Die Seelen im Feuer

von Sabine Weigand 
4,3 Sterne bei138 Bewertungen
Die Seelen im Feuer
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Positiv (119):
Datahas avatar

Auf historischen Dokumenten basierender Roman über Hexenverbrennungen - sehr beeindruckend

Kritisch (4):
Sarliss avatar

abgebrochen.

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Inhaltsangabe zu "Die Seelen im Feuer"

Machtkampf, Liebe, Zauberbann: der dramatische Historienroman
Mit der jungen Apothekertochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenglaube Wirklichkeit ist. Wie viele andere wird sie verdächtigt, mit Zauberei zu tun zu haben. Sie schwebt in höchster Gefahr. Gelingt ihr die Flucht ins weltoffene Amsterdam? Bekommen die Bürger von Bamberg Hilfe bei Kaiser und Papst, um das Brennen zu beenden? Packend und historisch genau beschwört Sabine Weigand das Schicksal einer jungen Frau zur Zeit der Hexenverfolgung in Deutschland herauf.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596171644
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.04.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 26.01.2009 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    thiefladyXmysteriousKathas avatar
    thiefladyXmysteriousKathavor einem Jahr
    brennende Seelen?

    Die Seelen im Feuer

    Dieses Buch habe ich kurz vor einem Aufenthalt in Bamberg gelesen, als eine Art Einstimmung auf die Stadt. Bamberg und die Hexenverbrennung werden häufig in einem Atemzug genannt und Sabine Weigand ist eine absolute Fachfrau, was dieses Thema angeht. Ich habe sie bereits in einigen Dokumentationen als Expertin gesehen. Für mich war es der beste Hexenverfolgungsroman, den ich bisher gelesen habe (und ich habe bereits einige gelesen). Das Buch ist wirklich zu empfehlen!

    Inhalt

    Jeder kann verdächtigt werden, jeder wird verhört, jeder kann brennen. Die Angst geht um in Deutschland. 1626 ist es die Angst vor dem Teufel, der Zauberei, den Hexen.
    Es ist ein Ringen um Gut und Böse, aber auch ein Kampf um die Macht. Der intrigante Fürstbischof von Bamberg will die freien Bürger der Stadt in ihre Schranken weisen. Neben den einfachen Leuten hat er es deshalb besonders auf die Stadträte abgesehen. Sie werden verhört und verurteilt. Sie werden verbrannt.
    Mit der jungen Apothekerstochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenwahn Wirklichkeit ist. Auch sie droht in den Teufelskreis zu geraten, aus dem keiner entrinnt. Gelingt ihr die Flucht ins weltoffene Amsterdam? Bekommen die Bürger von Bamberg endlich Hilfe bei Kaiser und Papst, um dem Brennen ein Ende zu machen?

    Meinung

    Ein wirklich besonderes Buch! Das Thema Hexenverfolgung ist natürlich immer grausam, aber Sabine Weigand schafft es dem Ganzen auch eine wissenschaftliche Perspektive zu verschaffen und nicht einfach nur schreckliche Dinge aufzuschreiben. Johanna ist eine sehr fortschrittlich Denkende Frau für ihre Zeit und ich liebe einfach starke, intelligente Protagonistinnen. Die Liebesgeschichte im Buch ist außerdem alles andere als kitschig und auch das fand ich sehr erfrischend. Es ist unfassbar, was in Bamberg passiert ist und wie viele Menschen (nicht nur Frauen) als Ketzer/Hexen verbrannt wurden. Dieses Buch hat über 500 Seiten, doch trotzdem liest man es unglaublich schnell, ja verschlingt nur so die Informationen rund um diese schreckliche Zeit. Toll fand ich auch, dass immer wieder Dokumente, Tagebucheinträge bzw. Aufzeichnung in Frühneuhochdeutsch zwischen den Kapiteln eingefügt waren. Das machte das Ganze sehr authentisch. Von mir gibt es 5 Sterne und ich werde die Autorin im Auge behalten, sie hat ja noch einige andere tolle Bücher geschrieben!

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    Eonaramars avatar
    Eonaramarvor 2 Jahren
    Meilensteine der Taschentücher

    Kurz zu beschreiben: Das Buch hat mich fertig gemacht!

