Sabine Bode Nachkriegskinder

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 18 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 5 Leser
  • 4 Rezensionen
(5)
(7)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Nachkriegskinder“ von Sabine Bode

Die 50erJahre: Zeit des Wirtschafts wunders und des Neuanfangs. Doch in den Familien der Nachkriegskinder ging es engherzig zu. Das Buch hilft Angehörigen dieser Generation, die Ungereimtheiten in der eigenen Biographie zu verstehen und für sich neue Ressourcen zu entdecken.

Sehr interessantes Buch, das mir in der Arbeit mit meinen Patienten viel geholfen hat

— LillyMunster
LillyMunster

Stöbern in Sachbuch

Mein Kind ist genau richtig, wie es ist

Ein lesenswertes Sachbuch über die Entwicklung des eigenen Wesens- Nicht nur für Eltern Lesenswert!

Diana182

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

Green Bonanza

Informativ, interessant & nützlich-nur leider wieder mal ohne Angaben v.Kcal/BE/KH/EW & F, dafür m.entbehrl. Fotos irrelevanter Leute!

RobinBook

Was das Herz begehrt

Tolles Buch mit vielen Erklärungen über unser Herz.

Linda-Marie

Die Welt vor dem Geldinfarkt

Sehr viele hilfreiche Tipps sein Geld zu schützen. Auch Möglichkeiten für Kleinsparer dabei.

Kittycat007

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Finger in der Wunde eines komplizierten Kapitels deutscher Geschichte

    Nachkriegskinder
    Babscha

    Babscha

    Die Generation der 50er-Jahre-Geborenen. Keine besonders schöne Zeit. Wer dabei war, weiß Bescheid. Eine Zeit der Nachkriegswirren, der traumatisierten Kriegsheimkehrer, des kollektiven gesellschaftlichen Schweigens zum Erlebten und zu den eigenen Taten bzw. Nichttaten. Jahre des oftmals vergeblichen Versuches der Rückkehr in die Normalität, in eine Art von Familienstruktur. Mit Müttern, die sich in ihrer Rolle als Anhängsel des Mannes widerspruchslos einrichten mussten und die eigenen Erlebnisse genau so zu verarbeiten hatten. Aber keine Zeit der Kinder, wahrlich nicht. Wer hier auf die Welt kam, hatte in seiner Familie, in der Schule und im gesellschaftlichen Umfeld zumeist nicht sonderlich viel zu lachen. Wie auch, wenn statt Zuwendung und Fürsorge in der eigenen Familie, und hier vornehmlich an den Kindern, nur unverdauter Kriegsschrecken und die Wut und Scham über das Gesehene und Erlebte mit permanten Schlägen, Zank und Streit abreagiert wurden. Aber zum Glück haben die allermeisten der "Nachkriegskinder" sich ja mit ihrer Jugendzeit im Laufe der Jahrzehnte dann doch noch irgendwie arrangiert. Und es gab ja auch damals schon Väter, die anders waren und Kinder als das erkannten, was sie wirklich sind. Und sich dann auch entsprechend verhielten. Sabine Bode hat sich in ihrem hervorragenden, ehrlichen und kompetenten Buch dieser für die Betroffenen reichlich belastenden Zeit angenommen und hierzu sowohl mit einzelnen Soldatenvätern wie auch mit heute schon auf den Ruhestand zugehenden Männern und Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten gesprochen, die ihre ziemlich gleichlautenden Erlebnisse hier freimütig schildern. Eine ungeschönte, authentische Bestandsaufnahme der Fakten und der Versuch einer Analyse, einer Deutung, was so in den elterlichen Köpfen, insbesondere denen der Soldatenväter, los gewesen sein dürfte, was diese getrieben hat, so zu sein, wie es der überwiegende Teil der damaligen Kinder wohl erlebt hat. Ein wertvolles, gefühlvolles und trotz aller Deutlichkeit im zeitlichen Abstand auch irgendwie versöhnliches literarisches Dokument. Unbedingte Leseempfehlung! 

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Nachkriegskinder" von Sabine Bode

    Nachkriegskinder
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. August 2012 um 10:07

    Sabine Bode hat es sich zur Aufgabe gemacht, herauszuarbeiten, welche Einflüsse der Krieg auf die Generationen hat, die ihn gerade so eben noch miterlebt haben (Kriegskinder), kurz danach geboren sind und damit Eltern hatten, die vom Krieg geprägt wurden (Nachkriegskinder) oder später geboren sind, aber die Folgen des Krieges noch unbewusst in der Familie erleben (Kriegsenkel) Dieses Buch habe ich nach dem Buch "Kriegsenkel" gelesen. Zusammen geben sie ein rundes Bild der Nachkriegsjahre und deren Einfluss auf die Generation meiner Eltern. Ich habe auch in diesem Buch wieder vieles gefunden, was mir Mechanismen und Verhaltensweisen in Familie und Bekanntenkreis verständlicher machte. Auf jeden Fall ein Buch, das nachdenklich macht und einen persönlicheren Bezug zu dem Thema zweiter Weltkrieg bietet. Der Krieg ist mehr als ein grausiges Ereignis in der Vergangenheit, er beeinflusst auch heute noch unser Leben.

