Sabine Weigand Das Buch der Königin

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 5 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 1 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(3)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Buch der Königin“ von Sabine Weigand

Es ist die berühmteste Geburtsszene des Mittelalters: Konstanze, Frau des deutschen Kaisers Heinrich VI., vierzigjährig, als unfruchtbar verschrien, hochschwanger. Um jeden Preis muss sie die Legitimität ihres Kindes sicherstellen. Und so bringt sie ihren Sohn öffentlich, auf dem Marktplatz von Jesi, zur Welt. Die Nachwelt kennt sie als Mutter des Stauferkaisers Friedrich II. Aber welcher Weg liegt wirklich hinter Konstanze von Sizilien? Wem gehört ihre Treue: ihrem Mann, dessen Grausamkeit sie entsetzt oder ihrer Heimat Sizilien?

Stöbern in Historische Romane

Die Brücke über den Main

Wenn man Würzburg kennt, ein tolles Buch.

SnoopyinJuly

Das Haus der schönen Dinge

Ein ganz tolles Buch!

Eliza08

Marlenes Geheimnis

Hier erlebt man Geschichte, die zu Unrecht nahezu vergessen ist. Ein Buch, das berührt und bewegt. Ich kann nur sagen: Liest selbst!

tinstamp

Edelfa und der Teufel

Ungewöhnlicher historischer Roman, der im Piemont des 16. Jahrhunderts spielt - auch Fantastisches wie der Teufel fehlt nicht.

Rufinella

Agathas Alibi

Im Stil eines Agatha Christie-Romans geschrieben, leider ohne den Charme des Originals

Yolande

Games of Trust

Unerträglich

Asbeah

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Historie gekonnt

    Das Buch der Königin
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    25. March 2016 um 22:04

