Ich habe das Buch mal in einem Souvenir-Shop eines Museums gesehen und fand den Titel sehr ansprechend. Allerdings muss ich sagen, dass ich wahrscheinlich genau von diesem etwas geblendet und fehlgeleitet wurde, weil ich schlussendlich etwas vollkommen anderes erwartet hatte. Ich ging davon aus, dass es sich um eine Analyse zur Thematik, inwieweit unsere (Ur-)Großeltern-Generation Nazis gewesen waren, handeln würde. Letztendlich hätte ich einfach den Untertitel lesen sollen, dann wäre mir von Vornherein klar gewesen, worum es gehen würde.
Das Buch spricht über den Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis und führt viele Interviews und Daten auf, die auf Grundlage von Gesprächen erhoben wurden. Den Anfang fand ich sehr gespannt, weil zunächst darüber gesprochen wurde, wie die Erinnerungskultur funktioniert und welche Einflüsse das Erinnern auf geschichtliche Ereignisse, wie den Holocaust und das Nazi-Regime, hat.
Danach fand ich es etwas langatmig bzw. haben mir die Interview-Ausschnitte auch nicht so viel gegeben, was vermutlich wirklich eher daran lag, dass ich was vollkommen anderes erwartet hatte und dahingehend dann enttäuscht wurde. Dadurch, dass ich mal Sprachwissenschaft studiert habe, konnte ich auch einige Parallelen zu meinem Studium ziehen, allerdings fand ich es irgendwann etwas ermüdend, dass ständig wiederholt wurde, in welche Richtung die Interviewer*innen die Gespräche gedrängt haben und welche eventuellen Fehlinformationen daraus resultieren.
Aus diesem Grund gebe ich 3 Sterne. Ich denke, dass das Buch für jede*n ist, der*die sich gerne mit der Erinnerungskultur und Veränderung des Gedächtnisses in Bezug auf historische Ereignisse auseinandersetzen und vor allem Daten und Interviewsauswertungen mögen. Schlussendlich war das Buch eher weniger für mich, obwohl ich die Thematik auch interessant fand - nur die Umsetzung eben nicht.


