Sabine M. Gruber

 4.6 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Kurzparkzone, Beziehungsreise und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sabine M. Gruber

Kurzparkzone

Kurzparkzone

 (6)
Erschienen am 01.08.2010
Beziehungsreise

Beziehungsreise

 (2)
Erschienen am 01.08.2012
Dreißig Jahre und drei Tage

Dreißig Jahre und drei Tage

 (0)
Erschienen am 28.07.2014

Neue Rezensionen zu Sabine M. Gruber

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Rezension zu "111 Orte der Musik in Wien, die man erlebt haben muss" von Sabine M. Gruber

Ein Reiseführer für Musikinteressierte
Bellis-Perennisvor 2 Monaten

Die Autorin entführt uns in die Welt der Musik. Dabei ist es unerheblich ob E wie ernste oder U wie Unterhaltungsmusik. Diese Unterscheidung habe ich persönlich ja nie nachvollziehen können. Denn Musik soll den Zuhörern vor allem Freude machen.

Wir begeben uns auf die Spuren der Giganten der Musik wie Schubert, Mozart, Strauß, Beethoven oder Haydn. Auch andere Legenden wie Falco, Fatty George oder Alban Berg begegnen uns bei diesem musikalischen Streifzug.

Die eine oder andere Kuriosität wie die Walzer spielende Toilette in der Opernpassage findet auch ihren Platz

Wir machen einen Abstecher in Opernhäuser, Musiktheater, große und kleine Musiktheater oder Jazzkeller.

Die Autorin unterhält ihre Leser mit Geschichten und G’schichtln.  

Doch nicht nur in der Welthauptstadt der Musik Wien lassen sich große Meister finden, sondern auch um die Metropole herum. So machen wir Ausflüge ins Umland. Zum Bespiel nach Eisenstadt (58 km), nach Ziersdorf (62 km) oder Gars am Kamp (83 km). 

Wieder ein gelungener Reiseführer aus dem Hause Emons, der interessante Reiseziele abseits des Mainstreams zeigt, diesmal aus Sicht Musikbegeisterter. 

Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne und eine Leseempfehlung.


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Rezension zu "Kurzparkzone" von Sabine M. Gruber

Rezension zu "Kurzparkzone" von Sabine M Gruber
Wolkenatlasvor 8 Jahren

Ein heißer Junitag in Wien

Die Kurzparkzone in Wien ist das verbindende Glied dieser Kette von zwölf kurzen Erzählungen, die sich mit zwölf (eigentlich dreizehn) Frauen beschäftigen, die während der gewählten Parkzeit die Möglichkeit zu einem Wendepunkt in ihrem Leben haben, diesen sehen und nutzen, oder auch nicht. Frauen, die während der Parkzeit Entwicklungen durchmachen, Siege feiern oder auch herbe Niederlagen und, weniger tragisch, auch Strafzettel einstecken müssen.

Zuerst ist Helga an der Reihe, die ein Treffen in einem Wiener Kaffeehaus hat und sich zu leicht dadurch aus dem Konzept bringen lässt, dass ihre Verabredung sie nicht erkennt, bevor Susi nach vielen Jahren Babypause ihren ersten, für sie in einem Desaster endenden Arbeitstag hat.
Hedwig wartet vergeblich mit der abgemachten rosa Rose auf ihr "Blind Date", bevor sie sich entschließt, die Abfuhr diesmal nicht hinzunehmen. Sie fährt zur Wohnung des Mannes, wo sie überraschende Erkenntnisse über ihre Verabredung macht.

"Nach zwanzig Minuten saß sie immer noch alleine da, und während sie wieder und wieder in derselben Neuen Post blätterte, wurde aus einer Ahnung allmählich Gewissheit: Auch dieser Mann würde nicht kommen. Es war ihr viertes Rendezvous in zwei Monaten, jedes Mal hatte man sie sitzen lassen ..."

