Sabine Rennefanz

 4,2 Sterne bei 143 Bewertungen
Autorin von Kosakenberg, Die Mutter meiner Mutter und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sabine Rennefanz (©Ivan Cottrell)

Lebenslauf

Sabine Rennefanz wurde 1974 in Beeskow geboren und studierte Politologie in Berlin und Hamburg. Sie arbeitet u.a. als Redakteurin für die Berliner Zeitung. Für ihre journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis. Ihr erstes Buch, "Eisenkinder", erschien 2013 und stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr neues Werk "Die Mutter meiner Mutter" erscheint im September bei Luchterhand.

Neue Bücher

Cover des Buches Eisenkinder (ISBN: 9783596713097)

Eisenkinder

(1)
Neu erschienen am 26.08.2026 als Taschenbuch bei FISCHER Taschenbuch.

Alle Bücher von Sabine Rennefanz

Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783746642383)

Kosakenberg

(65)
Erschienen am 13.01.2026
Cover des Buches Die Mutter meiner Mutter (ISBN: 9783442715404)

Die Mutter meiner Mutter

(55)
Erschienen am 11.09.2017
Cover des Buches Eisenkinder (ISBN: 9783442748006)

Eisenkinder

(18)
Erschienen am 14.04.2014
Cover des Buches Eisenkinder (ISBN: 9783596713097)

Eisenkinder

(1)
Erschienen am 26.08.2026
Cover des Buches Frauen und Kinder zuletzt (ISBN: 9783962891497)

Frauen und Kinder zuletzt

(1)
Erschienen am 14.03.2022
Cover des Buches Deutsche Gespenster (ISBN: 9783103977462)

Deutsche Gespenster

(0)
Erscheint am 10.03.2027
Cover des Buches Mutter to go (ISBN: 9783442717729)

Mutter to go

(0)
Erschienen am 14.01.2019
Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783863526504)

Kosakenberg

(3)
Erschienen am 14.03.2024

Neue Rezensionen zu Sabine Rennefanz

Cover des Buches Eisenkinder (ISBN: 9783596713097)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Eisenkinder" von Sabine Rennefanz

Hubertus_Feldmann
Eindrückliches Dokument der Wendezeit

13 Jahre später, die „Ost-West-Geschichte“ hat sich weiterentwickelt, nicht immer zum Guten. Zeit für eine „Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe“ dieses absolut lesenswerten Buches. Auch wenn nur Verfeinerungen vorgenommen wurde, hat es von seiner Brisanz nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Mit zunehmender Distanz zu den Wendeereignissen, wird es immer wichtiger, Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen, zumal wenn sie, wie hier, einer Generation entstammen, die unter psychologischen Aspekten besonders betroffen waren und sind. Die Autorin war zu Beginn der (überfordernden) Ereignisse erst 16 Jahre alt.

Nicht umsonst wurde daher der Titel „Eisenkinder“ gewählt. Eisen, Eisenhüttenstadt, der Bezug ist schnell hergestellt, zu einer Stadt aus der Retorte, rund um das Stahlwerk 1950 gegründet, die mehr als jede Stadt im Osten der Republik das „neue Deutschland“ verkörpern sollte: Großzügige Paradeplätze, keine Kirchen: „Als ich nach Eisenhüttenstadt zog, verschwand der Glaube völlig aus meinem Leben. In Eisenhüttenstadt gab es nicht mal Kirchtürme.“ Dennoch spielt die Religion, der Glaube eine dominante Rolle in diesem Buch, dieses Ringen nach einem Ersatz, der die entstandene Leere füllen soll. Dieses Verführt-werden, dieses Auf-den-Leim-gehen, dieses Ringen um einen Platz in der Gesellschaft führt zu Auswüchsen wie sie drastischer wohl kaum ausfallen können. Beruhigend zu wissen, dass es auch aus solchen Fallen ein Entkommen gibt, allemal ist die Liebe (zu realen Personen) stärker, so auch in diesem Fall. Und als Leser:in ist man froh, dass die Autorin zu ihrer eigentlichen Profession, dem Schreiben, zurückgekehrt ist.

