Das Mädchen im Strom

von Sabine Bode 
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Das Mädchen im Strom
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So oder so ähnlich könnte es jüdischen Menschen zur Zeit des Nazi Regimes ergangen sein.

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Inhaltsangabe zu "Das Mädchen im Strom"

Der erste Roman der Bestsellerautorin Sabine Bode
Sie ist das hübscheste, frechste und klügste Mädchen an den Stränden des Rheins – und sie ist Jüdin. Die Geschichte der Gudrun Samuel ist die Geschichte einer ganzen Generation junger Frauen, die die Naziherrschaft und der Krieg zur Flucht gezwungen haben. Ein beeindruckendes und mitreißendes Zeugnis einer Epoche.
Als Mädchen ist sie im Rhein hinter den Kohleschleppern hergeschwommen. Sie hatte den jungen Männern in Mainz die Köpfe verdreht. Doch als die Nazis an die Macht kommen und die junge Jüdin Gudrun Samuel sich entscheidet, mit gefälschten Papieren Deutschland zu verlassen, wird sie gefasst und kommt in Gestapo-Haft. Ihr gelingt die Flucht, aber sie ist nun nicht mehr das Mainzer Mädchen Gudrun, sondern die flüchtende Judy: in der transsibirischen Eisenbahn und im Judenghetto von Shanghai. Sie überlebt den Krieg, doch die Odyssee geht weiter. Das Mädchen im Strom ist ein ergreifender Roman über das einzigartige Schicksal einer Frau im 20. Jahrhundert.
Claudia Michelsen leiht Bodes Romandebüt ihre ausdrucksstarke Stimme.
(6 CDs, Laufzeit: ca. 7h 53)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783837138566
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Random House Audio
Erscheinungsdatum:13.03.2017
Das aktuelle Buch ist am 11.03.2017 bei Klett-Cotta erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Waschbaerinvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: So oder so ähnlich könnte es jüdischen Menschen zur Zeit des Nazi Regimes ergangen sein.
    Ein Leben unter vielen

    Dieses Hörbuch, "Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode hörte ich während einer Reise mit dem Wohnmobil durch die USA. Ich war in dem Land unterwegs, in das Gudrun Samuel, dieses jüdische Mädchen aus Mainz auswandern wollte, als die Nazis Deutschland vom Judentum befreien wollte. Doch die Einwanderung wurde ihr verwehrt. Sie durfte nicht einmal mehr  einreisen um ihre Freundin zu besuchen, die dort ein neues Leben begann.


    Doch zum Anfang. Gudrun ist ein freches Mädchen, nach dem sich die Jungs immer umdrehten. Mir kam in den Sinn, dass es mir doch große Sorgen mit Kopfzerbrechen bereitet hätte, wäre sie meine Tochter. Bei uns hätte man sie in früheren Zeiten ein "Früchtchen" genannt. Ihre Familie ist jüdisch. Doch sie hätten auch katholisch, evangelisch oder gar nichts sein können, so gering war der Einfluss von Religion  auf deren Leben. 

    Mit der Naziherrschaft ändert sich das innerhalb kürzester Zeit. Plötzlich ist die Religionszugehörigkeit ein Thema. Anfangs muck Gudrun noch auf, hält auch in der Öffentlichkeit ihre Zunge nicht im Zaum. Doch schnell musste sie lernen, wie gefährlich das sein konnte. Nicht nur für sie, sondern auch für ihren Jugendfreund, der ihr größter Vertrauter wurde. Später würde sie sagen, was sie am meisten bedauere sei, dass sie nie mit ihm geschlafen haben. Doch er blieb im Krieg und sie bekamen keine 2. Chance..

    Gudrun will raus aus dieser Enge und versucht alles, ein Ausreisevisum in die USA zu bekommen. Sie geht so weit, auch einen amerik. Diplomaten zu bestechen um an ein Visum zu bekommen. Als die Sache auffliegt und sie verhaftet wird, stellt sie sich in den Verhören so dumm an, dass auch andere Personen zu Schaden kommen. Dies passt irgendwie so gar nicht zu der cleveren Gudrun, wie wir sie bisher kennen lernten. Da hat die Autorin die Erzählung "passend" gemacht.

