Neue Rezensionen zu Sabine Zinkernagel

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Rezension zu "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse: Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern" von Sabine Zinkernagel

Rezension zu "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse: Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern" von Sabine Zinkernagel
mabuerelevor 6 Jahren

Als die Autorin das zweite Mal schwanger ist, teilt ihr der Arzt mit, dass es wieder ein Kind mit Hydrozephalus (Wasserkopf) wird. Schon der erste Sohn leidet an dieser Krankheit. Damals glaubte sie noch den Worten der Ärzte, dass mit unserer Hochleistungsmedizin die Krankheit behandelbar ist. Das stimmt nur bedingt. Regelmäßige Kontrollen und vielfältige zusätzliche Förderungen sind notwendig. Sie wusste also, was auf sie zukommt.
Sie musste das Leben mit zwei behinderten Kindern in den Griff bekommen und litt selbst an MS.
In dem Buch erzählt sie aus 14 Jahren ihres Lebens. Als Leser durfte ich die Entwicklung der Kinder verfolgen. Die Autorin beschönigt nichts, weder die Schwierigkeiten des Alltags, noch die eigene Niedergeschlagenheit. Und trotzdem ist es ein Buch voller Optimismus. Der Titel ist Programm. Jeder Erfolg, jeder Fortschritt der Jungen setzt ein Achtungszeichen. Dabei habe ich den Umgang der Eltern mit den Kindern bewundert. Sie lassen ihnen Freiräume, um ihre Entwicklung zu fördern. Nie hätte ich es zu Beginn für möglich gehalten, dass Jacob mit einer Jugendgruppe eine Reise nach Israel unternehmen kann.
Die Autorin ist eine Pfarrersfrau. Das hindert sie nicht daran, Worte der Bibel zu hinterfragen. Sie schreibt fünf offene Briefe an Gott. Der erste ist ein einziger Aufschrei. Das relativiert sich nach und nach. Dabei wirft sie auch die Frage auf, ob sie so mit Gott sprechen darf. Ihre Antwort ist überzeugend. Sie darf, da Gott weiß, wie es in ihr aussieht. Sie kann ihm nichts vorspielen. Warum also sollte sie es nicht aussprechen? Sie ist dankbar, für die Hilfe, die ihr Gott zukommen lässt. Und sie erlebt ihre Mitmenschen als Engel. Gerade die Briefe zeigen, wie sie in den Jahren auch im Glauben gewachsen ist.
Das Pfarrersehepaar billigt ihren Söhnen zu, selbst zu entscheiden, wann sie getauft werden wollen. In Gesprächen und in gelebter Nächstenliebe werden die Grundlagen für diese Entscheidung gelegt.
Aus ihren persönlichen Erfahrungen zieht die Autorin Konsequenzen, die aufhorchen lassen. So erlebt sie bei ihrem Jungen, dass eine schlecht gemachte Inklusion mehr schadet als nutzt. Ein normaler Umgang zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern stellt sich nicht von selbst ein. Hier bedarf es der behutsamen Steuerung durch Erwachsene. Dafür enthält das Buch viele positive Beispiele.
Schlucken musste ich, als die eine Nachbarin unterschwellig die Frage angeschnitten hat, ob nicht eine Abtreibung möglich gewesen wäre. Sehr souverän ist die Autorin mit dieser Anspielung umgegangen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Wir sollten uns öfter vor Augen führen, dass der Wert des Menschen nicht nur in seiner Leistung liegt. Die Geschichte hat mich nachdenklich zurückgelassen. Mein Dank gilt der Autorin für dieses Buch voll Menschlichkeit und Hoffnung.

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Steffi153s avatar

Rezension zu "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse: Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern" von Sabine Zinkernagel

Rezension zu "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse: Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern" von Sabine Zinkernagel
Steffi153vor 6 Jahren

"Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse" ist geschrieben von der MS erkrankten Autorin Sabine Zinkernagel. Sie hat bereits einen behinderten Sohn und erhält bereits während der folgenden Schwangerschaft die Information, dass auch ihr zweiter Sohn behindert auf die Welt kommen wird. Mit viel Vertrauen (das zum Teil erstmal wieder aufgebaut werden muss) auf Gott, mit Rückhalt durch ihre verschiedenen Engel in Menschenform wie Nachbarn, Freunde, Familie, den Förderkindergarten, schreibt sie über ihre Leben mit diesen zwei ganz besonderen Jungs. Mit viel Liebe berichtet sie über all die Vorfälle, die sie zum Lachen, zum Weinen oder zum Verzweifeln gebracht haben. Sie kann mit diesem sehr ergreifenden Buch sicher vielen Menschen Kraft geben, die selbst ihr Vertrauen noch nicht wiedergefunden haben. Sieht man zu Beginn wirklich zuerst mehr auf die "Löcher", also die Eingeschränktheiten der Jungs, so beginnt man im Laufe der Seiten immer mehr den "Käse" zu achten, also ihre Besonderheiten, ihre Begabungen und ihre Talente, die jedes Kind so außergewöhnlich und liebenswert machen. Sei es das Erfolgserlebnis, dass sie trotzdem gelernt haben zu laufen, obwohl es hieß, es würde ihnen verwehrt bleiben, dass sie ohne zu quengeln die nötigen Hilfsmittel nutzen und anderen gegenüber immer fröhlich gegenüberstehen.
Es ist ein wirklich rührendes und zu Tränen reizendes Buch, das einem selbst Kraft, Mut und Vertrauen gibt und das einem zeigt, wie wichtig doch einfach ein erfülltes Leben ist.