Über die unterschiedlichen Verhältnisse und Entwicklungen in Ost und West ist inzwischen zuhauf berichtet worden. Hier geschieht dies allerdings in einer Ausdrücklichkeit und Plastizität, die den Leser mitnimmt, gerade wenn dieser im Westen beheimatet ist. Man bekommt die Diskrepanz zwischen den zwei Welten, die zueinanderfinden sollen, hautnah zu spüren. Die eigenen Erfahrungen der Autorin bilden dabei eine herausragende Gegenerzählung zur offiziellen Erzählweise. Der Systembruch, der damit einhergehende psychische Druck, die Notwendigkeit zu verdrängen, Geschichten neu zu erzählen, um aus der Distanz die „neue“ Wut im Osten zu verstehen (oder die alte, die sich jetzt Bahn bricht), das alles sind Themen, die berühren und uns die betroffenen Menschen näherbringen. Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre in den Schulen der Republik werden.

(2.9.2026)

Cover des Buches Eisenkinder (ISBN: 9783442748006)
Lysan73s avatar

Rezension zu "Eisenkinder" von Sabine Rennefanz

Lysan73
Bewegend!

Ich bin ein Jahr vor Sabine Rennefanz unweit von Beeskow geboren und aufgewachsen und habe die Wende als 16jährige erlebt, die eben ihr Fachschulstudium begonnen hatte. Ich fand ihre sehr persönlichen Einblicke und Ausführungen hochinteressant, auch die Rückschlüsse und vielen Fragen, die sie aufwirft. Einen überragend großen Teil ihrer Erfahrungen teile ich und - abgesehen von den "normalen" kindlichen Prägungen - denke ich ebenso, dass diese Heimatlosigkeit einen großen Einfluss auf die Generation der wendekinder hat. Besonders bewusst wurde mir das, als ich einsehen musste, dass ich meinem Sohn kaum etwas aus meiner Kindheit verständlich machen geschweige denn zeigen konnte. 

Das Buch hat mich sehr bewegt und für viele Gespräche innerhalb des erweiterten Familien- und Freundeskreises geführt! Danke dafür!

Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783746642383)
sofies avatar

Rezension zu "Kosakenberg" von Sabine Rennefanz

sofie
Heimatreisen


"Heimreisen, das hatte ich inzwischen gelernt, waren Manöver durch energetische Felder. Es war, als kreiste man um einen Magnet, der einen entweder anzog oder abstieß." (S. 107)

Kathleen wächst in einem kleinen Dorf in Brandenburg auf. Die Wende erlebt sie als Kind und als junge Erwachsene tut sie, was viele andere, besonders die Frauen, in dieser Zeit getan haben: Sie geht in den Westen. In “Kosakenberg” werden nun mehrere Heimreisen in das fiktive Dorf beschrieben und was für Gefühle diese mit sich bringen. Kathleen ringt mit dem Verhältnis zu ihrer Mutter, zu ihrem Elternhaus und zu den Menschen in Kosakenberg. Dabei hält ihr vor allem ihre Kindheitsfreundin Nadine den Spiegel vor und zeigt quasi, wie Kathleens Leben hätte verlaufen können, wäre sie nicht gegangen. Ist Kathleen erfolgreicher als Nadine? Auf jeden Fall. Aber ist sie auch glücklicher? 

Als Ostkind, das in den Westen gegangen ist, hat mich das Buch gleich angesprochen und ich konnte sehr viel von dem, was die Protagonistin an ambivalenten Gefühlen gegenüber ihrer Heimat (schon das Wort ist schwierig) hat, nachfühlen. Sabine Rennefanz findet dafür genau die richtigen Worte. Gleich auf der ersten Seite packt sie das in nur einen Satz: “Wir gingen weg, um zu suchen, was wir gleichzeitig verloren. Eine Heimat. Wir gingen, weil uns nichts im Vertrauten hielt." (S. 9) Ich habe mir noch einige weitere schöne und treffende Sätze notiert. 

Auch wenn das Buch recht schmal ist, erzählt es mehrere Jahrzehnte aus dem Leben von Kathleen.  Das “Dazwischen” zwischen den Heimatreisen wird dabei manchmal nur angerissen und kursorisch erzählt. Der emotionale Schwerpunkt liegt auf Kosakenberg und dem Elternhaus. Dieser Fokus hat mir gut gefallen. Nur einmal bricht die Autorin aus diesem Muster aus und erzählt eine andere Art von “Heimreise”. 

Ich fand das Buch insgesamt sehr gut, nur an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefgang und Reflexion gewünscht. Besonders zum Ende hin gibt es dann ein Ereignis (das ich hier nicht spoilern möchte), das zwar schon am Anfang des Buchs angedeutet wird, für mich aber trotzdem fast wie aus dem Nichts kam. Das hätte ich gern noch aufgearbeitet, aber dann war das Buch bereits zu Ende. Ich werde mir aber auf jeden Fall noch weitere Bücher von der Autorin anschauen! 4 von 5 Sternen.  


