Sabine Ibing Der Tote im Gänseteich

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Inhaltsangabe zu „Der Tote im Gänseteich“ von Sabine Ibing

Im Gänseteich des Biobauernhofs liegt ein Toter, Habbo, der eigentlich jedem auf dem Hof im Weg stand. Mias Neffe gerät unter Verdacht und die ehemalige Journalistin beginnt zu recherchieren. Leo, ihr Lebenspartner, ein frühpensionierter Gerichtsmediziner, steht ihr zur Seite. Ein Schweinebauer gerät in das Visier der beiden. Und sie stoßen auf Amedy, den syrischen Flüchtling. Bodenseeconnection, Schleusermafia, die Suche weitet sich aus ...

Brandaktuell und spannend bis zum Schluss

— ira_ebner
ira_ebner

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  • Der Tote im Gänseteich

    Der Tote im Gänseteich
    Leuchtturmwaerterin

    Leuchtturmwaerterin

    Inhalt:Im Gänseteich des Biobauernhofs liegt ein Toter, Habbo, der eigentlich jedem auf dem Hof im Weg stand. Mias Neffe gerät unter Verdacht und die ehemalige Journalistin beginnt zu recherchieren. Leo, ihr Lebenspartner, ein frühpensionierter Gerichtsmediziner, steht ihr zur Seite. Ein Schweinebauer gerät in das Visier der beiden. Und sie stoßen auf Amedy, den syrischen Flüchtling. Bodenseeconnection, Schleusermafia, die Suche weitet sich aus ...Meine Meinung zum Buch:Der Krimi wird aus der wechselnden Sicht von Mia und Leo, jeweils in der ICH-Perspektive erzählt.Man lernt die Figuren kennen und erfährt einiges aus ihrem Leben, was wirklich gut dargestellt wird. Auch die Namen Mia Drachenfels und Leopold Falkenstein fand ich sehr gelungen.Die Geschichte plätschert über fast 200 Seiten nett geschrieben dahin, leider fehlt aber die Spannung bis dahin. Diese kommt auf den letzten Metern tatsächlich noch einmal auf und man will dann auch wissen, wie alles ausgeht. Aber bis man an diesen Punkt kommt, dauert es sehr lange. Beim Lesen kamen mir immer wieder Fragen in den Sinn und kleine Ungereimtheiten haben mich über die Story stolpern lassen. Der teilweise Bericht erstattende Erzählstil war mir als Leser oft nicht spannend genug.Die Idee ist wirklich gut, allerdings hat es einfach nicht ganz mit der Umsetzung gepasst. Es waren zu viele aktuelle Themen im Krimi verarbeitet, die für sich wirklich wichtig und spannend sind, aber alles zusammengenommen war einfach zu viel des Guten. Der rote Faden war weg und kam erst ganz am Ende wieder. Schade! Weite Strecken des Buches las es sich, wie ein Erfahrungsbericht von einem Flüchtling und weniger, wie ein "Bodenseekrimi". Ich habe den Bodensee vermisst, denn nichts war wirklich individuell. Man hätte die Geschichte auch anderenorts spielen lassen können. Es wäre nicht weiter aufgefallen.Es gab ein paar Probleme mit dem Tempus, allerdings ist das mit Rückblick im Rückblick im Rückblick auch nicht mehr so ganz einfach, hier noch die richtige Zeitform zu wählen. Mich als Leser haben diese Rückblicke leider oft verwirrt.Und dann ist mir beim Satz noch etwas aufgefallen. Einige Kapitel haben ganze Seiten ohne Absätze. Solche Bleiwüsten sind leider nicht gerade leserfreundlich. Fazit: Schade, ich hätte gerne mehr Sterne vergeben, aber mir war die Geschichte nicht rund genug, der rote Faden hat gefehlt und für einen Krimi war zu wenig Spannung zu finden. Außerdem waren inhaltliche und formale Fehler im Text, über die ich leider öfter gestolpert bin.

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    • 2
  • Schleuserbanden am Bodensee

