Sabine Bode Das Mädchen im Strom

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Inhaltsangabe zu „Das Mädchen im Strom“ von Sabine Bode

Sie ist das hübscheste, frechste und mutigste Mädchen an den Stränden des Rheins – und sie ist Jüdin. Die Geschichte der Gudrun Samuel ist die Geschichte einer ganzen Generation junger Frauen, die die Naziherrschaft und der Krieg zur Flucht gezwungen haben. Ein beeindruckendes und mitreißendes Zeugnis einer Epoche. Als Mädchen ist sie im Rhein hinter den Kohleschleppern hergeschwommen. Sie hatte den jungen Männern in Mainz die Köpfe verdreht. Doch als die Nazis an die Macht kommen und die junge Jüdin Gudrun Samuel sich entscheidet, mit gefälschten Papieren Deutschland zu verlassen, wird sie gefasst und kommt in Gestapo-Haft. Ihr gelingt die Flucht, aber sie ist nun nicht mehr das Mainzer Mädchen Gudrun, sondern die Flüchtende Judy: in der transsibirischen Eisenbahn und im Judenghetto von Shanghai. Sie überlebt den Krieg, doch die Odyssee geht weiter. »Das Mädchen im Strom« ist ein ergreifender Roman über das einzigartige Schicksal einer Frau im 20. Jahrhundert. »Bei meinem Wunsch, die Geschichte Gudrun Samuels weiter zu erforschen, trieb mich vor allem folgende Frage an: Wie bewahrte sie ihre Selbstachtung, obwohl sie so lange der Willkür anderer ausgeliefert war?« Sabine Bode

Ein bewegender Roman über eine jüdische Frau, die zu Kriegszeiten flüchten muss. Sie meistert ihr Leben immer wieder trotz Verluste und Leid

— Birkel78
Birkel78

Wirklich interessant & authentisch geschrieben - ich mochte es sehr! 5 Sterne!

— Isaopera
Isaopera

Nachdenklich macht der Roman "Das Mädchen im Strom", wenn auch manche Stellen oberflächlich erscheinen.

— Sigismund
Sigismund

Ein Roman nach einem wahren Vorbild - von Mainz über das jüdische Ghetto in Shanghai. Ein geradezu unglaubliches Leben!

— StefanieFreigericht
StefanieFreigericht

bewegend!

— KathrinR
KathrinR

Ich habe mir etwas anderes unter dem Klappentext vorgestellt

— andrea_strickliesel
andrea_strickliesel

Dieser Roman bewegt mein Herz

— notthatkindofagirl
notthatkindofagirl

Mich konnte Gudrun mit ihrer Art, sich durchs Leben durchzuwurschteln, überzeugen und mitreißen. "Im Strom" trifft es sehr gut.

— paevalill
paevalill

Die Story glänzt durch eine gewisse Oberflächlichkeit, die mir persönlich die Lust am Lesen genommen hat.

— AgnesM
AgnesM

Sabine Bode pendelt zwischen Roman und Sachbuch, zwischen faktischem Erzählen und Narration hin und her. Außergewöhnliche Schreibweise!

— FrauGoldmann_Buecher
FrauGoldmann_Buecher
  • Rezensionen
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  • Themen
  • Merkwürdig distanziert und emotionslos

    Das Mädchen im Strom
    Federfee

    Federfee

    17. June 2017 um 14:54

    Gudrun Salomon hat das Pech, in der Nazizeit aufzuwachsen. Zwar gelingt ihr die Flucht und sie bleibt davon verschont, in ein KZ zu geraten wie ihre Mutter, aber ihr Leben verläuft ungeheuer turbulent: Gefängnis, Flucht quer durch Russland, Neuanfang in Shanghai, Kriegsausbruch, usw.Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten, aber leider erzählt die Autorin alles so emotionslos, ohne Gefühle und distanziert, dass mich dieses Buch weder inhaltlich noch sprachlich fesseln konnte.

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    • 5
  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareen anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dion erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized Nane_M naninka Nil parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1204
  • Wenn der Krieg in dir sich nicht befrieden lässt