Gespräche aus der Community

Cover des Buches Die Mutter meiner Mutter
S
SabineRennefanz
Als der Krieg zu Ende ist, fängt für die vierzehnjährige Anna der Kampf erst an. Gemeinsam mit ihrer Stiefmutter und ihren zwei kleinen Brüdern flieht sie vor den Russen und macht sich auf den Weg nach Westen. Sie landet in Kosakenberg, einem Dorf in der sowjetischen Besatzungszone. Sie fängt an, als Magd bei einem Bauern zu arbeiten und ernährt so ihre Familie.

1949 kehrt ein längst verschollen geglaubter Knecht aus der Gefangenschaft auf den Hof zurück: Friedrich Stein. Anna hat vom ersten Tag Angst vor ihm – und doch muss sie ihn heiraten. Über die Umstände der Hochzeit wissen auch die Töchter, die aus der Ehe hervorgehen, viele Jahre nichts. Erst viele Jahre nach dem Tod des Vaters kommt ein Geheimnis ans Licht. Es ist eine brutale Geschichte - die allerdings zu der Zeit nicht selten war.

Meine Großmutter war ein Flüchtling - wie die Menschen, die heute zu uns kommen. Für mich wecken die aktuellen Fernsehbilder Erinnerungen an die Geschichte meiner Großmutter, die mich schon mein Leben lang begleitet. In meinem Buch begebe ich mich auf Spurensuche und zeichne Annas Leben nach - vielleicht erkennen einige Leser Ähnlichkeiten mit ihren Müttern oder Omas.

Wieso das, was vor siebzig Jahren passiert ist, heute wieder wichtig ist, habe ich im englischen Guardian erklärt :
http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/03/germany-asylum-seekers-rightwing-attacks


In einem vorab veröffentlichten Kapitel in der Berliner Zeitung wird die Flucht von Anna aus dem Dorf im Osten beschrieben:
http://www.berliner-zeitung.de/literatur/-die-mutter-meiner-mutter--von-sabine-rennefanz-in-der-fremde-lauert-ein-dunkles-familiengeheimnis,10809200,31707082.html



Gerne möchte ich mit euch die Diskussion weiterführen und lade deshalb zur Leserunde ein.

20 Bücher warten auf den Versand.

Wer teilnehmen möchte, beantwortet einfach folgende Frage:

Gibt es bei euch eine Fluchtgeschichte, die eure Eltern oder Großeltern geprägt hat?

Bewerbungsschluss ist der 30. September.

Ich bin gespannt auf eure Beiträge!
Viele Grüße
Sabine Rennefanz



Hallo, ihr Lieben!
Tausend Dank für die vielen spannenden, bewegenden, persönlichen Beiträge. Ich habe mich regelrecht festgelesen und war überwältigt, wie sehr das Thema Flucht und Krieg euch auch bewegt. Es fiel mir sehr schwer, aus den Bewerbungen nur zwanzig Gewinner auszuwählen. Ich habe versucht, eine Bandbreite an unterschiedlichen Hintergründen auszusuchen (Flucht nicht nur aus dem heutigen Polen, sondern auch aus anderen Ländern) sowie verschiedene Generationen zu repräsentieren, es sind auch Gewinner dabei, die gar keine Fluchtgeschichte zu erzählen hatten, die aber plausibel begründen konnten, warum dieses Thema für sie interessant ist. Alle, die nicht gewonnen haben: Bitte lest und diskutiert trotzdem mit!

Und hier sind die Gewinner:
Rosen-rot
TochterAlice
Bookgirl
Honigmond
Alasca
Engineerwife
Britta70
Buecherschmaus
Goldstueck90
Lesebiene27
Tricksi
Bettina243
Leselea
MagicMoments
Aspasia
FamousNinchen
Barbara62
Orfe1975
Hevalump
Isa1011

Die Bücher stehen beim Luchterhand Verlag München für euch bereit und werden so schnell wie möglich versendet.

Herzlichen Dank nochmal und viele Grüße
Sabine Rennefanz



Hallo, ihr Lieben, zum Abschluss der Runde nochmals ein großes Dankeschön von mir für die vielen spannenden Gedanken, Interpretationen, Fragen und Beiträge. Diese Leserunde, meine erste, war eine echte Bereicherung. Alles Gute, Sabine Rennefanz
280 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Sabine Rennefanz wurde am 18. Juli 1974 in Beeskow (Deutschland) geboren.

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