Die vergessene Generation

von Sabine Bode 
4,3 Sterne bei48 Bewertungen
Die vergessene Generation
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Snowshadows avatar

Ein wichtiges Buch, unbedingt lesenswert!

Christine2000s avatar

Vergangenheitsbewältigung

Alle 48 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die vergessene Generation"

Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 60- bis 75jährigen. Doch man weiß wenig über sie, man redet nicht über sie - eine unauffällige Generation. Jetzt beginnen sie zu reden, nach langen Jahren des Schweigens.

Die Kriegskindergeneration ist im Ruhestand, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus. Bei vielen kommen jetzt die Erinnerungen allmählich hervor und mit ihnen auch Ängste, manchmal sogar die unverarbeiteten Kriegserlebnisse. Sie wollen nun über sich selbst nachdenken und sprechen.

Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht von einer »verschwiegenen, unentdeckten Welt«. Mit den Holocaust-Opfern habe man sich eingehend beschäftigt, mit der Kriegskindergeneration nie.

Ihnen wurde gesagt: »Sei froh, daß du überhaupt überlebt hast. Vergiß alles und schau lieber nach vorne!« Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Diese Erinnerungen haben sie bislang in sich verschlossen gehalten, sie trösteten sich mit der Einstellung: »Andere haben es noch viel schlimmer gehabt als wir.«

So wurde eine ganze Generation geprägt: Man funktionierte, baute auf, fragte wenig, jammerte nie, wollte vom Krieg nichts hören - und man konnte kein Brot wegwerfen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608947977
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Klett-Cotta
Erscheinungsdatum:27.05.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2014 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Christine2000s avatar
    Christine2000vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Vergangenheitsbewältigung
    Ein notwendiges, großartiges Buch

    Ich weiß auch nicht, warum ich so lange gebraucht habe, bis ich dieses Buch endlich gelesen habe. Es hat schon so lange auf mich gewartet. Und kaum angefangen, konnte ich nicht mehr damit aufhören. Ich habe bei der Lektüre immer wieder geweint. Und ganz plötzlich tief gefühlt, verstanden, warum ich mich häufig so trostlos, so abgetrennt, so falsch gefühlt habe. Wohlgemerkt, ich bin kein Kriegskind, sondern eine Kriegsenkelin. Und obwohl ich viel gelesen habe zum Thema 2. Weltkrieg, Holocaust, Vergangenheitsbewältigung und Psychologie, das Verhältnis zu meinen Eltern schon aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und durchaus ein Wissen über kollektive Gefühle besaß, ist mir erst jetzt bewusst geworden, wie sehr mich der Krieg von damals noch selbst betrifft. Sabine Bode ist meiner Meinung nach ein großes Kunststück gelungen. Sie beschriebt in Fallbeispielen einiger weniger „ Kriegskinder“ die Auswirkungen von Traumatisierung durch Bomben, Flucht, Vergewaltigung oder schlicht Todes- Angst, Hunger und Verzweiflung auf das spätere Leben. Dies geschieht auf sehr schlichte und dadurch besonders eindrückliche Weise. Den wenigsten Deutschen der Nachkriegszeit war es vergönnt, ihre Verluste und Wunden angemessen zu betrauern und damit zu verarbeiten. Es musste ja weitergehen und außerem hatten ja andere ( zum Beispiel die Opfer des Holocaust) noch viel schlimmer gelitten. Das Recht auf Trauer hatten die Deutschen einfach nicht verdient. Tüchtig und fleißig und brav musste man sein. Es gab bei den Menschen, die im Krieg geboren waren einfach kein Bewusstsein für ihre Traumatisierung und auch kein Verständnis. Es war ja normal. So wuchs eine ganze Generation von emotional Beschädigten heran, die ihrerseits das erlittene Unbewältigte an ihre Kinder weitergaben. Diese simple Tatsache ist anscheinend noch immer schwer anzunehmen. Vor allem von den Betroffenen selbst. Dabei wäre es so heilsam. Ich jedenfalls bin sehr froh über die neuen Einsichten, die zu mehr Empathie meiner Elterngeneration gegenüber und größerer Lebensfreude für mich selbst beitragen. Sabine Bode schreibt sehr reflektiert, wissenschaftlich und trotzdem emotional erkennbar berührt. Sie hat sich sehr bemüht, dem Tabu der deutschen Kriegs- Vergangenheitsbewältigung einfühsam gerecht zu werden. Darin kommt ihr eine Vorreiterrolle zu, die nicht hoch genug bewertet werden kann. Es war nötig, dass dies ans Licht kommt. Bitter nötig. Mitgefühl kann nur entwickeln, wer dies sich selbst gegenüber auch empfindet. Ich wünsche dem Buch noch viele bewegte LeserInnen und habe mir bereits das Nachfolgewerk „Kriegsenkel“ bestellt.