    Das Mädchen im Strom
    Aspasia

    Aspasia

    26. May 2017 um 01:07

    "Es hatte eine Zeit vor dem Krieg gegeben, und nun gab es eine Zeit nach dem Krieg. Auch wer ihn ohne Schaden überstanden hatte, würde ihn künftig in sich tragen.“ ( S. 200) fasst die Jüdin Gudrun Samuel noch keine 30 Jahre alt emotionslos und sehr treffend ihre Situation zusammen. Gudrun, die Protagonistin des Debutromans "Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode verlebt als Tochter eines wohlhabenden Mainzer Kaufmannes, der nur dem Nachnamen und einem entfernten Hautfetzen im Intimbereich nach noch Jude war, und seiner wohlmeinenden Ehefrau, deren Jüdischsein sich auf seltene Synagogenbesuche beschränkt, eine unbeschwerte Kindheit. Wilhelm Samuel, dieser assimilierte Jude, dessen Liebe zu Deutschland so weit geht, dass er, den die geerbten Schuhhäuser einen großbürgerlichen Lebensstil mit Personal, Familienferien in der Schweiz und zahlreichen Geliebten ermöglicht, sein lautlos in der Schweiz verwahrtes Vermögen von seiner Ehefrau höchstselbst zur Unterstützung der Zentrumspartei heim ins Reich schmuggeln lässt. Als junges Mädchen ist sie wild, unkonventionell und mutig. Ein Teenager, der wenig Sinn für die Schule hat, lieber im Strandbad rauchte, den Kohleschleppern auf dem Rhein hinterher schwimmt, oder mit ihrer besten Freundin Margot und deren Rauhaardackel Schnecke die Aufmerksamkeit der Jungs auf sich lenkt. So verliebt sie sich dann auch prompt in den drei Jahre älteren Katholiken Martin. Sohn eines Juristen ohne Ehrgeiz, verheiratet mit einer Ehefrau mit Hitlerportrait über dem Klavier. Eine erste Liebe, die anfangs nur den Elternhäusern nicht genehm ist, dann aber zur "Rassenschande" erklärt, lebensgefährlich für beide ist. Doch sie überlebt. Wenige Jahre später als Wilhelm nicht mehr leugnen kann, dass ihn auch sein Kaiservorname nicht deutsch genug macht, wird Gudrun verhaftet, monatelang, fast täglich von einem perfiden Gestapo Mitarbeiter verhört, der, ihr zugetan, Einfluss auf ihre Haftbedingungen nimmt, und mit ihr zusammen Faust deklamiert. Dann folgen Monate im Frauengefängnis in Mainz, auch dort überlebt sie. Nach der Haftentlassung reist sie alleine, gerade 21 Jahre alt, über Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn gen Schanghai. Das Paris Asiens, der einzige Ort, der Flüchtlinge wie sie noch aufnimmt. Die chinesische Stadt ist von Japanern besetzt, überfüllt von Geschäftsleuten in Goldgräberstimmung aus aller Herren Länder und seit Ende der 30er die Grenzen des Westens immer unüberwindbarer wurden, Auffangbecken derer, die keine andere Wahl mehr haben.Doch Gudrun gelingt es sich auch hier sich den Gegebenheiten anzupassen. Tatkräftig und willensstark wie sie ist, baut sie sich ein eigenes Leben auf. Sie hat Freunde, eröffnet eine Praxis für Krankengymnastik und Massage, hat Liebhaber und versucht ihre mittlerweile verwitwete Mutter nachzuholen. Sie überlebt. Nur wenige Jahre später erweisen sich die Japaner als willfährige Gehilfen des großen Bruder im Geiste, Hitler Deutschland, und die Ärmsten der Armen der chinesischen Bevölkerung und die unliebsamen Immigranten werden in einem viel zu kleinen, hinfälligen, abgesperrten, Bezirk, Hongkew, zusammen gepfercht. Auch hier überlebt Gudrun, wenn dazu auch eine Zweckehe und viel Kraft und Geschäftssinn notwendig sind.Als die Amerikaner endlich das Lager öffnen, ist sie zwar frei, aber erfährt auch, dass ihre Mutter in einem Konzentrationslager umgebracht wurde, ihre Großmutter und ihr Vater sich der Deportation mit Zyankali entzogen haben, ihre erste große Liebe gefallen ist und sie als Staatenlose entweder nach Deutschland zurück oder aber in China bleiben muss.Wieder überwindet Gudrun die äußerlichen Hindernisse, geht nach Macau, heiratet dort für wenige Monate einen norwegischen Kapitän, und mit dem wertvollen, norwegischen Pass, verschlägt es sie über die Philippinen nach London. Dort beginnt sie ein weiteres Mal ganz von vorne, aber nun verlangen das Erlebte, die ständige Bedrohung, das Gefühl des Ausgeliefertseins, die Verluste ihrer Liebsten, all die traumatischen Erlebnisse des Exodus ihr Recht. Wie ein Springteufel aus der Kiste, in die sie all das gestopfte hatte, um zu überleben, kommen die so lange verdrängten Gefühle und legen sich wie eine schwarze Wolke über sie. Doch auch diesen Kampf stellt sie sich. Mit Hilfe ihres dritten Ehemannes, einem schon während des Krieges nicht abreißenden Briefwechsels mit ihrer Schulfreundin Margot, die noch rechtzeitig mit ihrer Familie in die USA geflohenen ist, einigen Therapien und der direkten Konfrontation mit Menschen und Orten ihrer Vergangenheit vor Ort in Nachkriegsdeutschland. Anders als ihre Freundin, ihr Mann und viele jüdische Freunde, die keinen Fuß auf den verhassten deutschen Boden setzen wollen.Dem belletristischen Erstling der Kölner Journalistin und erfolgreiche Sachbuchautorin zum Thema Traumata und Spätfolgen des Krieges liegt die Lebensgeschichte der Mainzerin Gertrude Meyer-Jörgensen zugrunde, die 80 jährig von Bode vor 17 Jahren mehrmals interviewt wurde und 2011 mit 93 Jahren starb. Bode hat sich bewusst für die fiktionalisierte, für die Romanform entscheiden, weil „Beim Lesen eines Romans verbinden und verbünden wir uns auf Zeit mit der Hauptperson. Wir zittern mit ihr, wir verlieben uns mit ihr, oder wir fühlen uns ­gedemütigt, denken über Rache nach. Und womöglich bringt es ­Saiten in uns in Schwingung, die wir lange oder vielleicht noch nie wahrgenommen haben.“Ich glaube nicht das die Fiktionalisierung eines Stoffes automatisch zu einer emotionalen Verbindung von Leser und Romanfigur führt, dass ist meiner Meinung nach auch gar nicht ihr Ziel. Genauso wenig ist Fiktionalisierung notwendig, um eine solche emotionale Verbindung herzustellen. Das kann auch ein Interview oder eine Biografie erreichen.Für mich ist das Buch eine berührende Lebensgeschichte, spannend nacherzählt, aber das reicht nicht. Mir ist die Erzählung zu wenig literarisch, mir fehlt es am bewussten Einsatz sprachlicher Mittel, an der Fabulierlust der Autorin.