    Der Tote im Gänseteich
    Isar-12

    Isar-12

    Alles beginnt nach einem Dorffest mit einem Leichenfund im Teich. Aber was hat es mit dem Toten auf sich? Hatte er ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau? Der Leser erfährt anfangs nicht mehr. Die Autorin erzählt die Story abwechselnd aus der Sicht von Mia, die auf dem Biobauernhof ihres Neffen lebt und Leo, einem pensionierten Gerichtsmediziner, dem Freund von Mia (auch zwischendrin Charly genannt, warum auch immer?). Dabei wechseln innerhalb dieser Kapitel auch oft die Szenen. Das machte es mir als Leser lange Zeit schwer in einen Lesefluss zu kommen. Immer wieder musste ich kurz stoppen und den Zusammenhang herstellen, um dann weiterlesen zu können. So war man kurz mittendrin im Mordfall, dann wieder in Schilderung der Personen und dann in Beschreibungen des Bauernhofs oder der Region. Dann wechselte aber auch das Thema: Plötzlich ging es überhaupt nicht mehr um den Mordfall, der wurde zur Randerscheinung. Das Hauptthema war jetzt die aktuelle Flüchtlingsproblematik, es rückten syrische Flüchtlinge in den Vordergrund und ihre Erlebnisse mit Schleusern und dem verbundenen Schicksal. Als Leser galt es nun umzudenken und sich dem neuen Thema zu widmen. Auch hier schilderte die Autorin erst detailliert die Erlebnisse des jungen Syrers, der auf der Flucht von seiner Familie getrennt wurde, bevor Mia und Leo auf eigene Faust sich auf die Schleuserspuren der Mafia begeben. Für mich begann es auch hier erst nach circa zwei Drittel des Buches spannend zu werden, davor plätscherte die Geschichte so dahin. Auch der Einstiegsmord kommt erst wieder auf den letzten Seiten zum Tragen und wird dann genauso schnell gelöst, wie er anfangs zur Seite gelegt wurde. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich der Krimi entweder nur dem einen Thema Mord oder dem anderen Thema Schleusermafia gewidmet hätte. So blieb einfach der Mord für mich irgendwie auf der Strecke. Zuallerletzt möchte ich mich sehr herzlich bei der Autorin Sabine Ibing bedanken, die mir den Bodenseekrimi als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.  

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    • 7
  • Weitere Ermittlungen erwünscht