    Kommentare: 2
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    Freyheits avatar
    Freyheitvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wissenschaftliches Buch, welches keine Emotionen bei mir freisetzte
    Die Suche nach Verständnis

    Inhalt:

    Die Kinder der Jahrgänge 1930 – 1945 wurden mitunter unter den schwersten Bedingungen erzogen. 
    Doch was hat der Krieg bei diesen Kindern für Spuren hinterlassen? 
    Und sind sie sich bewusst, dass ihre Kindheitserlebnisse nicht nur bei ihnen, sondern auch bei ihren Kindern und Kindeskindern spürbar sind?

    Meine Meinung:

    Sabine Bode schreibt hier von den Kriegskindern.Wir reden nicht von der Hitlerjugend, die sich nach dem Krieg mit Schuld, Scham und ihrem eigenen Handeln während dieser Zeit auseinander setzen mussten. Dieses Buch ist den Kindern gewidmet, die ganz andere innere Kämpfe zu bewältigen hatten.Die Ängste auf der Flucht, die Suche unter den Trümmern nach ihren Verwandten, Hunger, wochenlang im Keller oder Bunker leben... Kinder, die von ihren Eltern kaum Zuwendung bekamen, weil diese mit sich selber zu tun hatten. Kinder, dessen Väter nicht aus dem Krieg zurückkehrten oder die mit anschauen mussten, wie ihre Mütter und Schwestern vergewaltigt wurden.
    Es hat mich sehr erstaunt zu lesen, wie diese Kinder sich entwickelt hatten. Wie sie immer wieder von ihren Eltern gesagt bekamen: „Weine nicht, wir schaffen das, sei brav, sei unauffällig.“Was sind das also für Erwachsene? Wie gingen diese Kinder mit ihren Kindern um?
    Leider setzte dieses Buch bei mir keinerlei Emotionen frei. Auch wenn ich dadurch das Verhalten meiner Eltern (geb. 1942 und 1948) besser verstehen kann, so kann ich es dennoch nicht entschuldigen. Ja, ich bin auch eines der Kinder, welches unter den Kriegs- bzw. Nachkriegserlebnissen der Eltern leiden musste, wenn auch nur in abgeschwächter Form.

    Fazit:

    Ich empfehle es allen Lesern, die mehr über die Kinder der Kriegsjahre erfahren wollen. Für viele ist es sicher eine Bereicherung, bei mir kommt es jedoch zu spät.

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    Saralondes avatar
    Saralondevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Kriegskinder
    Kriegskinder

    Die vergessene Generation, damit meint Sabine Bode grob gefasst die Jahrgänge 1930 bis 1945, die den Krieg und die unmittelbare Nachkriegszeit als Kinder durchlebt haben. Lange war es angesichts des entsetzlichen Schicksals der Holocaust-Opfer ein Tabu, über das Trauma zu sprechen, das diese Generation erlitten haben muss.

    In fünfzehn Kapiteln beschreibt Sabine Bode, wie nicht nur der Krieg an sich, sondern auch die damals herrschende Kultur unter den Nazis unsere Eltern und/oder Großeltern geprägt haben. Das fing schon beim Umgang mit Säuglingen und den Erziehungsmethoden an, die aus heutiger Sicht schlicht haarsträubend und unvorstellbar sind. Dann kamen der Bombenkrieg, die ständige Konfrontation mit dem Tod, Flucht und Vertreibung, Hunger und Kälte etc. Nicht wenige litten nachfolgend an einer posttraumatischen Belastungsstörung, die aber zur damaligen Zeit nicht ernst genommen wurde.

    Doch die Auswirkungen sind heute, da diese Kinder alte Menschen sind, immer noch spürbar, Kriegserinnerungen kommen im Alter wieder an die Oberfläche – und sogar die Kinder der Kriegskinder sind davon beeinflusst. Meine eigenen Eltern gehören zu dieser Generation und ich habe mich an vielen Stellen des Kapitels über die sogenannten “Kriegsenkel” wiedergefunden.

