Sabine Friedrich Epilog mit Enten

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Inhaltsangabe zu „Epilog mit Enten“ von Sabine Friedrich

Die Geschichte einer großen, unmöglichen Liebe »Berlin, 1976: ein Jahrhundertsommer. Ich war achtzehn, eine Schülerin aus dem Westen, du fünfundzwanzig, ein kleiner Dealer. Es begann, wie solche Lieben eben beginnen, besessen, verrückt, als ein großer Rausch.« Fast vierzig Jahre später blickt sie zurück: auf die Reisen auf dem Hippie Trail durch Indien und Afghanistan, auf Versöhnungen, Trennungen, die Ehe in Norwegen, die Geburt der Tochter. Sie verlieren einander aus den Augen, doch dann erkrankt er an Krebs. Und sie versuchen ein letztes Mal, ihre gemeinsame Geschichte zu einem guten Ende zu führen.

Hat mich überwältigt und berührt, hat mich humorvoll unterhalten und mit einem Augenzwinkern sogar zu Tränen gerührt. Ganz großartig erzählt

— Floh

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  • Flower-power, zerstörerische Beziehung und Nachdenklichkeit

    Epilog mit Enten

    Devona

    02. March 2017 um 08:04

    Was für ein Buch! Dieses Leseerlebnis in diesem Jahr zu toppen, wird sehr, sehr schwer. Und wieder mal hatte ich mit meiner Affinität zu seltsamen Buchtiteln ein glückliches Händchen. Ich meine: was genau denkt man denn, wenn man „Epilog mit Enten“ auf einem Buchdeckel liest? Das Buch MUSS man lesen. Sylvie, die Ich-Erzählerin, erzählt diese Geschichte ihres Lebens, beginnend mit besagtem Jahrhundertsommer 1976 im Rückblick aus der Sicht der nunmehr 59-Jährigen im Jetzt und Hier und von der ersten Zeile an entsteht ein Wahnsinnsog, der den Leser in die Geschichte regelrecht hineinkatapultiert. Man kann sich dem, selbst wenn man will, nicht entziehen, eine derartige Faszination habe ich so beim Lesen noch nicht erlebt. Das liegt zunächst einmal an Sylvies Erzählstil: völlig ungeordnet purzeln Gedanken und Emotionen in kürzester Zeit aus ihr heraus, sie gibt einem fast zwanghaften Mitteilungsbedürfnis nach, welches sie nun -nach Gabos Krebstod- überwältigt hat.  Ihrer beider sehr spezielle Geschichte muss endlich heraus -schnell, schnell und Sylvie verhaspelt sich beim erzählen, ihre Gedanken überschlagen sich…nein, so war es nicht, ich muss noch einmal anfangen, so war es doch gar nicht…und atemlos beginnt sie den Gedankengang neu, um dem Leser aus einem anderen Blickwinkel Zugang zur dieser Erinnerung zu geben. Mit dieser anfänglichen Atemlosigkeit hat die Erzählerin den Leser an der Angel: während ich noch am Überlegen war, ob ich ob all der so wahnsinnig unreflektiert auf mich einprasselnden Informationen nicht doch lieber aufhöre, dieses verwirrende Buch zu lesen, war ich schon mittendrin in der Geschichte, ein Aufhören gar nicht möglich und schrittweise, beim Erzählen sicher werdend, fand auch Sylvie den roten Faden. Genau analysierend und doch auch noch einmal ganz in den Emotionen der jungen Sylvie versinkend, spürt sie der Geschichte nach, schonungslos, aber oft auch nachsichtig und mit einem Augenzwinkern. Dadurch bleibt die Erzählung im Fluss und mutet nicht schwer, bedrückend oder gar kitschig an. „Epilog mit Enten“ ist kein seichter Liebeschnulz, sondern ein sehr nachdenklich stimmendes Buch. Ihrem speziellem Stil bleibt sie das ganze Buch über treu: oft switcht sie aus der Erzählung für den Leser  zur Du-Form, als würde sie in ihrer Erinnerung nun direkt mit Gabo weiter sprechen. Ich persönlich fand diese Art des Erzählens sehr plastisch und angenehm, könnte mir aber auch vorstellen, dass es verwirrt und nicht jedermanns Sache ist. Da dieses Stilmittel nicht überstrapaziert wird, bereichert es doch eher. Das Buch erzählt von der aussichtslosen Liebe einer 19-Jährigem und einem Mitte Zwanzigjährigen, die sich hoffnungslos aneinander und ineinander verlieren, ohne jedoch die eigene Identität, das eigene sich-selbst-bewusst-sein als Erwachsener bereits gefunden zu haben. Gabos allzu großer Haschischkonsum lässt die ohnehin bunten Bilder der Eindrücke auf dem Hippie-Trail zwar noch bunter und noch intensiver erscheinen, vermittelt fiebrige Leichtigkeit und vermeintliche Freiheit, gibt aber der