Die Arznei der Könige

von Sabine Weiß 
4,4 Sterne bei22 Bewertungen
Die Arznei der Könige
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Neue Kurzmeinungen

Kirschbluetensommers avatar

Interessante Idee, allerdings kommt Spannung ab der Mitte des Buches immer nur noch kurz auf - zieht sich wie Kaugummi...

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Ein sehr schön nachvollziehbares und entspannendes Buch.

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Inhaltsangabe zu "Die Arznei der Könige"

Ein stimmungsvoller, spannender Historischer Roman, inspiriert vom Leben der historischen Medica Jakoba die Glückliche

Lüneburg im 14. Jh. Nach dem Tod ihrer Familie hat die junge Adlige Jakoba in einem Kloster ihre Bestimmung als Krankenpflegerin gefunden. Doch ihr Bruder zwingt sie in eine neue Ehe, und als ihr brutaler Mann einem Unfall zum Opfer fällt, muss Jakoba fliehen. Nur der Hilfe Arnolds, eines Theriak-Krämers, hat sie es zu verdanken, dass sie sich nach Paris durchschlagen und als Heilerin einen Namen machen kann. Rasch ist sie so erfolgreich, dass sogar der sieche König nach ihr ruft und nach der "Arznei der Könige" verlangt. Doch damit macht sie sich gefährliche Feinde.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404176465
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:29.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    wampys avatar
    wampyvor 2 Monaten
    Figuren und Atmosphäre überzeugen

    Buchmeinung zu Sabine Weiß – Die Arznei der Könige

    „Die Arznei der Könige“ ist ein Historischer Roman von Sabine Weiß, der 2018 bei Bastei Lübbe Taschenbuch erschienen ist.

    Zum Autor:
    Sabine Weiß, Jahrgang 1968, arbeitete nach ihrem Germanistik- und Geschichtsstudium zunächst als Journalistin. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten historischen Roman, der zu einem großen Erfolg wurde und dem viele weitere folgten. Im März 2017 erschien ihr erster Kriminalroman, Schwarze Brandung.

    Klappentext:
    Ein stimmungsvoller, spannender Historischer Roman, inspiriert vom Leben der historischen Medica Jakoba die Glückliche
    Lüneburg im 14. Jh. Nach dem Tod ihrer Familie hat die junge Adlige Jakoba in einem Kloster ihre Bestimmung als Krankenpflegerin gefunden. Doch ihr Bruder zwingt sie in eine neue Ehe, und als ihr brutaler Mann einem Unfall zum Opfer fällt, muss Jakoba fliehen. Nur der Hilfe Arnolds, eines Theriak-Krämers, hat sie es zu verdanken, dass sie sich nach Paris durchschlagen und als Heilerin einen Namen machen kann. Rasch ist sie so erfolgreich, dass sogar der sieche König nach ihr ruft und nach der "Arznei der Könige" verlangt. Doch damit macht sie sich gefährliche Feinde ...


    Meine Meinung:
    Mich hat dieser Roman von Anfang an gefangen genommen. Jakoba ist eine junge Frau, die sich für Arzneien interessiert und Kranken helfen mag. Dann wird ihr von ihrem Bruder übel mitgespielt und Jakoba muss fliehen. Sie ist sehr sympathisch, könnte aber ein paar Graustufen in ihrem Wesen vertragen. Jakoba schließt sich einem Theriak-Krämer an, den ein gefährliches Geheimnis umgibt. Der Krämer und seine Frau sind zwei sehr gelungene Figuren mit Grautönen, die trotzdem sympathisch erscheinen. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern reist Jakoba durch halb Europa. Man erfährt viele Details aus dem Leben einfacher Bürger, aber auch mit welchen Beschränkungen insbesondere Frauen klar kommen mussten. Immer wieder werden aktionsreiche Abschnitte eingesetzt, die das Erzähltempo und die Spannung hoch halten. Natürlich darf auch eine komplizierte Liebesgeschichte nicht fehlen. Sehr schön auch das Einfangen der unterschiedlichen Handlungsorte und ihrer jeweiligen Atmosphäre. Hin und wieder blitzt auch Humor auf, der für Auflockerung sorgt. Dies ist auch notwendig, weil oft das Leid der Menschen beschrieben wird, die oft unverschuldet in Not geraten sind.

