Sabine Rennefanz

 4,1 Sterne bei 133 Bewertungen
Autorin von Kosakenberg, Die Mutter meiner Mutter und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sabine Rennefanz (©Ivan Cottrell)

Lebenslauf

Sabine Rennefanz wurde 1974 in Beeskow geboren und studierte Politologie in Berlin und Hamburg. Sie arbeitet u.a. als Redakteurin für die Berliner Zeitung. Für ihre journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Deutschen Reporterpreis. Ihr erstes Buch, "Eisenkinder", erschien 2013 und stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr neues Werk "Die Mutter meiner Mutter" erscheint im September bei Luchterhand.

Alle Bücher von Sabine Rennefanz

Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783351039691)

Kosakenberg

 (60)
Erschienen am 13.03.2024
Cover des Buches Die Mutter meiner Mutter (ISBN: 9783442715404)

Die Mutter meiner Mutter

 (54)
Erschienen am 10.09.2017
Cover des Buches Eisenkinder (ISBN: 9783442748006)

Eisenkinder

 (16)
Erschienen am 13.04.2014
Cover des Buches Frauen und Kinder zuletzt (ISBN: 9783962891497)

Frauen und Kinder zuletzt

 (1)
Erschienen am 14.03.2022
Cover des Buches Mutter to go (ISBN: 9783442717729)

Mutter to go

 (0)
Erschienen am 13.01.2019
Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783863526504)

Kosakenberg

 (2)
Erschienen am 14.03.2024

Neue Rezensionen zu Sabine Rennefanz

Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783351039691)
kruemelmonster798s avatar

Rezension zu "Kosakenberg" von Sabine Rennefanz

Besuche in der alten Heimat
kruemelmonster798vor 2 Tagen

Kathleen wächst in einem kleinen Ort in Brandenburg auf, in Kosakenberg.
Wie fast alle jungen Menschen dort verlässt sie den Ort nach der Schule. Sie zieht sogar bis nach London, arbeitet dort als Grafikerin und ist nun "etwas Besseres". Zumindest spürt man die Kluft, die bei ihren seltenen Besuchen in ihrem Kindheitszuhause vorhanden ist.
Sei es zwischen den Eltern - zwischen Vater und Tochter sind die Lebensrealitäten so unterschiedlich und sie schaffen es nicht, im Gespräch zu bleiben. Bei der Mutter ist es zwar anders, aber auch mit Konflikten behaftet.

Das Buch behandelt natürlich das Verlassen von ostdeutschen Städten und Dörfern im Besonderen und das ist durch das Fehlen von fast jeglichen jungen Menschen auch noch einmal eine andere Situation für die Zurückgelassenen. Nichtsdestotrotz kennt das Gefühl des Wieder-nach-Hause-kommens, das im Buch sehr gut bei den Besuchen Kathleens beschrieben wird, wahrscheinlich fast Jede*r, der nach der Schule weggezogen ist und nur noch zu Besuchen zurückkommt.

Das hat mir gut am Buch gefallen.
Nicht so gut hat mir gefallen, dass ich darüber hinaus keine Nähe zu den Charakteren aufbauen konnte.
Kathleen blieb mir fremd, genauso ihre Freundin aus Kinderragen. Was bewegt sie wirklich, insbesondere die ehemalige Freundin? Sie hat eine exponierte Stellung im Buch, aber wir erfahren nur wenig.

Auch Kathleen - gegen Ende des Buches verändern sich ihre Schwerpunkte, aber alles wird sehr sachlich berichtet, was Kathleen umtreibt, eine Entwicklung, das fehlte mir.

Insgesamt gut mit oben genannten Einschränkungen.

Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783351039691)
Buecherfreundin85s avatar

Rezension zu "Kosakenberg" von Sabine Rennefanz

Zwischen alter und neuer Heimat
Buecherfreundin85vor 14 Tagen

Im Mittelpunkt von "Kosakenberg", dem neuen Roman von Sabine Rennefanz, steht die Ich-Erzählerin Kathleen. Großgeworden in der Enge des kleinen Dorfs Kosakenberg in Brandenburg, in dem jeder jeden kennt, zieht es sie 1997 nach dem Abitur zum Studieren nach Berlin. Ihr Weg führt sie nach München, Hamburg und wieder Berlin, ehe sie sich dazu entschließt, nach London zu ziehen, um dort bei der Zeitschrift "Design Review" als Grafikdesignerin zu arbeiten. Sie lässt außer ihren Eltern, der Großmutter und ihrer Schwester Annett ihre ehemals beste Freundin Nadine aus Kindertagen zurück.

 

Die Handlung zieht sich über einen Zeitraum von 15 Jahren, während dieser Zeit kommt es zu zehn Besuchen in der Heimat. Kathleen enttäuscht und schmerzt es, dass ihre Eltern sich nicht für ihr neues Leben in England interessieren, und sie schämt sich für ihr bescheidenes Elternhaus, als ihr südamerikanischer Freund Octavio sie bei einem ihrer Besuche begleitet. Auch die Freundschaft zu Nadine verändert sich, die beiden entfremden sich zunehmend.