gemeinsamen Sinnsuche letztendlich zu wenig Raum, als dass sie als Paar wirklich zusammenwachsen könnten. Sylvie ist die Einzigartigkeit dieser Beziehung von Anfang an bewusst, ebenso ist ihr bewusst, dass sie unerklärbar ist: Es war ein Strom, ein Energieaustausch. Irgendwelche kleinsten Teilchen wanderten von meinem Körper in seinen und von seinem in meinen, das ist keine romantische Metapher, und es war auch keine Einbildung, sondern eine Wahrnehmung, die Manifestation eines offenbar von der Wissenschaft noch nicht erkannten oder noch nicht untersuchten magnetischen oder elektrischen Phänomens, das eines Tages aber bestimmt sichtbar zu machen sein wird, so wie die unsichtbare Kraft, nach der sich im Physikunterricht Pfeilspäne ausrichten. Ich weiß nicht, was diesen Strom erzeugt hat oder worauf er beruhte. Er hatte nichts mit Begehren zu tun und auch nicht mit Liebe. Ich habe später, nach Gabo, andere Männer begehrt und andere Männer geliebt, ohne dass der Strom geflossen wäre. Ich wollte, dass er fließt, ich habe darauf gewartet. Ich habe versucht, dieses Strömen mit bloßem Willen zu erzeugen. Aber kaum je hat es sich später noch einmal eingestellt. Eingebettet in die fast hautnah zu spürenden Geräusche und Gerüche sowie die einzigartigen kulturellen und landschaftlichen Kulissen des Orients von Istanbul bis Goa erlebt der Leser Zuneigung, Hoffnung, Zerstörung, Selbstzerstörung, sich bis zum Exzess ausweitende Streitigkeiten und Versöhnungen in hitzigem, jugendlichem Temperament. Die flower-power-spät-Hippie-Ära leuchtet in schillernden Farben: unzählige ähnlich flippige Abenteurer verschiedenster Nationalitäten kreuzen als temporäre Reisegefährten und Zufallsbekanntschaften die Wege (und Betten) des jungen Pärchens. Schlussendlich ist für Sylvie aber „love and peace“ kein Allheilmittel, losgelöst vom allumfassenden und immerwährenden Gefühl erkennt ihr Verstand, dass sie für Gabo kein Gegenüber, kein wirklicher Partner ist, sondern lediglich eine -wie sie es nennt- Ich-Erweiterung. Noch auf der Reise verlässt sie Gabo, was aber nichts daran ändert, dass beide -trotz jahrelanger räumlicher Trennung und anderer Lieben- immer wieder zueinander finden. Beide vermögen nicht, einen finalen Schlussstrich zu ziehen, heiraten 17 Jahre später und bekommen eine Tochter. Und wieder muss Sylvie im Dickicht von Hass und Liebe, von irrationalem Verlangen und mittlerweile manifestierter Abneigung die Notbremse ziehen. Dem Kind zuliebe. Nach Scheidung und weiteren 14 Jahren getrennt verbrachter Zeit, erfolgt der endgültige traurige, sehr profane und doch auch sehr lebensnahe Abgesang auf diese einstmals so großen Gefühle. Dieses Buch in ein emotionales Buch und so muss man es auch lesen. Man sollte den Verstand komplett abschalten und sich einfach von all diesen Gefühlen zweier haltlos Getriebener überschwemmen lassen. Ich werde weder Gabo noch Sylvie jemals vollumfänglich verstehen können, habe mich aber trotzdem von ihren Emotionen mitreißen lassen und konnte sie intensiv nachempfinden. Dieses Buch ist eine Hommage: Eine Hommage an die Einzigartigkeit des Lebens, dass wir trotz aller Planung nicht wirklich punktgenau und rational steuern können, das uns, unabhängig von den Entscheidungen, die wir treffen, immer wieder einholen wird und seinen Tribut fordert. Eine Hommage an die Freiheit, die selten dem Ideal entspricht, welches wir mit unserer Phantasie von ihr konstruieren oder uns vorgaukeln lassen. Die Freiheit, die manchmal auch ein klein wenig schmutzig und gerade in ihrer Unperfektheit das Höchste ist, wonach wir immer wieder streben werden und müssen. Und eine Hommage an Liebe in all ihren Facetten und Möglichkeiten, die niemals verständlich sein wird und gerade deshalb diese große, faszinierende Macht über uns Menschen besitzt. Die bereichert und zerstört. Fazit: Sabine Friedrich gelingt die großartige Beschreibung einer Paarbeziehung, in der Liebe und Hass untrennbar miteinander verwoben sind und in der trotz unversöhnlicher Gegensätze zumindest ganz am Ende ein würdevoller, friedlicher Abschied steht. PS. Und ja! Auch der Titel hat eine Bedeutung mit Bezug zum Inhalt.