    Fazit:
    Mir hat dieser Historische Roman sehr gut gefallen, der viel über das Leben in der damaligen Zeit vermittelt. Atmosphäre und Figuren überzeugen und auch für Spannung war gesorgt. So vergebe ich gerne fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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    Kirschbluetensommers avatar
    Kirschbluetensommervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Interessante Idee, allerdings kommt Spannung ab der Mitte des Buches immer nur noch kurz auf - zieht sich wie Kaugummi...
    Leider ein bisschen zu fad

    Jakoba hat sich mit ihrem Leben im Kloster gerade angefreundet und in der Behandlung Kranker ihre Bestimmung gefunden, als ihr Bruder sie aus dem Kloster entführt und mit einem reichen, aber brutalen Kaufmann verheiratet. Nur mit Mühe kann sie sich aus diesen Zwängen befreien und fliehen. Auf der Flucht trifft sie auf Arnold und seine Frau Mona, mit denen sie nicht nur gemeinsam reisen, sondern von dem sie auch viel über die Heilkunst lernen kann. Doch auch Arnold und Mona werden von Dämonen ihrer Vergangenheit verfolgt.


    Der Schreibstil ist fesselnd und mitreißend. Die mittelalterliche Lebenswelt ersteht vor den inneren Augen der Leser. Insbesondere die erste Hälfte des Buches zeichnet sich nicht nur durch eine starke Zeichnung der Figuren, sondern auch durch eine sehr hohe Spannungsintensität aus.

    Leider nimmt aber genau diese Spannung im Lauf des Buches immer wieder ab - auch wenn sie immer mal wieder aufflackert. So richtig will sie aber nach der Flucht nicht mehr aufkommen. Stattdessen läuft die Geschichte so vor sich hin und wird mehr zum Roadmovie mit ein paar spannungsvollen Episoden dazwischen. Auch die Vergangenheit von Mona und Arnold wird nur angedeutet, sodass ich mich schon gefragt habe, ob es sich bei diesem Buch um einen Nachfolgeband handeln könnte.

    Insgesamt war ich daher von diesem Buch enttäuscht. Ich hatte mir mehr Abenteuer und Action erhofft.

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    DerHennes avatar
    DerHennevor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr schön nachvollziehbares und entspannendes Buch.
    Hat mir gut gefallen.

    Die Charaktere und die Welt sind sehr glaubwürdig, viele sogar sympathisch beschrieben. Habe es sogar nochmals in meinen Lesestapel gepackt. Werde es zum Ende meines Urlaubs nochmal lesen!
    Vielen Dank!

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    milkysilvermoons avatar
    milkysilvermoonvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein lesenswerter Roman, der mich überzeugen konnte
    Jakoba, eine mutige Heilerin

    Deutschland im Jahr 1318: Nach dem Tod ihrer Familie lebt die 18-jährige Jakoba von Dahlenburg in einem Kloster und hat das Noviziat fast schon hinter sich. In ihrer Aufgabe als Krankenpflegerin sieht die junge Adelige ihre Bestimmung. Doch ihr Bruder Anno hat anderes mit ihr vor. Er zwingt sie in eine neue Ehe. Als ihr brutaler Mann Gevehard einem Unfall zum Opfer fällt, muss Jakoba fliehen. Mit der Hilfe von Meister Arnold, einem Theriak-Krämer, schlägt sie sich bis nach Paris durch und kann sich als Heilerin einen Namen machen. Doch es warten weitere gefährliche Abenteuer auf sie…

    „Die Arznei der Könige“ ist ein gelungener historischer Roman von Sabine Weiß.