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  • Gudrun

    Das Mädchen im Strom
    Fornika

    Fornika

    25. May 2017 um 17:22

    Im Mainz der 1920er Jahre erlebt die junge Jüdin Gudrun Samuel eine quasi unbeschwerte Jugend: die Familie ist wohlhabend, in Margot hat Gudrun eine beste Freundin gefunden, in Martin ihre erste Liebe. Doch mit den Jahren wird die Bedrohung durch die Nationalsozialisten immer größer und Gudrun muss ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, will sie nicht untergehen.  Sabine Bode hat in diesem Buch eine wahre Lebensgeschichte zu einem Roman verarbeitet. Das Schicksal der „echten“ Gertrude Salomon steht aber stellvertretend für viele, sodass die Romanform dem Leser sicherlich mehr geben kann als es eine Biografie gekonnt hätte. Mir fiel der Einstieg in die Geschichte nicht leicht, gerade zu Beginn war mir Gudrun unerträglich unsympathisch. Auch an den Erzählstil der Autorin musste ich mich erst gewöhnen, sodass sich echte Lesefreude erst nach einiger Zeit einstellte. Der Stil bleibt immer distanziert, große Emotionen darf man trotz des harten Stoffes nicht erwarten. Sehr ansprechend fand ich die eingestreuten Briefwechsel zwischen Gudrun und Margot, die zwar ähnliche Ausgangssituationen haben, denen das Leben aber völlig unterschiedlich mitspielt. Margot wandert im Schutz der Familie in die USA aus, während Gudrun sich alleine nach Shanghai durchschlägt. Eine sehr interessante Gegenüberstellung. Die Autorin vermittelt die Fakten sehr unaufdringlich, trotzdem merkt man schnell, dass in diesem Buch auch viel Recherche steckt. Die Handlung wirkt immer authentisch, auch wenn man als Leser manchmal nur den Kopf schütteln mag. Insgesamt habe ich „Das Mädchen im Strom“ nach dem holprigen Start doch gerne gelesen; dranbleiben lohnt also.

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  • Wirklich interessant & empfehlenswert

    Das Mädchen im Strom
    Isaopera

    Isaopera

    12. May 2017 um 13:20

    "Das Mädchen im Strom" ist die Geschichte einer jungen Frau, die als Jüdin geboren ist und aus einer sorglosen Kindheit und Jugend mitten hinein gerät in die Maschinerie der nationalsozialistischen Staatspolizei. Gudrun Samuel ist dabei eine nicht immer sympathische, aber stets authentische Heldin, die sich selbst immer treu bleibt und einen harten Weg hinter sich bringt.Es gab Gudrun Samuel wirklich und ich fand das Buch in keinem Moment langweilig - die Haft, die Zeit in Asien....ich kann es nur empfehlen, denn es liefert noch einmal einen ganz anderen Blickwinkel auf den 2. Weltkrieg und zeigt auch andere Probleme auf, die Menschen fernab von der Heimat trotz augenscheinlicher "Sicherheit" hatten. Der Schreibstil ist sehr unaufgeregt, das schon, aber dadurch für mich nicht oberflächlich. Es ist keine Geschichte mit riesigen Emotionen - diese muss man selbst empfinden oder auch nicht! Mich hat es stellenweise berührt, die meiste Zeit habe ich es aber eher wie eine Biographie gelesen, nüchtern, interessiert, aber niemals langweilig! Zuletzt habe ich "Demnächst in Tokio" von Katharina Seewald gelesen - "Das Mädchen im Strom" schließt thematisch wunderbar daran an und zeigt trotzdem nochmal andere Aspekte an. Beide Bücher kann ich nur empfehlen :)

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  • Das Mädchen im Strom

    Das Mädchen im Strom
    dubh

    dubh

    07. May 2017 um 13:15

    Gudrun ist die Tochter des wohlhabenden Kaufmanns Wilhelm Samuel und wächst in den 1920er und Anfang der 30er Jahre behütet in Mainz auf. Als Mädchen ist sie ein echter Wildfang, verdreht den Jungs den Kopf, raucht und schwimmt im Rhein den Schleppkähnen hinterher...Doch als die Nationalsozialisten die Macht ergreifen, muss sie als Jüdin schon bald ihre Schule verlassen und ihr Vater verliert nicht nur seine Verdienstgrundlage, sondern auch die Wohnung der Familie. Als Gudrun ihre Liebe, den drei Jahre älteren Martin, dessen Mutter und Bruder glühende Anhänger Hitlers sind, nur noch heimlich treffen kann, versucht sie, mit gefälschten Papieren das Land zu verlassen. Doch die junge Frau wird gefasst und kommt in Gestapo-Haft.Gudrun kann quasi im letzten Moment entkommen und flüchtet als Judy unter anderem mit der Transsibirischen Eisenbahn und lebt eine Zeit lang im jüdischen Ghetto von Shanghai. Gudrun überlebt den Krieg und die Verfolgung - dennoch ist und bleibt es eine wahre Odyssee, bei der sie diverse Schicksalsschläge wegstecken muss...Von Sabine Bode kenne ich zwei der Sachbücher, die sich mit den Kriegskindern bzw. Kriegsenkeln beschäftigen - in meinen Augen großartige Bücher, da sie Teilen einer Generation eine Stimme gegeben haben, die sich bis dato vor allem in Schweigen geübt haben. Daher war es für mich klar, dass ich den neuen Roman der Journalistin und Sachbuchautorin lesen möchte!Leider kommt "Das Mädchen im Strom" in meinen Augen nicht an die bisherige Leistung Bodes heran: ohne Frage erzählt die Autorin hier von einem bewegenden Leben und hat sich dabei an realen Schauplätzen (wie Shanghai) orientiert, über die bislang noch nicht viel zu lesen war. All die Fakten, die Bode schildert, und ihr Können, sehr authentisch einen Leidensweg stellvertretend für den von Millionen von Verfolgten zu erzählen, habe ich auf keiner Seite in Frage gestellt. Sabine Bode weiß, wovon sie schreibt. Für mich war es die Art und Weise, wie sie von alldem erzählt, die mir nicht wirklich zugesagt hat. Für mich war die Geschichte zu oberflächlich, ja, zu distanziert erzählt. Ich muss eine Hauptfigur nicht sympathisch finden, aber Gudrun ist eine bemerkenswerte Kämpfernatur, die in meinen Augen mehr Nähe verdient hätte.So ist es weniger die Geschichte an sich als vor allem der Briefkontakt Gudruns mit ihrer früheren besten Freundin Margot, der den spröden Blickwinkel auf die wichtigste Protagonistin aufweicht. Er zeigt vor allem, mit welchen Schrecken die Überlebenden ihr ganzes Leben zu kämpfen hatten. Das Erlebte, all die Grausamkeiten, prägen den Rest des Lebens - das wird hier ganz deutlich.Fazit: Die Grundlage des Romanes ist bemerkenswert, die Lebensgeschichte der Gudrun Samuel bewegend. Doch die Umsetzung als Roman lässt leider etwas zu wünschen übrig. Zu distanziert, zu spröde wird hier erzählt - so dass ich mich nicht nur einmal gefragt habe, ob nicht ein Sachbuch richtiger gewesen wäre. Für alle LeserInnen, die sich für das Thema interessieren, kann ich das Buch dennoch empfehlen.

