Sabriye Tenberken

 4.2 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor von Mein Weg führt nach Tibet, Mein siebtes Jahr und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sabriye Tenberken

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Mein Weg führt nach Tibet

Mein Weg führt nach Tibet

 (22)
Erschienen am 12.03.2012
Mein siebtes Jahr

Mein siebtes Jahr

 (7)
Erschienen am 01.03.2008
Das siebte Jahr

Das siebte Jahr

 (0)
Erschienen am 15.01.2015
Das siebte Jahr

Das siebte Jahr

 (0)
Erschienen am 08.01.2008

Neue Rezensionen zu Sabriye Tenberken

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Daphne1962s avatar

Als ich sah, Sabriye Tenberken hatte wieder ein Buch geschrieben, musste ich mir das gleich besorgen.

Die Traumwerkstatt von Kerala heißt der Titel. Wo liegt Kerala? Mitten in Indien. Aber sie waren doch in Tibet? Was hat sie bewegt dorthin zu gehen?

Für die mit 12 Jahren schon erblindete Sabriye ist es eine Lebensaufgabe benachteiligten Menschen selbstlos zu helfen bzw. diesen Menschen einen Weg zu zeigen, wie sie aus ihrer Situation heraus ein Projekt starten können, um wiederum anderen eine Lebensperspektive zu ermöglichen. Aber es musste auch ein Schulungs-Center errichtet werden dafür, wo sich die Teilnehmer gut zurecht finden und auch wohlfühlen. Viele haben ein schweres Schicksal hinter sich, einige sind blind, leiden wegen ihres Äußeren unter Verfolgung oder haben eine andere Behinderung.

Einige werden zu Bienenzüchtern und Umweltschützern ausgebildet. Andere wiederum werden Lehrer und bereiten Kinder auf ein selbstbestimmtes Leben vor. Oder bringen Kindern die Brailleschrift bei. Ganz toll auch das Projekt, wie aus Müll wertvolles hergestellt werden kann. 

Sehr gefallen hat mir, das es spielerisch alles durchexerziert wurde. In mehreren Phasen wurden sämtliche Fallen aufgestellt, die auf die Teilnehmer lauern könnten. Das ganze Planspiel läuft über mehrer Monate und jeder Teilnehmer spielt eine Rolle, wie auf der Theaterbühne. Am Ende wird allen Teilnehmern in Filmen gezeigt, was schief laufen kann. Sie sollen alle 100 % vorbereitet sein, wenn sie in ihr Land zurück kehren und die Projekte in Angriff nehmen. Denn wichtig ist, nicht nur die Euphorie soll am Leben erhalten bleiben, auch sollen die Projekte wie ein Schiff durch das Fahrwasser gleiten und alle Hürden leicht umschifft werden.

In ihrem aus den Niederlanden stammenden Paul Kronenberg hat Sabriye einen Partner an ihrer Seite, der unermüdlich und voller Optimismus das auch noch so schwierigste Projekt aus der Taufe hebt. Wenn man sich die Fotos in Ruhe anschaut, auf allen Bildern strahlt Sabriye von innen heraus. Vieles hat sie auch von ihrem Elternhaus mitbekommen, anderes hat sie in Marburg auf der Schule erlernt. Sie gibt ihre Erfahrung gerne an andere weiter.

Ich bewundere Menschen, die sich so für andere Menschen einsetzen und das Zeug haben etwas sehr wichtiges auf die Beine zu stellen. Sabriye und Paul haben meinen ganzen Respekt. Einen Platz auf Wolke 7 ist den beiden auf jeden Fall mal sicher.

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Tom-Lesefuchss avatar

Rezension zu "Mein siebtes Jahr" von Sabriye Tenberken

Rezension zu "Mein siebtes Jahr" von Sabriye Tenberken
Tom-Lesefuchsvor 6 Jahren

Mit "Mein siebtes Jahr" habe ich bereits das zweite Buch von Sabriye Tenberken gelesen. Nach der Lektüre von "Mein Weg führt nach Tibet - Die blinden Kinder von Lhasa" blieb eine gewisse wohlwollende Nachdenklichkeit und der Wunsch, zu wissen, wie es mit den "ersten Kindern" von Lhasa weiterging. Genau damit beschäftigt sich hier beschriebene zweite Buch.

