Sabine Scholz Die Sonne hat keinen Eigentümer

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Inhaltsangabe zu „Die Sonne hat keinen Eigentümer“ von Sabine Scholz

Max Stirner, erbarmungsloser Religionskritiker und Nihilist, wird von den meisten Philosophiegeschichten des 19. Jahrhunderts unter den Tisch gekehrt. Warum eigentlich? Schließlich hat es auch der Philosoph Friedrich Nietzsche als Nihilist auf den Olymp der unangefochtenen Klassiker geschafft. Mit "Die Sonne hat keinen Eigentümer" versucht Sabine Scholz, Max Stirner aus der unverdienten Versenkung zu holen. Auf heitere Weise erzählt sie von gescheiterten Philosophen und eigenwilligen Liebesgeschichten zwischen 1838 und heute. Eine besondere Rolle kommt dabei Stirners Ehefrau Marie Dähnhardt zu: nahm sich doch die Apothekerstocher aus Gadebusch damals schon die Freiheit, ein den Männern ebenbürtiges Leben zu führen. Scholz verwebt in ihrem Roman historische Quellen mit einem modernen Handlungsstrang zu einem zeitgemäßen Porträt Max Stirners und seiner Frau.

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  • Rezension zu "Die Sonne hat keinen Eigentümer" von Sabine Scholz

    Die Sonne hat keinen Eigentümer
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    19. August 2009 um 18:04

    Die Sehnsüchte und Irrungen in Liebesangelegenheiten sind zeitlos. Das ist das eigentliche, sehr feinsinnig ausgelotete Thema dieses Versuchs einer Annäherung an den heute fast vergessenen Philosophen Max Stirner, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Berliner Hegelianer-Szene aufzumischen versuchte. Die in Turin lebende Autorin Sabine Scholz, seit langem Mitarbeiterin am “Max-Stirner-Archiv”, hat diesen Roman anläßlich des 200. Geburtstag des Denkers nach gründlicher Recherche der wenigen bekannten Lebensdaten geschrieben und in geschickter Überblend-Technik die historischen und heutigen Protagonisten in einen lebendigen und glaubwürdigen Erzählstrang verflochten. Der Plot: Die in der Gegenwart im ostdeutschen Gadebusch lebende Schülerin Ambra findet eines Tages die verschollenen Briefe von Stirners zweiter Ehefrau Marie Dähnhardt an deren Freundin Fanny, in denen eine emanzipierte, frei denkende und doch sehr verletzliche Frau offen über ihre Männerbeziehungen und ihre gescheiterte Ehe mit dem Philosophen schreibt. Ambra, ebenfalls in mehrere Männerbeziehungen gleichzeitig verstrickt, sieht viele Parallelen zu ihrem eigenen Leben und macht sich auf Spurensuche, in deren Verlauf sie den arbeitslosen Berliner Philosophen Robert Weigert, einen Stirner-Spezialisten, kennenlernt und sich in ihn verliebt. Die Briefe Marie Dähnhardts sind der rote Faden des Romans, von Spots auf Ambras gegenwärtiges Leben unterbrochen und so in gegenseitiger Reflexion Ausdruck der Gedanken- und Gefühlsverwandschaft beider Frauen. Max Stirner wird dabei fast zur Randfigur, da er nur als unangenehm empfundene 3. Person in den Briefen, die auch ein Sittenbild der Freidenker-Szene des damaligen Berlin zeichnen, auftaucht. Wie in ihren früheren Büchern gelingt es Sabine Scholz auch diesmal, mit flüssigem und variablem Schreibstil Lesespannung zu erzeugen und ihr Hauptthema “Liebe” nicht mit Schwulst zu überladen, sondern in sensiblen Subtexten den Facettenreichtum ihrer Charaktere auszuloten. Diese Rezension wurde von Werner F. eingereicht.

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