Sabine Dardenne

 4.3 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Ihm in die Augen sehen, Ihm in die Augen sehen und weiteren Büchern.

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Sabine DardenneIhm in die Augen sehen
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Ihm in die Augen sehen
Ihm in die Augen sehen
 (20)
Erschienen am 01.03.2006
Sabine DardenneIhm in die Augen sehen
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Erschienen am 03.02.2006

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Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

Die verlorene Kindheit
spagettivor 3 Jahren

Eine erschütternde Geschichte. Die kleine Sabine, was die erlebt hat, ist Wirklichkeit.

Marc Dutroux hat es fertig gebracht, dass Sabine geglaubt hat, das Telefon sei die Zentrale vom Stabsquartier. Sie hatte Angst, umgebracht zu werden.
Das Telefon führte zur Zentrale des Chefs, der sie umbringen wollte, so hatte er ihr gesagt. Wie schrecklich, sie hat es einfach geglaubt, das junge Mädchen, er sagte es immer wieder. Sie hat solche Angst gehabt.

Macht ausüben ist so einfach, man braucht seinem Opfer nur Angst zu machen und ständig in der Angst halten. Die von ihr geschriebenen Briefe an ihre Eltern kommen nie an. Sie wird gehalten wie ein Tier.
Sie glaubt wirklich, ihre Eltern hielten sie für tot und sie schreibt weiter in ihrer Verzweiflung: Alle ihre Gedanken und ihr Erlebtes schreibt sie nieder.

Ein wahres Martyrium.

Diese grausame Geschichte sollte unbedingt Beachtung finden, so etwas darf nie wieder passieren.

Kein Buch für schwache Nerven. Ich kann es trotzdem nur empfehlen.

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rumble-bees avatar

Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne
rumble-beevor 7 Jahren

- Buch Nr. 2 von 2 meines Lese-Marathons vom 27.8.2011 -

Auch dieses Buch hatte ich vor einigen Jahren schon einmal gelesen - allerdings in der französischen Originalversion. Dies schien mir ein guter Zeitpunkt, den Versuch erneut zu wagen, zusammen mit dem Buch eines wesentlich prominenteren Leidensgenossen (Reemtsma). Doch ich kann letztlich nicht wirklich sagen, ob der Versuch geglückt ist. Ich hatte beinahe das Gefühl, ein anderes Buch zu lesen als damals, und ich frage mich, woran das liegt.

Natürlich muss ich meine Bewertung, die ich letztlich bei etwas ratlosen drei Sternen ansiedele, ein wenig relativieren. Ich bewerte keinesfalls das, WAS der jungen Sabine Dardenne widerfahren ist, noch ihre Gefühle hierzu. Möglicherweise hat es dem Buch auch ganz einfach nicht gut getan, dass ich den Reemtsma (und vor einiger Zeit das Buch von Natascha Kampusch) unmittelbar zuvor gelesen hatte. Der Kontrast war so einfach zu groß.

Zunächst einmal hat mir der deutsche Titel überhaupt nicht gefallen. "Ihm in die Augen sehen - Meine verlorene Kindheit", also bitte! Es stimmt zwar, beide Zitate kommen so in dem Buch vor. Aber sie beschreiben überhaupt nicht die Absicht der jungen Autorin, und treffen auch nicht ihren wirklichen Schreibstil. Der Originaltitel lautete "Ich war 12 Jahre alt, nahm mein Fahrrad, und fuhr zu Schule"; und genau das Lakonische, Beiläufige dieses Titels finde ich viel (!) charakteristischer für den Charakter und Schreibstil dieser jungen Frau, die durch den Pädophilen Marc Dutroux traurige Bekanntheit erlangte.

Mein zweiter Kritikpunkt, bzw. meine zweite Anmerkung betrifft die Tatsache, dass man in diesem Buch doch sehr deutlich merkt, dass es eine Co-Autorin gab. Allerdings erfährt man nur deren Namen ("mit Marie-Thérèse Cuny"), nicht deren Beruf oder Herkunft. Der Aufbau des Buches ist einfach, bei genauem Hinlesen, so vorhersehbar, so erwartbar bei einer Entführung. Und manche Sätze (bitte entschuldige, Sabine, nix für ungut!) sind einfach reinstes Bild-Zeitungs-Niveau. Da sollte beim Leser ganz kräftig auf die Tränen- und Mitleidsdrüse gedrückt werden.

