnen kann. Aber ich denke, solche Menschen brauchen nicht unser Mitleid. Sondern die Zustimmung, es ist richtig, was Du hier machst. Es ist mutig, aber es hilft. Und eine liebevolle Umarmung dann und wann könnte wohl auch eine Menge helfen. Liebe Sabine: Ich bewundere Deinen Mut. Ich bin sicher, dass Du mit Deinem Buch sehr vielen Menschen helfen kannst, wenn sie sich nur darauf einlassen! Fazit: Ein wertvolles Buch, das uns verstehen lässt, wie sehr einen ein sanfter Missbrauch verletzen und nachhaltig zerstören kann. Das Betroffenen Hilfe leisten kann, selbst den Schritt hinaus zu wagen. Sehr empfehlenswert!

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