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  • Nachdenklich

    Das Mädchen im Strom
    Sigismund

    Sigismund

    03. May 2017 um 18:03

    GELESEN - Sehr NACHDENKLICH stimmt einen der im März 2017 veröffentlichte erste Roman "Das Mädchen im Strom" der sonst auf thematisch ähnliche Sachbücher spezialisierten Autorin Sabine Bode. Anschaulich beschreibt Bode das Schicksal der Jüdin Gudrun Samuel, aus wohlhabendem Mainzer Elternhaus, in der Zeit des aufkommenden Nazi-Regimes, in Gestapo-Haft, auf der Flucht nach Shanghai, im exotischen Lagerdasein, in Londoner Nachkriegsfreiheit und zuletzt wieder in Mainz. Eigentlich geht es im Roman letztlich um die unterschiedliche seelische Aufarbeitung mehrerer Personen, doch manchmal erschienen mir die Schilderungen eher oberflächlich. Aber vielleicht entspricht genau dies dem äußerlich ziemlich robusten und nüchtern erscheinenden Charakter der Hauptfigur, der es gelingt, sich immer wieder zu fangen, nicht zu verzweifeln, nicht aufzugeben, sondern in jeder noch so aussichtlosen Situation anzupacken und das Bestmögliche aus jeder Situation zu machen. Es ist ihr Wille zu überleben. Gefühle werden selten gezeigt bzw. beschrieben, meistens nur in ihrer Briefkorrespondenz mit Freundin Margot in den USA. Im Vergleich beider zeigt sich auch die gegensätzliche Art, mit der eigenen Vergangenheit umzugehen - ein Thema, mit dem sich die Autorin in ihren Sachbüchern beschäftigt: Gudrun stellt sich im Nachkriegsdeutschland ihrer Vergangenheit und ihren Widersachern, Margot in den USA hat scheint(!) ihr früheres Leben abgeschlossen zu haben. Tatsächlich oberflächlich erscheint mir der Roman allerdings in wenigen Passagen, in denen ich das Gefühl hatte, hier würden nur Fakten aufgelistet, abgehakt, um von A nach B zu kommen, aber nicht näher hinterfragt. Solche Seiten hätte der Lektor auch streichen können (z.B. die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn). Alles in allem aber ist dieses Buch EMPFEHLENSWERT.

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  • Challenge Historische Romane 2017

    LovelyBooks Spezial
    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2017 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar.  Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte (4 Kategorien) lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher.  Zeitspanne: 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2017 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden.  Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! Kategorien: Steinzeit bis zur Antike: Unter dem folgenden Link könnt ihr die verschiedenen Epochen anschauen, die ich mir vorstelle. Das frühe Mittelalter gehört nicht mehr dazu. Link: http://www.archaeopro.de/archaeopro/Epochen/Epochen-1.htm  Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.   Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. Kriege, Völkermorde, Nazizeit:  Romane, die im Umfeld von Kriegen spielen. Ich habe die Nazizeit, noch mit hinein genommen, da diese oft untrennbar mit dem 2. Weltkrieg wahrgenommen werden.  Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskrieg. Da 2017 500 Jahre Reformation gefeiert wird, wird sicherlich auch einiges an Lesefutter zu diesem Thema geben.  Teilnehmerliste: anne_lay   4/20 anushka   4/20 Argentumverde   13/20 ban-aislingeach   0/20 Bellis-Perennis     24/20 Buchraettin  6/20 CelinaS   0/20 Charlea   0/20 ChattysBuecherblog    12/20 Curin     2/20 engineerwife    5/20 Filzblume    2/20 Fornika     3/20 Ginevra    4/20 histeriker    5/20 Kirschbluetensommer     3/20 LibriHolly     0/20 mabuerele   15/20 marpije    8/20 Miamou   5/20 papaverorosso     5/20 PMelittaM    5/20 Pucki60    1/20 Rissa   0/20 samea    0/20 StefanieFreigericht 3/20sternchennagel 1/20Sternenstaubfee    1/20 sursulapitschi   3/20 Tamilein    0/20 Tanja13     0/20 Tine13       5/20 Traubenbaer    1/20 werderaner      2/20 Steinzeit bis zur Antike: anne_lay   0/2 anushka   0/2 Argentumverde  1/2 ban-aislingeach   0/2 Bellis-Perennis    0/2 Buchraettin    1/2 CelinaS     0/2 Charlea    0/2 ChattysBuecherblog   1/2 Curin    0/2 engineerwife   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Ginevra      0/2 histeriker   1/2 Kirschbluetensommer     0/2 LibriHolly     0/2  mabuerele   0/2 marpije     1/2 Miamou    2/2 papaverorosso      1/2 PMelittaM     0/2 Pucki60      0/2 Rissa        0/2 samea     0/2 StefanieFreigericht  0/2sternchennagel  0/2Sternenstaubfee    0/2 sursulapitschi    0/2 Tamilein    0/2 Tanja13     0/2 Tine13       1/2 Traubenbaer     0/2 werderaner     0/2 Glauben: anne_lay     0/2 anushka     0/2 Argentumverde      0/2 ban-aislingeach      0/2 Bellis-Perennis        0/2 Buchraettin    0/2 CelinaS     0/2 Charlea    0/2 ChattysBuecherblog   2/2 Curin   0/2 engineerwife    0/2 Filzblume     0/2 Fornika        0/2 Ginevra        1/2 histeriker     0/2 Kirschbluetensommer     0/2 LibriHolly     0/2 mabuerele     2/2 marpije     1/2 Miamou    0/2 papaverorosso    0/2 PMelittaM    0/2 Pucki60     0/2   Rissa      0/2 samea   0/2 StefanieFreigericht  0/2sternchennagel  0/2Sternenstaubfee   0/2 sursulapitschi     0/2 Tamilein     0/2 Tanja13      0/2 Tine13   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    • 251
  • "Auch wer...[den Krieg] ohne Schaden überstanden hatte, würde ihn künftig in sich tragen.“

