Sabine Kaufmann

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Autor von 1816, Das Kreuz des Südens und weiteren Büchern.

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Sabine Kaufmann1816
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1816
1816
 (2)
Erschienen am 01.01.2013
Sabine KaufmannDas Kreuz des Südens
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Das Kreuz des Südens
Das Kreuz des Südens
 (1)
Erschienen am 26.04.2018
Sabine KaufmannRechenstörungen
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Rechenstörungen
Rechenstörungen
 (1)
Erschienen am 01.07.2014
Sabine KaufmannIntegration von Verträglichkeitsanforderungen in Routensuchsysteme
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Integration von Verträglichkeitsanforderungen in Routensuchsysteme
Sabine KaufmannKaiserdom und Domschatz Speyer
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Kaiserdom und Domschatz Speyer
Sabine KaufmannKaiserdom und Domschatz Speyer, Museumsausgabe
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Kaiserdom und Domschatz Speyer, Museumsausgabe
Sabine KaufmannMathe:Pro - Ausgabe 2011
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Mathe:Pro - Ausgabe 2011
Mathe:Pro - Ausgabe 2011
 (0)
Erschienen am 25.11.2011
Sabine KaufmannMathe:Pro - Ausgabe 2011
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Mathe:Pro - Ausgabe 2011
Mathe:Pro - Ausgabe 2011
 (0)
Erschienen am 28.12.2011

Neue Rezensionen zu Sabine Kaufmann

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Das Kreuz des Südens" von Sabine Kaufmann

Historisches in eine spannende Geschichte verwoben
Gwhynwhyfarvor 3 Monaten

»Keine Sorge, wir haben einen erfahrenen Rekrutenwerber verpflichtet. Er versteht es, schnell und vor allem geräuschlos zu agieren.«

Herzog Karl Eugen, Regent von Württemberg, war ein Lebemann, eher an den schönen Dingen des Lebens interessiert. Rauschende Feste, Mätressen, gutes Essen, Schlösser und Gärten verschlingen mehr Geld, als über die Steuer hereinkommt. Bei den Banken hochverschuldet, die Steuerschraube findig überstrapaziert, muss er nach neuen Möglichkeiten suchen, seinen Luxus zu finanzieren. Die Vereinte Ostindische Kompanie (VOC) sucht Soldaten, die in Südafrika das Kap der Guten Hoffnung beschützen, denn die Engländer würden sich das Gebiet gern einverleiben. Kurzerhand macht Karl Eugen mit den Holländern einen Vertrag, verkauft ihnen ein Regiment Soldaten. Die müssen allerdings erst rekrutiert werden. In der Regel läuft die Rekrutierung nicht gänzlich freiwillig ab.

Lotte Morell hat es nicht leicht. Die Eltern sind verstorben und ihre Stiefmutter hat sich die väterliche Gastwirtschaft unter den Nagel gerissen, der Bauer, bei dem sie sich als Magd verdingt, misshandelt und missbraucht sie. Wie schön haben es die Männer! Niemand grabscht sie an, kommandiert sie, wäre sie doch ein Mann. Lotte hört, man suche Soldaten für Südafrika, und da kommt ihr die Idee, sich als Mann zu verkleiden, denn es wird ein guter Sold versprochen. – Joseph Baptist Jett, genannt Jo, ist der Sohn eines Weinbauern, hat Stress und er ist dem Wein eher abgefüllt in Fässern angetan. Harte Arbeit mag er gern mit Freizeit ausgleichen, das passt dem Vater nicht und nun hat er auch noch ein Mädel geschwängert. Ein netter Mann, Franz Wolfsfskeel, lädt ihn auf einen Krug Wein ein, und noch einen und noch einen. Jo wacht mit schwerem Kopf auf, er befindet sich in einer Kaserne. Hatte er einen Vertrag unterschrieben? - Theobald von Hügel ist verlobt mit Madame Kayser, die gern teure Dinge einkauft. Karl Eugen macht ihn zum Oberst, ein Segen für Hügel, dessen Erbe dahinschwindet. Der Herzog hatte ihn auserkoren, da irgendein Trottel die 3000-Mann-Truppe ja nach Afrika führen muss. Truppenausbildung, schlechte Verpflegung, ein winterlicher Marsch nach Holland, noch schlechtere Unterkunft und Verpflegung, eine abenteuerliche Schiffsfahrt. Nicht alle Männer kommen an in Südafrika.

»Nach der Fahnenweihe ergriff der Oberst das Wort. Die Soldaten seien dem Herzog und dem Vaterland zur absoluten Treue verpflichtet. Die Standarte des Kompanieregiments hätten sie wie ihr Leben zu verteidigen. Opferbereitschaft sei die höchste Tugend und der Eid ein Gelöbnis vor Gott. Wer fliehe, versündige sich gegen den Herren.«