    Ich hab Taschenbücher wie am Fließband verrotzt. Kaum kommt ein bisschen Hoffnung auf, schwubs wird es zerstört.
    Konnte nach dem Buch 2 Wochen kein anders mehr lesen, weil ich immer wieder daran denken musste.

    Aber es ist eines der besten Bücher die ich gelesen habe!

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    Postbotes avatar
    Postbotevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Chronik des Leids und der Qual von den Hexenverbrennungen zu Bamberg. Der Film zum Buch wird im November 14 ausgestrahlt.
    Hexenverbrennungen am Fliesband

    Sabine Weigand hat eine Chronik des Leids und der Qual der Hexenverbrennungen zu Bamberg, ein aufklärendes und zugleich gut recherchiertes Buch geschrieben.
    Es umfasst die Jahre 1626 bis anno 1632. Allgemein wurden über 20 000 Hexen insgesammt in ganz Deutschland verbrannt. Die letzte Hexe wurde  1775 in der Fürstabtei Kempten hingerichtet.
    Warum dieses Buch gerade über die Bamberger Hexenverbrennung von der Autorin  gewählt wurde hatte einen besonderen Hintergrund. Von Bambergs Hexenakten aus dem 1700 Jahrhundert sind die meisten Originale erhalten. Tatsächliche Hexen, mit Vor und Zunamen, spielen hier in diesem Buch Originalrollen. Auch andere mitwirkende Protagonisten,die im Hinterteil des Buches aufgelistet sind, spielten hier Originalrollen.

    Johanna Wolff, Apothekerstochter der Mohrenapotheke in Bamberg, lebt mit ihrer Schwester Dorothea Wolff und dem Bruder Antoni Wolff und der Vater, Apotheker, Abdias Wolff in dem Haus der Apotheke.
    Johanna Wolff ist mit dem Stadtschreiber Hans Schramm verlobt. Der ist nur auf Erfolg aus im Beruf.  Johanna zweifelt mit der Zeit an der Beziehung. Sie begegnet zwischenzeitlich Cornelius Weinmann, der neue Arzt von Bamberg, für den sie viel mehr Gefühle übrig hat als für Hans.
    Cornelius wird zum Fürstbischof von Bamberg  gerufen. Dieser klagt über gesundheitliche Probleme beim Wasser lassen und beim Liebesakt. Cornelius stellt bei ihm Steinbildung in der Blase fest. Cornelius stellt den Bischof nur vor eine Wahl. OP oder tot. Die OP gelingt. Zu damaliger Zeit höchst neu und riskant. Der Bischof ist genesen und Cornelius hat bei ihm einen Wunsch frei, sei es was es wolle.
    Mittlerweile hat man längst mit den Hexenverbrennungen begonnen. Cornelius musste die Hexen vorher untersuchen.Nackt und bis in jede Ritze des Körpers. Dabei wurden auch die Haare komplett geschoren. Demütigung von Anfang an. Oft hat ein Muttermahl am Körper gereicht, so war man schon eine Hexe.
    Hans Schramm war ja der Stadtschreiber und notierte alles sorgfältig mit, bei den Untersuchungen. Es wurden Leute in der Stadt verraten und verleumdet, sogar von angeblichen Freunden. So entstand kein Mangel an Hexenverbrennungen. Das Geschäft lief. Mittlerweile hat man sich auch noch am Reichtum der Hexen orientiert . Es lief wie am Schnürrchen.
    Leider wird auch Johanna gefangen genommen. Wer einmal in den Fängen ist hat keine Chance mehr das zu überleben. Mit grausamer Folter wurden die unschuldigen Opfer zum Geständnis gezwungen.
     Cornelius geht zum Fürstbischof und forderte seinen Wunsch. Er solle doch  Johanna frei  lassen.Dies gelingt , und sie flüchtet nach Amsterdam. Cornelius und Johanna sind mittlerweile ein Liebespaar.
    Diese Liebesgeschichte, im Buch, soll etwas ablenken von den wirklichen Grausamkeiten die täglich in der Folterkammer und auf dem Scheiterhaufen stattfanden.
    Vor allem die dies Veranlasst haben und sich sicher waren das es den Teufel gab. Ein Ende war nicht abzusehen.
    Aber es gab auch Aufständige die doch etwas bewirken konnten. Was aber sehr viel Zeit und Opfer forderte.
    Das Buch ist recht flüssig zu lesen trotz der harten Handlungen. Mir persöhnlich hat es einen Einblick gegeben was zu dieser Zeit stattfand und ich froh bin das es das heute so nicht mehr gibt.
    Die Folterszenen werden sehr realistisch und grausam beschrieben. Das muss man schon aushalten können beim lesen.
    Etwas anstrengend fand ich die Altdeutschen Beschriebenen Texte die In Briefform geschrieben worden sind. Aber man kommt rein.
    Auch ist immer das Jahr angegeben wo wieder etwas los war.
    Das Buch wurde letztes Jahr verfilmt, und soll im November 14 ausgestrahlt werden.
    Die Mohrenapotheke gibt es heute noch in Bamberg.
    Mehre Gebäude von der Stadt gibt es heute noch.
    Komplette 5 Punkte für dieses Buch und ihrer Schrecklichen Zeit.

