Sabine Ebert 1813 – Kriegsfeuer

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Inhaltsangabe zu „1813 – Kriegsfeuer“ von Sabine Ebert

Frühjahr 1813: Europa stöhnt unter Napoleons Herrschaft. Nach der dramatischen Niederlage der Grande Armée gehen Preußen und das Zarenreich zum Gegenangriff über. Im ausgebluteten Sachsen müssen die Menschen Entscheidungen treffen, die ihr Leben unwiderruflich verändern werden: eine Mutter, die verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Söhne hofft, ein General, der seinen Kopf riskiert, damit sich Sachsen den Alliierten anschließt, eine Gräfin, die aus Liebe Napoleons Spionin wird, zwei Studenten, die zu den Lützowern wollen, die junge Henriette auf der Flucht vor Plünderern. Die Menschen ersehnen den Frieden, während die Herrscher insgeheim Europa längst unter sich aufgeteilt haben und so eine gewaltige Schlacht heraufbeschwören … Ihre so seidige wie kraftvolle Stimme macht diesen Roman zu einem großen, höchst unterhaltsamen Hörvergnügen. Doris Wolters ist wie geschaffen für dieses große historische Panorama.

Tolles Geschichtsbuch. Wirklich sehr gute Balance zwischen Story und Fakten. Faszinierend!

— black_horse
black_horse

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    1813 – Kriegsfeuer
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    16. March 2016 um 22:39

