Sabine M. Gruber Kurzparkzone

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Inhaltsangabe zu „Kurzparkzone“ von Sabine M. Gruber

Ein ungewöhnlich heißer Tag im Juni des beginnenden dritten Jahrtausends zwischen neun und zweiundzwanzig Uhr. In Wiener Kurzparkzonen füllen nacheinander zwölf Frauen, die einander nichtkennen und in keinerlei Beziehung zueinander stehen, jeweils einen Parkschein aus. Während die Parkscheine unaufhaltsam den Ablauf der Stunden markieren, nimmt das Leben ihrer Besitzerinnen entscheidende Wendungen – oder verpasst diese um ein Haar. Der Tag beginnt morgens um neun Uhr in einem Wiener Kaffeehaus mit der Begegnung eines weiblichen Fans mit seinem Star – eine erwartete Liebesgeschichte findet nicht statt. Jedenfalls nicht heute. Enden wird der Tag mit einer minuziös geplanten Abschiedszeremonie zweier Liebender – ein Trennungsplan, der ins Wanken gerät. Zumindest vorläufig. So unterschiedlich die Protagonistinnen und Protagonisten, so mannigfaltig sind die Episoden, die aufeinanderfolgen: So erweist sich der erste Arbeitstag einer alleinerziehenden Mutter als ihr vorläufig letzter, ein einsamer alter Mann verunfallt in der Waschküche, ehe er seiner großen Liebe begegnen kann, was diese jedoch nie erfahren wird, eine junge Frau findet im Park ein schwarzes Skizzenbuch und erlebt auf der Suche nach seinem Besitzer unerwartet ein Liebesabenteuer.Es ist das pralle Leben, festgehalten im Rhythmus der Kurzparkzone.

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  • Frage zu "Das Hotel New Hampshire" von John Irving

    Das Hotel New Hampshire

    abfallkorb

    Ich fahre demnächst nach Wien und suche Literatur dazu. Allerdings keine Reiseführer, sondern Beletristik. Habt ihr Vorschläge für Krimis, historische Romane oder andere Romane, die in Wien spielen und die Stadt auch mit einbeziehen?

    Was ich bereits gelesen habe, um mal ein Beispiel zu nennen, ist "Hotel New Hampshire" von John Irving.