    Mit ihrem Buch leistet Sabine Bode einen wertvollen Beitrag dazu, dass wir unsere Eltern- bzw. Großelterngeneration (ich bin für einen “Kriegsenkel” recht jung) besser verstehen können und uns vielleicht auch einige Dinge über uns selbst klar werden. Ich empfehle dieses Buch daher nicht nur den älteren Jahrgängen, sondern auch den jüngeren. Die Kriegskindergeneration wird nicht mehr lange da sein, um uns von ihren Erlebnissen zu erzählen. Ich nehme mir jetzt selbst einmal vor, meinen Vater danach zu fragen. Wenn euch jetzt auffällt, dass auch eure Eltern oder Großeltern nicht viel über den Krieg erzählt haben, nehmt dies doch mal zum Anlass, das auch zu tun!

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    Liebes_Buchvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Mitten unter uns leiden Menschen an den Erlebnissen des Weltkrieges.
    Deutsche Gefühlskälte

    Sabine Bode beschreibt den 2. WK aus Sicht der Kinder. Sie thematisiert es, dass es damals für die Kinder keinerlei Hilfe gab. Früher hat man gedacht, ein kleines Kind erlebt den Krieg gar nicht mit. Heute weiss man, dass bei Kindern die Verletzungen schlimmer sind als bei Erwachsenen. Die Deutschen haben geschwiegen, gemauert und auch die Kinder mit dem Leid allein gelassen. Wer an Kriegserlebnissen leidet, gilt als labil, schwach und verzärtelt. Die Autorin zeigt, wie sich die kollektive Verdrängung und das massive Schweigen bis heute auswirken auf unsere Gesellschaft. Ich vermute, fast jeder Leser wird sich und seine Familie hier wiederfinden.
    In dem Buch wird erklärt, was ein Trauma ist und wie das soziale Umfeld helfen kann, es zu bewältigen.

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    ErleseneBuechers avatar
    ErleseneBuechervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Buch! Ein Buch gegen den Krieg und für die Opfer auf allen Seiten.
    Trümmer, Trauma & Schweigen

    Die letzten Zeitzeugen einer wichtigen Ära leben jetzt noch und sollten gehört werden. In diesem Buch geht es vor allem um die Kinder im 2. Weltkrieg. Es wird hier die Sicht der deutschen Kinder, welche ausgebombt, geflüchtet sind, Familien verloren haben und viel zu schnell wie Erwachsene mit dem vielen Leid umgehen mussten, dargestellt.

    Sabine Bode lässt viele Einzelschicksale zu Wort kommen, deren Geschichten nicht vergessen werden dürfen. Krieg ist nicht nur vordergründig grausam und die Schrecken des 2. Weltkrieges reichen weit und tief. Alle Beteiligten gehen verändert und gebrochen daraus hervor. Die Autorin beleuchtet eine Seite, die nicht oft Gehör bekommen hat. Die Deutschen waren die Täter und die Opfer waren in den Konzentrationslagern, so plakativ kann man es aber nicht sehen. Dem Buch gelingt es den schmalen Grad zu gehen, so dass die Schrecken und Folgen der Konzentrationslager nicht geschmälert werden. Das Licht wird nur auch auf die deutsche Bevölkerung gerichtet, welche oft nicht das Recht bzw. die Möglichkeit hatte, von ihrem Leid zu erzählen. Viele verdrängten es über Jahre, “man sprach nicht darüber”, “das haben doch alle mitgemacht”, “anderen ging es viel schlechter”. Nun wird aber im Laufe der Zeit klar, was der Krieg mit diesen Menschen gemacht hat. Er hat so viel zerstört, so viel ist noch nicht verarbeitet, geschweige denn ausgesprochen. Ein wichtiges Buch! Ein Buch gegen den Krieg und für die Opfer auf allen Seiten.

    Leider ging es mir aber gegen Ende des Buches zu sehr um Traumaforschung allgemein.

    Bewertung: 4 von 5 Punkten

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    Karinschmittvor 4 Jahren
    Ein wichtiges Buch zum Generationenverständnis

    Ich bin Sabine Bode sehr dankbar, dass sie dieses Thema erkannt und bearbeitet hat. Mit ihrem Buch trägt sie zu einem Verständnis zwischen den Generationen bei und arbeitet ein Stück Nachkriegsgeschichte auf.

    Obwohl mir dieses Buch viel gegeben hat, kann ich ihm leider nur drei Sterne geben, denn für meinen Geschmack hätte man den Inhalt auf die Hälfte komprimieren können. Zu viel wiederholte sich fortwährend, so dass man als wacher Leser sich irgendwann nur noch über winzige Differenzierungen im längst gesagten freuen konnte, während ich es viel spannender und bereichernder gefunden hätte, Lösungsansätze für die beschriebenen Probleme aufzuzeigen oder anzudenken. 
    Das Buch bleibt jedoch bei der reinen Beschreibung vorhandener Zustände, was mir persönlich einem Kratzen an der Oberfläche gleichkam, wo ich gerne mehr in die Tiefe gegangen wäre. 
    Prima war natürlich, dass ich das anschließend selbst tun konnte aufgrund der Anregung ...