    Meine Meinung:
    Das Buch besteht aus 35 Kapiteln. Es gibt außerdem einen Pro- und einen Epilog. Die Länge der Kapitel und den Aufbau des Romans habe ich als angenehm empfunden, nur die Uneinheitlichkeit der Orts- und Zeitangaben wirkte auf mich etwas störend. Erzählt wird überwiegend aus der Sicht von Jakoba.

    Der Schreibstil mit Liebe zum Detail ist flüssig, anschaulich und lebhaft. Die Sprache ist der Zeit des Mittelalters angepasst. Ich konnte wunderbar in die Geschichte eintauchen und habe den Roman nur ungern zur Seite gelegt.

    Hauptprotagonistin Jakoba war mir schnell sympathisch. Sie ist eine mutige Frau, die kämpft, obwohl ihr das Schicksal in einer schwierigen Zeit mehrfach übel mitspielt. Sie hatte mein Mitgefühl. Auch die übrigen Charaktere werden gut herausgearbeitet und authentisch geschildert.

    Zu keiner Zeit wird der Roman – trotz der hohen Seitenzahl - langatmig. Immer wieder passieren unvorhergesehene Dinge, die der Geschichte Tempo verleihen. Nur an wenigen Stellen war mir der Roman ein wenig zu dramatisch.

    Neben der stimmigen Handlung gelingt es der Autorin auf unterhaltsame Weise, Informationen über politische und gesellschaftliche Hintergründe in die Geschichte einzuflechten. Interessant und lehrreich sind auch die Passagen zur mittelalterlichen Heilkunst.

    Es hat mir gut gefallen, dass der Roman auf einer historischen belegten Persönlichkeit basiert, der Medica Jakoba, der Glücklichen, über die ich bis dato noch nichts wusste. Nicht zuletzt in den Anmerkungen zum Ende des Romans wird die fundierte und gründliche Recherche der Autorin deutlich.

    Weitere Pluspunkte sind die abgebildeten Land- und Stadtkarten, durch die man Jakobas Reise gut nachverfolgen kann. Hilfreich sind außerdem das Glossar sowie das Personenverzeichnis.

    Meinem Geschmack entspricht das hübsche Cover, das thematisch gut passt. Auch der Titel ist treffend gewählt.

    Mein Fazit:
    „Die Arznei der Könige“ von Sabine Weiß ist ein lesenswerter Roman, der mich überzeugen konnte. Er hat mir schöne Lesestunden beschert.

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    DonnaVivis avatar
    DonnaVivivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Alte Zeiten werden wieder lebendig im bewegenden historischen Roman. Die adelige Jakoba beweist wahre Stärke als kräuterkundige Heilerin.
    Eine warmherzige Heilerin

    Im 14. Jahrhundert konnten Frauen – darunter auch feine Damen aus Adelsfamilien – kaum von einem selbstbestimmten Leben oder Eheglück träumen. Jakoba von Dahlenburg, der Protagonistin im historischen Roman „Die Arznei der Könige“ von Sabine Weiß ergeht es keinesfalls besser, obwohl sie in vieler Hinsicht eine besondere Frauenfigur verkörpert: klug, selbstlos, respektvoll und selbstbewusst mit Durchsetzungskraft. Ihr Leben wird ständig aufs Neue auf den Kopf gestellt – sie erleidet völlig unverschuldet die übelsten Ungerechtigkeiten – bis sie eines Tages ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und vor ihrem tyrannischen Ehemann flüchtet. Für Jakoba beginnt damit eine abenteuerliche Reise unter vielen Gefahren aus Norddeutschland bis nach Venedig, von dort nach Paris und schließlich zurück nach Lüneburg.

    Sabine Weiß bewies bereits mehrmals ihre außerordentliche Begabung in der Verfassung von authentischen historischen Romanen, auch diesmal gelang ihr ein kleines Meisterwerk. Vor stimmungsvoll abgestimmten Hintergründen führt sie ihre Heldin, Jakoba, die Heilerin, durch raue Landschaften, düstere Festungen und glänzende Städte. Dabei erlaubt sie sogar Einblick in die Königshäuser, in intrigante Machenschaften, nicht zuletzt ins Leben des einfachen Volkes.