 

Das Buch ist in intelligenter Sprache geschrieben und liest sich sehr flüssig. Die unterschiedlichen Charaktere sind klar skizziert und authentisch. Was Kathleen angeht, war ich etwas zwiegespalten, auf der einen Seite gefiel mir ihr Selbstbewusstsein und ihr Ehrgeiz, auf der anderen Seite mochte ich ihr bisweilen überhebliches Auftreten bei den Besuchen in der Heimat, vor allem ihrer Mutter gegenüber, nicht. Es fällt ihr schwer zu akzeptieren, dass es nicht jeden in die Welt hinauszieht und dass viele Dorfbewohner ein zufriedenes Leben führen. Die Kosakenberger leben in ihrer eigenen Welt, was außerhalb geschieht, scheint sie nicht zu interessieren.

 

Die Autorin schildert in jedem Kapitel, das einen aktuellen Besuch Kathleens beinhaltet, die Veränderungen im Dorfleben. Besonders gut gefallen hat mir das Kapitel mit Tamaras Hochzeit, das auch teilweise sehr humorvoll erzählt ist und die Kluft zwischen Kathleen und den Dorfbewohnern sehr eindrücklich beschreibt. Auch die Schilderung der sich verändernden Beziehung zwischen Kathleen und Nadine und den immer seltener werdenden Begegnungen ist der Autorin großartig gelungen. Das schwierige Mutter-Tochter-Verhältnis wird ebenso thematisiert wie die Ost-West-Probleme nach der Wende. Kathleen erinnert sich während ihrer Besuche an ihre Vergangenheit in Kosakenberg, und wir erhalten Einblicke in ihr Leben in London.

 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, während der Lektüre habe ich oft an meine eigene "alte Heimat" gedacht. Besonders berührend fand ich die drei letzten Kapitel und das hoffnungsvolle Ende, das Raum lässt für eigene Gedanken.

 

Absolute Leseempfehlung für diesen ruhig geschriebenen und fesselnden Roman über Heimat und Loslassen, Weggehen und Zurückkommen, der mich bestens unterhalten, aber auch sehr nachdenklich gemacht hat!

        

Cover des Buches Kosakenberg (ISBN: 9783351039691)
Himmelfarbs avatar

Rezension zu "Kosakenberg" von Sabine Rennefanz

Weggehen und Zurückkommen
Himmelfarbvor 17 Tagen

Die Protagonistin Kathleen in Sabine Rennefanz Roman „Kosakenberg“ möchte etwas aus ihrem Leben machen, und die brandenburgische Provinz, die in der Nachwende-Zeit vor allem dazu dient, reichen Westdeutschen billige Ferienhäuser zu ermöglichen, verlassen. Zwar schien ihre Kindheit und Jugend in Kosakenberg halbwegs glücklich, im Haus der Großmutter, mit Garten und Hühnerstall, doch zieht es sie nach dem Abitur in die Welt hinaus. Während ihre Schwester den ungeliebten Ort in Richtung Australien verlässt, und nie mehr zurückkehrt, schafft es Kathleen immerhin nach London , kommt aber immer wieder heim und wird bei jeder Rückkehr an die Vergangenheit erinnert.

Sabine Rennefanz, die mit ihrer Romanfigur die Herkunftsgegend teilt, versucht nach ihrem Bestseller „Eisenkinder“ einmal mehr aufzuzeigen, was bei der Wiedervereinigung in die Hose gegangen ist. Politisch  sowohl, als auch menschlich. Kathleen schaut auf ihre Heimat herunter, schämt sich für die Mutter, das alte Haus und ihre ehemaligen Freundinnen, die es nicht „raus“ geschafft haben. Kosakenberg scheint trist, abgehängt vom Rest der Welt, langweilig. Aber auch in London wird Kathleen nicht heimisch. London scheint in Rennefanz Beschreibung eigentlich genauso trist, wie Kosakenberg, bekommen die Leser doch bloß immer mit, in welcher Straße Kathleen lebt, und wie sie ihren Job gestaltet, ansonsten bleibt die brodelnde Metropole nebulös.

Überhaupt macht es Rennefanz einem schwer, wirklich eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen, ein Gefühl für sie zu bekommen, denn man bleibt beim Lesen immer nur in Kathleens Kopf. Der gesamte Roman schildert die Befindlichkeit einer Frau, die besser sein will, und es trotzdem nicht schafft, sich aus ihrem Heimatdorf zu lösen. Am Ende beneidet sie sogar ihre alte Jugendfreundin für ihre Kompromisslosigkeit und die Stärke, in der Provinz zu verharren, um sich ein kleines Glück zu ermöglichen.
Das ist zwar alles sehr eindringlich beschrieben, und besonders die Passage über die Hühnereier, das Gold von Kosakenberg, ist wundervoll, aber so ganz geht die Geschichte nicht auf. Zu viel bleibt unerwähnt, Personen verschwinden, oder tauchen auf und laufen irgendwie mit. Ich hätte mir mehr Hintergrund und Zusammenhänge gewünscht. Am Ende steht ein angedeutetes Happy End, und das ist für mich die falscheste aller Möglichkeiten.

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Zusätzliche Informationen

Sabine Rennefanz wurde am 18. Juli 1974 in Beeskow (Deutschland) geboren.

Sabine Rennefanz im Netz:

Community-Statistik

in 202 Bibliotheken

auf 42 Merkzettel

von 2 Leser*innen aktuell gelesen

von 1 Leser*innen gefolgt

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