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  • Es gibt Romane, die begegnen einen und verlassen einen nie wieder. Epilog mit Enten ist einer dieser

    Epilog mit Enten

    Floh

    17. December 2016 um 05:35

    Hat mich sehr überwältigt und berührt, hat mich humorvoll unterhalten und mit einem Augenzwinkern sogar zu Tränen gerührt. Ganz großartig erzählt!Diese Rezension darf als kleine Liebeserklärung an einem Roman verstanden werden. Mal ganz ehrlich? Wer bleibt bei diesem witzigen Titel mit dem ansprechenden Cover nicht am Buch hängen und muss es wenigstens einmal zur Hand nehmen, um den Klapptext und die Buchbeschreibung zu lesen? Auf mich wirkte dieses Buch wie eines, was man einmal anfasst und mitnehmen muss. Vielversprechend, neugierig machend und eigentlich nichtssagend und dennoch so viel transportierend. Die mir zuvor noch unbekannte Autorin Sabine Friedrich hat mit „Epilog mit Enten“ einen Roman geschrieben, der mich sehr berührt hat, der Gefühle erzeugt hat, der durch Worte Bilder gezeichnet hat und der mit offenem Humor, wirklich herzlichen Dialogen, etwas Ironie einen Roman erzählt, der den Leser auf eine Reise schickt, ihn zurückblicken lässt und eine Liebesgeschichte erfahren lässt, wie man sie so zuvor noch nie erlebt hat. Traurig, hoffnungsvoll, getrieben, aufmunternd, tragisch und einfach nur schön. Ich hoffe, dass ich mit meiner Rezension diesem, ich nenne ihn mal Ausnahmeroman, Buch gerecht werde und meine ehrliche Begeisterung und Freude über dieses schöne und facettenreiche Leseerlebnis zu Papier bringen kann. „Epilog mit Enten“ ist eine literarische Perle, die wunderbar erzählt wird, Gefühle weckt und den Leser auf eine Reise schickt. Mit ihren erfolgreichen Romanen beweist die deutsche Autorin Sabine Friedrich, welche Emotionsgewalt und welche Sprachkunst im geschriebenen Wort zu finden sind und wie man sie in einem Roman bündelt um die Leserschaft zu begeistern und mitzunehmen. Ich habe in ihrer Feder etwas gefunden, was mir einzigartig gefällt, und von dem ich unbedingt bald mehr lesen möchte. Frau Friedrich hat eine besondere Stärke und Aussagekraft, sie schreibt selbstbewusst und ich vermute, sie nimmt sich sehr viel Zeit für ihre Romane. Erschienen im dtv Verlag (https://www.dtv.de/)Inhalt / Klapptext:„Die Geschichte einer großen, unmöglichen Liebe-»Berlin, 1976: ein Jahrhundertsommer. Ich war achtzehn, eine Schülerin aus dem Westen, du fünfundzwanzig, ein kleiner Dealer. Es begann, wie solche Lieben eben beginnen, besessen, verrückt, als ein großer Rausch.« Fast vierzig Jahre später blickt sie zurück: auf die Reisen auf dem Hippie Trail durch Indien und Afghanistan, auf Versöhnungen, Trennungen, die Ehe in Norwegen, die Geburt der Tochter. Sie verlieren einander aus den Augen, doch dann erkrankt er an Krebs. Und sie versuchen ein letztes Mal, ihre gemeinsame Geschichte zu einem guten Ende zu führen.