    Was Sabine Weiß aus wenigen Tatsachen anhand authentischer historischer Quellen zaubert, ist unterhaltsam und lehrreich zugleich. Die Erzählung wird mit zeitgemäßen Dialogen aufgefrischt, es kommen für die heutige Zeit ungewöhnliche Alltagsgegenstände vor, Gewohnheiten und Konflikte aus dem 14. Jahrhundert werden näher gebracht. Man lernt jedes Mal etwas dazu. Dabei genießt man die abwechslungsreichen Ereignisse und staunt über den damaligen Wissensstand der Heil- und Kräuterkunde.

    Ein Roman, der alles Nötige für den perfekten Lesespaß bietet: Viel Spannung, stürmische Abenteuer, gnadenlose Kämpfe, herzerwärmende Romantik. Es geht um große Herrscher, kleine Alltagshelden und natürlich um eine vorbildliche und liebenswerte Frauenfigur. Auch die Nebenrollen sind bestens besetzt. Das Ergebnis ist so fantasievoll und bewegend, dass man das Buch ungern aus der Hand legt.

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    dorlis avatar
    dorlivor 5 Monaten
    Rezension zu "Die Arznei der Könige" von Sabine Weiß

    In ihrem historischen Roman „Die Arznei der Könige“ entführt Sabine Weiß den Leser in das 14. Jahrhundert und erzählt die Geschichte der Heilerin Jakoba Félicie de Almania. Die Autorin hat die wenigen historischen Fakten, die über Jakobas Leben bekannt sind, mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und lässt diesen Roman damit zu einer interessanten, kurzweiligen Zeitreise werden.

    Nachdem Jakoba durch ein tragisches Unglück ihren Mann und ihren Sohn verloren hat, hat sie im Kloster Ebbekestorpe ein neues Zuhause gefunden und sich ganz und gar der Heilkunst verschrieben. Doch ihr Leben wird ein weiteres Mal aus der Bahn geworfen – ihr Bruder Anno lässt sie aus dem Kloster entführen und bestimmt, dass sie den gewalttätigen Patrizier Gevehard Reppenstede heiraten muss. Als Jakoba einen von dessen brutalen Übergriffen abwehrt und Gevehard dabei schwer stürzt, flüchtet sie und schließt sich kurze Zeit später dem fahrenden Theriak-Krämer Meister Arnold und dessen Frau Mona an. Mit ihnen reist Jakoba nach Venedig, wo sie lernt, wie Theriak hergestellt wird. Schließlich landet sie in Paris und macht sich als Heilerin einen Namen…

    Sabine Weiß hat einen flüssig zu lesenden Schreibstil, der den Leser schnell in das Geschehen hineinzieht. Die Autorin erzählt sehr anschaulich und wartet mit einer Fülle von Details auf, so dass man sich die Schauplätze und die vorherrschenden Gegebenheiten bestens vorstellen kann. Vieles, was die Menschen damals bewegt und beschäftig hat, findet man in der Handlung wieder. Neben wahren Begebenheiten, Alltagsleben, Gepflogenheiten und Mode stehen natürlich die Herstellung von Heiltränken und die Behandlungsmethoden der damaligen Zeit im Mittelpunkt des Geschehens.

    Sehr gut gefallen hat mir die Darstellung der Akteure. Sowohl Haupt- wie auch Nebenfiguren bekommen schnell ein Gesicht, alle werden lebendig und ausdrucksvoll präsentiert und wirken in ihrem Tun überzeugend.

    Sabine Weiß hat keinen leichten Weg für ihre Protagonistin vorgesehen. Hunger, Erschöpfung, Intrigen, Überfälle – Jakoba hat immer wieder mit herben Niederlagen zu kämpfen. Man hofft und bangt stets mit ihr, dass all die Turbulenzen und Strapazen irgendwann ein Ende haben werden und der Tag kommt, an dem sie einfach nur das machen kann, wovon sie immer geträumt hat: als Heilerin arbeiten.