    Hörbuch, 26 Stunden, 24 Minuten gesprochen von Doris WoltersSabine Ebert hat sich an die geschichtlichen Ereignisse des Jahres 1813 in Sachsen herangewagt, die letztendlich in der großen Völkerschlacht vor den Toren Leipzig im Oktober endeten und Napoleons Untergang einleiteten. Nachdem Napoleon das Kurfürstentum Sachsen in einem erbitterten Krieg besiegte, trat es dem Rheinbund bei und wurde 1806 von Napoleon unter seiner Führung zum Königreich Sachsen erhoben. Kurfürst Friedrich August III. stieg zum König von Sachsen auf. Sachsen profitierte mit seinen Manufakturen und wegen der von England verhängten Kontinentalsperre konnte Sachsens Textilindustrie den großen Bedarf an Kriegsuniformen decken. Napoleon hatte den Krieg gegen Russland verloren und befand sich auf dem Rückzug. Russland, Preußen, Österreich und Schweden verbündeten sich gegen Napoleon Bonapart, dem der Sachsenkönig aber treu zur Seite stand. Der Preußenkönig hatte vor, ein vereinigtes Deutsches Reich zu gründen, was dem Sachsen nicht schmeckte, der auf ein Bündnis mit Österreich hoffte. Italien und Spanien stand Napoleon bei. 1813 kämpften in Sachen in kleinen Scharmützeln die Heere allerorts gegeneinander, denn die Alliierten waren nicht in der Lage Einigkeit zu zeigen und sich zu sammeln. Es sah so aus, als hätte Napoleon die Vormachtstellung gehalten. Sachsen wollte nicht zu den Alliierten überlaufen. Allerdings gab es einige Offiziere, die nicht mit ihrem König konformgingen. Auch das Volk war der Franzosen überdrüssig, da Napoleon mittlerweile das Land ausblutete und die Männer in den Krieg beorderte. So bildeten sich Widerstandsgruppen, die vom Volk unterstützt wurden, die Preussischen Freischärler und die Lützower Jäger. Am Ende formierten sich die Alliierten und eine blutige Schlacht vor den Toren von Leipzig beendete die napoleonische Fremdherrschaft. Sächsischen Truppen liefen zum am Ende zum «Feind» über, wobei sie auch ein wenig an der Nase geführt wurden. Mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Ländern wurde dies die größte Schlacht der Weltgeschichte vor Beginn des 20. Jahrhundert. 100.000 Tote und noch mehr Verletzte, dazu die Toten und Verletzten aus den kleinen Schlachten im Vorfeld, Sachsen am Abgrund, ausgeplündert von sämtlichen Truppen, der König in Berlin in Haft. Sachsen musste mehr als die Hälfte seines Territoriums an die verhassten Preußen abgeben, die Neuaufteilung Europas war geschaffen. Und genau diesen ganzen Ablauf beschreibt Sabine Ebert fast minutiös. Die Hauptprotagonistin ist die junge Henriette aus einer Buchbinderfamilie, die mit dem Bruder zu Onkel und Tante flieht. Der Onkel ist Drucker, besitzt auch einen Buchladen. Er wird von der jeweiligen Obrigkeit, die hin und wieder wechselt, beauftragt, Aufrufe, Plakate und sonstiges zu drucken, ebenso die Tageszeitung. Pressezensur und Buchzensur, ein wichtiges Thema im ersten Teil. Die Franzosen fallen in den Ort ein und logieren in den Bürgerhäusern, auch beim Onkel, benehmen sich aber recht sittsam und bezahlen. Man muss aufpassen was man sagt, um nicht den Verdacht eines Widerständers zu hinterlassen. Der Onkel verdient nicht schlecht daran, druckt Wörterbücher und Ratgeber, wie man mit dem Franzos kommunizieren solle, wie man ihn bedienen solle, Literatur und Poesie wird immer an die jeweiligen Herrscher angepasst. Die Familie hofft, dass der Sachsenkönig zu den Alliierten überläuft. Jette hilft dem Onkel im Laden und macht Freiwilligendienst im Lazarett. Täglich rollen Verletzte aus den diversen Schlachten an. Sehr eindringlich beschreibt Sabine Ebert die Arbeit im Lazarett, das ganze Buch durchgängig: Abgerissene Arme und Beine, Löcher in den Bäuchen, Operationen ohne Betäubung, Mangel an Medikamenten, Verbandsmaterial, an Betten und Decken … Jetzt endlich kann Jette nur Trost spenden, bis die Seele den Leib verlässt. Später gibt es Ereignisse, die Henriette dazu veranlassen, allein nach Leipzig zu gehen. Hier erlebt sie die letzte Schlacht hautnah. Ein Schachzug der Autorin, damit Henriette am Geschehen bleibt, der aber etwas unglaubwürdig daherkommt.Andere Protagonisten berichten aus ihrer Sicht die Lage: Junge Männer, fast Kinder, die sich für das Vaterland einsetzen, etwas erleben wollen, gefallene Brüder rächen wollen. Manche landen in Armeen, andere bei den Freischärlern. Es gibt auch Offiziere, die von den Streitereien der obersten Befehlshaber der Alliierten berichten oder von kurzsichtigen Generälen, die Freund und Feind verwechseln. Friedrich von Colomb, Rittermeister des Preußischen Husarenregiments schlägt sich auf die Seite Freischärler, für mich der eindrucksvollste Protagonist. Alle einzelnen Schlachten und Scharmützel werden chronologisch benannt. Auch Napoleons Sicht wird aufgezeigt. Es gibt eine Menge Protagonisten und noch mehr Information. Das ist das Manko an dem Buch. Es ist ein Spagat zwischen Sachbuch und Roman. Selbstverständlich verflachen die Protagonisten bei der Menge an Ereignissen und Personen und manch ein Leser wird sich überfordert fühlen. Man muss sich gewaltig konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Wer davor nicht zurückschreckt, dem wird dies Buch gefallen. Hut ab, vor der Recherchearbeit der Autorin, hier hat sie Gewaltiges geleistet.Die Autorin beschreibt den Krieg von mehreren Seiten, aus Sicht der gebeutelten Bevölkerung, aus Sicht des einfachen Soldaten, Freischärlers und aus Sicht der Befehlshaber, die sich nicht um die Zivilbevölkerung scheren, nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Genau das macht die Geschichte sympathisch und spannend. Die Sinnlosigkeit und Krieg und das Abschlachten von Menschen zu bestimmten Zwecken wird anschaulich dargestellt. Da werden ein paar Tausend Soldaten als Bollwerk hingestellt, um eine Stellung zu halten, obwohl von vorn herein klar ist, dass kaum einer überleben wird. Eindringlich beschreibt sie, wie die Zivilbevölkerung nicht mehr weiss, wo man Verletzte unterbringen soll, wie Verletzte bei Kälte und Regen auf den Straßen herumliegen, weil jede Kulturstätte, jedes Handelsforum schon beschlagnahmt und in Lazarette umgewandelt wurden. Zum Ende bezahlen die herumziehenden Heere nicht mehr, sie nehmen sich, was sie wollen, plündern, Leipzig ist das Chaos selbst, bis zum letzten Krümel ausgeraubt. Mir hat das Buch bis zu Jettes Aufbruch nach Leipzig sehr gut gefallen. Der schlitzohrige Onkel, der in seiner Druckerei versucht, seinen Teil zur Befreiung zuzugeben und sich der Zensur nicht unbedingt beugen mag. Henriettes Weg nach Leipzig und ihren Aufenthalt dort fand ich ein wenig konstruiert. Aber gut, die große Schlacht fand dort statt.Ein Fehler ist Frau Ebert unterlaufen. Sie behauptet, es wäre die letzte Schlacht Napoleons auf deutschem Boden gewesen. Das ist falsch. Auf dem Rückweg nach Frankreich stellte sich der Bayer Wrede dem Franzosen entgegen. Er wollte Frankfurt schützen, bzw. den Alliierten zeigen, auf welcher Seite er steht. In der Schlacht bei Hanau gewann Napoleon ein letztes Mal und nochmal 6.000 Franzosen 9.000 Verbündete gingen in den Tod. 10.000 Gefangene machte Wrede allerdings, entkräftete, verlotterte Soldaten aus Napoleons Armee. Alles in allem ein wunderbares Buch, das ich jedem Geschichtsinteressierten empfehlen mag.

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