“Handlung:Allein, wenn man den Epilog des Romans liest, um sich auf diesen Ausnahmeroman einzustimmen, begegnet man einer Ente und das Buch bildet schon jetzt einen Kontext zum Titel und indirekt zum ansprechenden Cover… Erste Begeisterungssterne von mir!Zwei junge Menschen treffen sich Ende der 1970iger Jahre in Berlin. Zwei ungleiche Menschen. Sylvie (die Ich-Erzählerin im Buch) lernt den 7 Jahre älteren Gabriel kennen. Sylvie ist fasziniert von seiner rebellischen Art und seinem verbotenen Charme. Ja, sie ist fast besessen von diesem jungen Mann. Eine ganze Generation, die von Freiheit, Liebe, Musik, Tanz und Unabhängigkeit träumt. Junge Menschen, die haltlos wirken und von Aufbruch träumen. Sylvie und Gabriel verlieben sich, sie bilden ein ungleiches Paar, das dennoch so vieles miteinander verbindet. Und wie es die Hippiezeit so will, machen sich auch Gabriel und Sylvie auf den Weg nach Indien. In einem klapprigen Bulli nehmen sie, wie so viele junge Leute dieser Ära, die Überlandroute nach Indien. Sie ziehen durch exotische Welten, streifen andere Kulturen, passieren Länder wie Afghanistan, Norwegen und unwegsame Straßen. Sylvie rekapituliert ihre Jugend und ihr Leben an der Seite ihres Ehemannes, der viele Jahre später im Hospiz im Sterbebett liegt und das Leben dieser drei Menschen, dieser Familie, mit einem Epilog abschließen mag. Sylvie schreibt an ihrem toten Mann, ein Buch was mit keinem Prolog beginnt, sondern mit dem Epilog und mit Enten…. In zwei geschickt ausgearbeiteten Handlungssträngen, die Berlin, die Reise nach Indien, die Unabhängigkeit, die Ehe und die Zeit des Sterbens nach der Krebserkrankung beschreiben, lässt und die Autorin in fast poetischer Sprache diese Lebensgeschichte hautnah und intensiv erfahren. Eine Reise in ein fremdes Land, was sich wie eine Heimat anfühlt. Eine Suche nach Antworten. Parallel dazu lernen wir aus den Passagen und Entwicklungen im Roman, die sich manchmal sogar wie Tausendundeinenacht anschmeicheln, was sich einst wirklich ereignete und warum sich die Wege von Sylvie und Gabriel stets auf so wundersamer Weise kreuzten und erst mit dem Tod ein Ende finden. Eine nagende, intensive und erlebnisreiche Erzählung, Rekapitulation, voller Menschlichkeit, Offenheit, Wärme, Poesie, Bilder und Herzschmerz, Geschichten die es zu entschlüsseln gilt… Vom Inhalt möchte ich einfach gar nicht zu viel verraten. Dieses Buch handelt von Liebe. Sehr starker und stets besonderer Liebe. Liebe in ganz wirschen Facetten. Es handelt von Träumen, Moral, Zusammenhalt, Konflikte, Lebensmodelle, Scheitern, Neuanfang, Heimat, Schutz, Politik, Geborgenheit, Familie, Kampf, Krankheit, Verlust, Harmonie, Gesellschaft, Kultur, Erinnerung, Sehnsucht, Nähe, Respekt, Freundschaft, Toleranz, Weltoffenheit, Moderne, Vergangenheit, Überleben und dem Anfang aller Geschichten… Ein Buch, welches stellvertretend eine Hippiebewegung aufzeichnet und bunt und belebend daherkommt. Die Autorin:„Sabine Friedrich, 1958 in Coburg geboren, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte 1989 in München. Seit 1996 lebt sie mit ihrer Familie wieder in Coburg. Ihr erster Roman Das Puppenhaus wurde 1997 veröffentlicht. Weitere Romane folgten, darunter Familiensilber (2005) und Immerwahr (2007). Im Jahr 2012 erschienen Sabine Friedrichs umfangreicher Roman über den Deutschen Widerstand: Wer wir sind sowie ihr Werkstattbericht über die Entstehung dieses Romans.