Sadie Jones Kleine Kriege

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Inhaltsangabe zu „Kleine Kriege“ von Sadie Jones

Henry Treherne ist ein junger, einsatzfreudiger Soldat, berufen zu einer außergewöhnlichen Karriere. Seine große Liebe Clara bestärkt ihn in dem brennenden Wunsch, etwas Bedeutendes zu leisten. Als Henrys Einheit 1956 nach Zypern verlegt wird, folgt sie ihm mit den einjährigen Zwillingen. Doch was zunächst wie ein »Sonnenschein-Kommando« aussieht, wird schnell bitterer Ernst. Die Briten verteidigen die Kronkolonie gegen die griechisch-zypriotische Untergrundorganisation, und die Gefechte sind alles andere als ruhmreich. Die Gräueltaten, in die Henry verstrickt wird, gehen nicht spurlos an ihm vorüber. Claras Angst wächst von Tag zu Tag — sie befinden sich im Krieg, und ihr Ehemann wird ihr immer fremder …

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  • Eine Ehe im Krieg

    Kleine Kriege
    mondy

    mondy

    07. May 2017 um 13:27

    Aus dem Englischen von Brigitte WalitzekInhalt1956: Der junge Major Henry Treherne wird mit seiner Einheit nach Zypern verlegt. Dort soll er gegen die Untergrundorganisation EOKA vorgehen. Da die Operation zunächst als risikolos eingeschätzt wird, folgt ihm seine Frau Clara kurz darauf mit den einjährigen Zwillingen. Doch schon bald zeigt sich, dass die Kämpfe gegen die EOKA alles andere als ungefährlich sind. Henry erlebt die Grausamkeit eines Guerillakrieges und er beginnt die Methoden seiner Einheit zu hinterfragen. Clara erkennt ihren Ehemann kaum wieder und schottet sich immer mehr ab. Bis es eines Tages zur Katastrophe kommt ...Meine MeinungKleine Kriege ... das sind die Kriege, die Henry und Clara im Privaten miteinander ausfechten. Anfangs sind sie sich noch sehr zugetan, Clara unterstützt ihren Mann bei allen Entscheidungen und hält ihm den Rücken frei. Doch schon da bemerkt man, dass das Ehepaar wenig kommuniziert, über Gefühle wird überhaupt nicht gesprochen. Clara will stark sein für ihren Mann, will ihn mit ihren Problemen nicht belasten. Und auch Henry, der selbst kaum weiß, was er fühlen soll, kann sich gegenüber seiner Frau nicht öffnen. Unter dem wachsenden Druck der militärischen Einsätze, die immer grausamer werden, entfernt sich das Ehepaar voneinander. Die Autorin hat diesen Vorgang in ihrem Buch sehr gut eingefangen. Schritt für Schritt und eigentlich unausweichlich nähern Clara und Henry sich dem Ende ihrer Ehe, ohne wirklich etwas dagegen tun zu können. Ich als Leser habe richtig mitgelitten und mehr als einmal wollte ich ausrufen: "Redet endlich miteinander!" Aber sie tun es nicht, das Bild des starken Mannes und der guten Ehefrau muss aufrecht erhalten werden. Natürlich erlebt man auch Henrys Einsätze mit. Mir gingen die Beschreibungen der Ereignisse sehr nahe, da sie nun mal nicht ausschließlich der Fiktion der Autorin entstammen. Man erhält zudem Einblicke in die Arbeit des Dolmetschers Davis, der direkt mit den Gefangenen und den Verhören zu tun hat. Als Leser muss man sich damit auseinandersetzen können, wer das nicht möchte, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Zwar ergeht sich Sadie Jones nicht seitenweise in grausamen Details, aber sie beschreibt teilweise schon explizit, was gerade vorgeht. Sehr interessant fand ich übrigens auch die Entwicklungen von Henry und Davis im Vergleich zueinander. Henry ist ein überzeugter Soldat, der jedoch mit der Zeit ins Wanken gerät, während Davis mehr oder weniger zum Einsatz gezwungen wird, um sich dann später mit der Situation abzufinden.  Auch Claras Alltag wird beschrieben. Während ich Henry und seine inneren Konflikte sehr gut nachvollziehen konnte, fiel es mir bei Clara manchmal etwas schwer. Sie hat eigentlich nichts zu tun außer die Zwillinge zu hüten, denn sie arbeitet nicht und für den Haushalt hat sie eine Haushaltshilfe. Dennoch ist sie von dieser Tätigkeit überfordert, da sie ihre Kinder meiner Ansicht nach überbehütet. Vereinzelt ging mir das etwas auf die Nerven, allerdings kann ich schon nachvollziehen, dass die Langeweile und das Eingeschlossensein (das Militär hält sich im abgeriegelten Stützpunkt Episkopi auf) verbunden mit der ständigen Anspannung ihr aufs Gemüt drücken. Sehr angetan bin ich von der Recherchearbeit der Autorin. Sie hat mit vielen ehemaligen Soldaten und Ehefrauen gesprochen, die dort im Einsatz waren bzw. ihre Männer nach Zypern begleitet haben. Ich finde, man merkt es dem Buch durchaus an, dass reale Erinnerungen mit eingearbeitet wurden.Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und für Interessierte empfehle ich es gerne weiter. 

