Familiensilber

von Sabine Friedrich 
3,7 Sterne bei9 Bewertungen
Familiensilber
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Lilith79s avatar

Böse, intelligent und trotzdem auch gefühlvoll, ein tolles Buch über eine weitverzweigte Familie und Gesellschaftskritik in einem

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Ich war so gespannt auf dieses Buch: gleicher Background wie meine Familie, gleiche Typen, gleicher Anlass (unsere Silberhochzeit) ... und d...

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Inhaltsangabe zu "Familiensilber"

'Es ist nicht wichtig, wohin wir gehen, sondern woher wir kommen.' ›Welt‹

Es soll ein schönes Familienfest werden. Ihre Familie: das sind die Nachkommen derjenigen, die bei der Flucht 1945 das wenige Familiensilber unter dem Apfelbaum im Danziger Garten versteckt haben. Obwohl die Ankündigung der Feier bei einigen zu Verspannungen und Fluchtgedanken geführt hat, haben alle ihr Kommen zugesagt. Für ein Wochenende wird eine kleine Stadt in Europa Schauplatz eines großen Familientreffens.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423209908
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:576 Seiten
Verlag:dtv
Erscheinungsdatum:01.05.2007

Rezensionen und Bewertungen

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    Lilith79s avatar
    Lilith79vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Böse, intelligent und trotzdem auch gefühlvoll, ein tolles Buch über eine weitverzweigte Familie und Gesellschaftskritik in einem
    Ein tolles Buch über eine weitverzweigte Familie und Gesellschaftskritik in einem

    In "Familiensilber" dreht sich auf den ersten Blick alles um die geplante Familienfeier zur Silbernen Hochzeit von Barbara und Gernot, einem Ehepaar das in der bayerischen Kleinstadt Neuenburg lebt. Der Roman spielt innerhalb von nur wenigen Tagen, er beginnt kurz vor der Familienfeier und endet am Tag danach. Barbara hat eine weitverzweigte Familie, die viele gemeinsame Erinnerungen verbindet, Gernot hingegen hat nur noch wenige Verwandte mit denen er zudem zerstritten ist. Ein Traumpaar sind Barbara und Gernot keineswegs, so dass deren Tochter Sarah schon im Vorfeld der Familienfeier an ihrer jahrelang kultivierten Rolle als "Diplomatin" fast verzweifelt. Mehr oder wenig verzweifelt sind auch noch andere Mitglieder der Großfamilie und in den Kapiteln die zur Familienfeier hinleiten, lernen wir fast alle in episodenhaften Ausschnitten näher kennen.

    So sind dort z.B. auch Marianne und Walter, zwei der wenigen Verwandten von Gernot, die auf Marbella in einer abgeschiedenen Luxus-Enklave leben und mehr oder wenig erfolgreich versuchen nichts von der (das schöne Leben doch empfindlich störenden) Flüchtlingskrise an den Küsten Afrikas und Spaniens mitzubekommen. Oder Marie, Barbaras Mutter, die immer noch versucht sich an ihre neue Rolle als Witwe zu gewöhnen. Eine Schwierigkeit des Buches ist sicher die Fülle an Charaktere, die beschrieben werden, da ist es nicht ganz einfach den Überblick zu behalten, wozu es aber am Ende des Buches einen ausführlichen Stammbaum gibt (den man auch gerne in Anspruch nimmt). Mir hat die sprunghafte Erzählweise aber wirklich gut gefallen.
    Wer es gerne klar strukturiert, mit einem klaren Anfang und Ende mag, für den ist das Buch vielleicht nicht das Richtige, denn im Prinzip bietet es einen kurzen Einblick in eine weitverzweigte Großfamilie, deren Hoffnungen, Wünsche, Frustrationen, Alltagsprobleme und die Verarbeitung der  Vergangenheit als Deutsche Kriegsflüchtlinge. Der Schreibstil ist oft ironisch, zynisch und auch etwas böse, was vielleicht auch nicht jedem liegt, mir aber ganz hervorragend gefallen hat.

    Wenn man das Buch liest merkt man auch, dass sich die Gesellschaft und die beherrschenden Themen seit 2005 augenscheinlich null weiterentwickelt haben (was etwas deprimierend ist), denn die beherrschenden gesellschaftspolitischen Themen des Buches sind die Flüchtlingskrise, Migration an sich, Lobbyismus, Globalisierungsfragen und Co...wäre mir nicht beim Blättern aufgefallen, dass da als Erscheinungsdatum 2005 steht, hätte ich das Buch als aktuellen Kommentar zur Lage der Nation verstanden. Ergo für mich ein hochaktuelles Buch, das heute genauso lesenswert ist wie vor 13 Jahren.

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    monaliesvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Ich war so gespannt auf dieses Buch: gleicher Background wie meine Familie, gleiche Typen, gleicher Anlass (unsere Silberhochzeit) ... und d...
    Rezension zu "Familiensilber" von Sabine Friedrich

    Ich war so gespannt auf dieses Buch: gleicher Background wie meine Familie, gleiche Typen, gleicher Anlass (unsere Silberhochzeit) ... und dann das: Offener Anfang, offenes Ende, Betrachtungen über teilweise verkrachte Existenzen, die einen ratlos und ohne Lösung oder zumindest Perspektive zurücklassen. Zum Schluss wurde ich teilweise aggressiv über die konstruierte Handlung. Ein Buch, das ich nicht brauche!

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    Cibo95vor 9 Jahren
    Rezension zu "Familiensilber" von Sabine Friedrich

    Ich hatte einen relativ heiteren Familienroman erwartet ... und bin erstaunt, welch spitzen Roman ich dort per Zufall ergattert habe. Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt, mit seinem Thema, seiner Sprache und den Protagonisten, die alle nicht perfekt sind ... so wie wir Menschen "im richtigen Leben" eben auch nicht perfekt sind. Fast jeder von uns hat Probleme mit dem Partner, der Familie, Krankheiten, Geld oder seiner Vergangenheit. Aber niemand spricht wirklich darüber sondern es ist immer "alles in Ordnung". Wirklich?

    Die Kritik an unserer derzeitigen Gesellschaft und die offene Art über den zweiten Weltkrieg und die Zeit danach zu schreiben, hat mich bis zum Schluss erstaunt und zeitweise nur noch den Kopf schütteln lassen. Es stimmt alles und die Autoren ist schonungslos und offen. Sie zeigt uns, wie es rund um Europa in den armen Ländern wirklich zugeht und wie wir uns hier verbarrikadieren und abschirmen gegen die "anderen" ... wo führt uns das noch in?

    Es ist wirklich kein "heiterer" Roman und an manchen Stellen wirklich bitter ... aber absolut lesenswert!

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    DasPostIt
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    Bibliophilvor einem Jahr
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    MellieSvor 4 Jahren
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    SabineFriedrichvor 6 Jahren
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    Buecherstapelvor 9 Jahren
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    11heutevor 9 Jahren

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