Vorab, der Titel und die Beschreibung des Buches sind ein bisschen irreführend, steht doch hiernach scheinbar das recht ehrgeizige Bergsteiger-Projekt im Mittelpunkt. So ist es auch und eben doch auch wieder nicht. Als ich das Buch bestellt habe war ich ein wenig skeptisch. Denn ich hatte die Befürchtung, das Buch könnte eine medienwirksame, effekthascherische Beschreibung genau dieses Bergsteiger-Projektes sein und die Geschichten und Schicksale der betroffenen Kinder würde dabei eher in den Hintergrund rücken. Glücklicherweise konnte ich schnell feststellen, dass meine Befürchtungen völlig unberechtigt waren. Auch in ihrem zweiten Buch schreibt die Autorin mit viel Gefühl, Wertschätzung und Respekt über die Schicksale der einzelnen Kinder ihrer Schule und auch über ihr eigenes Leben in Tibet, ihre Sorgen und Herausforderungen bei der Verwirklichung ihres Hilfsprojektes.

Das ehrgeizige Vorhaben eines blinden Bergsteigers mit ebenso blinden Kindern einen Himalaja-Gipfel zu besteigen bildet hierbei die Rahmenhandlung, wirkt aber zu keiner Zeit sensationslüstern. Ein Filmteam begleitet das Projekt, ein Dokumentarfilm soll nicht nur das Projekt an sich, sondern auch die Lebensgeschichten der Kinder beleuchten. Geschickt und mit viel Feingefühl nutzt die Autorin Sabriye Tenberken die hierbei ans Licht kommenden Informationen, Berichte der Kinder zu ihren eigenen Schicksalen und Erlebnissen. In Form von Rückblicken und Erzählungen (auch aus Sicht der Kinder), bettet die Autorin deren Lebensgeschichten in die "Berichterstattung" über den Verlauf des Bergsteiger-Projektes ein, bei dem es um viel mehr geht, als "nur" die Besteigung eines Siebentausenders.

Wenngleich auch nicht ganz so gut wie das erste Buch, hat mir auch die Fortsetzung sehr gut gefallen, steht sie doch dem Vorgänger nur einen kleinen "Ticken" nach. Auch hier ist es der Autorin erneut gelungen, die Story interessant zu gestalten. Das Buch liest sich erneut fast schon wie ein Abenteuer-Roman, hinterlässt nicht im geringsten den Eindruck einer "trockenen Doku-Abhandlung", durch die es sich durchzuquälen gilt. Es liest sich flüssig, lässt immer wieder auch eine gewisse Spannung aufkommen, der Leser fühlt, lacht, freut und leidet mit den einzelnen Personen und ihren ganz persönlichen Geschichten. Sabriye Tenberken schafft es, ohne den erhobenen Zeigefinger, auf die schwierige Lage "ihrer" blinden Kinder und Blinder im Allgemeinen in Tibet aufmerksam zu machen, den Leser nachdenklich zu stimmen, ihn betroffen zu machen, ohne jedoch ein schales Gefühl bei ihm zu hinterlassen.

FAZIT:
Sicher für viele keine "Standard-Alltagslektüre", doch ich kann dieses Buch trotzdem nur jedem empfehlen!
4 Sterne

*******
Die komplette Rezension mit allen weiteren Informationen zum Buch sowie interessanten Infos zum Film und dem Verein, findest du wie immer auch auf meinem Blog:
http://toms-lesewelten.blogspot.de im Menüpunkt "Rezensionen"

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Tom-Lesefuchss avatar

Rezension zu "Mein Weg führt nach Tibet" von Sabriye Tenberken

Rezension zu "Mein Weg führt nach Tibet" von Sabriye Tenberken
Tom-Lesefuchsvor 6 Jahren

Vielleicht beginne ich bei der heutigen Rezension einmal anders. Wie bin ich auf dieses Buch gestoßen?

