Der Goldzug

von Sabine Stehrer 
5,0 Sterne bei2 Bewertungen
Der Goldzug
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Unglaubliche Geschichte, wer sich am geraubten Eigentum bereichert hat.

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Nicht nur die Nazis haben sich an geraubtem Gut von ermordeten Juden bereichert.

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Inhaltsangabe zu "Der Goldzug"

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieg schickten die Nationalsozialisten 24 Waggons mit Raubgold ungarischer Juden Richtung Westen. Der Großteil blieb bis heute verschwunden. Mit 3. November 1944 datiert einer der Höhepunkte des ungarischen Holocaust. Der Ministerpräsident erlässt das Dekret Nummer 3840. Es bezeichnet alles jüdische Eigentum als "Eigentum der Nation, also Eigentum der Regierung" und öffnet Beschlagnahmungen Tür und Tor. Im Dezember soll das Raubgut in den Westen geschafftt werden, möglichst weit weg von der heranrückenden Roten Armee. Geladen sind Kisten mit Gold, Goldstaub, Eheringe, Diamanten, Silberbarren, silberne Kandelaber aus Haushalt und Synagoge, Münzen, Gemälde, Briefmarkensammlungen, Bücher, Uhren, Kameras, Violinen. So gut wie nichts davon hat seine rechtmäßigen Eigentümer je wieder erreicht. Zum einen, weil die meisten von ihnen - 600.000 ungarische Juden - ermordet worden sind, zum anderen, weil sich entlang der Route, die der Goldzug und seine Ladung über Ungarn, Österreich, Frankreich, Deutschland und die USA nahm, unzählige begehrliche Hände an dem Schatz bedienten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783707605570
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:180 Seiten
Verlag:Czernin Verlag
Erscheinungsdatum:12.12.2015

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    Sikals avatar
    Sikalvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unglaubliche Geschichte, wer sich am geraubten Eigentum bereichert hat.
    Der Goldzug

    Die Autorin Sabine Stehrer hatte vor einigen Jahren in den Salzburger Nachrichten diese unglaubliche Geschichte über den Raub von Besitztümern ungarischer Juden berichtet und als Ergänzung dazu dieses Buch herausgebracht. Und was man hier liest, ist wirklich ungeheuerlich.

    Der Goldzug mit geraubten bzw. konfiszierten Wertgegenständen machen sich auf den Weg von Budapest in Richtung Westen – immer auf der Flucht vor der berüchtigten Roten Armee. Doch letztendlich waren es nicht die Russen, die sich an diesen Gütern bereicherten. Die Autorin gibt hier ihre Recherchen preis und über diverse Details kann man nur mehr den Kopf schütteln – so wurden nicht nur von den Nazis diese Gegenstände (Goldschmuck, Barren, Pelze, Porzellan, …) großzügig verteilt, sondern es wurden außerdem etliche Kisten von Dorfbewohnern vergraben – oder einfach ausgegeben, um sich den ein oder anderen Luxusartikel zu gönnen. So fuhr dann schon mal ein Bauernsohn mit einem neuen Auto herum, während sich eine Verkäuferin mit einem ungewöhnlich wertvollen Schmuckstück zierte.

    Doch sogar die amerikanischen Besatzungssoldaten bereicherten sich hier und schafften so manchen Wertgegenstand direkt nach Amerika. Restitutionsforderungen wurden nur sehr zaghaft behandelt und von einem ordnungsgemäßen Gerichtsverfahren war man meilenweit entfernt.

    Sabine Stehrer listet hier Namen auf, die an diesem Verbrechen beteiligt waren, erläutert ebenso die genauen Diebesgüter und rekonstruiert soweit möglich, die Route dieses Goldzuges. Der Schreibstil ist sehr sachlich gehalten, von vielen Fakten untermauert und ohne eigene Anmerkungen oder Interpretationen der Autorin.

    Eine Geschichte unserer Vergangenheit, derer wir uns ganz bestimmt nicht rühmen dürfen.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht nur die Nazis haben sich an geraubtem Gut von ermordeten Juden bereichert.
    Der Goldzug - die Geschichte eines Raubzuges

    Sabine Stehrer zeigt in ihrem Buch über den legendären „Goldzug“ der Nazis, dass sich nicht nur diese am geraubten Gut von tausenden ermordeten ungarischen Juden bereichert haben.

    Die Liste der namentlich bekannten und unbekannten Räuber ist lang. Man findet sowohl ungarische als auch deutsche Nazis darunter, österreichische Dorfbewohner, die sich schamlos bedienten und, eine besonders perfide Geschichte, zahlreiche, teils hochrangige Besatzungssoldaten aus Amerika und Frankreich unter den Räubern.

    Die wenigsten wurden vor Gericht gestellt. Ein Großteil des gestohlenen Gutes wurde auch nach Amerika verbracht. So zieren Teppiche und andere Einrichtungsgegenstände die Haushalte von amerikanischen Soldaten. Manche Ehefrau trägt Schmuck aus ehemals jüdischem Besitz.

    Meine Meinung:

    Die Autorin hat penibel recherchiert und teilweise schier unglaubliche Fakten zutage gefördert, die bislang nahezu unbekannt waren.

    Sabine Stehrer schreibt sachlich, fast ein wenig distanziert und wertet nicht. Ich kann mir vorstellen, dass sie beim Quellenstudium und dann beim Schreiben, das eine oder andere Mal, ob der Frechheit der handelnden Personen, bestimmt recht wütend war. Zumindest mir ist es beim Lesen so gegangen. Besonders geärgert habe ich mich darüber, dass trotz Wissen der Vorgesetzten die Diebe der US-Army nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, sondern diejenigen, die den Skandal aufgedeckt haben, sofort in der Versenkung verschwunden sind. Man wollte wohl das „Saubermann-Image“ der Amis nicht beschmutzen.

    Das Buch lüftet ein wenig die Geheimnisse rund um den sagenumwobenen „Goldzug“ und ist ein Werk, das zur Aufklärung und Aufarbeitung der Geschehnisse von damals 1944/45 beiträgt.

    Fazit:

    Nicht nur Nazis haben sich an Raubgut schamlos bereichert – 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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