Das Cover des Buches ist wahnsinnig liebevoll und filigran gestaltet und auch die Illustrationen innerhalb des Buches zeigen, dass es sich bei diesem Buch um eine absolute Herzensangelegenheit handelt.
Ich habe das Buch innerhalb einer Leserunde gelesen und immer mal wieder kam der Punkt, dass das Buch nicht wissenschaftlich fundiert sei. Mir ist an der Stelle ganz wichtig zu betonen, dass die Autorin ganz zu Beginn betont, dass sie kein Fachpersonal ist und dass es sich bei dem vorliegenden Werk um ein Projekt handelt, welches erschaffen wurde, um Menschen in Krisensituationen eine Stütze zu sein. Es ist also logisch, dass hier keine bahnbrechenden Erkenntnisse und wissenschaftlich fundierte Ergebnisse diskutiert werden. Nichtsdestotrotz arbeitet die Autorin hier und da mit ausgewiesenen Studien und nennt auch im späteren Anhang einige Literaturverweise, in die sich Leserinnen und Leser dann einlesen können, wenn der Bedarf da ist.
Besonders gelungen finde ich die verschiedenen kleinen Übungen am Ende eines Abschnittes bzw. eines Kapitels. Sie ermöglichen, das zuvor Gelesene zu reflektieren, anzuwenden und zu verstehen.
Die Autorin hat eine sehr empathische Art, mit der sie es schafft, dass während des Lesens das Gefühl vermittelt wird, sich mit einer vertrauten Person zu unterhalten oder auszutauschen, sodass auch schwierige Zusammenhänge greifbar gemacht werden. Ich persönlich hatte an sehr vielen Stellen des Buches das Gefühl, mich mit den geschriebenen Zeilen absolut identifizieren zu können. Und genau das macht den Reiz des Buches auch aus. Sabine Steindor schreibt aus eigenen Erfahrungen, legt dar, was sie selbst erlebt hat, zeigt auf, wie sie es geschafft hat, dem wieder zu entrinnen und macht insgesamt einfach ein gutes Gefühl.
In der ersten Hälfte des Buches habe ich die Strukturierung bzw. die Titel der Kapitel ein wenig verwirrend gefunden, da die anfänglichen Kapitel mit sehr vielen Informationen beladen wurden, die sich teilweise auch überschnitten haben. Vielleicht wäre es an der Stelle ein wenig einfacher gewesen, die Kapitel zu kürzen bzw. die einzelnen Abschnitte ein wenig passender zu strukturieren.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich es sehr genossen habe, dieses Buch zu lesen, da es Kraft und Hoffnung schenkt. Sabine Steindor bespricht innerhalb des Buches einige Gefühle, wie z.B. die Wut, zeigt auf, wie mit diesen adäquat umgegangen werden kann, woher sie eventuell stammen und betont auch, dass es okay ist, diese Gefühle in sich zu haben. Im Generellen wird immer wieder betont, dass alle Gefühle in Ordnung sind und keinen falschen Charakter haben. Das Buch eignet sich aufgrund all dieser beschriebenen Punkte zudem auch super als Geschenk für Personen, denen es gerade nicht gut geht, aber auch für die, die sich mit dem Thema Mental Health auseinandersetzen möchten.