Sabine M Gruber Chorprobe

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Inhaltsangabe zu „Chorprobe“ von Sabine M Gruber

Seit Jahren schon nimmt Cindy Gesangstunden. Da bekommt sie die Chance ihres Lebens: eine Einladung zum Vorsingen beim charismatischen Leiter des berühmten Chorus, Wolfgang G. Hochreither alias: Wolf. Cindys Wunsch wird wahr. Doch die Wirklichkeit hat wenig Ähnlichkeit mit ihrem Traumbild. Cindy taucht ein in ein Wechselbad der Gefühle. Sie erlebt Menschlichkeit und beglückende musikalische Momente auf Konzertreisen mit dem Star-Dirigenten Viktor von Weiden. Zugleich ist sie, wie alle anderen im Chorus, dem Terror und der Willkür des egomanischen Wolf ausgeliefert. Von der Sucht nach Singen und Applaus befallen, verstrickt Cindy sich im Netz des manipulativen Systems aus Macht und Abhängigkeit und droht Wolfs erotischen Avancen zu erliegen. Da begegnet sie Emil. Psychologisch meisterhaft und vielschichtig analysiert Sabine M. Gruber am Beispiel eines Chores die Dynamik von Beziehungen und spielt in allen Tonarten menschlicher Gefühle.

Aus dem Leben gegriffen: Vorgesetzte wie diesen "Wolf" gibt es viele, die Zuckerbrot und Peitsche einsetzen. Superspannend bis zum Finale,

— Theosoph
Theosoph

Ein fast gruseliger Roman, wenn er nicht so lustig und spannend wäre und so viel von Musik erzählte. Ein (böser) Blick hinter die Kulissen.

— Schosulan
Schosulan

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  • Ein berühmter Chor, ein narzisstischer Chorleiter und eine begeisterte Sängerin

    Chorprobe
    Alira

    Alira

    15. February 2016 um 17:08

    Die blonde Cindy, ein Single in prekären Beschäftigungsverhältnissen, nimmt privaten Gesangsunterricht und träumt von einer Karriere als Sängerin. Als sie in den berümten “Chorus” als Sopranistin aufgenommen wird, ist ihr Glück perfekt. Doch als sie nach und nach hinter die Mechanismen dieser Institution kommt und den hochgradig gestörten Gründer und Chorleiter des Vokalensembles besser kennenlernt, schwindet ihre Begeisterung. Bald darauf lernt sie außerhalb des Chorbetriebs ihren bodenständigen Märchenprinzen kennen und kann sich so auch wieder vom Chorus lösen. Was mich an dieser Autobiographie gewundert bzw. gestört hat: dass bei den SängerInnen so wenig Gemeinschaftsgefühl und Selbstachtung vorhanden ist, dass sie nicht einmal überlegt haben, wie sie gegen die (finanzielle und sexuelle) Ausbeutung dieses Dirigenten vorgehen könnten.

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  • Musik ist eine Dimension, die Befreiung, auch persönliche aufschließt und möglich macht

    Chorprobe
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    17. November 2014 um 11:07

