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Tasmetu

vor 4 Wochen

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Spoilerwarnung.

Nachdem Band Eins mich dazu gebracht hat, mein Leser-Pokerface vollkommen in Tränen aufzuweichen, waren meine Erwartungen natürlich hoch. Ich freute mich so so sehr auf die Fortsetzung von Vikis und Jays Geschichte, dass ich keine Sekunde warten konnte, als es ankam.
Und ich weiß nicht, wie Sabine Schoder es schafft, dass ich bei ihren Liebesgeschichten emotional werde. Denn eigentlich kann ich Liebesromane nicht ausstehen. Bei Viki und Jay ist es aber irgendwie anders. Ich finde mich selbst in der Geschichte wieder, den Schmerz, den eine Beziehung verursachen kann, die unfairen Seiten des Lebens, der langsame Heilungsprozess eines gebrochenen Menschen, die Wut und Ohnmacht, die Stärke, die Hoffnung.
Zwar habe ich bei diesem zweiten Teil nicht vollkommen schluchzend auf dem Boden gelegen (ich hoffe auch stark, dass das nie wieder vorkommt), aber ich hatte trotzdem immer wieder Tränen in den Augen. Schoder schafft es mit nur wenigen Sätzen immer wieder, sich tief in mein Herz zu bohren.
Leider hat es meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Denn in Band Zwei haben wir mehr kitschige und klischeehafte Elemente, was für mich eine gewisse emotionale Distanz geschaffen hat. Gerade den Epilog fand ich... naja. Ein bisschen zu viel Zuckerwatte. Und ein bisschen zu viele offene Fragen.
Trotzdem wirkten die beiden immer noch echt. Ihre Probleme - und davon gibt es jede Menge - sind mit ihnen gewachsen und plötzlich geht es weniger um Drogenmissbrauch als um Geldsorgen und ähnliches.
Die Tatsache, dass sie ihre Vergangenheit, ihre schlechten Angewohnheiten und die inneren Narben und Fehler nicht einfach abschütteln, weil sie nun die große Liebe gefunden haben, fand ich sehr erfrischend. Hier wird niemand nur durch pure Liebe geheilt, sondern man sieht, wie es in Wahrheit ist: Ein anstrengender, nicht immer einfacher Prozess, der nie vollständig abgeschlossen ist und bei dem man immer wieder Rückfälle hinnehmen muss. Es hat mir das Herz gebrochen, weil es so verdammt real ist. Weil es nicht einfach nur hübsche Fiktion ist, sondern das wahre Leben. Und zwar das von Menschen, bei denen eben nicht immer alles super ist oder super wird, sondern wo das Leben immer wieder dazwischen funkt, sie auf die Probe stellt, sie verletzt, sie verzweifeln lässt, sie vor heftige und endgültige Entscheidungen stellt. Und dass diese Entscheidungen durchaus ernste, nicht wieder gut zu machende, Konsequenzen haben.
Schoder hat ein Talent dafür, das wahre Leben zu Papier zu bringen und es dabei weder langweilig noch geschönt darzustellen. Sie schafft es, dass man das Leben lieben lernt, obwohl alles schief läuft. Sie schafft es, Liebe genau die Bedeutung beizumessen, die sie hat: Etwas, dass wie ein Kleber wirken kann, aber nicht wie ein schnelles Heilmittel. Eine Hilfe, aber keine Notwendigkeit. Auch die Themen der häuslichen Gewalt, Verlust, Drogenmissbrauch, Eltern-Kind-Beziehung, Erwachsenwerden, usw, fand ich gut behandelt. Obwohl ich die Zigaretten etwas zu "romantisiert" fand, denn wir erfahren nie, ob er tatsächlich aufgehört hat.
Weshalb das Buch, neben dem erhöhten Zuckerwatte-Faktor, ebenfalls einen Stern abgezogen bekommen hat, war Dave. Jays bester Freund mag zwar ein gutes Herz haben, ist aber ein sexistischer Idiot. Ich hätte seine Perspektive wirklich nicht gebraucht. Ich weiß, dass solche Menschen durchaus auch zur unschönen Realität gehören, aber der Sexismus hätte echt nicht sein müssen. Dafür lieber mehr von Mel, denn die Freundschaft von ihr und Viki war wirklich Girlpower und voller platonischer Liebe.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir ein zweites Buch von Viki & Jay bekommen haben. Und ich hoffe, dass Schoder noch viele solcher Bücher schreibt. Allerdings sollten diese dann auch bessere Cover haben, die auch diejenigen ansprechen, die diese wirklich Geschichte brauchen.

Autor: Sabine Schoder
Buch: So was passiert nur Idioten. Wie uns.
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