    Das Mädchen im Strom
    StefanieFreigericht

    StefanieFreigericht

    30. April 2017 um 17:30

    „Es hatte eine Zeit vor dem Krieg gegeben, und nun gab es eine Zeit nach dem Krieg. Auch wer ihn ohne Schaden überstanden hatte, würde ihn künftig in sich tragen.“ S. 200 „Ein anständiger Deutscher lässt sein Geld im Land“ S. 12 – der semmelblonde Wilhelm Samuel will als Patriot Reichskanzler Brüning unterstützen und holt sein Vermögen aus der Schweiz. Er führt die von der Mutter gegründeten Schuhgeschäfte in Wiesbaden, bietet der Familie ein gediegenes Leben, für Töchterchen Gudrun wird eine Kinderfrau beschäftigt. Die schafft es, klarzustellen, dass Gudrun charakterstark ist, nicht etwa widerborstig. Aus dem pummeligen Kind wird 13-jährig eine schlanke Schönheit, die im Strandbad schwimmt, raucht, kopfüber in die Fluten springt vom Sprungbrett und auf Schlepperschiffe im Rhein klettert. Sie und der 3 Jahre ältere Martin verlieben sich ineinander: „Gudrunundmartin, die sind ja schlimmer wie ein Ehepaar, hieß es im schönsten Mainzer Komparativ.“ S. 28 Mainz ist noch katholisch, „beim Gottesdienst im Dom waren Mitglieder der NSDAP von den Sakramenten ausgeschlossen“ S. 24 Doch Gudruns Vater verliert bald seine Geschäfte, die Familie die Wohnung, Gudrun muss die Schule verlassen. Durch Martins Familie geht ein Riss – Mutter und einer der älteren Brüder sind glühende Verehrer Hitlers. Die Liebenden treffen sich weiter, heimlich. „Sie redeten nicht über Gefahr, nicht über Rassenschande und Zuchthaus. Aber sie sprachen auch nicht mehr von einer gemeinsamen Zukunft. Früher einmal hatten sie sich gegenseitig ihre Kinderfotos gezeigt und sich vorzustellen versucht, wie ihre eigenen Kinder aussehen würden.“ S. 61  Der Friseur des Vaters, Parteimitglied der ersten Tage, und die Kioskbesitzerin im Viertel werden zu Vertrauten, später Helfern. Das Leben einer realen Person wird hier nacherzählt, das der Gertrude Meyer-Jörgensen, geboren am 29. Juli 1918 als Gertrude Salomon in Mainz. Die Eltern sind Juden, leben den Glauben aber nicht aktiv. Der Vater ist wohlhabend, es ist eine gediegene Kindheit. Es existiert ein leider unvollständiges Interview in bescheidener Qualität, das dennoch den eindeutigen Bezug zum Roman sehr klar macht, auf Youtube aus dem ZDF https://www.youtube.com/watch?v=B3agPznYuz0   . Man muss sich den Bezug zum realen Leben wirklich mehrfach verdeutlichen, weil es einfach so eine unglaubliche Geschichte ist, gleichzeitig aber die Lebensbedinungen sehr bildhaft und differenziert dargestellt werden. Das Überleben des jungen Mädchens, ich bleibe jetzt bei dem Buchnamen, wurde möglich, indem Gudrun über die Sowjetunion nach Shanghai reiste. Mir waren bis dahin diese Möglichkeit und die Existenz des jüdischen Ghettos in Shanghai unbekannt – der Krieg erreicht die Flüchtlinge aber auch in der Ferne. Sabine Bode hat bislang Sachbücher geschrieben, schafft es aber problemlos, ihren ersten Roman sowohl faktenreich als auch fesselnd zu gestalten. Es gibt im Leben der jungen Frau die, die nehmen – und jene, die teils völlig uneigennützig und unerwartet geben und helfen. Und es gibt vor allem diese fast ungebrochene Energie von ihr, anzupacken und sich quasi an der eigenen Kurzhaar-Frisur aus dem Dreck zu ziehen, weiterzumachen. Es existiert das späte Interview mit der Überlebenden, das Ende ist also „keine Überraschung“ – spannend ist, was sie antrieb, mit welchen Widersprüchen sie sich auch speziell nach Kriegsende auseinandersetzen musste. Gerade ihre ersten Reisen nach Mainz nach dem Krieg waren unter anderen Überlebenden nicht unumstritten, erste Treffen mit früheren Bekannten sind durchaus zwiespältig: da wird Gudrun im zerstörten Mainz der Nachkriegsjahre von alten Klassenkameradinnen als Gewinnerin empfunden, weil sie inzwischen in London lebt. Ein starkes Buch mit einer starken Heldin und eindrucksvollen Bildern, die der Text im Kopf entstehen lässt.