    Überraschungen und Wendungen sorgen im Verlauf der Handlung dafür, dass die Geschichte immer wieder neuen Schwung bekommt und die Sogwirkung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

    „Die Arznei der Könige“ hat mir sehr gut gefallen. Die mitreißend erzählte Mischung aus Historie, Spannung und Abenteuer hat mir nicht nur kurzweilige Lesestunden beschert, sondern mir auch interessante Einblicke in die frühe Medizingeschichte ermöglicht.

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    G
    Germaniavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schöner historischer Roman mit kleinen Schwächen
    Ein besonderer historischer Roman

    Sabine Weiß "Die Arznei der Könige"

    Cover und Gestaltung:
    Der Titel, ein Hinweis auf das geheime Theriak, die Wundermedizin macht neugierig, das Bild der Frau, die eine Phiole hält, passt gut zum Inhalt. Auffällig ist der besondere Buchrücken, der nicht verknickt.

    Inhalt:
    Lüneburg im 14. Jh. Nach dem Tod ihrer Familie hat die junge Adlige Jakoba in einem Kloster ihre Bestimmung als Krankenpflegerin gefunden. Doch ihr Bruder zwingt sie in eine neue Ehe, und als ihr brutaler Mann einem Unfall zum Opfer fällt, muss Jakoba fliehen. Nur der Hilfe Arnolds, eines Theriak-Krämers, hat sie es zu verdanken, dass sie sich nach Paris durchschlagen und als Heilerin einen Namen machen kann. Rasch ist sie so erfolgreich, dass sogar der sieche König nach ihr ruft und nach der "Arznei der Könige" verlangt. Doch damit macht sie sich gefährliche Feinde.

    Meine Meinung:
    Ein spannendes, fesselndes Buch mit einem überraschenden Ende über eine mutige Frau in einer Zeit, in der es Frauen in Heilberufen sehr sehr schwer hatten. Neben zahlreichen Rezepten und Behandlungsformen erfährt der Leser viel über Städte wie Magdeburg, Venedig oder Paris. Über grausame (Ehe)Männer, uneinsichtige Herrscher und Angehörigen der Kirche, Kirchenbann und Ablasshandel. Besonders beeindruckend sind jedoch die Charaktere des Buches und ihre Lebensgeschichten: Mona, Arnold, Paul, die jüdische Witwe in Paris, die Großeltern. Allerdings findet sich aus miener Sicht auch ein großer Wehrmutstropfen: Roger, Jakobas Liebhaber. Weder finde ich ihn sympathisch, noch kann ich Jakobs Begeisterung für ihn nachvollziehen.Auch seine weitere Rolle überzeugt mich nicht wirklich.

    Trotzdem ist das Buch absolut empfehlenswert!

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    Ellysetta_Rains avatar
    Ellysetta_Rainvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Absolute Leseempfehlung für Fans von historischen Romanen oder für diejenigen, die sich für die Medizin im Mittelalter interessieren.
    Grandioser und fesselnder historischer Roman über eine Heilerin und ihre Berufung

    Cover und Innengestaltung:
    Das Cover gefällt mir und man erkennt, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Im Inneren des Buches befindet sich eine Karte, in der die wichtigsten geographischen Orte von Jakobas Reise gekennzeichnet sind. Ebenso gibt es ein Personenregister am Anfang sowie ein Glossar mit wichtigen Begriffen am Ende. Durch den runden Buchrücken liegt das Buch sehr gut in der Hand und ich konnte dadurch sehr leicht Leseknicke vermeiden.

