Sadie Jones

 3,8 Sterne bei 240 Bewertungen
Autorin von Der Außenseiter, Der ungeladene Gast und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sadie Jones (© Charles Hopkinson)

Lebenslauf

Sadie Jones wurde in London geboren und stammt als Tochter eines Schriftstellers und einer Schauspielerin aus einem kreativen Elternhaus. Nach ihrem Abitur arbeitete sie allerdings erst in der Video-Produktion und als Kellnerin, bereiste Amerika, die Karibik und Mexiko, ehe sie in Paris anfing, Englisch zu unterrichten und ihr erstes Drehbuch zu verfassen. Zurück in London arbeitete sie mehrere Jahre als Drehbuchautorin, bevor sie dann mit ihrem Debüroman »Der Außenseiter« ihre Karriere als erfolgreiche Schriftstellerin begann. Für ihren Roman wurde sie mit dem Costa First Novel Award 2008 ausgezeichnet. Sadie Jones ist mit dem Architekten Tim Boyd verheiratet und lebt mit ihm und ihren zwei Kindern in London.

Neue Bücher

Cover des Buches Aufs Land (ISBN: 9783328603306)

Aufs Land

 (2)
Neu erschienen am 25.06.2024 als Gebundenes Buch bei Penguin.

Alle Bücher von Sadie Jones

Cover des Buches Der Außenseiter (ISBN: 9783453354319)

Der Außenseiter

 (79)
Erschienen am 19.10.2009
Cover des Buches Der ungeladene Gast (ISBN: 9783442747726)

Der ungeladene Gast

 (69)
Erschienen am 12.05.2014
Cover des Buches Jahre wie diese (ISBN: 9783328100287)

Jahre wie diese

 (43)
Erschienen am 08.01.2017
Cover des Buches Die Skrupellosen (ISBN: 9783328108993)

Die Skrupellosen

 (19)
Erschienen am 08.05.2022
Cover des Buches Kleine Kriege (ISBN: 9783453355835)

Kleine Kriege

 (14)
Erschienen am 12.03.2012
Cover des Buches Aufs Land (ISBN: 9783328603306)

Aufs Land

 (2)
Erschienen am 25.06.2024
Cover des Buches Der ungeladene Gast (ISBN: 9783641087999)

Der ungeladene Gast

 (1)
Erschienen am 03.09.2012
Cover des Buches Der Außenseiter (ISBN: 9783833722462)

Der Außenseiter

 (3)
Erschienen am 29.08.2008

Neue Rezensionen zu Sadie Jones

Cover des Buches Aufs Land (ISBN: 9783328603306)
buchstaeblichverliebts avatar

Rezension zu "Aufs Land" von Sadie Jones

Vom aufwachsen auf dem Land
buchstaeblichverliebtvor 20 Tagen

#aufsland

📌 "Heute könnte alles passieren - sprechende Tiere, einfach alles." [S. 69] 

Erst einmal muss ich sagen, dass ich mich in das Cover schockverliebt habe; die Autorin selbst war mir bis dato gänzlich unbekannt. 

Der Klappentext klang auf jeden Fall vielversprechend - genau solche Bücher favorisiere ich. 

Amy und Lan sind Nachbarskinder und wachsen gemeinsam mit ihren Familien in einer Hofgemeinschaft - namens Frith - auf dem Land auf. 

Abwechselnd werden die Begebenheiten des Landlebens aus Amys und Lans Sicht geschildert und zwar chronologisch nach Jahren und Jahreszeiten. 

Man liest von ihrer relativ unbeschwerten Kindheit auf dem Land und den Ereignissen, die sie während ihres Aufwachsens im Alter von sieben bis zwölf prägen. 

Durch die Kinderaugen der beiden nimmt man als Leser*in am Rande auch die Erwachsenenprobleme wahr, wie Geldsorgen, Arbeitslosigkeit, Geschlechterrollen und Beziehungszwists in der bestehenden Hofgemeinschaft. 

Diese unbeschwerte Kindheit hat irgendwann ein jähes Ende, verursacht durch, aus Sicht der Kinder, "Fehlverhalten" der Erwachsenen. 

Die Geschichte plätschert in ruhigem Erzählfluss vor sich hin und ist in Gänze ziemlich unaufgeregt, sprachlich aber gelegentlich eher etwas derb bzw. plump, da wie gesagt aus Kindermund geschildert wird. 