    Mehr
  • Rezension zu "Nachkriegskinder" von Sabine Bode

    Nachkriegskinder
    hexhex

    hexhex

    16. May 2012 um 09:54

    Sabine Bode schreibt in altbewährter Weise über die 1950er Jahrgänge und ihre Väter, die den zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt haben. Dazu hat sie hauptsächlich Männer interviewt. Die haben dann sehr offen über ihre Kindheit, ihre Erziehung und ihre Väter erzählt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es vor allem den Männern wirklich ans Herz legen, die auch Väter hatten, die den Krieg als Soldat mitgemacht haben. Jeder Vater und jede Kindheit sah sicher unterschiedlich aus, aber man wird sicher Parallelen zu seinem eigenen Leben finden und wenn es nur ein bisschen mehr Verständnis für das eigene Leben bringt, hat sich das Lesen schon gelohnt. Wer Intessesse an diesem Thema hat, sollte sich eine Lesung mit Sabine Bode nicht entgehen lassen, ich war begeistert, wie sie so eine Lesung gestaltet und wie viel Resonaz sie vom Publikum erfährt. Ihre Bücher sprechen wirklich vielen Menschen aus der Seele.

    Mehr
  • Rezension zu "Nachkriegskinder" von Sabine Bode

    Nachkriegskinder
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    19. November 2011 um 13:41

    Die innere Last der 50er Jahrgänge „Wie alle Eltern dieser Zeit brauchten sie ihre ganze Kraft für den Überlebenskampf.. Außerdem waren sie der Meinung, ein Kind zu verwöhnen sei ein kapitaler Erziehungsfehler“. Denn: „in den fünfziger Jahren war die Welt noch nicht in Ordnung“. Das ist die Ausgangssituation vieler Kinder der 50er Jahre. Kinder von „Kriegsvätern“, die Sabine Bode in den Mittelpunkt ihres neuen Buches, fast einer Art Dokumentation mit vielen Stimmen von Zeitzeugen, rückt. Kinder von „abwesenden“ Vätern, zu denen nur ein „dünner“ Kontakt herrschte, dem Familienbild, aber auch den Notwendigkeiten jener Nachkriegszeit geschuldet. Väter, die in ihrer Person, aber auch in ihrer persönlichen Geschichte, dunkle Flecken hinterlassen haben und dennoch in ihrer Art und ihrer Zeit Wirkung ausübten auf ihre Kinder. Eine oft lang anhaltende und prägende, schwierige Wirkung. Wie ist das mit den Vätern? Waren sie Täter, Opfer oder beides? Was steckt hinter dem vielfachen Schweigen einer „gut getarnten Vergangenheit“? Eine Vergangenheit, die dennoch, indirekt, zu spüren war. „Nachkriegskinder erinnern sich , wie viele Väter und Großväter voller Spannung steckten“. Das Bild des „kettenrauchenden Mannes“ ist nur eines der Symbole für diese Spannung, ein Bild, wie es in der HB Werbung der 60er Jahre aufgenommen wurde. In ihren Büchern „Die vergessene Generation“ und „Nachkriegsenkel“ hat sich Sabine Rode bereits intensiv „ihrem“ Thema zugewendet, konkrete Generationen in ihrer ganz eigenen Befindlichkeit, geprägt durch die Erfahrung im Krieg mit all seinen Schrecken. Seminare gibt sie zum Thema, Menschen wenden sich ihr zu, die betroffen sind. Und so entstand nun dieser intensive, von vielen Interviews und Nacherzählungen persönlicher Darstellungen getragene Blick auf jene Generation, die zwischen Reaktion und Moderne ihren Weg zu finden hatte. Die geprägt von klaren und autoritären Weltbildern (der Kinderreim über eine Lehrerin spricht hier im Buch Bände: „Die Lang, die Lang, die macht die Kinder bang) sich einem immensen Wertewechsel gerade in den 60er Jahren ausgesetzt sahen und der drängenden Frage nach der Aufarbeitung der NS Vergangenheit, die zugleich ja eine Aufarbeitung der eigenen „Väter-“ und Familiengeschichte zugleich in den Raum setzte. In breiten Betrachtungen zu Themen wie „Vätertöchter“ („Bloß keinen Mann wie meinen Vater!“) oder „Söhne im Schatten“, zu „Nachkriegskinderdressur“ und der Suche nach der eigenen Familiengeschichte lässt Sabine Rode, sensibel bearbeitet, Menschen zu Wort kommen, die ihre Geschichte erzählen, ihre Prägungen vorlegen und auch ihr inneres Leid an den eigenen „Vätern“ im Buch zu Wort kommen lassen. Zudem, und das bleibt beim Thema nicht aus, schwingt im Buch eine ganze Zeitgeschichte mit. Sabine Rode versteht es, Querverbindungen zu ziehen. Aus der Prägung und der Kriegszeit der Väter die Normen und die durchaus vorhandene Enge der Nachkriegszeit mit all ihrem Verschweigen und ihrem inneren Verdrängen lebendig werden zu lassen. So wird Seite für Seite spürbar, wie das Trauma der Väter (eigentlich der Eltern, denn die Mütter waren ja ebenso geprägt durch jene Jahre) ohne bewusstes Zutun zum eigenen Trauma werden kann (aber nicht muss). Denn „für Trauer war keine Zeit“, es musste überlebt werden. Sabine Rode legt mit den vielen sacht verbundenen und sensibel bearbeiteten Aussagen von Menschen der „50er Generation“ ein beachtenswertes und emotional berührendes Zeitzeugnis vor. Sicherlich im Rahmen einer konkreten Zeit und einer konkreten Personengruppe, die mehr und mehr doch in der Vergangenheit liegen, aus deren Geschichte jeder aber lernen kann und damit ein Verständnis auch für Prägungen einer ganzen Generation entwickelt. Und öffnet damit einen Weg, gibt einen Anstoß, auch eine Art Lebenstrauer zulassen zu können aus einer Zeit heraus, in der solchen Emotionen zu wenig Platz gegeben wurde.

    Mehr