Sabine Dardenne Ihm in die Augen sehen

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Inhaltsangabe zu „Ihm in die Augen sehen“ von Sabine Dardenne

»Ich war zwölf, nahm mein Fahrrad und machte mich auf den Weg zur Schule...« Am 28. Mai 1996 wird Sabine Dardenne auf offener Straße entführt. Achtzig Tage lang ist sie in der Gewalt von Marc Dutroux. Ein zwölfjähriges Mädchen – voller Angst, voller Verzweiflung, aber auch voller Widerstandskraft und beseelt von dem Willen zu leben. Sabine Dardennes Buch ist ein Zeugnis der Stärke und der Kraft und zugleich die erschütternde Warnung einer jungen Frau – damit sich niemals wiederholt, was sie erleben musste.

Habe es vor Jahren mal auf Französisch gelesen, und kann es wirklich nur empfehlen!!

— rumble-bee
rumble-bee
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  • Die verlorene Kindheit

    Ihm in die Augen sehen
    spagetti

    spagetti

    30. July 2015 um 15:50

    Eine erschütternde Geschichte. Die kleine Sabine, was die erlebt hat, ist Wirklichkeit. Marc Dutroux hat es fertig gebracht, dass Sabine geglaubt hat, das Telefon sei die Zentrale vom Stabsquartier. Sie hatte Angst, umgebracht zu werden. Das Telefon führte zur Zentrale des Chefs, der sie umbringen wollte, so hatte er ihr gesagt. Wie schrecklich, sie hat es einfach geglaubt, das junge Mädchen, er sagte es immer wieder. Sie hat solche Angst gehabt. Macht ausüben ist so einfach, man braucht seinem Opfer nur Angst zu machen und ständig in der Angst halten. Die von ihr geschriebenen Briefe an ihre Eltern kommen nie an. Sie wird gehalten wie ein Tier. Sie glaubt wirklich, ihre Eltern hielten sie für tot und sie schreibt weiter in ihrer Verzweiflung: Alle ihre Gedanken und ihr Erlebtes schreibt sie nieder. Ein wahres Martyrium. Diese grausame Geschichte sollte unbedingt Beachtung finden, so etwas darf nie wieder passieren. Kein Buch für schwache Nerven. Ich kann es trotzdem nur empfehlen.

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  • Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