    Hörbuch, 16 Stunden, 48 Minuten gesprochen von Birgitta AssheuerÜber Konstanze, Frau des deutschen Staufenkaisers Heinrich VI., weiss man nicht viel. Insofern ist dieser Roman eine Fiktion. Warum sie so spät verheiratet wurde, ist historisch nicht belegt. Auch nach der Heirat blieb sie lange Zeit kinderlos. So ist es nicht erstaunlich, dass man munkelte, ihre Schwangerschaft sei vorgetäuscht. Die Legende sagt, um die Legitimität ihres Kindes sicherzustellen, habe Konstanze ihren Sohn öffentlich, auf dem Marktplatz von Jesi, zur Welt gebracht und ihn öffentlich gestillt. Heinrich, Sohn des Barbarossa spricht weder italienisch, noch arabisch (dafür sehr gut Latein und Französisch) und scheint Konstanze nur geehelicht zu haben, um gegen Tankret zu Lecce seine Ansprüche auf Sizilien zu stellen. Tankret war ein Bastard und Konstanze die legitime Erbin des Königreichs, die Blutlinie. Eine Verschwörung der Deutschen Fürsten konnte Heinrich VI gerade noch zerschlagen, indem er Heinrich den Löwen von England gegen eine hohe Lösegeldzahlung und Frieden freiließ. Herzog Leopold von Österreich hatte ihn gefangengenommen und an den Kaiser übergeben. Nun hatte Heinrich VI. das Kapital, um einen Feldzug gegen Sizilien zu führen und auf einen Kreuzzug zu gehen. Dafür wieder benötigte er den sizilianischen Staatsschatz. Auch schwelte ein Machtkonflikt mit dem Papst, der gern Sizilien vom Kaiser trennen wollte damit Heinrich nicht zu mächtig wurde und weil er obendrein plante, Deutschland zur Erbmonarchie umzuwandeln. Der Staufenkaiser starb unerwartet mit 32 Jahren, wohl an Malaria und Dysenterie, während seiner Vorbereitung zum Kreuzzug. All diese historischen Fakten sind eingebunden in die fiktive Geschichte.Sabine Weigand schafft es, eine spannende Geschichte um die Persönlichkeit von Konstanze zu spinnen. Das Königreich Sizilien des 12. Jahrhunderts, eine Gemeinschaft vieler Religionen und Kulturen, maurisch geprägt, eine wichtige Bastion des deutschen Kaisers. Er braucht Konstanze als Königin von Sizilien, da die Fürsten hinter ihrem Königshaus stehen. Heinrich gibt nicht gern Macht ab. So ist es auch für Konstanze nicht einfach, ihre Königskrone zu erlangen, denn ihr Ziel ist es, Königin von Sizilien zu werden. Barbarossa wird in diesem Roman als weitsichtiger, dem Volk zugeneigter Herrscher beschrieben, sein Sohn Heinrich als despotisch und auf sich selbst fixiert. Neben klugen Schachzügen zeigt sich immer sein grausames Handeln, seine Lust an Gewalt. Und in diesen Situationen wirkt er verabscheuungswürdig, was ihm auch immer mehr Feinde macht. Diplomatie gehört nicht zu seinen Stärken. Die arrangierte Ehe ist nicht sehr glücklich, aber man behandelt sich mit Respekt, so wie es wohl oft in dieser Zeit üblich war. Man sagt in der Historie, Konstanze habe einen Aufstand der Sizilianer gegen Heinrich angeführt. Hier ist es als Intrige dargestellt. Immerhin hat sie von Heinrich die Königskrone hernach erhalten, das hört sich nicht nach Aufruhr an. Die Begründung ist hier daher nachvollziehbar. Um Sizilien zu halten, musste Heinrich nachgeben. Er wird von Historikern als sehr klug und gebildet. Er wird als schöngeistig beschrieben, der Literatur und Musik angetan und soll Gedichte geschrieben haben, Alkohol und Völlerei habe er abgelehnt. Aber es wird auch beschrieben, wie er seine Ziele oft rücksichtslos durchsetzte, gewalttätig, grausam, unritterlich und nachtragend war. Insofern passt die Beschreibung seines Charakters recht gut in diesem Roman. Die grausame Hinrichtung der aufständischen Fürsten von Sizilien ist historisch belegt und von Sabine Weigand sehr plakativ beschrieben.Parallel wird die Geschichte von Gottfried von Streitberg erzählt, einer fiktiven Figur, der Schreiber des Kaisers und der Königin, der die Geschichte von Heinrich niederschreiben und sie mit kunstvollen Bildern verzieren soll. Hier erfährt man viel über Schriften, die Herstellung von Tinte und Farben, und Papier. Die Autorin hat hier intensiv recherchiert und das Ganze kunstvoll in die Geschichte eingewoben, Stück für Stück. Wir lernen zusammen mit Gottfried die Geheimnisse von Farben und Tinten. Es ist interessant, die Details über die Schreiber zu erfahren und nie hat man das Gefühl, in irgendwelche Sachbuchbeschreibungen abzudriften. Sabine Weigand schreibt bildhaft und detailliert in teilweise poetischer Sprache. Bilder und Gerüche entstehen im Kopf und auch die Wortwahl versetzt ins Flair des Mittelalters. Trotz der Länge bleibt die Geschichte durchgehend spannend. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Auf der einen Seite steht der auktoriale Erzählstil in der Geschichte und auf der anderen Seite erzählt Konstanze sozusagen im Tagebuchstil, eine intelligente Konstruktion. Gottfried von Streitberg löst ganz am Ende, wie ein Mitarbeiter der Kriminaltechnik, einen Fall des Mittelalters. Touché! Ein historischer Roman, der sich an Fakten lehnt und auf der anderen Seite eine Person beleuchtet, von der historisch nicht so viel bekannt ist und fiktiv die Sicht betrachtet wird. Spannend, lehrreich, ein Buch das berührt und unterhält. Was will man mehr?

    Mehr