    • 15
  • Rezension zu "Kurzparkzone" von Sabine M Gruber

    Kurzparkzone

    Wolkenatlas

    30. August 2010 um 08:21

    Ein heißer Junitag in Wien Die Kurzparkzone in Wien ist das verbindende Glied dieser Kette von zwölf kurzen Erzählungen, die sich mit zwölf (eigentlich dreizehn) Frauen beschäftigen, die während der gewählten Parkzeit die Möglichkeit zu einem Wendepunkt in ihrem Leben haben, diesen sehen und nutzen, oder auch nicht. Frauen, die während der Parkzeit Entwicklungen durchmachen, Siege feiern oder auch herbe Niederlagen und, weniger tragisch, auch Strafzettel einstecken müssen. Zuerst ist Helga an der Reihe, die ein Treffen in einem Wiener Kaffeehaus hat und sich zu leicht dadurch aus dem Konzept bringen lässt, dass ihre Verabredung sie nicht erkennt, bevor Susi nach vielen Jahren Babypause ihren ersten, für sie in einem Desaster endenden Arbeitstag hat. Hedwig wartet vergeblich mit der abgemachten rosa Rose auf ihr "Blind Date", bevor sie sich entschließt, die Abfuhr diesmal nicht hinzunehmen. Sie fährt zur Wohnung des Mannes, wo sie überraschende Erkenntnisse über ihre Verabredung macht. "Nach zwanzig Minuten saß sie immer noch alleine da, und während sie wieder und wieder in derselben Neuen Post blätterte, wurde aus einer Ahnung allmählich Gewissheit: Auch dieser Mann würde nicht kommen. Es war ihr viertes Rendezvous in zwei Monaten, jedes Mal hatte man sie sitzen lassen ..." Nina hat eine schmerzhafte Erkenntnis und den tiefgehenden Verlust des Bruders zu ertragen. Maira findet, als sie im Augarten nach der Trennung von ihrem Freund durchatmet, ein Notizbuch mit verschiedenen Aktzeichnungen. Von diesem Notizbuch fasziniert, macht sie sich auf die Suche nach dem Eigentümer und schlittert in ein faszinierend erotisches Abenteuer. Melanie versucht ein Problem aus der Arbeit zu lösen und merkt nicht, wie sie längst ausgespielt ist. Rosa findet einen originellen Weg zu einem neuen Paar Schuhe, während Marie nervös auf die Ankunft einer längst entschwundenen Jugendliebe wartet und Cindy ihre durch die Mutter verursachten Komplexe erst dank des Verstummens des Katers ihrer Gesangslehrerin ablegen kann. "Das Publikum applaudiert, begeistert, tosend. Sie verbeugt sich, artig, und der junge Mann hält fest ihre Hand. Nachdem ihre Mutter der dritten Balletts-Schulaufführung beigewohnt hatte, in der Lucinda eine wichtige Rolle tanzte, sagte sie zu ihrer kleinen Tochter nur diesen einzigen Satz: Du musst nicht mehr in Ballett gehen, wenn du nicht mehr willst. Dabei wackelte sie heftig mit dem Kopf, schüttelte ihn rundherum und nach allen Seiten, und dieses mütterliche Kopfwackelschütteln drückte alles aus, was sie nicht aussprach: Nachsicht, Enttäuschung, Vorwurf, Mitleid, Verachtung. Der Kopf der Mutter schüttelte das Mädchen brutal und ein für alle Mal aus ihrem rosa Traum. Auch Lucinda sprach nichts von dem aus, was sie dachte oder fühlte. Sie ging nie wieder zum Ballettunterricht ... Sie nannte sich fortan Cindy und bestand darauf, so genannt zu werden." Corinne verpasst durch Eitelkeit und eine gewisse Arroganz die Möglichkeit auf die große Liebe, während die Schriftstellerin Selma auf einer ganz besonderen Lesung eine intensive persönliche Erfahrung macht. In der letzten Erzählung versucht Sophia die von ihrem Freund initiierte Trennung mit einem letzten großen Abschiedsabend zu meistern, ein Unterfangen, das fast gut geht ... Sabine M. Gruber hat in "Kurzparkzone" Figuren geschaffen, die glaubhaft aus dem Leben gegriffen zu sein scheinen. Ihre Frauenfiguren machen sich das Leben teilweise selbst schwer, da sie nicht auf ihre eigenen Kräfte vertrauen oder ihren Instinkten nicht folgen können. Ihre Figuren haben vertraute Probleme und Sorgen, hier sind keine im metaphorischen Sinne Männer vernichtenden oder ihre Umwelt unterwerfenden Machtfrauen unterwegs, sondern verletzliche, sensible, eingebildete und unsichere Frauen. Überraschend, wie Sabine M. Gruber dem Leser weit vor ihren Figuren ohne es wirklich auszusprechen die Augen öffnet, man sieht manche Wendung kommen, manche aber auch nicht. Sehr stark die Erzählungen von Helga, Maira, Melanie, Marie, Cindy, Corinne, Selma und Sophie, während dem Rezensenten Susies und Hedwigs Geschichten etwas zu skizziert, zu wenig ausgearbeitet vorkamen. Sehr subtil die erotische Erzählung von Maira; hier findet das Erlösung, was bei Helgas Erzählung schon leicht durchschimmert. Sabine M. Gruber lässt ihre Protagonistinnen fein von leichten Seidenkleidern umspielt werden und rückt dabei auch das Bild der Frau mittleren Alters gut zurecht. Vorwerfen könnte man Sabine M. Gruber möglicherweise nur die Konzentration auf blondes oder ergrautes Haar, auf blonde Locken, die Konzentration auf nur einen Frauentyp. Ein Frauentyp mit dunklen, schwarzen oder gar roten Haaren kommt hier nicht merkbar vor, ist sozusagen vom Geschehen ausgeschlossen. Abgesehen davon sind ihre Protagonistinnen unterschiedlicher Natur. Fazit: Interessant und abwechslungsreich geschriebene Erzählungen mit einer gehörigen Portion Wien-Flair, einem Schuss Humor, der hin und wieder relativ schwarz eingefärbt ist; mit Figuren, die teilweise hart gebeutelt werden, die aber von der Autorin mit einer großen Menge Empathie kreiert sind und in fast allen Punkten überzeugen. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 08/2010)

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