Sabine Peters Narrengarten

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Inhaltsangabe zu „Narrengarten“ von Sabine Peters

Die Leute in diesem Roman sind ganz normale Narren: ein Ehemann mit nächtlichen Albträumen, eine gestresste Pharmavertreterin, ein verliebter Rechtsanwalt, eine Alte mit dem Kopf voll Erinnerungen oder ein Museumsbesucher, der vor Bildern auf die Knie fallen will. Ein Roman aus bunten, nicht selten komischen Geschichten. 28 Leute werden uns mit beiläufiger Präzision in ihren großen und kleinen Nöten und Träumen vorgestellt. Oder sie erhalten selbst das Wort, und wir hören siesprechen mit jeweils sehr eigener Stimme - witzig, anmaßend, nachdenklich oder überspannt und manchmal alles zugleich. Ein vielstimmiger Chor entsteht, dissonant mitunter, aber schnell wird deutlich, dass es Verbindungen untereinander gibt. Die Leute arbeiten miteinander, sind befreundet oder verwandt, wenn auch manchmal über mehrere Ecken. Oder es begegnen sich ganz Fremde im Stadtgetümmel und nehmen sich für einen Augenblick als Zeitgenossen wahr, die nicht nur Ort und Zeit miteinander teilen, sondern auf verrückte Weise miteinander zu tun haben.Sabine Peters webt einen ungemein vielfältigen und welthaltigen Erzählteppich, sie entwirft scharfe individuelle Konturen und hat einen ausgeprägten Sinn für das Kleine, Versehrte. Und doch gibt es hier die Ahnung von Gemeinsamkeit und gelingendem Leben, von einem großen Gespräch zwischen den Generationen und Schichten der Gesellschaft.

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    Narrengarten

    SolunaBach

    16. September 2013 um 08:57

    Das neue Buch von Sabine Peters hat mich sofort interessiert, weil ich selbst in diesem Jahr einen Roman veröffentlicht habe, in dem es um die Hamburger Gesellschaft geht. Aber im Gegensatz zu mir ist Sabine Peters eine mit Preisen ausgezeichnete Schriftstellerin, schreibt echte Literatur in sehr eigener Sprache. Gut beobachtet, reflektiert, philosophisch manchmal. Eine durchgehende Handlung im klassischen Sinne , gibt es im "Narrengarten" nicht, der Roman ist eher eine Momentaufnahme. Mittelschichts-Menschen begegnen sich im Gegenwarts-Hamburg, mal gibt es wirkliche Bindungen zwischen ihnen, mal schrammen sie nur rein zufällig im öffentlichen Raum aneinander vorbei. Dann verlieren sie sich wieder und die Erzählung wendet sich den nächsten zu. Jedes Kapitel könnte auch für sich genommen als Kurzgeschichte funktionieren. Dialoge gibt es so gut wie nicht, die Protagonisten monologisieren über ihr Leben und das ist bei allen unfroh, ohne Ausschläge, seltsam emotionslos. Es geht um durchschnittliche Probleme und Sorgen von Prototypen einer mittelmäßigen Mittelschicht. Alltag eben. Auch wenn immer explizit Hamburger Schauplätze benannt werden, könnte das ganze jedoch überall, in jeder deutschen Stadt ablaufen. Gelangweilt habe ich mich mit dem Buch nicht, aber das Gelesene berührt mich auch nicht, ich entwickele keinerlei Empathie für die Akteure. Vielleicht weil es unter dem vielzähligen Personal keinen "Helden gibt, sich niemand heraushebt, alle so unglaublich klein und normal sind. Alle existieren, aber keiner lebt. Irgendwie trostlos.

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