    Fazit: Eine gute und sehr wichtige Anregung. Wer mehr draus machen möchte, kann selbst weiter forschen.

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    PaulTemples avatar
    PaulTemplevor 5 Jahren
    Spätfolgen von verdrängten Kriegserlebnissen

    Die Jahrgänge 1930 - 1945, allegmein als "Kriegskinder" bezeichnet, kommen in diesem Buch zu Wort und berichten über teils einschneidene Ereignisse in den Tagen des Zweiten Weltkriegs, deren ganzes Ausmaß erst Jahrzehnte hinterher zu Tage treten kann. Nach dem Weltkrieg herrschte in vielen Familien die Prämisse vor: möglichst alles Schreckliche vergessen und dementsprechend nie wieder davon sprechen. So trug eine ganze Generation von jungen Menschen Traumata und Angewohnheiten in sich, die sie zu verdrängen suchten, letzlich aber doch zum Ausbruch kamen. Ganz zu schweigen von damaligen Flüchtlingskindern, welche mitunter Misshandlungen über sich ergehen lassen mussten und einen verzweifelten Kampf um Nahrung fochten, für die professionelle Hilfe bzw Therapien häufig ausblieben. So beschreibt Sabine Bode viele Menschen, die erst mit den Bildern des Bosnien-Einsatzes Ende der 1990er jahre oder den Terroranschlägen 2001 wieder akut an ihre verdrängten Kriegserlebnisse erinnert wurden und sich erst jetzt intensiv damit auseinandersetzen. Mir persönlich hat dieses Buch sehr geholfen, manches Verhalten meiner Großeltern im Nachhinein besser verstehen und deuten zu können.

    Sehr informativ und zugleich berührend - Leseempfehlung! 

    Kommentare: 5
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    WildRoses avatar
    WildRosevor 5 Jahren
    Sehr interessante Thematik, Umsetzung in Ordnung

    "Die vergessene Generation" von Sabine Bode ist ein Buch, das jeder, der sich für die Folgen des 2. Weltkriegs interessiert, lesen sollte. In dem Buch geht es nämlich um ein Thema, das bis vor einigen Jahren noch relativ wenig Beachtung gefunden hat: Wie ergeht es jenen deutschen Kindern später im Leben, die im Krieg oder kurz danach geboren wurden und ihre Kindheitsjahre auf der Flucht oder im Bombenhagel verbrachten?
    Das Thema ist äußerst interessant, da man sich bereits vorstellen kann, dass sehr viele verschiedene Aspekte einfließen und viele verschiedene Faktoren in dem Buch Beachtung finden. Auch Psychologie ist ein Bestandteil dieses Buches, man erfährt z.B. sehr viel über seelische Traumata und auch das Thema der Schwarzen Pädagogik wird angeschnitten.
    Leider jedoch wirkt das Buch ein wenig "ungeordnet". Die Autorin hüpft von einer Sache zur nächsten, dabei scheint sich allerdings manchmal kein roter Faden durch das Buch zu ziehen. Zwar werden in dem Buch mehrere Fallgeschichten vorgestellt, leider aber sind diese recht kurz und bleiben eher oberflächlich.
    Besser wäre es meiner Meinung nach gewesen, hätte die Autorin mehr Fallgeschichten ins Buch gepackt und sich in den letzten Kapiteln dann ganz der Psychologie, der Traumaforschung usw. gewidmet.
    Insgesamt ist das Buch gut recherchiert, da die Autorin auch mit verschiedenen Experten gesprochen hat. Manchmal allerdings wird ersichtlich, dass sie auf dem Gebiet der Psychologie eher Laie ist, da ein paar Dinge einfach präziser und genauer erklärt sein sollten und die Autorin ein paarmal auch stark verallgemeinert hat.

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    Armillees avatar
    Armilleevor 5 Jahren
    Stöbern in der Vergangenheit und Verständnis

    Was für ein Thema.

    Und was für eine Vergangenheit.

    Wieviel Leid, Schicksal, Traumata und deren Folgen bis in die heutige Zeit.