“Äußeres / Cover:Das Buch liegt als Hardcover vor. Es ist sehr hochwertig verarbeitet, die Seiten weisen eine angenehme Haptik auf, das Schriftbild ist sehr locker und ansprechend, einzelne Vignetten in Form einer Flugente hübschen das Buch liebevoll auf. Das Buch ist von einem Schutzumschlag umgeben, der ein stimmiges Cover zeigt, welches sich interpretieren lässt, wenn man sich mit der Liebes- und Lebensgeschichte der beiden Hauptprotagonisten samt Tochter anvertraut und diese Reise mit ihnen beginnt. Schreibstil:Der Epilog gleich zu Beginn des Romans ist eine gelungene und außergewöhnliche Idee, die bei mir sofort gepunktet hat. Wir erfahren eine Lebensgeschichte in bewegender Ich-Perspektive erzählt. Als ich dieses Buch mit seinen ersten Zeilen begonnen habe, so war ich schon gleich von der atemberaubenden Aussagekraft dieser Autorin gefangen genommen. Bereits ihre ersten einleitenden Zeilen und ihr besonderes Stilmittel besitzen Tiefe und bilden einen Kontext. Es werden Bilder gemalt, Worte jongliert, Poesie verkörpert und ein Gefühl vermittelt, von dem man sich gern durch das Buch bewegen lässt. Buch an, Alltag aus! Nach dem beginnenden Epilog als Einstieg, setzt die talentierte Autorin Sabine Friedrich ihren Roman ebenso gekonnt und verblüffend fort und nimmt ihre Leser mit in die Geschichte von Sylvie und Gabriel. Sabine Friedrichs Erzählung und ihre bedachten Worte, die auch sehr viel Humor, Ironie, Wortwitz und Sympathie verkörpern, erzählen nicht nur einen herzlichen und schmerzlichen Roman, ihre Worte erzeugen Bilder, die man sowohl positiv gemalt, als auch negativ dargestellt nie wieder vergisst. Dieser Schreibstil ist einfach der Wahnsinn, ich habe so viel Emotionen und Charme und Witz noch nie so intensiv erlebt und gelesen. WOW. Völlig unbefangen und mit einem offenen und differenzierten Blick führt uns Sabine Friedrich einen Epilog des Lebens vor Augen, der den Leser zum Nachdenken bringt und eine Wertschätzung nach sich zieht. Durch beider Träume und Wünsche, durch beider Leben, durch Liebe und Trennung, durch Familie und Autonomität, durch das Familienleben, durch Freundschaft, fremde Länder, Glaube, Moral, Wunsch, durch Abstand, Nähe, durch Abschied und Einsamkeit, durch Schmerz und Sehnsucht, durch ihre Heimat, die Autorin lässt uns Gastlichkeit erfahren, sie lässt uns Speisen und Gerichte kosten, Sabine Friedrich lässt uns Düfte atmen, sie lässt uns die Sonne spüren, sie erzeugt Gänsehaut und Schauer im Winter, sie weht uns eine lebendige Brise durch das Gesicht und lässt uns einfach nur Dasein und Zuschauen. Ich habe begonnen, mir besonders eindringliche und schöne Zitate, sowie appellierende Passagen zu markieren, doch dieses Buch ist voll davon! Und in genau diesen ehrlichen Zitaten besagt die Autorin Sabine Friedrich in einem Wortlaut, worum es in diesem Buch überhaupt geht: Die Freiheit, die Liebe und das Vergeben und Zusammenseins. Die Autorin Friedrich beweist es auf jeder Seite, in jeder Zeile und sogar zwischen dem geschriebenen Wort immer wieder: Sie hat einen einmalig nahen und sehr authentischen Schreibstil, der diesen wichtigen und gesellschaftskritischen Roman so eindringlich und unvergesslich werden lässt. Als hätte die Autorin all die einzelnen Lebensabschnitte selbst erlebt und empfunden. Sehr echt und verbunden. Der gekonnte Wechsel der Zeitebenen bringt Frische und Schwung in die Gegenwart und die Vergangenheit, wobei es dann mit jeder gelesenen Seite aus Jugenderinnerungen, Sehnsüchten und aktuellen Schicksalen und Familienzusammenführung und dem Wunsch Antworten zu finden beklemmender und eindringlicher wird. Die talentierte Autorin S. Friedrich hat einen wunderbaren und unverwechselbaren Schreibstil, voller Freiheit, Aufbruch, Wucht und Wortgewalt und Aussage, ich bin ihren Romankünsten verfallen, ich habe dieses Buch