Erotische Gedichte von Frauen aus vielen Jahrhunderten hat die Herausgeberin des vorliegenden Buches ausgewählt und sie mit passenden erotischen Zeichnungen von Gustav Klimt illustriert. Berühmte Lyrikerinnen sind darunter und weniger bekannte.
Mit der Macht der Worte versuchen sie die Macht der Liebe und der Sexualität zu beschreiben und geben dem Akt der körperlichen Liebe ein ganz eigene Schönheit und Würde.
Mit am besten gefallen hat ein Gedicht der jüdischen Lyrikerin Hilde Domin mit dem Titel „Herbstaugen“:
Herbstaugen
Presse dich eng
an den Boden.
Die Erde
riecht noch nach Sommer,
und der Körper
riecht noch nach Liebe.
Aber das Gras
ist schon gelb über mir.
Der Wind ist kalt
und voll Distelsamen.
Und der Traum, der dir nachstellt,
schattenfüßig,
dein Traum
hat Herbstaugen.
Frauen schreiben anders über Erotik als Männer. Deshalb ist dieses Buch nicht nur für Frauen ein literarisches Refugium, sondern eine Quelle der Inspiration auch für männliche Leser.