    Inhalt:
    14. Jahrhundert, in der Nähe von Lüneburg:
    Nach dem Tod ihres Mannes und ihres Sohnes lebt die 18-jährige Jakoba von Dahlenburg im Kloster und möchte Heilerin werden. Ihr Bruder Anno von Dahlenburg lässt sie, als sie sich weigert das Kloster zu verlassen, aus diesem entführen und verheiratet sie mit einem reichen Bürger. Ihr Mann ist brutal und gewalttätig und nach einem Unfall flieht Jakoba, gemeinsam mit dem Knecht Paul. Diesem hat sie das Leben gerettet, nachdem ihr Bruder ihn von seinen Hunden angreifen ließ.
    Unterwegs treffen sie auf den Medicus Arnold und seine Frau Mona, die die beiden Gefährten auf ihrer Reise mitnehmen. Jakoba lernt sehr viel über die Medizin von Arnold, der auch Theriak verkauft, die Arznei der Könige oder auch Allheilmittel genannt. Als die Freunde in Venedig ankommen erfährt Jakoba sogar, wie man den Theriak herstellt. Ihr Weg führt sie weiter nach Paris, wo sie ihrer Berufung nachgeht und es spricht sich sehr schnell herum, dass sie eine erfolgreiche Heilerin ist.

    Meinung:
    Der fesselnde Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Perspektive von Jakoba geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann. Ab und zu kommt auch ihr Bruder Anno zu Wort.
    Das Buch konnte mich absolut begeistern und hat mich so sehr gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Beschreibungen der Städte und Orte ist mehr als gelungen, ich hatte alles förmlich vor Augen. Besonders die Szenen in denen es um die Heilung von Kranken zur damaligen Zeit ging, waren sehr detailliert und äußerst interessant beschrieben.
    Jakoba entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, vor allem im Hinblick auf ihre Heilkünste, und wird zu einer starken Frau. Aber sie hat auch ihre Schwächen, z.B. verplappert sie sich manchmal oder handelt unüberlegt, was sie umso sympathischer macht. Auch ihre Reisegefährten Mona und Arnold sowie ihre Beziehung zueinander ist wunderbar dargestellt worden. Sehr gerne hätte ich mehr über sie und ihre Vergangenheit erfahren.
    Ein großartiger historischer Roman, in dem ich förmlich versunken bin. Ich war mit Jakoba im Mittelalter und habe sie sehr gerne auf ihrem faszinierenden und Weg begleitet.

    Fazit:
    Ein grandioser, fesselnder und sehr gut recherchierter historischer Roman über eine sympathische und authentische Frau mit Stärken und Schwächen, mit einer großartigen Beschreibung der damaligen Zeit sowie der Heilkunst. Absolute Leseempfehlung für Fans von historischen Romanen oder für diejenigen, die sich für die Medizin im Mittelalter interessieren. 

    Kommentare: 2
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    MichaelSterziks avatar
    MichaelSterzikvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Gute Unterhaltung. Die Nebenfiguren eindeutig interessanter. Ein paar wichtige Chance vertan. Die Story entwickelt sich sehr schleppend.
    Show gestohlen und Chancen vertan

    Die Lebenserwartung im Mittelalter war gemessen an der unseren, sehr niedrig. Hatte man die 40 hinter sich, galt man als „alt“. Aber das ist relativ gesehen und natürlich davon abhängig, wie man sein Leben führte. Bauern, Gesinde, Handwerker und auch Soldaten waren alleine schon durch ihre körperlichen Arbeiten dem Grab etwas näher, wie Kaufleute, Mönche oder Menschen von Adel. Letztere hatten mehr Möglichkeiten, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen – auch damals konnte Medizin teuer sein und nicht jeder konnte sich einen Medicus, oder einen kundigen Bader leisten, geschweige denn ggf. irgendwohin reisen, um sich medizinisch versorgen zu lassen.

    Medizin im Mittelalter – in Europa hinkten wir zu der Zeit den byzantinischen und arabischen Regionen weit hinterher. Hygiene, Chirurgie, Anatomie spielten schon eine wesentliche Rolle und nur sehr wenige europäische Ärzte wurden dort ausgebildet, oder befassten sich mit derartigen Schriften und sonstigen Dokumenten.