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  • Unruheherd

    Kleine Kriege
    walli007

    walli007

    25. January 2015 um 18:45

    Major Henry Treherne ist mit Leib und Seele Soldat. Er glaubt für Recht und Ordung einzustehen und der guten Sache zu dienen. Nach einigen Jahren der Stationierung in Deutschland und als er mit seiner Einheit im Jahr 1956 nach Zypern verlegt wird, sieht er der Aufgabe freudig entgegen. Seine Frau Clara, die ihn unterstützt, folgt ihm kurze Zeit später mit den eineinhalb-jährigen Zwillingstöchtern nach. Doch die Situation in Zypern erweist sich als weniger sonnig als gedacht. Eine griechisch-zypriotische Untergrundorganisation überzieht die britischen Kolonialherren mit Anschlägen und Gefechten. Henry, nunmehr erstmals mit echten kriegerischen Handlungen konfrontiert, muss miterleben, dass seine Briten dabei nicht immer gut aussehen und ihr Handeln auch nicht so gentlemenlike ist, wie er als ehrenhafter aber unerfahrener Offizier es sich vorgestellt hat. Die inneren Konflikten, die dies bei Henry auslöst, bedrohen auch die Beziehung zu seiner Frau. Hier hat sich die Autorin einen im wirklichen Sinne des Wortes einen kleinen Krieg vorgenommen, der sehr aus der Geschichtswirklichkeit und Tagesaktualität verschwunden ist. Die groben Hintergründe lassen sich schnell bei den bekannten Seiten im Internet ermitteln und der Leser kann dabei etwas mehr über die Ursachen der Querelen erfahren, die das Leben auf Zypern auch heute zum Teil noch bestimmen, auch wenn man sich um eine Verbesserung der Situation bemüht. Doch wie bei jedem Krieg, ob klein oder groß, kommt es zu Übergriffen der vermeintlich Stärkeren, von denen man nichts geahnt, die auch völlig unerwünscht sind. Allerdings wird wie so oft nicht mit einer offenen Aufarbeitung reagiert, sondern mit Vertuschung und Bagatellisierung. Davor ist auch Major Treherne nicht gefeit und er ist in Gefahr, daran zu zerbrechen. Im Zwiespalt zwischen dem ruhigen fast fröhlichen Leben der Offiziersclubs und der andauernden Bedrohung auf der Straße, spürt man das Unbehagen und die Nervenanspannung der Soldaten. Mit Widerwillen registriert man wie die Anspannung sich die Bahn bricht und quasi explodiert. Die Autorin versteht es, die Lage so eindringlich zu beschreiben, dass man die Wirkung auf sich selbst spürt. Man fragt sich, ob man mit den Soldaten empfinden muss oder ob man ihr unangemessenes Verhalten streng verurteilen soll. Ein Buch, das Gefühle hervorruft und zum Nachdenken anregt, das an einen kleinen Krieg erinnert, der über die Beteiligten genauso viel Leid gebracht hat wie ein großer. Geschehnisse jedweder Kriege sollten schonungslos beschrieben und vor dem Vergessen bewahrt werden und hierzu leistet die Autorin einen bemerkenswerten Beitrag.

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