    Kommentare: 1
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    Nurijas avatar
    Nurijavor 5 Jahren
    Hexenprozesse in Deutschland

    Jeder kann verdächtigt werden, jeder wird verhört, jeder kann brennen. Die Angst geht um in Deutschland. 1626 ist es die Angst vor dem Teufel, der Zauberei, den Hexen. Es ist ein Ringen um Gut und Böse, aber auch ein Kampf um die Macht. Der intrigante Fürstbischof von Bamberg will die freien Bürger der Stadt in ihre Schranken weisen. Neben den einfachen Leuten hat er es deshalb besonders auf die Stadträte abgesehen. Sie werden verhört und verurteilt. Sie werden verbrannt. Mit der jungen Apothekerstochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenwahn Wirklichkeit ist. Auch sie droht in den Teufelskreis zu geraten, aus dem keiner entrinnt. Gelingt ihr die Flucht ins weltoffene Amsterdam? Bekommen die Bürger von Bamberg endlich Hilfe bei Kaiser und Papst, um dem Brennen ein Ende zu machen?

    Dieses Buch zeigt dem Leser deutlich, wie aus einer Harmlosen Äußerung über die man nicht nachdenkt oder sie nur sagt, um endlich Ruhe zu haben, schreckliche Folgen resultieren können. Es rüttelt auf, es bringt zum nachdenken.
    Durch die eingebundenen historischen Briefe und Berichte, die durch ihre "alte Schreibweise" nicht wirkich leicht zu lesen waren, fühlt man sich direkt in die Zeit des 17 Jahrhunderts zurückversetzt. Man bekommt einen sehr tiefen Einblick in die emotionale Welt der Bürger Bambergs. Wie sie in Schrecken und ständiger Angst vor der
    Willkür der Kirche leben mussten.
    Man kann und mag sich kaum vorstellen, welche Qualen die Beschuldigten unter der Folter zu erleiden hatten.
    Für Menschen der heutigen Zeit ist es teils schwer zu verstehen, welche religiösen Ansichten und welcher Aberglauben zum Ausmaß dieser Hexenverfolgungen geführt haben. Völlig fassungslos ist man aber, wenn aus den religösen Motiven ganz klar rein wirtschaftliche Motive werden, die unter dem Deckmäntelchen der Religion versteckt und zu einer Spirale in den Abgrund werden, die den Ausführenden selbst zum Ende der Verfolgungen keine Möglichkeit mehr lässt, Gnade walten zu lassen und dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten.

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    maxibienes avatar
    maxibienevor 5 Jahren
    Die Seelen im Feuer