    Krebs-/Herzerkrankungen, selbst Allergien konnten wenig, bis gar nicht diagnostiziert und behandelt werden. Eine Entzündung des Blinddarms, ggf. ein vereiterter Zahn konnte das Todesurteil bedeuten. Es gab einige Berufsgruppen, die sich mit der Medizin auseinandersetzen mussten. Natürlich der Medicus einer Stadt, oder eines Landkreises, ein fahrender oder auch ortsansässiger Bader besaßen rudimentäres, teils gutes Wissen. Hinter Klostermauern verbargen wahre Schätze der Naturmedizin, oder der Homöopathie in Kräutergärten. Nonnen und Mönche, mit viel angesammeltem Wissen waren als Heilkundige anzusehen. Und auch der unehrliche Henker mit seinen anatomischen Kenntnissen, war oft nebenberuflich Apotheker, oder machte vielerorts den Medicus, oder dem Bader das Leben als Konkurrent sehr schwer.

    Die bekannte, in Hamburg lebende Autorin Sabine Weiß widmet sich in ihrem neuesten, historischen Roman: „Die Arznei der Könige“ – dem Thema Medizin. Sabine Weiß, die schon in ihren Romanen: „Die Hansetochter“ und „Die Feinde der Hansetochter“ bewiesen hat, übergreifend fantastisch gut und sauber zu recherchieren, gelingt es auch in ihrem aktuellen Roman, nicht nur spannend, sondern auch lehrreich zu erzählen.

    Wie so oft geht es im historischen Genre um ein dramatisches Frauenschicksal. Ort und Zeit der Handlung ist Lüneburg, später dann Paris im 14 Jahrhundert. Die junge Adelige Jakoba, die nach dem Tod ihres ersten Mannes, in einem Kloster ihre Berufung als heilkundige Krankenpflegerin gefunden hat, wird von ihrem Bruder aus wirtschaftlichen Gründen zwangsverheiratet. Die selbstbewusste Frau flüchtet nach einem Unfall ihres Mannes und schließt sich dem fahrenden Krämer Arnold und seiner Frau Mona an. Im Laufe der Zeit vertieft sich ihr Wissen rund um die Medizin, die Theriak genannt wird. Schließlich gelangt sie auf Umwegen nach Frankreich, am Hofe des kranken Königs....

    „Die Arznei der Könige“ von Sabine Weiß ist ein guter, spannender Roman der sich allerdings nicht auf das Basisthema „Medizin“ konzentriert, sondern sich eher mit den Behandlungsmethoden um das Medikament „Therarik“ befasst. Grundtenor ist wieder einmal, eine Frau, die ihrem Mann steht und über sich und andere hinauswächst. Die Atmosphäre des Buches ist rundweg spannend, allerdings ohne viel Höhen und Tiefen. Stabil halt. Der Grundgedanke – der rote Faden der Story entwickelt sich sehr langsam und rückt erst im letzten Drittel in den Fokus. Natürlich gibt es einige Nebengeschichten, natürlich darf auch das Element Liebe nicht fehlen, aber Sabine Weiß verliert sich nicht dabei in wohlbekannte, weitere Klischees. Als sehr schade, empfand ich es, dass die „Medizin“ als umfassendes und sehr interessantes Thema faktisch die zweite Rolle spielte. Etwas intensiver und vor allem breiter gestaltet wäre es auch für die Story an sich besser gewesen. Die Medizingeschichte, Behandlungsmöglichkeiten, Chirurgie, andere Berufsgruppen usw. – wo finde ich diese in dem vorliegenden Roman?

    Ein großer Kritikpunkt ist, dass die Nebenfiguren der Hauptfigur die gesamte Show stehlen. Arnold der „fahrende“ Krämer ist vielschichtig und mit vielen Talenten und einer Vergangenheit ausgestattet, die Jakoba in die zweite Reihe schicken. Ebenfalls die Rolle von Arnolds Frau Mona, ist interessanter.