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gusacas avatar

Rezension zu "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse: Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern" von Sabine Zinkernagel

Rezension zu "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse: Aus dem Leben mit zwei besonderen Kindern" von Sabine Zinkernagel
gusacavor 6 Jahren

Wer nur auf die Löcher starrt verpasst den Käse oder
wer nur die Defizite eines behinderten Menschen sieht, verpaßt alles schöne , dass das Leben für alle Menschen bereithält.

Die Autorin, selber an MS erkrankt, erwartet ihr zweites behindertes Kind und verzweifelt manchmal am Leben , aber auch an Gott.
In Briefen teilt sie ihre Gedanken Gott mit.
Das Warum verliert schnell an Bedeutung und das Wie tritt in den Vordergrund.
Engel in Form von hilfsbereiten Nachbarn treten in Erscheinung.
Sicherlich wird einiges von Hindernissen im Leben der beiden behinderten Kinder berichtet, der Spaß kommt aber auch nicht zu kurz.
Die Autorin macht auch sehr viele positive Erfahrungen.

Ein Buch das Mut macht, ein Leben mit behinderten KIndern zu bestehen und trotzdem im Glauben nicht zu verzweifeln.
Da ich selber eine behinderte Tochter habe, konnte ich mich selber im Buch wiederfinden und kann es nur empfehlen.

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Gespräche aus der Community

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Arwen10s avatar
Vor ein paar Wochen ist mir folgendes Buch aufgefallen und ich fand es für eine Leserunde sehr interessant. Ich danke dem Neufeld Verlag, der uns für diese Leserunde mit 3 Exemplaren unterstützt.

Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse von Sabine Zinkernagel













Zum Inhalt:

"Das gibt wieder einen Hydrozephalus", sagte mein Frauenarzt, als ich mit dem zweiten Kind schwanger war. Auf gut deutsch lautete seine Diagnose: Wasserkopf. Unsere beiden Söhne Jacob (1995) und Cornelius (1997) haben das C.R.A.S.H.-Syndrom: Irgendein winziges Teil eines Gens, das nicht ganz richtig funktioniert, verursacht eine mangelnde Verbindung zwischen beiden Hirnhälften, verzögerte geistige Entwicklung, eingeschlagene Daumen, mehr oder weniger stark ausgeprägte Spastik und einen Wasserkopf." Ganz nebenbei habe ich auch noch Multiple Sklerose. Mein Neurologe rät mir lediglich, mich zu schonen. Wie das funktionieren soll, weiß der Himmel. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens der es weiß.

Als der Frauenarzt ihr eröffnet, dass auch ihr zweites Kind behindert zur Welt kommen wird, bricht für Sabine Zinkernagel die Welt zusammen. Dreht sich ihr Leben nun nur noch um die Defizite ihrer Söhne? Erst allmählich und mit Hilfe von außen entdeckt sie die starken Seiten ihrer beiden besonderen Kinder.

Von den außergewöhnlichen Stärken ihrer Söhne, von Türschlossknackern, Sprachjongleuren und großen Musikern erzählt sie lebendig, witzig und ehrlich. In den kleinen Geschichten, die auch jeweils für sich gelesen werden können, beschreibt sie Höhen und Tiefen ihres Familienlebens, Schwieriges und Ermutigendes. Und sie schildert ihr ganz persönliches Ringen um neues Vertrauen in Gott.

Was, wenn unser Leben plötzlich ganz anders verläuft als gedacht? Ein bewegendes und ehrliches Buch, das Mut macht.



Zur Leseprobe:

http://www.scm-shop.de/?id=produkt&tx_scmproduct_pi1[product_id]=176366&cHash=e85c9ba478


Ich suche 2 Leser, die mit mir zusammen das Buch lesen. Vorraussetzung für die Freiexemplare ist wie immer, eine zeitnahe Beteiligung an der Leserunde und das Schreiben einer Rezension. Für eine weite Verbreitung der Rezensionen auf diversen Verkaufsplattformen, Blogs uä. sind der Verlag und die Autorin sehr dankbar.


Bewerbt euch bis zum 16. November, 12 Uhr. Danach erfolgt die Bekanntgabe der Gewinner. Ich hätte gerne von euch gewußt, warum interessiert euch das Buch ?




Steffi153s avatar
Letzter Beitrag von  Steffi153vor 6 Jahren
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