    Ich habe schon viel zu diesem Thema gelesen. Hier liegt der Schwerpunkt nun auf die Kinder und deren Eltern während des zweiten Weltkrieges. Und es ist nun mal nicht das jüdische Volk gemeint, mit den unglaublichen und unmenschlichen Geschichten. Hier sind wir Deutsche gemeint, die anscheinend alle arischer Abstammung sind. Die 'Normalos'. Das gemeine Volk. Und auch da ist das Leid so groß und bisher selten so gut beleuchtet, wie in diesem Buch von Frau Bode. Ich kann ihr nur danken für die schwere und emotionale Recherche mit den Zeitzeugen. Mir selbst fiel es schwer, mehr als ein Kapitel, oder mehr als 5 Seiten am Stück zu lesen. Oft musste ich mich auch verschliessen, damit das Ungeheuerliche der Situationen mich nicht verschlang. Oft durfte ich mir in manchen Momenten keine weiteren Überlegungen und Schlussfolgerungen ausmalen. Es taten sich Abgründe auf.

    Unglaubliche Traurigkeit überkam mich.

    Ich bin ein Kind von Kriegskindern. Deshalb gab es für mich viele Aha-Momente, wenn Angehörige der Kriegskinder zu Wort kamen. Über deren Kindheit, die häusliche Situation, das Schweigen der Eltern, die Kälte /Abstand zu der Aussenwelt und zu den eigenen Nachkommen.

    Ich finde, dass man an den Schulen heute im Geschichtsunterricht etwas ausführlicher über die Folgen des Krieges diskutieren sollte und dann dieses Buch im Unterricht integriert. Wir sollten das Bewußtsein über soviel brutale Ungerechtigkeit vermitteln, damit die heutige Jugend versteht.

    Weitreichende politische Fehler und das Folgen von falschen Idealen hat noch jahrzehnte Auswirkungen auf die Menschheit. Nicht nur im 2. Weltkrieg, sondern in jedem Krieg.

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    hexhexs avatar
    hexhexvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die vergessene Generation" von Sabine Bode

    Ein Buch, dass sich hauptsächlich an die Kriegskinder richtet, aber auch für andere sehr interessant ist.
    Ein Buch, dass sehr wissenschaftlich über die Geschichte der Traumaforschung recherchiert.
    Ein Buch mit sehr vielen Erfahrungsberichten.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, gerade wegen der ausführlichen wissenschaftlichen Hintergründe und den sehr interessanten Einzelschicksalen. Das Nachfolgebuch von Sabine Bode „Kriegsenkel“ ist schon gekauft!

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    »... Sabine Bode hat viele von ihnen zum Sprechen gebracht, das ist ein großes Verdienst. Und sie hat Stellen aus der biografischen Literatur und aus Lebensberichten hinzugezogen, die die affektiven Leerstellen bei vielen Kriegskindern mit emotionalem Leben erfüllen. Sie macht zu Recht deutlich, dass das unverarbeitete Leid der ehemaligen Kriegskinder noch eine große gesellschaftliche Aufgabe darstellt, weil mit dem Beginn des Rentenalters die Überdeckung der Traumata durch Beruf und Arbeit endet. ...«
    Tilmann Moser, Psychologie heute, 8/2004

    »... Sabine Bode hat viele Kriegskinder in ihrem Buch zu Wort kommen lassen. Diese berichten nach häufigem Abwehren ("es ist doch damals allen schlecht gegangen" oder "sie werden mir doch jetzt kein Trauma einreden wollen"), voll Flucht, Verschüttung, Tieffliegern und Bombenhagel ziemlich distanziert und im Nachhinein wenig betroffen. Gleichzeitig aber kann man häufig besondere Unsicherheiten, Krankheiten, Schwankungen in deren Lebensweg beobachten.«
    Marianne Kerres, Pflegemagazin 4.8.2004

    »So gelesen, ist Sabine Bodes Buch ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung.«
    Gabriele von Arnim, Die Zeit, Literaturbeilage, 19.5.2004

    »... Ein fundiertes Buch über ein Tabu, das über ein halbes Jahrhundert auf seine Aufarbeitung wartete.«
    Welt am Sonntag, 21.3.2004

    »... ein aufschlussreiches und oft anrührendes Buch zum Thema ...
    Dass auch die deutsche Zivilbevölkerung unter dem von ihrer Führung begonnenen Krieg gelitten hat, ist zwar schon in den letzten Jahren ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten - vor allem durch die Bücher von Günter Grass und Jörg Friedich -, aber die längerfristigen seelischen Auswirkungen von Bombardierungen und Vertreibung sind bisher kaum erörtert worden. ...
    Eine der ersten Publikationen überhaupt zum Thema«
    Frank Gerbert, Focus, 1.3.2004

    Die Menschen der Generation der Kriegskinder berichten erstmals über ihre Erlebnisse während des Krieges

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