sehr genossen, mit Herz und Seele und Verstand. Das Buch liest sich sehr gut, trotz der emotionalen und traurigen Ereignisse. Die Sätze sind von angenehmer Länge, nicht zu einfach, aber auch nicht zu kompliziert. Ein Buch um sich Treiben zu lassen. Dieser (Abenteuer-) Roman einer Liebesgeschichte wird von so vielen wunderbaren Zitaten und Botschaften durchzogen, die die bildhafte und eindringliche Sprache und Aussage der Autorin Sabine Friedrich unvergesslich unterstreichen. Schauplätze:Das Buch spielt in mehreren Teilen und zeigt je ein anderes Jahrzehnt. Ein Rückblick, eine Momentaufnahme, ein Brief, ein Gedanke und die Gegenwart am Sterbebett. Dieser Roman erzählt aber auch das Leben der Protagonistin Sylvie und ihrer großen Liebe Gabriel, sowie das der gemeinsamen und inzwischen erwachsenen Tochter. Doch der Kern der Geschichte, die Erzählungen von Sylvie und Gabriel, ihre junge und ungleiche Liebe, ihre Treibkraft und Motivation, ihr Leben und ihre Ziele wechseln in den Erzählperspektiven und bewegen sich im Wechsel zwischen Erinnerung an die bewegte Reise und die Rückkehr nach Deutschland. Die Autorin führt uns durch lebendige Gassen, durch Farben, Geschmack und Sinneseindrücke, durch Kultur, Musik, Land und Leute, Straßen, Staus und Gewürzen, sie lässt uns Feste feiern und die Hippiezeit miterleben. Kiffend, berauscht, frei und unabhängig… Ruhe zwischen den alten Zeiten und den Tumulten und Gefahren und der Trennung und Schicksale. Sabine Friedrich lässt uns ihre Schauplätze mit Haut und Haar erspüren, die freudigen Ereignisse, aber auch die schlimmsten Schicksale. Indien, Berlin, Skandinavien und der Nahe Osten, wie man ihn zuvor bestimmt noch nie wahrgenommen hat… . Großartig! Die Orte und Schauplätze werden so beschrieben, wie die Protagonisten sie sehen und wahrnehmen. Man sieht und erlebt dieses Buch mit den Augen der Erzählerin und der Charaktere und Wegbegleiter im Buch. Charaktere:Der Klapptext des Buches weist bereits darauf hin, dass wir die Liebes- und Lebensgeschichte von Gabriel und Sylvie erleben werden. Beide jungen Erwachsenen, Sylvie junge achtzehn Jahre alt und Gabriel fünfundzwanzig, könnten gleicher als auch unterschiedlicher nicht sein. In einerm Rückblick und einem Brief an ihrem toten Mann beginnt Sylvie in Ich-Perspektive diese Geschichte zu erzählen… Interessante Nebencharaktere aus Freundeskreis, Familien, Behörden, Zaungäste, Gurus, anderen Hippies, Kaufleuten, Musikern, das Fußvolk sowie Land und Leute… runden die ganze Geschichte stimmig ab. Diese Charaktere erweitern die Botschaft und Aussage der Geschichte um ein Vielfaches. Kritikpunkte:Dieses so brillant geschliffene Buch hat auch seine kleineren Ecken und Kanten, sonst könnte es gewiss nicht so stark leuchten und polarisieren. Hier kann ich wirklich nur auf hohem Niveau kritisieren und nenne einfach einige Punkte, die mir weniger zugesagt haben, aber nicht zum Sternabzug für mich führen:• Anfangs fiel es mir nicht ganz so leicht, die Zeitebenen zu ordnen. Hier war ich zunächst etwas verwirrt und brauchte etwas Zeit, um das Buch zu ordnen und mich gedankenlos treiben zu lassen. • Sabine Friedrich schreibt sehr bildhaft und neigt zu Metaphern und Poesie. Man muss diese Sinnbilder mögen und verstehen. Bei einigen fiel es mir besonders leicht, andere Wortmalereien waren für mich eher fragwürdig, bzw. nicht mein Denken und Handeln. • Einige