Oder kann es an der Übersetzung gelegen haben? Aus meiner damaligen Lektüre habe ich einfach nicht diese platten Wendungen und ständigen Wiederholungen in Erinnerung. Im deutschen Buch heißt es jedenfalls immerzu "das Schwein", und "der Mistkerl", und es wird so getan, als handele es sich dabei um die schlimmsten Beschimpfungen. Ich möchte beinahe wetten, dass im Original hier andere Ausdrücke gestanden haben!

Man kann das Buch als reine Information allerdings recht gut lesen. Wie die Entführung ablief, aus welchem Umfeld Sabine Dardenne stammte. Was genau sich während der Gefangenschaft ereignete, wie der Täter sie psychisch manipulierte (sie war ja erst 12!). Und welche Vorwürfe sie sich machte, als er ihr schließlich eine "Freundin" besorgte, Laetitia Delhez. Allerdings werden diese Selbstvorwürfe bis zum Erbrechen wiederholt, wobei dem Leser eigentlich klar ist, dass Dutroux IMMER so vorging: paarweise.

Die letzten Kapitel scheinen auf Anraten der Co-Autorin angefügt worden zu sein. Hier geht es um den Prozess, und um das Aufsehen und die Theorien, die der Fall Dutroux in Belgien auslöste. Diese Kapitel habe ich nun wirklich mit Spannung und Interesse verfolgt. Ganz Belgien verfiel ja sozusagen in eine Kollektiv-Neurose, wohingegen Sabine aber behauptet, Dutroux habe die Theorie des "Netzwerkes" nur erfunden, um seine eigene Haut zu retten. Nun ja. Das wird nie zu klären sein. Gewaltverbrechen bieten eben wunderbaren Spielraum für Spekulationen, und Verschwörungstheorien.

Was kann ich als Fazit zu diesem Buch nur sagen? Sicher ist es insofern einzigartig, als Sabine Dardenne eine der wenigen Überlebenden ist. Es ist ein kleines Stück Zeit- und Kriminalgeschichte. Es bietet einen recht guten Einblick in Sabines Persönlichkeit, die eben immer schon recht robust, frech, und, hm, eher einfach gestrickt ist. Doch möglicherweise habe ich diesen Eindruck eben auch nur im direkten Vergleich zu Kampusch und Reemtsma. Diese beiden schreiben doch wesentlich "literarischer", und genau das sollte man eben wissen, wenn man zu diesem Buch greift.

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Jetztkochtsies avatar

Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne
Jetztkochtsievor 10 Jahren

Es ist ein aufrüttelndes Buch, ein anrührendes und ein sehr wichtiges Buch.
Sabine (seltsam für mich ist sie die kleine Sabine und nicht Fräulein Dardenne ) spricht eine einfache Sprache. Die wiederholt sich hier und da, manche Sätze sind ein wenig holperig, aber das ist bei dieser Art Buch wohl mehr als verzeihlich.
Wichtig finde ich, daß dieses Buch zeigt, wie stark ein Opfer nach außen hin erscheinen kann und wie mitgenommen es innerlich doch ist.

Ich selbst habe zu dem Fall damals eine ganz besondere Bindung. 1996 war ich selbst 15 und befand mich mit meiner aus Belgien stammenden Familie im Urlaub in Belgien. In jedem Restaurant, an jeder freien Wand überall hingen Bilder von Sabine und sogar auch noch von An u Eefje in diesem Sommer wurde überall nach ihnen gesucht.
Wir selbst durften uns nicht so frei bewegen, wie in den Sommern davor. Die Dünen waren ohne einen Erwachsenen tabu, ich durfte nicht wie in den Jahren vorher morgens alleine am Strand entlang zum Bäcker und wir wurden nahezu überallhin von mindestens einem Erwachsenen begleitet.
Wir Kinder fanden das alles natürlich schrecklich ätzend und fürchterlich nervig, trotzdem werde ich nie das Bild von Sabine auf den "Fahndungsplakaten" vergessen und dem Aufatmen, daß in unserer Familie herrschte, als Dutroux endlich das Handwerk gelegt wurde.

Beim Lesen dieses Buches war ich immer wieder überrascht, wieviele dieser Einzelheiten von damals ich noch immer wußte, wie sehr ich mich offenbar trotz (oder gerade wegen?) meines jugendlichen Alters mit Sabines Schicksal auseinander gesetzt hatte.

Dieser Fall hat uns damals alle aufgerüttelt, hat uns die Perversionen, die es in unserer Gesellschaft gibt ungeschminkt vor Augen geführt und dieses Buch faßt dies alles noch mal pointiert und gut zusammen.
Ich freue mich, daß Sabine sich "erneut und freiwillig in diesem Buch eingesperrt hat" und ich hoffe dieses Buch hat ihr, wie sie erhofft hat, Erleichterung verschafft.

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