    Trotzdem kann sie irgendwann Deutschland verlassen, sitzt in der Transsibirischen Eisenbahn und beginnt eine Flucht ins Ungewisse. Es gibt viele Hochs und Tiefs, auf die ich jetzt nicht eingehen kann. Menschen kommen und gehen in ihrem Leben, auch solche, die aus der Not der Flüchtlinge Kapital schlagen wollen, als sie in Shanghai eine Bleibe findet. 

    Doch auch dieser unsägliche Krieg geht irgendwann zu Ende und die Flüchtlinge sollen zurück. Doch wohin? Die Odyssee für Gudrun beginnt aufs Neue. Am Ende schließt sich der Kreis. Will sie für den Rest ihres Lebens ihren inneren Frieden finden, dann muss sie sich mit Deutschland, mit Mainz aussöhnen. So setzt sich Gudrun eines Tages ins Flugzeug und geht auch das an. 

    In diesem Buch gibt es wohl die eine oder auch andere Ungereimtheit,  doch das tat meinem Hörvergnügen keinen Abbruch. Ja, so hätte es für eine Jüdin in der Nazizeit und auf der Flucht sein können. Wenn man es rückwirkend betrachtet, so hatte Gudrun noch Glück gehabt. Sie behielt wenigstens ihr Leben. 

    Die Autorin wählte kurze und prägnante Sätze für dieses Buch. Das ist ganz sicher nicht jedermanns Sache. Doch ich fand es für das Thema angemessen. Blumige Sätze, um damit Verfolgung, Flucht und Tod zu beschreiben, wäre aus meiner Sicht unpassend gewesen. 

    Für mich ist dies ein gelungenes Hörbuch. Dank Claudia Michelsen als Sprecherin wurde dieser Part bestens besetzt. 

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    Ritjas avatar
    Ritjavor einem Jahr
    Eine Geschichte, die berührt und fesselt, nachdenklich stimmt und teilweise auch recht traurig ist.

    Eine Geschichte, die berührt und fesselt, nachdenklich stimmt und teilweise auch recht traurig ist. 
    Man begleitet Gudrun Samuel durch die Kindheit, ihre Jugend bis ins hohe Alter. Bereits mit Mitte Zwanzig hatte sie so viele Schicksalsschläge, Fluchten, Beleidigungen und Ängste durchgestanden, dass man erstaunt ist, das sie trotzallem so einen Lebensmut, eine unglaubliche Energie und Willen behalten hat. Sie kämpft sich allein bis nach Shanghai durch und überlebt dort viele Jahre. Auch die Männer können ihre Einstellung zum Leben nicht trüben. Erst in London (nach dem Krieg) schafft sie es etwas zur Ruhe zu kommen. Doch ausgerechnet dann schlägt ihr Körper zu und zwingt sie fast in die Knie.
    Ich fand die Geschichte spannend und auch traurig.  Immer wieder passierte es, dass man in binnen weniger Minuten Hörzeit mit und über Gudrun/Judy gelacht und gestaunt hat und auch mit ihr traurig war. Es ist ein stetiges Auf und Ab für den Zuhörer, doch wie mag es erst der Protagonistin gegangen sein? Die Geschichte enthält biografische Züge von Gertrude Meyer-Jörgensen, mit der die Autorin mehrere Gespräche geführt hatte. Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin eher Sachbücher als Romane schreibt. Es gibt Passagen, die etwas kühl und unemotional (sachlich) wirken, obwohl  Claudia Michelsen, die Geschichte gut vorgelesen hat. Die Erzählweise ist dann doch eher Sachbuch als historischer Roman. Trotzdem fand ich die Geschichte gut, auch die Vortragsweise von Claudia Michelsen hat mir gut gefallen. 
    Ich habe Respekt vor der Kraft und dem Lebenswillen von Gertrud Meyer-Jörgensen, die mittlerweile leider 93-jährig verstorben ist.

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    Borusse70s avatar
    Borusse70vor 5 Monaten

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