Sacha Batthyany Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945

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Inhaltsangabe zu „Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945“ von Sacha Batthyany

Als der Journalist Sacha Batthyany zufällig erfährt, dass seine Großtante Margit in eines der schlimmsten Nazi-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt war, ist er schockiert. Schnell merkt er, dass dem Schweigen über die Tat kaum beizukommen ist – die Familie hat sich arrangiert, es wird nach vorn geblickt und nicht zurück. Als er auf das Tagebuch seiner Großmutter stößt, verändert das seinen Blick auf die Familie und sich selbst radikal. Prägen vorangegangene Generationen die Art, wie wir leben? Sind wir doch alle Kriegsenkel? Berührend und kenntnisreich berichtet Batthyany von dem unsichtbaren Band, das uns noch heute mit der Vergangenheit verbindet. Lesung mit Barnaby Metschurat, Dagmar Manzel und Corinna Kirchhoff 4 CDs | ca. 5 h 16 min

tolle Hörbuchumsetzung der Kriegsenkel-Spurensuche von Sacha von Batthyány mit grandios lesendem Barnaby Metschurat

— Devona

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  • Spurensuche eines Kriegsenkels

    Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945

    Devona

    29. May 2016 um 09:26

    Das war sozusagen mein erstes Sach-Hörbuch und ich war etwas skeptisch. Wie sich heraus stellte, völlig zu Unrecht. Die Leseleistung von Barnaby Metschurat nötigt Respekt ab, er liest dieses Buch, als würde es bei diesem doch sehr persönlichen Inhalt um sein eigenes Leben gehen. Auch die Stimmen von Dagmar Manzel und Corinna Kirchhoff wurden passend ausgewählt und runden perfekt ab. Die Handlung des Buches, welches ich mittlerweile auch gelesen habe, wurde an den richtigen Stellen gestrafft, um das Thema als Hörstoff interessant zu machen – heraus gekommen ist ein absolut gelungenes Hörbuch, welches ich der “Generation Kriegsenkel” besonders ans Herz legen möchte. Die 2009 eher zufällig in seinen Fokus geratenen Geschehnisse um seine Grosstante Margit von Batthyány, geborene Thyssen-Bornemisza und ihre Involvierung beim Massaker von Rechnitz, lösen in dem Journalisten Sacha Batthyány zunächst mannigfache Denkprozesse bezüglich der eigenen Familiengeschichte aus, innerhalb seiner Familie stößt er jedoch recht schnell auf eine Mauer des Schweigens, als er beginnt, Fragen zu stellen. Aus den Fragen werden umfangreiche Recherchen zur familiären Vergangenheit, insbesondere seiner Großmutter Maritta, deren Tagebücher sein Vater -nicht wie von ihr auf dem Totenbett gewünscht- vernichtet hat und die nun in die Hände des Autors gelangen. Er findet in ihnen  seltsam widersprüchliche Aussagen seiner Großmutter zum Tod der Eheleute Mandel auf dem Gut der Batthyánys nach der deutschen Besetzung. Die Kinder der jüdisch-stämmigen Mandels -Agnes und Sandor- wurden nach Auschwitz deportiert. Sacha Batthyány beginnt eine lange Reise, die ihn über die Couch eines Therapeuten, den Besuch des ehemaligen batthyánischen Grundbesitzes in Ungarn (im Zuge der sozialistischen Enteignungen/Bodenreformen wurden seine Großeltern enteignet und waren mit Hilfe von “Tante Margit”in die Schweiz emigriert), einer Russland-Rundreise zum Gulag, in dem sein Großvater als Kriegsgefangener jahrelang schuften musste schlussendlich bis nach Buenos Aires führt, wo die mittlerweile über 90-jährige Agnes Mandel -sie hat Auschwitz überlebt- im Kreise ihrer Kinder und Enkel lebt. Diese Reise führt den Autor aber nicht nur durch die halbe Welt, sondern auch näher zu seinem Vater, der ihn auf der Russlandreise begleitet, zu seinen Wurzeln, einem neuen Selbstverständnis. Wie alle Kriegsenkel konnte auch Sacha Batthyány eigene, teilweise diffuse Befindlichkeiten nie wirklich einordnen. Mit der Erkenntnis, dass die Generationen untrennbar miteinander verwoben sind und sich die Traumata der Kriegs- und Flüchtlingsgenerationen in ihren Nachkommen wiederspiegeln, ist er sich selbst ein gutes Stück näher gekommen. Für mich war das der spannendste Teil des Buches, auch mich treibt das Thema “Kriegsenkel” intensiv um: meine Großeltern sind Sudetendeutsche, meine Mutter wurde 1945 auf der Flucht geboren. Was nun die junge Margit von Batthyány und ihr Tun anbelangt, sind auch dem Autor -wie so vielen Interessierten vor ihm- keine schlüssigen , eindeutigen Aussagen möglich. Als gesichert gilt weiterhin nur, dass Margit von Batthyány selbst an keinerlei Tötungshandlungen beteiligt war. Ob und in welchem Umfang ihr das Massaker bekannt war, kann Niemand mehr bezeugen. Dass sie die Hauptverdächtigen nach dem Krieg gedeckt hat, wird weiterhin nur vermutet. [Insofern kann ich die Kritik zweier Familienmitglieder der Batthyánis an Elfriede Jelinek und ihrem Theaterstück “Ein Würgeengel” gut verstehen, zumal das Stück nicht im historischen, sondern einem teilweise recht freien künstlerischen Kontext inszeniert wurde, der durchaus für Publikumstumulte sorgte. Aber das nur am Rande.] Sacha von Batthyány hat über die Recherchen zur angeheirateten Großtante den Zugang zur Auseinandersetzung mit der eigenen Familie, den Eltern und Großeltern, den Battyánys, bekommen. Er hat das Schweigen gebrochen. Fazit: ein starkes Buch und Hörbuch von einem mutigen Autor, der sich gegen das Schweigen und vergessen-Wollen seiner Familie behauptet und das Rückgrat hat, offen über Handlungen der Vorfahren zu sprechen, die bis in die Gegenwart nachwirken. Empfehlenswert für alle Kriegsenkel und am Thema Kriegsenkel, Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit Interessierten. www.buchimpressionen.de

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