      Schon in ihrem letzten Roman „Beziehungsreise“ 2012 thematisierte die in Klosterneuburg bei Wien lebende Schriftstellerin und Musikpublizistin Sabine M. Gruber die Beziehung einer Frau zu einem psychopathischen Mann. Es ging um männliche Macht und  weibliche Unterordnung, die Illusion von Liebe und so etwas wie Erlösung nach einem langen vergeblichen Leiden.   Auch in ihrem neuen Buch, das ich mit Spannung erwartet und mit Begeisterung und Betroffenheit fast in einen Ruck gelesen habe, variiert Susanne M. Gruber dieses Thema. Sie selbst scheint damit noch nicht fertig zu sein. Wenn es auch nur einen kleinen biographischen Anteil am Schicksal und den Lebens- und Lebensgeschichten ihrer beiden Protagonistinnen in den beiden Roman gibt, nimmt das auch nicht wunder. Denn mit dem, was Sophia in „Beziehungsreise“ und Cindy in „Chorprobe“ mit Männern, zu denen sie sich hingezogen fühlen, erleben, kann nicht vergessen werden, selbst wenn es zu einem späteren Zeitpunkt im Leben einen anderen, liebevollen und nicht machtbesessenen Mann geben wird, dessen Liebe und Verständnis vieles heilen kann.   War „Beziehungsreise“ die sozusagen rückwärts erzählte Leidens- und Befreiungsgeschichte einer Frau,  die die fast tödlichen Fallen sich unterordnender weiblicher Liebe beschrieb, und in dem  auch die harten Bandagen im Literaturbetrieb Thema waren, geht es in „Chorprobe“ um eine chronologisch erzählte Geschichte einer Frau, um viel Musik und um die der Chormusik innenwohnende Spiritualität und Heilkraft.   Selbst wenn man wie der Rezensent nur auf einige Jahre laienhafter Praxis in den Kirchenchören seiner Gemeinden zurückblicken kann, selbst wenn man nie selbst gesungen hat,  die poetischen Beschreibungen der Texte und der Musik und ihre Wirkung auf die weibliche Hauptperson Cindy, sind Prosa voller Anmut und Schönheit.   Cindy ist eine alleinstehende Frau, die für ihr Leben gerne singt und deshalb auch seit langem Gesangsstunden nimmt, die sie sich mühsam von ihrem knappen Gehalt abspart. Als sie eines Tages eine Einladung zum Vorsingen bekommt, ist sie ganz euphorisch. Denn dem sie da zeigen soll, was sie kann, ist niemand Geringeres als der charismatische und über die Grenzen Wiens berühmte Leiter des ruhmumrankten „Chorus“, Wolfgang G. Hochreither, genannt „Wolf“.     Als ein solcher stellt sich dieser innen zutiefst unsichere Mann dann auch heraus, ein Mann,  der  in der Behandlung seiner Chormitglieder wie ein Macho auftritt und seine Minderwertigkeitskomplexe mit unsäglichen Machtexzessen bekämpft.   So wie alle anderen Chormitglieder, von denen sich Cindy mit einigen anfreundet, leidet sie von Anfang an unter Wolfs Terrorregime. Warum sich diese Menschen, Frauen ebenso wie Männer, das alles gefallen lassen, sich immer wieder bei sehr geringem Honorar selbst für große internationale Auftritte von Wolf und dessen stasihaftem internen Bespitzelungssystem gängeln, verletzen und entwürdigen lassen, fragt man sich als Leser schon sehr bald. Genau wie vor zwei Jahren bei Sophia in „Beziehungsreise“.   Sind es die überaus beglückenden Momente, die Cindy auf Konzertreisen des „Chorus“ mit dem musikalisch und menschlich begnadeten Stardirigenten  Viktor von Weiden erlebt, die sie das psychopathische Verhalten Wolfs ertragen lassen? Oder sind es die immer wieder seit dem ersten Vorsingen gemachten amourösen Avancen Wolfs, die ihr schmeicheln und sie in seine Falle tappen lassen?   Doch „Chorprobe“ ist nicht nur ein wunderbarer Roman über die Kraft und die Trostkraft der Chormusik, wie sie die menschlichen  Seelen öffnet und sich wie Balsam heilend über die Wunden legt, es ist auch ein Roman über männliche Macht und Arroganz und weibliche Duldsamkeit.   Aber nur bis zu einem gewissen Punkt kann Wolf sein Spiel mit Cindy und den anderen Chormitglieder treiben. Geschickt webt Sabine M. Gruber eine Krimihandlung in ihren Roman ein, der genau wie der immer stärkere werdende Drang Cindys nach Befreiung und einer anderen Form von Liebe und Zuneigung für eine sich bis zuletzt steigernde Spannung sorgt.   Sabine M. Gruber hat ihrem Roman ein Zitat Adornos vorangestellt, das dem Leser erst nach beendeter Lektüre plausibel wird. „Allerdings kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, dass bereits der Chorklang als solcher etwas Illusionäres in sich enthält, dass er den fatalen Anschein einer sogenannten heilen, geborgenen Welt inmitten der ganz anderen hervorbringt. Allzu leicht macht es den Einzelnen glauben, in Einverständnis und Harmonie von Mensch zu Mensch aufgehoben zu sein, wie sie in der Struktur der gegenwärtigen Gesellschaft nicht vorhanden sind. Die Chorgeselligkeit erzeugt künstliche Wärme.“   Ernst Bloch, der große Philosoph der Hoffnung, hätte so nicht geurteilt. Er hätte in der Trost- und Hoffnungskraft der Musik einen Vorschein dessen gesehen, was noch nicht erschienen ist. Nicht ein Element der Verschleierung, sondern eine Dimension, die Befreiung, auch persönliche aufschließt und möglich macht. Sabine M. Gruber hat das in ihrem Buch meisterhaft gezeigt.  

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  • Wo, bitte, ist die Chor-Chronik?

    Chorprobe
    Schosulan

    Schosulan

    29. August 2014 um 16:15

    Diese spannende Frage zieht sich durch den Roman und erhält am Schluss eine logische Antwort. Doch zuvor durchwandert man mit Cindy, der Protagonistin, die himmlischen Höhen der Musik und die abgründigen Machenschaften ihrer Vertreter auf Erden. Es sei dem besorgten Leser versichert, Cindy wird aus dem Sumpf von Macht, Eifersucht und Tyrannei gestärkt hervorgehen. Als Bonusmaterial erhält man Insider-Informationen über die Aufführungspraxis und das Chorleben abseits der Bühne sowie intelligente Betrachtungen über so manches Lebensthema.  Ein Muss für Musikliebhaber, ein absolutes Muss für Chorsänger, und sei es auch nur um fest zu stellen, dass es im eigenen Chor Gott-sei-Dank ganz anders zugeht.

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