    Oftmals sind die Nebenfiguren, auch der Bruder von Jakoba manchmal zu schlicht gezeichnet und viele Fragen die entstehen, werden nicht beantwortet, oder es wird nicht näher darauf eingegangen. Sehr ärgerlich ist die Verbindung, bzw. der Hintergrund von Arnold, die sich dann quasi als Haupthandlung rausstellt, ein Querverweis, den ich weder erwartet habe, den ich wenig nachvollziehen kann und mir etwas zu deplatziert wirkt.

    „Die Arznei der Könige“ ist ein empfehlenswerter, kurzweiliger Roman, der nicht an die Atmosphäre der schon genannten Romane: „Die Hansetochter“ und der zweite Band herankommt. Etwas zu verfahren, einige Chancen nicht ausgespielt, die Nebenfiguren stärker als die Hauptfigur, oberflächige Betrachtung der Medizin.

    Fazit

    Sabine Weiß ist eine großartige Autorin und ich werde die nächsten historischen Romane sicherlich auch lesen. Es wäre einmal schön, wenn man sich von dramatischen Frauenschicksalen lösen könnte. „Die Arznei der Könige“ ist solide Unterhaltung – keine literarische Schatztruhe, eher ein schönes Bronzestück, dass die Chancen hatte mit einigen Juwelen später glänzen zu können.

    Michael Sterzik

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    Ladybella911s avatar
    Ladybella911vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Brillant erzählt und wie immer sehr gut recherchiert. Ein Lesegespaß der beste Unterhaltung garantiert.
    Die Geschichte einer willensstarken Frau und Heilerin

    Zum Inhalt:

    Lüneburg im 14. Jh. Nach dem Tod ihrer Familie hat die junge Adlige Jakoba in einem Kloster ihre Bestimmung als Krankenpflegerin gefunden. Doch ihr Bruder zwingt sie in eine neue Ehe, und als ihr brutaler Mann einem Unfall zum Opfer fällt, muss Jakoba fliehen. Nur der Hilfe Arnolds, eines Theriak-Krämers, hat sie es zu verdanken, dass sie sich nach Paris durchschlagen und als Heilerin einen Namen machen kann. Rasch ist sie so erfolgreich, dass sogar der sieche König nach ihr ruft und nach der "Arznei der Könige" verlangt. Doch damit macht sie sich gefährliche Feinde.


    Wieder einmal ein spannender, gut recherchierter historischer Roman aus der Feder von Sabine Weiß.
    Diesmal geht es um das Schicksal der jungen Jakoba, die von dem Wunsch beseelt ist, die Heilkunst zu erlernen, um den Menschen zu helfen. Einiges hat sie schon in ihrer Zeit im Kloster erlernen können, aber da ist noch so viel, das sie nicht weiß.
    Als sie fliehen muß, nachdem ihr brutaler zweiter Ehemann einen tragischen Unfall erleidet, ist dies ein Wendepunkt in ihrem Schicksal. Sie trifft auf den reisenden Händler Arnold und seine Frau Mona und schließt sich ihnen an. Hier kann sie viel lernen, denn als Theriak-Händler ist Arnold in der Ausübung des Heiler-Berufes sehr bewandert und verfügt auch über die sogenannte Arznei der Könige.
    Brillant erzählte Lebensgeschichte inspiriert von der historisch verbürgten Figur der Medica Jakoba die Glückliche. Sehr authentische Charaktere, eine tolle Geschichte, eine spannende Zeit und eine facettenreiche Sprache begeistern den Leser.

    Gerne spreche ich hier meine Leseempfehlung für den historisch interessierten Leser aus und vergebe 5 Sterne.



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    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    S
    Liebe Lese-Freund*innen,
    nach einigen schönen Leserunden freue ich mich, euch meinen neuen historischen Roman vorzustellen. 
    "Die Arznei der Könige" erscheint am 29. März 2018 und ich verlose mit Unterstützung des Lübbe-Verlags 20 Exemplare.
    Und darum geht es:

    Von Medizin und Minnesang, Rittertugenden und Rachsucht - und einer unmöglichen Liebe.
    S
    Letzter Beitrag von  Schreibschwestervor 2 Monaten
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