Das war für mich gerade zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, da ich gerade was die Qualität des Schreibstils und der Ausdrucksweise angeht sehr pingelig bin.

Im Grunde ist es so aber stimmig. 

Aufs Land ist ein Coming of Age - Roman, in dem das Landleben ohne jegliche Form von Romantik aus Kinderaugen beschrieben wird und der trotz der nüchternen Erzählweise irgendwie Eindruck hinterlässt. 

📌 "Das Land wird immer da sein. Immer. Alles andere vergeht. Das Land besteht." [S. 310] 

Cover des Buches Aufs Land (ISBN: 9783328603306)
KleinerVampirs avatar

Rezension zu "Aufs Land" von Sadie Jones

Aufs Land
KleinerVampirvor 21 Tagen

Buchinhalt: 

Amy und Lan haben eine sorglose Kindheit auf dem Land – ihre Familien leben in einer Landkommune auf einem Bauernhof irgendwo in der englischen Pampa. Viele Tiere, Heu machen auf den Feldern, Spielen auf dem Hof und in der Natur: für Amy, Lan und ihre Geschwister ist das Leben perfekt. Bis eines Tages Wolken am Horizont auftauchen und die Erwachsenen die paradiesische Idylle für immer verändern. Lan und Amy erfahren schmerzlich, dass nichts ewig währt...


Persönlicher Eindruck: 

Aufs Land ist die Geschichte einer Kinderfreundschaft in einer Landkommune auf dem Bauernhof Frith, den drei Familien mit ihren Kindern und zahlreichen Tieren bewohnen. Das Leben ist idyllisch, die Kinder wachsen absolut antiautoritär auf und haben alle Freiheiten: Spielen im Matsch, sich um die Tiere kümmern, unbekümmert sein. Für Amy und Lan steht fest: wir gehen hier nie, nie wieder weg

Die Geschichte wird wechselseitig von Amy und Lan erzählt ,die zu Beginn beide sieben Jahre alt sind. Am Ende des Romans sind sie zwölf. In meinen Augen entwickeln sich die beiden Hauptfiguren nachvollziehbar, so, wie die Autorin auch die Erzählsprache weiterentwickelt. Es ist zu jeder Zeit absolut glaubhaft, dass hier zwei Kinder erzählen und als diese älter werden, passt sich auch der Erzählstil an. Das fand ich absolut gekonnt. 

Die Erzählung erstreckt sich vom banalen Alltagsleben über die Erlebnisse mit den Familienangehörigen, mit den Tieren (allen voran einem Kalb namens Gabriella) und über das  Landleben an sich. Es ist eine unterhaltende, mitreißende und kurzweilige Lektüre, die man nur ungern weglegt, hat man einmal mit dem Lesen begonnen. 

Die Figuren sind trotz ihrer Fülle mit Profil angelegt und nach kurzer Zeit (ein Personenregister gibt es nicht) kommt man prima mit, von dem jedes Mal die Rede ist. Im Grunde schwingt ein bisschen Bullerbü mit, das einfache Landleben und das Leben in der Gemeinschaft der Landkommune sind das zentrale Thema des Romans. 

Ohne zu viel zu verraten steigert sich der Spannungsbogen von der leicht dahinplätschernden Erzählung hin zu einem mitreißenden, bewegenden Schluss, bei dem nicht nur die Kinder lernen, dass nichts im Leben ewig währt. Mich jedenfalls hat vor allem das letzte Kapitel sehr berührt und mitgenommen. Denn schließlich sind es die Erwachsenen, die die Harmonie der Gemeinschaft an die Grenze bringen. 

Insgesamt eine absolute Leseempfehlung mit Kopfkino, Humor und manchem Lacher, aber auch traurigen und nachdenklichen Momenten, die das idyllische Landleben nicht nur zweier Kinder beleuchten. 

Volle Punktzahl, das war toll!