Es ist schon einige Jahre her, da sah ich die Autorin Sabriye Tenberken in einer TV-Talkshow über ihr "Abenteuer" berichten.
Die Thematik hat mich berührt. Ich lebe in Marburg, einer Stadt, in der Blinde unwiderruflich und mit völliger Selbstverständlichkeit zum Stadtbild gehören. Auch die Autorin selbst hat übrigens während ihrer Schulzeit die Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg besucht.
Doch nicht überall ist der Umgang mit Blinden so selbstverständlich wie eben hier in Marburg. Das Engagement und die Erzählungen von Frau Tenberken in besagter Talkshow haben mich sehr beeindruckt. Und neugierig gemacht.
So habe ich mir dieses Buch bestellt. Und dann.... Ist es wie so viele andere erst mal in mein Bücherregal gewandert, wo ich es nun, nach so langer Zeit wiederentdeckt und gelesen habe. Was ich, das weiß ich nun, schon viel früher hätte tun sollen. Denn es ist ein beeindruckendes Buch!

Zwar ist Sabriye Tenberkens Buch eine Dokumentation, doch liest sich diese flüssig, sogar mit Spannung, ja fast schon wie ein Abenteuer-Roman. Mit viel Gefühl und Einfühlungsvermögen hat die Autorin ihren Erfahrungsbericht aufgeschrieben.
Sie schreibt über das Blindsein an sich, über ihre eigenen Erfahrungen mit der Blindheit, berichtet über die Umstände in Tibet für blinde Menschen im Allgemeinen und blinde Kinder im Speziellen. Und sie erzählt von ihrem langen und beschwerlichen Weg nach und in Tibet, an dessen Ziel der Aufbau der ersten Blindenschule in Tibet stand. Dies alles tut sie sachlich und doch mit sehr viel Fingerspitzengefühl und immer ohne anzuklagen.
Die Autorin schreibt über die Kinder, die als erste Schüler in ihre Schule kamen, berichtet über ihre Geschichten und ihr Leben, in einer Welt, in der Blinde wertlos sind. Menschen, deren Blindheit als Strafe angesehen wird, für Sünden, welche sie in einem früheren Leben begangen haben.

Obwohl Dokumentation, liest sich dieses Buch nicht wie eine trockene Abhandlung von Fakten. Im Gegenteil, es fällt geradezu schwer, das Buch aus der Hand zu legen, will man doch wissen wie es weiter geht, welches Ende die „Geschichte“ nun nehmen wird. Trotz aller Ernsthaftigkeit der Thematik, aller Anstrengungen, Entbehrungen, Ängste und Gefahren, die Sabriye Tenberken auf ihrem steinigen Weg durchleben und auf sich nehmen musste, ist es ihr ein Schreibstil gelungen, der den Leser mit seiner Leichtigkeit stellenweise fast vergessen lässt, dass er sich hier nicht in einer spannungsreichen Abenteuergeschichte befindet. Von Zeit zu Zeit muss sich der Leser wieder in Erinnerung rufen, dass es hier um echte Menschen geht und was die Ereignisse für jeden einzelnen von ihnen und ihre Leben bedeuten.

Mein Eindruck zu diesem Buch in einem Satz zusammengefasst?
Ein Buch das nachdenklich macht, den Leser berührt und betroffen macht, ohne zu betrüben.

Noch kurz angemerkt:
Das Buch hat mich gefesselt von Beginn bis Schluss. Und es hat mich tief beeindruckt zurückgelassen, mit dem Wunsch mehr zu erfahren. Im Internet bin ich schnell fündig geworden:
Weitere Informationen zum Blindenprojekt in Lhasa finden sich auf den Seiten der Organisationen „Förderkreis Blinden-Zentrum Tibet – Braille ohne Grenzen e.V.“ und „Braille without Borders“. Hier finden sich auch Beschreibungen und Bilder der Blindenschule in Lhasa. Mittlerweile gibt es weitere Projekte. (einfach googlen)
Im ihrem Buch „Mein siebtes Jahr: Die blinden Kinder von Tibet“ erzählt Sabriye Tenberken außerdem, wie es mit „ihren“ ersten Kindern weiterging.

Meine Bewertung:
4½ Sterne (aufgerundet also 5)

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