    Ihm in die Augen sehen
    rumble-bee

    rumble-bee

    30. August 2011 um 11:46

    - Buch Nr. 2 von 2 meines Lese-Marathons vom 27.8.2011 - Auch dieses Buch hatte ich vor einigen Jahren schon einmal gelesen - allerdings in der französischen Originalversion. Dies schien mir ein guter Zeitpunkt, den Versuch erneut zu wagen, zusammen mit dem Buch eines wesentlich prominenteren Leidensgenossen (Reemtsma). Doch ich kann letztlich nicht wirklich sagen, ob der Versuch geglückt ist. Ich hatte beinahe das Gefühl, ein anderes Buch zu lesen als damals, und ich frage mich, woran das liegt. Natürlich muss ich meine Bewertung, die ich letztlich bei etwas ratlosen drei Sternen ansiedele, ein wenig relativieren. Ich bewerte keinesfalls das, WAS der jungen Sabine Dardenne widerfahren ist, noch ihre Gefühle hierzu. Möglicherweise hat es dem Buch auch ganz einfach nicht gut getan, dass ich den Reemtsma (und vor einiger Zeit das Buch von Natascha Kampusch) unmittelbar zuvor gelesen hatte. Der Kontrast war so einfach zu groß. Zunächst einmal hat mir der deutsche Titel überhaupt nicht gefallen. "Ihm in die Augen sehen - Meine verlorene Kindheit", also bitte! Es stimmt zwar, beide Zitate kommen so in dem Buch vor. Aber sie beschreiben überhaupt nicht die Absicht der jungen Autorin, und treffen auch nicht ihren wirklichen Schreibstil. Der Originaltitel lautete "Ich war 12 Jahre alt, nahm mein Fahrrad, und fuhr zu Schule"; und genau das Lakonische, Beiläufige dieses Titels finde ich viel (!) charakteristischer für den Charakter und Schreibstil dieser jungen Frau, die durch den Pädophilen Marc Dutroux traurige Bekanntheit erlangte. Mein zweiter Kritikpunkt, bzw. meine zweite Anmerkung betrifft die Tatsache, dass man in diesem Buch doch sehr deutlich merkt, dass es eine Co-Autorin gab. Allerdings erfährt man nur deren Namen ("mit Marie-Thérèse Cuny"), nicht deren Beruf oder Herkunft. Der Aufbau des Buches ist einfach, bei genauem Hinlesen, so vorhersehbar, so erwartbar bei einer Entführung. Und manche Sätze (bitte entschuldige, Sabine, nix für ungut!) sind einfach reinstes Bild-Zeitungs-Niveau. Da sollte beim Leser ganz kräftig auf die Tränen- und Mitleidsdrüse gedrückt werden. Oder kann es an der Übersetzung gelegen haben? Aus meiner damaligen Lektüre habe ich einfach nicht diese platten Wendungen und ständigen Wiederholungen in Erinnerung. Im deutschen Buch heißt es jedenfalls immerzu "das Schwein", und "der Mistkerl", und es wird so getan, als handele es sich dabei um die schlimmsten Beschimpfungen. Ich möchte beinahe wetten, dass im Original hier andere Ausdrücke gestanden haben! Man kann das Buch als reine Information allerdings recht gut lesen. Wie die Entführung ablief, aus welchem Umfeld Sabine Dardenne stammte. Was genau sich während der Gefangenschaft ereignete, wie der Täter sie psychisch manipulierte (sie war ja erst 12!). Und welche Vorwürfe sie sich machte, als er ihr schließlich eine "Freundin" besorgte, Laetitia Delhez. Allerdings werden diese Selbstvorwürfe bis zum Erbrechen wiederholt, wobei dem Leser eigentlich klar ist, dass Dutroux IMMER so vorging: paarweise. Die letzten Kapitel scheinen auf Anraten der Co-Autorin angefügt worden zu sein. Hier geht es um den Prozess, und um das Aufsehen und die Theorien, die der Fall Dutroux in Belgien auslöste. Diese Kapitel habe ich nun wirklich mit Spannung und Interesse verfolgt. Ganz Belgien verfiel ja sozusagen in eine Kollektiv-Neurose, wohingegen Sabine aber behauptet, Dutroux habe die Theorie des "Netzwerkes" nur erfunden, um seine eigene Haut zu retten. Nun ja. Das wird nie zu klären sein. Gewaltverbrechen bieten eben wunderbaren Spielraum für Spekulationen, und Verschwörungstheorien. Was kann ich als Fazit zu diesem Buch nur sagen? Sicher ist es insofern einzigartig, als Sabine Dardenne eine der wenigen Überlebenden ist. Es ist ein kleines Stück Zeit- und Kriminalgeschichte. Es bietet einen recht guten Einblick in Sabines Persönlichkeit, die eben immer schon recht robust, frech, und, hm, eher einfach gestrickt ist. Doch möglicherweise habe ich diesen Eindruck eben auch nur im direkten Vergleich zu Kampusch und Reemtsma. Diese beiden schreiben doch wesentlich "literarischer", und genau das sollte man eben wissen, wenn man zu diesem Buch greift.

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  • Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

    Ihm in die Augen sehen
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    07. November 2008 um 09:26