    Der Tote im Gänseteich
    ira_ebner

    ira_ebner

    04. March 2016 um 21:44

    Kann ein Krimi gleichzeitig spannend sein und sich einer aktuellen Thematik wie dem syrischen Bürgerkrieg widmen, ohne dabei bemüht zu wirken? Ja, das lässt sich vereinbaren und ist der Weise zu verdanken, wie sich die Autorin Sabine Ibing dem komplexen Thema annähert. Ihre beiden Protagonisten, die Journalistin Mia und der pensionierte Gerichtsmediziner Leo, die nicht in die bekannten Schablonen misanthropischer Ermittler passen, führen auf eine angenehm unkonventionelle Weise durch den ersten Teil der Bodenseekrimi-Reihe "Der Tote im Gänseteich". Mia und Leo kehren nach einem Dorffest am Bodensee zum Biohof ihres Neffen zurück. Es ist spät in der Nacht. Im Gänseteich liegt der unbeliebte Habbo Schnut - tot. Habbos Erwebsquelle war das Reparieren alter Autos und er träumte von Kalifornien. Kurz vor seinem Tod gab es einen handfesten Streit mit dem polnischen Saisonarbeiter Jan, weil Habbo augenscheinlich eine Affäre mit seiner Frau Asta hatte, wie die Fotos auf seiner Kamera glauben machen. Als Experte stellt Leo als Todesursache Genickbruch fest, allerdings auf einer Weise, wie ihn nur ein kampfsporterprobter Täter durchgeführt haben kann. Die Kripo hat zuerst Jan unter Verdacht, doch für Mia und Leo ist er nicht der Täter. Stattdessen gehen sie der Spur eines blauen Mercedes nach, der sie auf einen Bauernhof führt. Auf eigene Faust verschafft sich Mia nachts Zutritt zu dem Bauernhof und stößt auf furchtbare Zustände einer illegalen Schweinemast. Sie kann Leo überzeugen, mit zu dem Bauernhof zu kommen, weil sie dort eine Spur zu Habbos Mörder vermutet. Doch sie werden Zeugen eines weiteren Mordes, an dem Bauern, verübt von professionellen Killern der Mafia. Während sich Mia und Leo verstecken, stoßen sie auf den syrischen Bürgerkriegsflüchtling Amedy. Was hat es jetzt mit Amedy auf sich? Wir erfahren von ihm, dass er als Christ mit einer Alevitin verheiratet ist. Die weltlichen Aleviten sind zwischen die unübersichtlichen Fronten des syrischen Bürgerkriegs geraten und werden von Sunniten und Schiiten, sowie dem IS verfolgt, da auch Machthaber Assad dieser muslimischen Glaubensrichtung angehört. Auch Amedys Fluchtweg, zuerst im Land, bis die Front näherrückt, dann über die Türkei durchs Mittelmeer, steht exemplarisch für die Millionen, die für Schutz und Frieden in Europa tagtäglich ihr Leben riskieren - und auseinandergerissen werden, so wie Amedys Khalida und Tochter Maissa in einem italienischen Flüchtlingslager stranden. Auch seine Schwester, eine Ärztin, hat sich auf den Weg ins sichere Schweden gemacht (das nach Deutschland die meisten syrischen Flüchtlinge aufnimmt) und verschwindet spurlos in Istanbul. Er will seine Familie nachholen und seine Schwester wiederfinden. Mia und Leo helfen ihm dabei und organisieren für Frau und Tochter Bahntickets nach Konstanz. Hier setzt der aktuelle, wie auch gesellschaftskritische Part ein. Leo kümmert sich um Amedy und kleidet ihn neu ein, da er seit der Flucht das selbe trägt. Die Konfrontation mit seinem Vermieter, dem Prototypen des intoleranten Kleinbürgers, ist unvermeidlich. Da brechen Alltagsrassismus und Pegida-Parolen durch, von wegen, die Flüchlinge nehmen den Deutschen alles ... Leo verleiht jenen Menschen eine Stimme, die in den Flüchtlingen vor allem eines sehen, Menschen, die freundlich in einem reichen Land aufgenommen werden wollen und unsere Unterstützung und Solidarität brauchen. An Sätzen wie "Die Demagogen werden das Wort haben und die rechten Ratten werden aus dem letzten Loch herausklettern. Davor habe ich Angst. Das Nachplappern von dem, was die Journalisten vorgeben, ist einfach. Noch einfacher ist es, im Fluss der Masse zu ertrinken" ist deutlich herauszulesen, dass Sabine Ibing den Roman parallel zu den Ereignissen geschrieben haben muss. Mia folgt erneut dem blauen Mercedes, diesmal zu einer Pizzeria mit grottenschlechtem Essen. Oftmals dienen Pizzerien wie die beschriebene Mafiageschäften, wie etwa Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel. Letzteres scheint durch die Flüchtlingsströme zur lukrativen Haupterwerbsquelle einer Mafiabande geworden zu sein, deren Spur ins Piemont führt. Da sich Mia nicht nur für gutes Essen interessiert, das es im Piemont mit seinen Spezialitäten gibt, macht sie sich auf den Weg dorthin. Doch sie begibt sich in Lebensgefahr, als sie auf von der Mafia verschleppte syrische Frauen stößt ... Mich hat "Der Tote im Gänseteich" nicht nur aufgrund seines gesellschaftskritischen Aspekts beeindruckt. Dieser Krimi sticht meiner Meinung nach auch wegen seiner Hauptpersonen heraus, was ich anfangs schon angedeutet hatte. Mia, wie auch Leo stammen aus Hamburg. Man mag den Hanseaten eine gewisse Sprödheit nachsagen, die durchaus sympathisch und liebeswert ist. Aber Sabine Ibing ist keine Autorin, die sich Klischees bedienen muss. Vielmehr legt sie Wert auf die Individualität ihrer Charaktere. Als ehemalige Journalistin ist Mia die unkonventionelle Draufgängerin, auch eine Macherin, eine sehr selbständige und selbstbewusste Frau, die ich auf Mitte Fünfzig schätze. In keinem krasseren Gegensatz könnte Leo zu ihr stehen. Er ist zwar im Ruhestand, aber in sein früherer Beruf als Gerichtsmediziner verlangt Präzision und höchste Konzentration. Er braucht einen geregelten Tagesablauf und wirkt auch in der Art, wie er gekleidet ist und anhand seiner Gewohnheiten ein wenig pedantisch. Mias Handeln auf eigene Faust macht ihn schier verrückt. Doch sie ergänzen sich und spielen in der Handlung gut zusammen, weil sie eigenwillige und darum überzeugende Personen sind. So wechselt die jeweilige Ich-Perspektive Mias, bzw. Leos von Kapitel zu Kapitel als spannungssteigerndes Erzählelement. Was ich noch an dem Buch schätze, sind die Details, mit denen Sabine Ibing beschreibt, was etwa der Biohof anbaut und seiner Kundschaft anbietet. Fast ausgestorbene Nutztierrassen und Gemüsesorten, die im konventionellen Angebot beinahe verschwunden sind. Oder auch die anschaulichen Beschreibungen von Stimmungen und Landschaften, sei es am Bodensee, in der Schweiz oder im Piemont. Ich mag als Leser zwischen den Zeilen verweilen dürfen und sie nachwirken lassen, wenn ich einmal Pause machen muss. Apropos, es fiel mir schwer, Pausen einzulegen, denn "Der Tote im Gänseteich" bleibt bis zum letzten Wort spannend und ich wollte natürlich wissen, wer überführt wird. Doch das verrate ich an dieser Stelle lieber nicht, sondern empfehle diesen Krimi klar weiter.

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