Cover des Buches Die Skrupellosen (ISBN: 9783328108993)
HansDurrers avatar

Rezension zu "Die Skrupellosen" von Sadie Jones

Protagonisten, die allesamt verwundet durchs Leben gehen
HansDurrervor 6 Monaten

Die englischsprachige Presse (jedenfalls ein Teil davon) ist voll des Lobes für diesen Roman, der im Original etwas anders heisst (The Snakes) und glücklicherweise nicht wörtlich übersetzt wurde. Der Auftakt ist grandios: „In der Nacht, als sie beschlossen, London zu verlassen, hatte Bea einen Traum. Träume sind wie Stummfilme – da werden Waffen abgefeuert, ohne dass man Schüsse hört, und Menschen reden ohne Stimme. Dieser Traum hingegen war ohrenbetäubend. Bea wachte von dem Lärm auf, in atemlosem Schock und Entsetzen.“ Träume sind wie Stummfilme – eine Einsicht mit dem Potential hängenzubleiben.

Bea, Psychotherapeutin, und Dan, ein in der Immobilienbranche tätiger Maler, leben frisch verheiratet in London und müssen jeden Penny umdrehen. Sie wollen für drei Monate eine Auszeit machen, das Burgund sowie den Norden Italiens erkunden. In Frankreich besuchen sie auch Beas Bruder Alex, der dort in einem heruntergekommenen Hotel haust, das ihm die Eltern gekauft haben, und der nicht nur ein Suchtproblem hat, sondern auch mit seiner Selbsthilfegruppe nicht klarkommt.

Simone Weils „Das Gebet ist nichts anderes als Aufmerksamkeit in ihrer reinsten Form“ spricht Alex mehr an als das Gelassenheitsgebet („Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“). Wie viele Süchtige ist er ein Besserwisser, der andere Besserwisser nicht erträgt. Sehr schön auch, die Bezüge auf Simone Weil: „Sie sagt, die Reichen und Mächtigen können nicht rein sein, weil sie nicht akzeptieren können, dass sie nichts sind. Sie können ihre Jämmerlichkeit nicht akzeptieren.“

Kurz darauf treffen Beas Eltern, Griff und Liv Adamson, in ihrem riesigen, hellroten Porsche Cayenne mit Allradantrieb ein. Der Vater, ein enorm reicher Immobilien-Geschäftsmann, ist auch ein Rechthaber, aber von eines anderen Art als sein Sohn. Grossspurig, nicht von moralischen Erwägungen belastet, von Gegnern und Konkurrenten bedroht.

Beas Verhältnis zu ihren Eltern ist angespannt. Sie weigert sich, von ihnen Geld anzunehmen. Dan beugt sich ihrem Entschluss, ist jedoch alles andere als glücklich damit. Die Skrupellosen ist auch ein Buch über die Unmöglichkeit, sich zu verständigen (alle reden viel, doch nie darüber, was sie wirklich beschäftigt) sowie eine Auseinandersetzung darüber, dass ein „moralisch richtiger“ Entscheid ein Desaster anrichten kann, da er mannigfaltige Auswirkungen auf ganz unterschiedliche Leute hat.

Nach und nach streut die Autorin Hinweise auf ein Familiengeheimnis ein, das hier natürlich nicht verraten werden soll. Dann stirbt Alex bei einem Unfall. „Und was hat all das mit dem Mord an Beas Bruder Alex zu tun?“, steht auf dem Umschlag – eine denkbar ungeschickt platzierte Information, ausser man will der Geschichte die Spannung nehmen.

Dann wird Dan, der von „gemischtrassiger Herkunft“ ist, von der französischen Polizei vernommen. Eindrücklich zeigt Sadie Jones auf, wie Staatsmacht funktioniert – es ist die Macht, den Kontext nicht nur vorzugeben, sondern zu bestimmen. Die Sichtweise der Polizei wird dem Befragten quasi übergestülpt. Das ist sehr realitätsnah geschildert.

Es ist ein eigenartiges Gefühl, ein Buch zu lesen, das zum Teil in einer Gegend spielt, in der man vor kurzer Zeit selber einige Male war (Burgund, Dijon, Bourg-en-Bresse) – man scheint das spezifisch Französische gleichsam einzuatmen. Was mich jedoch vor allem an diesem Roman packt, ist die Charakterisierung der Protagonisten, die allesamt verwundet durchs Leben gehen, sich jedoch ganz unterschiedlich schützen. Griff, laut und aggressiv, sich vorwärts verteidigend; Liv, neurotisch, die ohne Bewunderung nicht sein kann, immer die Fassade hochhaltend; Bea, mit dem „Firnis der Durchschnittsfrau, den sie für die Arbeit auflegte“ , den sie durch die Ereignisse allmählich abstreifte und welcher von der „Adamson-Kraft“ ersetzt wurde; Dan, der sich selber neu entdeckt, als sich die Welt um ihn herum verändert.