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    • 3
  • Eine tragische Geschichte

    Das Mädchen im Strom
    KathrinR

    KathrinR

    27. April 2017 um 17:40

    Inhalt "Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode handelt von der Jüdin Gudrun Samuel, der Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aus Mainz. Nach einer sehr schönen Kindheit und Jugendzeit bekommt sie die brutale Härte des damaligen Nazi-Regimes zu spüren. Ihr bleibt nichts anderes übrig als zu flüchten und jedes Mal aufs Neue ein Leben neben herben Rückschlägen, Enttäuschungen und neuen Hoffnungen aufzubauen. BewertungIch empfand es als sehr interessant und bewegend, durch Gudruns Lebensgeschichte mehr über die damaligen Umstände und brutalen Vorgänge zu erfahren. Man konnte sich gut in Gudrun hineinversetzen, obwohl durch den sehr sachlichen Erzählstil auch eine Distanz zur Protagonistin hergestellt wurde. Mir gefiel ebenso, dass man auch die Lebensgeschichte der Nebenfiguren mitverfolgen konnte, vor allem die von Margot aufgrund der vielen Briefe - eine sehr schöne Idee. Auch die Dreiteilung des Romans finde ich sehr gelungen. Fazit Ich kann dieses Buch jedem geschichtlich interessierten Leser empfehlen, der sich etwas näher mit der Zeit um den 2. Weltkrieg beschäftigen möchte. 

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  • Schade

    Das Mädchen im Strom
    andrea_strickliesel

    andrea_strickliesel

    24. April 2017 um 19:33

    Dies ist die Geschichte einer jungen Frau, die 1920 in Mainz zur Welt kam und die das “Pech” hatte, die Tochter eines jüdischen Schuhhändler zu sein. Gudrun ist eine lebenslustige und mutige junge Frau, die durch den Fluss schwimmt, um sich an den Schleppkähnen hoch zu ziehen und sich zu sonnen. Natürlich bekommt sie für solche Eskapaden Ärger. Das macht ihr aber nichts und sie lässt sich bald andere Dummheiten einfallen. Als Hitler an die Macht kommt und Deutschland seine Juden einsperrt und vertreibt, flüchtet Gudrun, nachdem sie mehrere Haftstrafen verbüßt hat und sich mit der SS auseinander setze, nach Shanghai. Das Buch erzählt Gudruns Lebensgeschichte, die immer wieder “glückliche Fügungen” nahm. Gudrun scheint immer an die richtigen Menschen zu geraten zu sein. Stets war einer dabei, der das Mädchen durch Widrigkeiten schiebt und es ihr verhältnismäßig leicht macht. Nicht, daß es wirklich leicht war! Denn auch sie macht die Erfahrung, in einem Gefängnis zu sitzen oder in den Elendsvierteln von Shanghai."Egal, sie war 21 Jahre alt, das richtige Alter, um endlich die Freiheit zu genießen, in Shanghai oder anderswo! Wenn schon kein sicheres Leben, dann wenigstens ein Aufregendes… "Seite 120Was ich gut fand: Etwas über das Leben der Geflüchteten zu erfahren. Wie es Ihnen in den fremden Ländern, zwischen all den abweisenden Einwohnern, erging. Welche Erfahrungen die Menschen auf der Flucht vor den Nazis machten und welches Elend sie erlebten.. Außerdem gefiel mir, dass Gudrun eine beste Freundin hatte, die etwas mehr “Glück” hatte und nach Amerika ausgewandert ist. Die beiden Frauen schrieben sich über die gesamte Zeit ihres Lebens Briefe, die wir mitlesen durften. Was mir an dem Buch nicht gefallen hat: Wie die Geschichte erzählt wird. Irgendwie liest es sich wie eine Zusammenfassung, weniger als ein Roman. Ich fand die Story gut, aber die Umsetzung doch sehr abgehackt und ruppig. Irgendwie unrund. Gespräche der Protagonisten lesen sich, wie mitgeschnitten und wahllos zusammengesetzt. Manchmal wusste ich nicht, welche Figur gerade diesen einen Satz gesagt hatte und versuchte es mir zusammen zu reimen. Das störte den Lesefluss doch sehr. Fast emotionslos wird die Geschichte herunter gerattert, als blieben Gudruns Gefühle völlig auf der Strecke, als wäre Gudrun eine dumme Pute, die einfach nur Glück hatte. Schade, mit ein wenig mehr Gefühl, wäre es ein gutes Buch geworden. Am Ende, auf den letzten Seiten, durfte man dann endlich einen Blick in das Gefühlsleben der Protagonistin wagen. Erst auf den letzten 50 Seiten, habe ich mich mit dem Schreibstil angefreundet. Dann freundete ich mich mit dem Charakter der Hauptdarstellerin an und verstand die ruppige Art, in der Sabine Bode, die Autorin, das Buch verfasst hat. Nach dem Klappentext habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut und war dann etwas ernüchtert, als ich dieses Buch las.Sabine Bode hat schon einige Bücher über seelischen Kriegsfolgen geschrieben. Ihre Bücher waren allesamt Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.  