Nina hat eine schmerzhafte Erkenntnis und den tiefgehenden Verlust des Bruders zu ertragen.
Maira findet, als sie im Augarten nach der Trennung von ihrem Freund durchatmet, ein Notizbuch mit verschiedenen Aktzeichnungen. Von diesem Notizbuch fasziniert, macht sie sich auf die Suche nach dem Eigentümer und schlittert in ein faszinierend erotisches Abenteuer.
Melanie versucht ein Problem aus der Arbeit zu lösen und merkt nicht, wie sie längst ausgespielt ist. Rosa findet einen originellen Weg zu einem neuen Paar Schuhe, während Marie nervös auf die Ankunft einer längst entschwundenen Jugendliebe wartet und Cindy ihre durch die Mutter verursachten Komplexe erst dank des Verstummens des Katers ihrer Gesangslehrerin ablegen kann.

"Das Publikum applaudiert, begeistert, tosend. Sie verbeugt sich, artig, und der junge Mann hält fest ihre Hand. Nachdem ihre Mutter der dritten Balletts-Schulaufführung beigewohnt hatte, in der Lucinda eine wichtige Rolle tanzte, sagte sie zu ihrer kleinen Tochter nur diesen einzigen Satz: Du musst nicht mehr in Ballett gehen, wenn du nicht mehr willst. Dabei wackelte sie heftig mit dem Kopf, schüttelte ihn rundherum und nach allen Seiten, und dieses mütterliche Kopfwackelschütteln drückte alles aus, was sie nicht aussprach: Nachsicht, Enttäuschung, Vorwurf, Mitleid, Verachtung. Der Kopf der Mutter schüttelte das Mädchen brutal und ein für alle Mal aus ihrem rosa Traum. Auch Lucinda sprach nichts von dem aus, was sie dachte oder fühlte. Sie ging nie wieder zum Ballettunterricht ... Sie nannte sich fortan Cindy und bestand darauf, so genannt zu werden."

Corinne verpasst durch Eitelkeit und eine gewisse Arroganz die Möglichkeit auf die große Liebe, während die Schriftstellerin Selma auf einer ganz besonderen Lesung eine intensive persönliche Erfahrung macht.
In der letzten Erzählung versucht Sophia die von ihrem Freund initiierte Trennung mit einem letzten großen Abschiedsabend zu meistern, ein Unterfangen, das fast gut geht ...

Sabine M. Gruber hat in "Kurzparkzone" Figuren geschaffen, die glaubhaft aus dem Leben gegriffen zu sein scheinen. Ihre Frauenfiguren machen sich das Leben teilweise selbst schwer, da sie nicht auf ihre eigenen Kräfte vertrauen oder ihren Instinkten nicht folgen können. Ihre Figuren haben vertraute Probleme und Sorgen, hier sind keine im metaphorischen Sinne Männer vernichtenden oder ihre Umwelt unterwerfenden Machtfrauen unterwegs, sondern verletzliche, sensible, eingebildete und unsichere Frauen. Überraschend, wie Sabine M. Gruber dem Leser weit vor ihren Figuren ohne es wirklich auszusprechen die Augen öffnet, man sieht manche Wendung kommen, manche aber auch nicht.

Sehr stark die Erzählungen von Helga, Maira, Melanie, Marie, Cindy, Corinne, Selma und Sophie, während dem Rezensenten Susies und Hedwigs Geschichten etwas zu skizziert, zu wenig ausgearbeitet vorkamen.
Sehr subtil die erotische Erzählung von Maira; hier findet das Erlösung, was bei Helgas Erzählung schon leicht durchschimmert.

Sabine M. Gruber lässt ihre Protagonistinnen fein von leichten Seidenkleidern umspielt werden und rückt dabei auch das Bild der Frau mittleren Alters gut zurecht.
Vorwerfen könnte man Sabine M. Gruber möglicherweise nur die Konzentration auf blondes oder ergrautes Haar, auf blonde Locken, die Konzentration auf nur einen Frauentyp.
Ein Frauentyp mit dunklen, schwarzen oder gar roten Haaren kommt hier nicht merkbar vor, ist sozusagen vom Geschehen ausgeschlossen. Abgesehen davon sind ihre Protagonistinnen unterschiedlicher Natur.

Fazit:
Interessant und abwechslungsreich geschriebene Erzählungen mit einer gehörigen Portion Wien-Flair, einem Schuss Humor, der hin und wieder relativ schwarz eingefärbt ist; mit Figuren, die teilweise hart gebeutelt werden, die aber von der Autorin mit einer großen Menge Empathie kreiert sind und in fast allen Punkten überzeugen.

(Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 08/2010)

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