    Der junge Arzt Cornelius Weinemann hat sich auf dem Weg zurück in seine Heimatstadt Bamberg gemacht, um seinen Tot Sterbens kranken Vater ein letztes Mal zu sehen. Doch Cornelius kommt zu spät. Nur wenige Tage nach seines Vaters Ableben nimmt er das Erbe als Doktor in Bamberg an. Cornelius hat während seiner Studienzeit in Italien vieles gelernt und ist auch in der Lage Operationen durchzuführen, die sonst nur ein Bader oder Wundarzt durchführt. Sein fortschrittliches Wissen, Denken und unbekümmertes Handeln öffnet ihm die Türen bis zum Fürstbischof, den er von einem lästigen Leiden befreit. Im Gegensatz zu diesen kleineren Alltagsgebrechen wütet in Bamberg inzwischen die Hexerei und Zauberei. Immer mehr Frauen der angesehenen Bürger und Ratsherren werden der Hexerei bezichtigt, gefoltert und schließlich zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Die Zahl der Verdächtigen wächst von Tag zu Tag, die Zahl der Unschuldigen nimmt genauso rasant zu und niemand scheint dagegen etwas unternehmen zu können.
    Sabine Weigand beginnt ihre Handlung ganz gemächlich und steigert sich in dessen Verlauf Stück für Stück und bringt so immer mehr Schwung und Spannung hinein. Während sie ihre Protagonisten nacheinander einführt und ihnen ihre unverkennbaren Charaktere einhaucht, lernt der Leser auch eine Menge über Kräuter und deren Heilkunde kennen. Die Zusammensetzung verschiedener Mixturen und Rezepte sind so detailliert beschrieben, dass man selbst Hand anlegen könnte. Ganz besonders gut kennt sich allerdings Johanna, die älteste Apothekertochter, damit aus. Obwohl Cornelius von ihr begeistert ist und auch einiges für sie empfindet, hält Johanna an das Eheversprechen mit ihrem Nachbarsfreund fest. Als jedoch auch Johanna der Hexerei bezichtigt wird, wendet sich ihr Verlobter von ihr ab und so scheint nur noch Cornelius für sie da zu sein. Sabine Weigand erzählt auf ganz dramatische Weise, wie sich Anfang des 17. Jahrhunderts die Hexenverfolgung in Bamberg ereignete und welches Leid in viele Familien, durch ungerechtfertigte Beschuldigungen, zog. Der Wahn in jedem eine Hexe oder Zauberer zu sehen, verfolgte schließlich jeden Bürger. Es herrschte nur noch Angst und Verzweiflung. Durch authentische Berichte und Dialoge hat es die Autorin verstanden, ihrer Handlung eine Menge Glaubwürdigkeit zu geben. Ihr Schreibstil ist der Zeit geschuldet, liest sich aber trotzdem flüssig und spannend. Auch wenn sich so manche Längen, gerade durch die Begutachtung und Befragungen der Hexen oder durch die Aufzählung der Anteile von Kräutern in verschiedenen Rezepturen, einschlichen, war der Roman sehr unterhaltsam. Der Ablauf der Befragungen und Verbrennungen von Hexen ist zwar aus anderen historischen Romanen bekannt, wurde aber durch die kleinen Nebenhandlungen interessant dargestellt.

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    Stirbelwurms avatar
    Stirbelwurmvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Seelen im Feuer: Historischer Roman" von Sabine Weigand

    Bürgerehre Scheiterhaufen Hexenwahn!

    Es trifft Frauen und Männer, Arme und Reiche: wer der Hexerei bezichtigt wird, stirbt in den Flammen. Es ist ein Ringen um gut und Böse, aber auch ein Kampf um die MAcht, denn der Fürstbischof von Bamberg will besonders die freien Bürger der Stadt in ihre Schranken weisen. Mit der jungen Apothekerstochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der Hexenglaube Wirklichkeit ist....

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    Susi180s avatar
    Susi180vor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Seelen im Feuer" von Sabine Weigand

    Ich kann dieses Buch wirklich ohne Einschränkungen weiterempfehlen an alle die sich für die Geschichte der Hexenverfolgung interessieren. Teilweise ist dieses Buch schwer zu lesen, da bestimmte Briefe oder Abschriften auf Altdeutsch geschrieben sind, aber selbst das tut dem guten Inhalt keinen Abbruch. Dieses Buch hat mich wirkich gefesselt und ich habe es schnell durchgelesen. Es liest sich leicht und flüssig bis auf diese besagten Abschriften oder Briefe. Es ist sehr umfangreich und man denkt auch nach dem weglegen des Buches darüber nach.
    Ich möchte den Inhalt oder die Geschichte selbstverständlich nicht verraten, aber was ich sagen kann, es ist schon erschreckend wie einfach es damals war einen Menschen in den Tod zu schicken nur weil man ihn nicht mochte oder weil man in der Not seinen Namen unter der Folter genannt hat.
    Teilweise ist es grausam geschrieben, aber genau das finde ich beachtlich, denn die Zeit und die Umstände waren nunmal grausam.
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Kurzmeinung: "Seelen im Feuer" war mein erstes Buch was ich von Sabine Weigand gelesen habe, es war fesselnd und spannend zugleich....
    Rezension zu "Die Seelen im Feuer" von Sabine Weigand

    "Seelen im Feuer" war mein erstes Buch was ich von Sabine Weigand gelesen habe. Es war fesselnd, und spannend zugleich.