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  • Der Weg von Gudrun

    Das Mädchen im Strom
    notthatkindofagirl

    notthatkindofagirl

    20. April 2017 um 15:22

    Wie erlebt ein junges, jüdisches Mädchen die 2. Weltkriegszeit? Grausam, einsam und kalt. Wir gehen mit Gudrun durch die Zeit, von der ersten Liebe bis hin zum Gefängnis und auch all ihre Reisen. Es fühlt sich so real an, als wären wir genau neben ihr. Frau Bode ist eine Expertin in diesem Geschichtsbereich, was man auch wirklich merkt. Ihre Kenntnisse lässt sie einfließen, ohne dabei ZU theoretisch, ZU fad, ZU faktenlastig zu wirken. Ihr ist es gelungen, einen gut zu lesenden Roman zu verfassen, der nebenbei eine wirklich schöne Sprache mitbringt. Ein sehr spannender Teil ist, dass es hier auch um Shanghai geht. In der Schule hören wir aber meist nur vom Nazideutschland, aber andere Länder bleiben aus. So lernt man auch in der Geschichte mehr, als in Schulbüchern.   Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch und werde eindeutig mehr von ihr lesen. Geschichtsinteressierte MÜSSEN dieses Buch lesen und Menschen, die auf gute Romane stehen, ebenfalls. Ich lege es euch ans Herz, geht mit Gudrun ihren Weg. Aber Achtung- zeitweise wird der Schauer euch eiskalt über den Rücken laufen!

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  • Konnte mich nicht wirklich mitreißen

    Das Mädchen im Strom
    anushka

    anushka

    19. April 2017 um 19:02

    Mainz, 1930er Jahre: Gudrun Samuel, eine junge Jüdin aus gutem Haus ist ein echter Wildfang. Unerschrocken springt sie in den Rhein und schwimmt den Kohleschleppern hinterher. In Martin findet sie bald ihre erste Liebe und alles scheint perfekt. Doch die Nationalsozialisten sind an der Macht und nach anfänglichem Gutglauben werden die Repressalien immer unübersehbarer. Bald wird es gefährlich für Gudrun und Martin, sich zusammen zu zeigen. Und nachdem Gudrun schon mit einem Bein im Konzentrationslager stand, wird beschlossen, dass sie, wie so viele andere, Deutschland verlassen soll. Doch so einfach ist das nicht mehr; es gibt kaum noch Visa für jüdische Flüchtlinge. "Das Mädchen im Strom" beleuchtet einen interessanten Aspekt der Flucht vieler Juden: die Fluchtroute über China. Auch hier werden Flüchtlinge kaum mit offenen Armen empfangen und der Arm der deutschen Regierung reicht weit. Gudrun muss sich allein und mit wenig Geld durchkämpfen. Für meinen Geschmack gelingt ihr das allerdings zu gut; Gudrun profitiert von vielen Zufällen, die sich irgendwann in einer unglaubwürdigen Zahl häufen. Auch findet die einstmals verwöhnte Tochter guten Hauses alle möglichen Wege, Geld zu verdienen, die ihrem Umfeld scheinbar nie im Traum eingefallen sind. Darüber hinaus zeigt sie Fertigkeiten und Kompetenzen ohne jemals irgendeine Ausbildung abgeschlossen zu haben, die es ihr mehrfach ermöglichen, ohne Startkapital eine selbständige Existenz aufzubauen.Die Geschichte an sich ist durchaus interessant, aber im Genre der Weltkriegsromane bietet sie wenig neues. Hinzu kommt, dass die Geschichte mit einer großen Distanz und Sachlichkeit geschildert ist und auch Gudrun manchmal eine solch kühle Berechnung an den Tag legt, dass mir eigentlich keine der Figuren nahegegangen ist. Bei allen fehlte mir ein Mindestmaß an Emotionalität, die es mir ermöglicht hätte, mich hineinzudenken und mitzufühlen. Stattdessen fühlt man sich eher als Zuschauer einer sachlichen Berichterstattung. Zunächst hatte mich das Buch durchaus gepackt, aber unterwegs hat es mich dann doch verloren.Hinzu kommt, dass die Geschichte auf 350 Seiten eine hohe Geschwindigkeit der Ereignisse (nicht unbedingt der Spannung) vorlegt. Von Gudruns erster Hochzeit erfährt man nur in einem Brief, den sie einer Freundin schreibt. Die Vorgeschichte fehlt völlig. Ähnlich verhält es sich mit vielen anderen Ereignissen. Gudruns Beweggründe und Gefühle dabei bleiben häufig auf der Strecke. Es ist, als wäre die Geschichte selbst ein reißender Strom. Nur leider wurde ich als Leser ab einem bestimmten Punkt am Ufer zurückgelassen, um es mir aus der Ferne anzuschauen, anstatt mitgerissen zu werden.Leider lautet mein Fazit zu diesem Buch, dass es zwar schon einige interessante Punkte aufgreift, aber kein Buch ist, das man - meiner Meinung nach - unbedingt lesen sollte. Unter den Romanen zum zweiten Weltkrieg und der Judenverfolgung gibt es zahlreiche andere, die mich wesentlich stärker berührt haben.