Passagen sind sehr ausschweifend, bis man später feststellt, wie wichtig diese Diskussionen und Erzählungen zuvor waren. Hier ist Obacht geboten, um diese feinen Facetten aufzugreifen und an wichtigen Stellen wirken lassen zu können. • Nach Beenden des Romans bin ich schier überwältigt und mehr als zufrieden. Doch fühle ich mich auch unheimlich traurig ob dem Ende der Geschichte. Ja, ich habe eine Träne vergossen. Nicht ganz ein Happy End. Aber das war ja zu erwarten. Meine Meinung:Ich bin von diesem Buch so sehr angetan, dass ich nicht weiß, ob ich die treffenden und würdigen Worte finden kann. Es ist definitiv mein aktuelles Lesehighlight in diesem Lesewinter! Ich war von dem Buch auf eine besondere Weise angetan. Allein der Titel hatte eine magische Anziehungskraft in Hinblick auf das treffend gewählte Cover und dem vielversprechenden Klapptext. Die Gestaltung des Gesamtwerks ließ schon anmerken, dass es sich hier um ein ganz besonderes Stück Literatur handelte und die Thematik mit verschiedenen Emotionen durchwebt sein muss. Ich bewundere, mit welcher schriftstellerischen Gabe, Eindringlichkeit und Intensität die Autorin S. Friedrich hier ihre Leser erreicht und mitreißt. Dieses Buch, Gabriels und Sylvies Geschichte, hat mich sehr berührt und mich zu Tränen gerührt. Sentimental, hoffnungsvoll und bindend. Es hat mich auch gewiss nachdenklich gestimmt. Es ist keine leicht zu verdauende Kost, ich habe an vielen Passagen mit Tränen gekämpft und konnte mit jeder Faser das miterleben, was auch diese beiden Mneschen in ihrem Leben erlebt haben und wie zumindest einer sein leben nun beenden muss. Mit einem Epilog mit Enten. Interessant und lobenswert finde ich die Erzählstränge aus Vergangenheit, Erinnerung, Erlebtem und der Gegenwart. Eine Liebe, eine Religion, ein Glaube und eine Hoffnung. Das lockert auf und bringt neben der ernsten Thematik auch eine Nebenhandlung im frischen und amüsanten Stil zum Vorschein, die Hippies in den späten 1970igern. Gabriel und seine Beziehung zu Sylvie. Warum musste alles so kommen, wie es kam? Ich bewunderte die Schreibkunst der beherzten Autorin, das Buch war von solch einer Emotionsgewalt, Leichtigkeit, Freiheit, Abenteuerlust, Aktionismus, Hoffnung, Tragik und Erschütterung durchzogen, dass trotzdem noch Hoffnung, Liebe und Menschlichkeit Platz fanden. Der Stil ist sehr aufwühlend und bewegend, aber auch unheimlich heiter und erfrischend. Das Buch hat es geschafft, mich zu fesseln und viele Emotionen aufkommen zu lassen. Ja, es gibt sie, die Bücher, die man einmal hat und nie wieder vergessen wird. „Epilog mit Enten“ hat mich zum Weinen gebracht, hat mich beherzt, glücklich gemacht, zum Lachen gebracht, unterhalten und beeindruckt. Mir kam alles sehr authentisch vor, das muss ein Roman mit einem Stück geschichtlichen und gesellschaftskritischen Hintergrund, der auf eine wirkliche Kulturbewegung deutet, auch sein. Das Buch ist definitiv ein weltbewegendes Stück Literatur und mein persönliches Lesehighlight in diesem Winter! Fazit:Dieses Buch ist einfach absolut anders. Es beginnt mit einem Epilog und stellt die Romanwelt auf den Kopf. Mutig, mitreißend, aussagend und unheimlich gehaltvoll. Diese Lebensgeschichte habe ich so gern geteilt. Emotional sehr aufwühlend und den Tränen nahe. Eine wunderbare Leseerfahrung mit 5 Sternen!

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