Dieser Roman, der sich wie ein Thriller liest, ist durchsetzt mit cleveren Beobachtungen und sehr eigenständigen Einsichten, die mich immer mal wieder überraschen und innehalten liessen, damit sie sich setzen konnten. „Da ihm der Fluch der Sensibilität erspart geblieben war, meinte er, über den Rest der Menschheit erhaben zu sein, die vor sich hin litt und sich wegen Dingen Sorgen machte, auf die sie sowieso keinen Einfluss hatten.“ Oder: „Kokain, Gras, Wein, Whisky, Medikamente, Meditation, Philosophie und Gebet. Alex hatte sein Leben lang versucht, sich selbst zu entkommen.“

Die Skrupellosen besticht auch durch seinen Witz, der sich immer mal wieder den routinierten Sprachgebrauch vornimmt. „Er hatte schon zweimal Eltern erlebt, die den Tod von Kindern betrauerten. Dafür, dass die Leute das immer als 'unvorstellbar' bezeichneten, schien es doch öfters vorzukommen.“ Oder: „'Tut mir leid, ich kann Ihnen nicht weiterhelfen“, sagte Hélène Guerin. Es tat ihr überhaupt nicht leid.“ Ganz wunderbar auch die Spitzen gegen die arrogant-unterwürfigen Angestellten von Luxusetablissements und gegen hochbezahlte Anwälte, die wenig Substanzielles zu sagen haben und sich hinter juristischen Barrikaden verschanzen.

Fazit: Ein packender und beklemmender Thriller über die Macht des Geldes.

Gespräche aus der Community

Sadie Jones' Meisterstück über einen jungen Dramatiker, der versucht, sich im London der 70er Jahre einen Namen zu machen

London in den 70er Jahren, aufregend, explosiv, atemberaubend, und mittendrin der junge, provinzielle Paul, der in der Millionenstadt versucht, erfolgreich zu sein. In ihrem neuen Roman "Jahre wie diese" lässt uns Sadie Jones hinter die Theaterkulissen blicken und - nach eigenen Aussagen - auch hinter die Kulissen des Herzens.

Zum Inhalt
Luke Kanowski beschließt, Provinz und Elternhaus den Rücken zu kehren, um in London seine Lorbeeren als Dramatiker zu verdienen. Mit Paul, einem angehenden Produzenten, und Leigh, Pauls Freundin, gründet er eine Theaterkompagnie, die bald erste Erfolge feiert. Die drei sind unzertrennlich – bis Luke auf Nina trifft, eine temperamentvolle, aber labile Schauspielerin, die ihn nicht mehr loslässt.
Alles, worum er gekämpft hat – Loyalität, Freundschaft, Karriere –, droht dem Versuch zum Opfer zu fallen, Ninas versehrte Seele zu retten. Wie viel ist er bereit, für sie zu riskieren?
Ein überaus romantischer, eleganter Roman über vier junge Menschen, die um ihren Platz in der Liebe und im Leben kämpfen und dabei immer wieder von den Prägungen ihrer Kindheit eingeholt werden.

Leseprobe

Zur Autorin
Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch "The Fine Art of Love" mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt "Der Außenseiter" (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 2012 erschien bei der DVA "Der ungeladene Gast". "Jahre wie diese" ist ihr vierter Roman.

Wenn ihr noch mehr über das Buch wissen möchtet, hier erzählt Sadie Jones über dessen Entstehung und Hintergründe.

Zusammen mit DVA verlosen wir 25 Exemplare von "Jahre wie diese" unter allen, die diesen intensiven Roman im Rahmen einer Leserunde lesen, sich austauschen und abschließend eine Rezension schreiben möchten. Wer mit Sadie Jones in das London der 70er Jahre reisen und mehr über das Theaterleben erfahren möchte, bewirbt sich* bis zum 18.03.. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist, folgende Frage zu beantworten:

Wie stellt ihr euch das Leben in den 70er Jahren vor? Hat sogar einer von euch diese aufregende Zeit miterlebt?

Auf eure Antworten freue ich mich!

Viel Glück!

* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.
599 BeiträgeVerlosung beendet
Buecherschmauss avatar
Letzter Beitrag von  Buecherschmausvor 9 Jahren
Danke dir auch für die Betreuung. Hat wie immer Spaß gemacht!

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