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    • 3
  • Drei Leben

    Das Mädchen im Strom
    Wortklauber

    Wortklauber

    17. April 2017 um 13:47

    Gudrun Samuel ist die lebenslustige und eigenwillige Tochter eines Mainzer Kaufmanns, der seiner Familie durch seine Schuhgeschäfte ein angenehmes Leben bieten kann. Als junges Mädchen schwimmt sie den Kohlenschleppern auf dem Rhein nach, schert sich wenig um Schule und Konventionen. Mit 13 verliebt sie sich Hals über Kopf und erlebt eine unbeschwerte Zeit. Als die Nazis an die Macht kommen, ist es mit dem sorglosen Leben vorbei, denn die Samuels sind Juden und daher in der Folge immer stärkeren Schikanen, Einschränkungen und Bedrohungen ausgesetzt. Es nützt nichts, dass die Familie sehr weltlich lebt und sich der Vater als Deutscher fühlt, der schließlich im Weltkrieg für sein Land gekämpft hat. Fortan gilt das nichts mehr, fortan weht ein anderer Wind. Gudrun kommt in Gestapo-Haft, kommt frei, nutzt eine glückliche Gelegenheit und die nächste.  Eigenständigkeit, Mut und Einfallsreichtum kommen ihr mehr als einmal zugute. Dennoch bleibt sie von den politischen Ereignissen getrieben. Die transsibirische Eisenbahn bringt sie nach Shanghai, wo sie inmitten anderer europäischer Flüchtlinge und dem einen oder anderen Glücksritter den Krieg und das Kriegsende erlebt. Als Staatenlose ist sie fortan weiteren Zwängen ausgesetzt, sie heiratet, lässt sich wieder scheiden, weitere Männer treten in ihr Leben und verschwinden wieder daraus, sie kommt nach Macao, London – und am Ende doch wieder nach Deutschland, wo sie auf alte Bekannte trifft, überlebende Mitläufer und Täter, die ihre Schuld nicht eingestehen wollen, sondern sich als Opfer der Umstände sehen. Die Journalistin Sabine Bode hat sich bisher einen Namen mit Sachbüchern gemacht, in denen sie sich mit dem zweiten Weltkrieg und seinen Folgen auf die betroffenen Menschen und die nachfolgenden Generationen befasst hat. Der Roman „Das Mädchen im Strom“ kommt in weiten Teilen sehr nüchtern daher. Gefühle und ein Blick auf das Innenleben von Gudrun Samuel kommen fast ausschließlich in Passagen (Briefen) auf, in denen sie ihre Protagonistin selbst zu Wort kommen lässt. Die Figuren, auch Gudrun selbst, blieben mir als Leser fremd. Außerdem werden manche, auch wichtige, lebensentscheidende Dinge sehr schnell, in wenigen Sätzen abgehandelt, was auch dem Fakt geschuldet scheint, dass Gudruns Schicksal äußerst vollständig geschildert wird. Personen treten in ihr Leben, verschwinden wieder, manche endgültig, manchen begegnet sie wieder. Damit hat der Roman etwas Biographisches – was jedoch einem Roman an sich nicht unbedingt guttut. Mit Gudruns Emigration nach Shanghai wirft die Autorin Licht auf einen bisher wenig beachteten Schauplatz. Mit ihrer Rückkehr nach Mainz erzählt sie ein weiteres Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Gudrun hat drei Leben gelebt: Mainz – Exil – Mainz. Eine wichtige Geschichte, die erzählt gehörte – wenn mir auch die Umsetzung nicht immer ganz gelungen schien.

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  • Überzeugende Erzählung über ein jüdisches Mädchen/Frau

    Das Mädchen im Strom
    paevalill

    paevalill

    15. April 2017 um 23:41

    Normalerweise nehme ich in meinen Rezensionen keinen Bezug auf Leserunden zu den Büchern. Weil ich die völlig unterschiedlichen Meinungen der Leserunden-TeilnehmerInnen sehr bemerkenswert finde, konnte ich dieses Mal gar nicht anders als es zu erwähnen."Das Mädchen im Strom" von Sabine Bode spaltete die Leser insbesondere durch folgende zwei Dinge: Die in der Literatur über Juden/Jüdinnen ungewöhnliche Auswahl der Protagonistin und der sehr subtile, beinahe karge Schreibstil.Nun aber erst zum Inhalt:Die freche Jüdin Gudrun hat sich noch nie besonders für die Schule interessiert. Auch sonst sind ihr viele Konventionen egal, selbst ihre erste Liebe zum katholischen Martin vermag so manchen Mitbürger zu provozieren. Trotz oder gerade wegen ihrer so unkomplizierten Art muss sie ihren eigenen Weg finden, sich in der Nazi-Zeit zu arrangieren und zu leben, erst in Deutschland, schließlich in Shanghai...Die Ereignisse werden weitgehend chronologisch erzählt. Grundsätzlich würde ich den Schreibstil als sehr angenehm flüssig umschreiben. Anders als es in anderen Romanen mit ähnlicher Thematik gehandhabt wird, werden Emotionen wenig bis gar nicht geschildert. Ich halte diese Vorgehensweise für sehr subtil und angenehm, da die Ereignisse schlimm genug sind und keinerlei Pathos benötigen. Der Fokus wird klar auf die Handlungen der einzelnen Charaktere gelegt, die Nachvollziehbarkeit ist gegeben. Dass die Perspektive hin und wieder wechselt, wirkt sich positiv auf das Verständnis rund um die Ereignisse hin. So bleibt dem Leser nicht allzu viel Raum, sich zu sehr in der Detektivsuche nach unwichtigen Details zu verlieren. Der größte Nachteil ist jedoch dabei, dass sich der Leser nicht mehr oder zumindest schwerer mit den einzelnen Charakteren identifizieren kann. Am Ende ist es Geschmackssache, ob dieser Stil jemanden anspricht oder eben nicht.Genauso problematisch kann das Mitfiebern mit der Protagonistin insofern sein, da sie zweifellos nicht zwingend zu den sympathischsten Vertreterinnen gehören dürfte. Wie bereits in der Inhaltsangabe genannt, ist Gudrun von Anfang an ein aufgewecktes, gar freches Mädchen, das gelernt hat, sich durch ihr Leben zu wurschteln. Und genau diese Eigenschaften stellt sie auch im Laufe ihres Leben nicht sonderlich ab. Das ist authentisch, da dies für ihr (Über-)Leben hervorragend funktioniert. Für den ein oder anderen wird es jedoch befremdlich, wenn sie aus purem Egoismus Männer datet und heiratet, mit denen sie auf menschlicher Ebene recht wenig anfangen kann.Inhaltlich konnte mich im Übrigen insbesondere die Reise nach und der Aufenthalt in Shanghai packen. So viel ich bisher über den 2. Weltkrieg gelesen habe, so unbekannt ist mir die Flüchtlingsroute von europäischen Juden dorthin gewesen.

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