    Es ist ein aufrüttelndes Buch, ein anrührendes und ein sehr wichtiges Buch. Sabine (seltsam für mich ist sie die kleine Sabine und nicht Fräulein Dardenne ) spricht eine einfache Sprache. Die wiederholt sich hier und da, manche Sätze sind ein wenig holperig, aber das ist bei dieser Art Buch wohl mehr als verzeihlich. Wichtig finde ich, daß dieses Buch zeigt, wie stark ein Opfer nach außen hin erscheinen kann und wie mitgenommen es innerlich doch ist. Ich selbst habe zu dem Fall damals eine ganz besondere Bindung. 1996 war ich selbst 15 und befand mich mit meiner aus Belgien stammenden Familie im Urlaub in Belgien. In jedem Restaurant, an jeder freien Wand überall hingen Bilder von Sabine und sogar auch noch von An u Eefje in diesem Sommer wurde überall nach ihnen gesucht. Wir selbst durften uns nicht so frei bewegen, wie in den Sommern davor. Die Dünen waren ohne einen Erwachsenen tabu, ich durfte nicht wie in den Jahren vorher morgens alleine am Strand entlang zum Bäcker und wir wurden nahezu überallhin von mindestens einem Erwachsenen begleitet. Wir Kinder fanden das alles natürlich schrecklich ätzend und fürchterlich nervig, trotzdem werde ich nie das Bild von Sabine auf den "Fahndungsplakaten" vergessen und dem Aufatmen, daß in unserer Familie herrschte, als Dutroux endlich das Handwerk gelegt wurde. Beim Lesen dieses Buches war ich immer wieder überrascht, wieviele dieser Einzelheiten von damals ich noch immer wußte, wie sehr ich mich offenbar trotz (oder gerade wegen?) meines jugendlichen Alters mit Sabines Schicksal auseinander gesetzt hatte. Dieser Fall hat uns damals alle aufgerüttelt, hat uns die Perversionen, die es in unserer Gesellschaft gibt ungeschminkt vor Augen geführt und dieses Buch faßt dies alles noch mal pointiert und gut zusammen. Ich freue mich, daß Sabine sich "erneut und freiwillig in diesem Buch eingesperrt hat" und ich hoffe dieses Buch hat ihr, wie sie erhofft hat, Erleichterung verschafft.

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  • Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

    Ihm in die Augen sehen
    BeautyBooks

    BeautyBooks

    08. July 2008 um 21:50

    Für Sabine Dardenne wurde grausame Wirklichkeit, was andere nur aus dem Kino kennen. Als sie am 28. Mai 1996 auf dem Weg zur Schule entführt wird, ist ihre Kindheit mit einem Schlag zerstört. Der Mann, der ihr das antut, ist für die Polizei kein Unbekannter: Marc Dutroux war bereits einschlägig verurteilt und wegen "guter Führung" vorzeitig entlassen worden. Als man ihm endlich auf die Spur kommt, macht die "Affäre Dutroux" europaweit Schlagzeilen - doch über dem Skandal droht in Vergessenheit zu geraten, welches Schicksal Sabine Dardenne und die anderen Opfer von Dutroux erlitten haben. Mit einer an Infamie nicht zu überbietenden Legende hat Marc Dutroux Sabine nicht nur physisch, sondern auch seelisch zu seiner Gefangenen gemacht: Er machte ihr weis, sie sei gekidnappt worden, um von ihren Eltern 3 Millionen Francs zu erpressen. Weil die Eltern die geforderte Summe nicht aufbringen könnten, wolle "der Chef" Sabine töten. Nur er, Dutroux, könne sie beschützen. Sabine vertraut dem M ann, der bereits vier andere Mädchen getötet hat, und versucht sich mit der Lage zu arrangieren, achtzig schreckliche, endlose Tage lang. Sie ahnt nicht, dass alles nur eine Lüge ist, dass er nicht ihr Schutzengel ist. Täglich macht Sabine Dardenne Notizen und hält fest, was mit ihr geschieht. Sie schreibt Briefe an ihre Eltern, Hilferufe, Beschwörungen. Es sind Briefe, die nie ankommen, Briefe, in denen sie auf kindliche Weise erzählt, was sie erlebt. Sie ist krank, ihr tut alles weh, sie wird gehalten wie ein Tier... Acht Jahre hat es gedauert, bis Sabine Dardenne von der schlimmsten Erfahrung ihres Lebens sprechen kann. Jetzt bricht sie das Schweigen. Sie will aufklären, will aufrütteln, damit sich nie wiederholt, was sie durchmachen musste.. Tolles Buch, aber sehr tragisch.. Muss man gelesen haben.. hat mich gefesselt bis zum Schluss (:

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  • Rezension zu "Ihm in die Augen sehen" von Sabine Dardenne

    Ihm in die Augen sehen
    verena83

    verena83

    13. June 2008 um 10:05

    die erschütternde geschichte einer außergewöhnlich starken jungen frau... unglaublich beeindruckend