Nachdem die Hauptprotagonisten, sich als junge Menschen zweierlei Geschlechts herauskristallisierten, hatte ich die Befürchtung, der Roman könne zuviel »Love« enthalten. Keine Sorge, hier gibt es keine Liebesgeschichten. Danke Sabine Kaufmann! Die Autorin schreibt präzise, historische Fakten verbinden sich in einem spannenden Plot. Sabine Kaufmann beschreibt sehr anschaulich den Lebensstil des Herzogs, seine Geldprobleme und den gnadenlosen Umgang mit seinem Volk. Er hatte schon einmal Soldaten verkauft, nach Amerika. Seine Untertanen sind für ihn lediglich Zahlesel und Vieh, das man verkaufen kann. Für die Kaptruppen wurde ein harter Kurs im Rekrutierungsverfahren durchgezogen. Junge Männer wurden betrunken gemacht, unterschrieben im Suff, lesen und schreiben konnte sowieso kaum einer, und wer letztendlich die Kreuze unter den gemacht hatte … Dorfdeppen und Gemeinderüpel oder sonst wie unliebsame Bürger wurden den Werbern seitens der Gemeinden auch gern untergeschoben. Der Sold war theoretisch sehr hoch für die Truppe, allerdings wurden die Soldaten vertragsmäßig über den Tisch gezogen, Ausrüstung und Verpflegung wurden abgezogen, in Kapstadt wurde in Papiergeld (ungewöhnlich zu der Zeit) ausgezahlt, das extra dort gedruckt wurde, nur dort Wert hatte. Offiziere mussten sich selbst ausrüsten, waren deshalb schon bei Abfahrt hoch verschuldet.
Der Befehl vom Herzog lautete: Das alles darf nichts kosten! Bereits auf dem Weg nach Holland gab es Versorgungsprobleme, Scharfschützen begleiteten den Trupp, denn gegen Deserteure ging man hart vor, jeder zweite wäre gern ausgebüchst. Durch die Bedingungen wurden viele Soldaten krank. Auf dem Schiff verhielt es sich auf der Überfahrt nicht besser, unter Deck herrschte ein unerträglicher Gestank, denn es war übelst dreckig. Schlechte Nahrung und verdorbenes Wasser gaben vielen Männern den Rest. Menschen wurden wie Vieh behandelt, dem Herzog war es egal, er brauchte Geld für den Bau seines neuen Schlosses.

»Wenn ihr die Verträge genau gelesen hättet, wüsstet ihr, das Kleidung und Verpflegung euch vom Sold abgezogen werden. Vertrag ist Vertrag.« …
»Rixdaler, was ist das überhaupt?« Jo streckte seinen Arm in die Luft und wedelte mit den Scheinen.
»Rixdaler ist die offizielle Währung der Vereinten Ostindische Kompanie, die hier am Kap ausgegeben wird.«
»Und die in Württemberg wertlos ist«, unterbrach ihn Jo.
»Was sollen wir mit den ollen Lappen?«

In Kapstadt angekommen, ging es den Soldaten in sofern gut, da sie eigentlich nichts zu tun hatten. Sie waren zum Schutz der Holländer gegen die Engländer stationiert, jedoch ließen sich die englischen Schiffe nicht blicken. Die Offiziere führten ein prächtiges Leben im Nichtstun, bereicherten sich durch Nebeneinkünfte durch Geschäfte mit den Buren und zockten den gemeinen Soldaten ab, dem sie die Armeegüter teuer verkauften. Die Autorin beschreibt das Leben beider Seiten, Offizier und gemeiner Soldat, eingebettet in eine spannende Geschichte. Die Württemberger hatten sich irgendwann am Kap eingelebt, als ein Gerücht herumging: Man brauche sie nicht mehr in Kapstadt, sonder in Ostindien. Alle fürchteten das mörderische ostindische Klima. Das Regiment wurde es 1791 nach Ostindien verlegt, aber das ist eine andere Story.

Sprachlich hat mir der Roman gut gefallen, Sabine Kaufmann schreibt jeweils aus der Sicht der agierenden Protagonisten, bildhafte Sprache in einem rasanten Plot. Die geschichtlichen Eckdaten findet man am Ende des Buchs, ebenso Kurzbeschreibungen zu den Personen, die wichtigen Protagonisten sind reale Persönlichkeiten. Spannung und Historisches in einem Guss, erzählerisch kraftvoll. Was will man mehr?

Sabine Kaufmann wuchs am Bodensee auf, studierte Neuere und Neueste sowie Alte Geschichte, war viele Jahre als Journalistin tätig, drehte und produzierte Filme fürs Fernsehen mit den Schwerpunkten Geschichte und Gärten. Heute lebt und arbeitet sie in Zürich.

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Barbara62s avatar

Rezension zu "1816" von Sabine Kaufmann

Potential verschenkt
Barbara62vor 3 Jahren

Im Jahr 1815 brach der Vulkan Tambora in Indonesien aus und schickte eine riesige Aschewolke um die Welt. Als Folge traten schwerwiegende Klimaschwankungen in Westeuropa ein mit Hagelstürmen, Kälte, Schneemassen und sintflutartigen Regenfällen. Der Sommer in Mitteleuropa fiel aus.

Sabine Kaufmann ist Historikerin und Journalistin und erzählt in neun Episoden Schicksale, die sich aus der Klimakatastrophe ergaben. Da ist z. B. der Pfarrer Fortunat Fauler, der auf der Schwäbischen Alb verzweifelt gegen die Hungersnot in seiner Gemeinde kämpft und das Kartoffelbrot erfindet, Königin Katharina von Württemberg, als Zarentochter an Luxus gewöhnt, die radikal ihren Lebensstil ändert und große Teile ihres Vermögens in die Errichtung von Armenküchen investiert, und Mary Wollstonecraft Shelley, die angesichts des trüben, trostlosen Wetters am Genfer See ihren Roman Frankenstein schreibt. Tausende Familien wanderten, getrieben von Hunger und Elend, aus. In den Jahren 1816/17 erhöhte sich die Zahl der Auswanderer aus Baden und Württemberg um 4300%.

Obwohl die ausgewählten Episoden äußerst interessant und authentisch sind, konnte mich der Schreibstil dieses historischen Episodenromans nicht packen. Nach meinem Empfinden hätte man aus diesem spannenden Material mehr machen können.

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