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    Imzadis avatar
    Imzadivor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Seelen im Feuer" von Sabine Weigand

    Dies ist kein Buch das ist ein Erlebniss. Schlägt man es auf, entfaltet sich vor einem bereits nach wenigen Sätzen das Bamberg des 17 Jhd. Hab es in Etappen gelesen, da das Thema an für sich eindringlich und grausam beschrieben wird, doch die Figuren sind so sehr voller Leben das man schnell darüber hinwegsieht wie ungerecht und brutal die Drudenverfolgung war. Einfach zauberhaft! Ein Kunstwerk auch für die die historische Romane nicht favorisieren wie ich.

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    Neonsonnes avatar
    Neonsonnevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Seelen im Feuer" von Sabine Weigand

    Bamberg 1627, der Anfang einer düsteren Zeit, in der der Aberglaube bei den Menschen eine grosse Rolle spielt. Hexen und Zauberer soll es geben, die nur schlechtes verbreiten. Die Ernte verfault, tote Kinder werden geboren, Krankheiten werden angehext und vieles mehr. Mit aller Macht versucht der Fürstbischof Dornheim diesem Treiben ein Ende zu setzen und verhaftet all diejenigen, die verdächtigt und besagt werden. Unschuldige werden gefoltert bis sie gestehen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Am liebsten sind die Reichen in den Flammen gesehen. Denn ihr Erbe geht nach deren Tod in die Malefizkasse und macht all die jenigen nur noch reicher, die dafür sorgen, dass den Hexen das Handwerk gelegt wird. Wer denn glaubt und behaupte es gäbe keine Hexen, der ist in den Augen der Kirche ein Ketzer und muss ebenfalls mit dem Feuer bestraft werden. Diese Hexenverfolgung entwickelt sich langsam zu einer politischen Machtfrage und das einzige was zählt, ist seine Autorität nicht zu verlieren. Und so versuchte man allen Zweiflern glauben zu machen, dass es wirklich Hexen und Druden gibt..
    .
    Die Apothekerstochter Johanna hilft ihrem Vater seit dem Tod ihrer Mutter fleissig in der Mohren-Apotheke und ist, wie viele andere auch, eine Gegnerin der Hexenverbrennungen. Eines Tages wird auch sie beschuldigt eine Hexe zu sein, wird von den Einholern ins Drudenhaus gesperrt und muss sich seelischen Qualen aussetzen. Bei der Befragung ihrer Schuld schneidet man ihre schönen lockigen Haare ab, untersucht sie peinlich genau auf ein Hexenmal und drängt sie zu gestehen. Das Schicksal ihrer Familie ist besiegelt. Doch Cornelius, der Physikus der Stadt Bamberg, versucht mit allen Mitteln seine geliebte Johanna zu retten!
    .
    Meine Meinung:
    Die Seelen im Feuer ist ein authentischer Roman zu Beginn der Neuzeit, bei dem man sich schlagartig 400 Jahre in die Vergangeheit zurück versetzt fühlt. Allein die Schreibstil reicht aus um ein historisches Feeling in sich zu spüren. Die Sprache, der Umgang mit den Personen, man ist mittendrin im Geschehen. In einer Zeit in der Frauen ein lästiges Übel waren und unterdrückt wurden. Hier mal ein kleiner Ausschnitt aus dem Mandat des Reichshofrats vom 19. Mai 1631:
    "Demnach wurdt die Hausfrau des ersteren, Dorothea Flöckin, beschuldigt, sich des Lasters der Zauberey theilhafftig gemacht zu haben, sind aber auch vil hundertt andere beschuldiget, verhafft, gemarttert und hingericht worden!"
    Sabine Weigand hat eines der besten historischen Bücher geschrieben, die ich bis jetzt gelesen habe, spannend bis zur letzten Zeile!
    .
    Lieblingsstelle:
    Flammen züngelten an den verbrannten Gestalten, die bizarr verkrümmt an den Eisenstangen hingen. Sie leckten an Beinen, Armen, Köpfen, fraßen sich durch Fleisch und Knochen. Der Sohn des Henkers legte Holz nach...

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