Sahar Delijani Kinder des Jacarandabaums

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Inhaltsangabe zu „Kinder des Jacarandabaums“ von Sahar Delijani

Sie spielen im Hof, unter den blühenden Zweigen des Jacarandabaums. Wie ganz normale, glückliche Kinder sehen sie aus, Neda und ihre Cousinen. Doch die Mütter sind fort, eingesperrt für ihren Kampf um Freiheit im Iran. Jahre später, als Neda sich in den jungen Reza verliebt, begreift sie, dass die Vergangenheit der Eltern ihre Liebe zu zerstören droht. Neda beschließt, das jahrelange Schweigen über das Geschehene zu brechen.

Sahar Delíjanís bewegender Roman ist ein großes Panorama der Generationen und eine Liebeserklärung an die Menschen in ihrer Heimat.

Habe mich selten so bemüht, ein Buch zu mögen. Letztendlich aber einfach nicht gut geschrieben.

— littleowl

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  • Rezension zu "Kinder des Jacarandabaums"

    Kinder des Jacarandabaums

    littleowl

    12. November 2014 um 20:12

    Dieser Roman umfasst gleich mehrere Jahrzehnte bewegter iranischer Geschichte. Er erzählt von den Aktivisten, die sich Anfang der 80er Jahre gegen das Regime auflehnten und dafür im Gefängnis ein Martyrium ertragen mussten, dass nicht selten mit ihrem Tod endete. Gleichzeitig handelt er von deren Kindern, die ihre Eltern oft erst nach mehreren Jahren oder gar nicht kennenlernen. Sie müssen einen Weg finden, die Vergangenheit zu bewältigen, während sie in der Gegenwart selbst täglich mit Gewalt konfrontiert sind. Ich finde es immer spannend, Romane zu lesen, in denen brisante politische Themen literarisch verarbeitet werden. Und da die Unruhen im Iran bis zum heutigen Tag andauern, man in den Nachrichten aber eher wenig darüber erfährt, hat mich dieses Thema sofort gereizt. Allerdings wurde mir beim Lesen schnell klar, dass die Autorin doch ein bisschen Wissen über die jüngere iranische Geschichte voraussetzt. Ohne diese Vorkenntnisse fiel es mir teilweise schwer, die erwähnten politischen Ereignisse nachzuvollziehen. Hier wäre es gut gewesen, noch ein paar handfeste Informationen zu liefern anstatt nur vager Andeutungen. Trotzdem hat der Roman einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Er liefert schockierende Einblicke in das tägliche Leben im Iran, sowohl damals als auch heute. Es ist aufrüttelnd, wie schlecht Menschen dort in der Vergangenheit behandelt wurden und immernoch werden. Und die Unterdrückung von politischem Widerstand ist leider ein Thema, das zu jeder Zeit aktuell ist. Auch das Gefühl, in ständiger Angst zu leben, wird für den Leser greifbar. Besonders wenn man in einem so sicheren Land wie Deutschland lebt, dann vergisst man leicht, wie kostbar diese Sicherheit eigentlich ist. Die Autorin beschäftigt sich sowohl mit heutigen jungen Iranern als auch mit deren Elterngeneration. Das bereichert einerseits den Roman, weil dadurch Parallelen zwischen der Situation damals und heute aufgezeigt werden. Andererseits verzichtet Delijani dafür darauf, eine wirklich durchgehende Geschichte zu erzählen. Die Kapitel sind nur Momentaufnahmen aus dem Leben unterschiedlichster Figuren. Der Roman wäre aber wahrscheinlich eindringlicher und berührender, wenn er ausführlich über wenige Personen berichten würde. So wird man jedoch einfach mit zu vielen Figuren und Schicksalen konfrontiert. Weil jedes Kapitel andere Protagonisten hat, hat man gar keine Gelegenheit, sich wirklich mit einer Figur zu identifizieren. Außerdem fand ich es schwierig, bei den Verwandschaftsbeziehungen den Überblick zu behalten. Ein weiteres Manko ist, dass der Schreibstil selbst für einen Debütroman nicht besonders gut ist. Man merkt, dass die Autorin krampfhaft versucht, poetisch zu sein. Letztendlich wirkt es aber oft zu dick aufgetragen, kitschig und melodramatisch. Ein Roman mit einer starken Botschaft, leider schlecht umgesetzt.

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  • Berührender bewegender Roman über Unterdrückung und Freiheit...empfehlenswert!

    Kinder des Jacarandabaums

    Kathrin81

    21. August 2014 um 22:09

    Bewegendes Buch über Geburt in Gefangenschaft im Iran und Freiheit im Exil.....

  • Ein bewegender Debütroman!

    Kinder des Jacarandabaums

    Jacky-B

    17. April 2014 um 20:48

    "Kinder des Jacarandabaums" erzählt die Geschichte einer Lebenswirklichkeit, die von Angst, Verlust, Schmerz und Trauer geprägt ist, aber auch Liebe, Vertrauen und Mut birgt – und vor allem eines: Hoffnung. Der Roman beginnt mit den Ereignissen um Nedas Geburt im Gefängnis von Teheran. Ihre Mutter Azar, die als politische Gegnerin des Regimes verhaftet wurde, bringt ihre Tochter unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Welt. Azar klammert sich an den Strohhalm ihr Kind behalten zu dürfen, doch sie hofft vergebens. Am Ende verliert die junge Frau gegen die Übermacht des Regimes, die kleine Neda wird ihr genommen und wächst bei den Großeltern auf. Behütet unter den Blüten des Jacarandabaums führt das Mädchen eine unbeschwerte Kindheit, bis ihre Mutter zurück kommt und Neda mit der Realität des Lebens im Iran konfrontiert wird. Die Autorin Sahar Delijani weiß wovon sie schreibt, denn in den Erlebnissen der kleinen Neda spiegelt sich ihre eigene Geschichte wieder. 1983 im Gefängnis von Teheran geboren, lebte sie 13 Jahre in den Wirren der Revolution, bevor die Familie 1996 in die USA emigrierte. Später bat Sahar Delijani ihre Eltern von ihren Erfahrungen im Gefängnis zu erzählen und verarbeitete Erlebtes auch in ihrem Roman. Die Ereignisse um Nedas Geburt bilden den Auftakt zu einer großartigen Geschichte, die drei Jahrzehnte umspannt. In "Kinder des Jacarandabaums" tauchen weitere Charaktere auf, die innere und äußere Kämpfe ausfechten und auf ihre Art mit der Vergangenheit und der Zukunft umgehen müssen. Mit ihrer poetischen und bildhaften Sprache schafft es Sahar Delijani den Iran und die dort lebenden Menschen in der Vorstellung des Lesers zum Leben zu erwecken und ihn an ihrer Welt teil haben zu lassen. Im italienischen Turin gipfelt schließlich die Handlung des Romans. Dort treffen in den Figuren Neda und ihrem Freund Reza die beiden Gegenpole der Revolution aufeinander und scheinen sich langsam anzunähern, vielleicht gar mit der Vergangenheit auszusöhnen. Sahar Delijani lebt seit 2006 selbst in Turin, reist aber, wie sie selbst sagt, immer wieder gerne in ihre Heimat, die „so viel Energie und Hoffnung“ ausstrahlt. Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!

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  • Beklemmend und eindringlich, doch trotzdem Hoffnung machend

    Kinder des Jacarandabaums

    coala_books

    13. April 2014 um 23:06

    Neda, geboren im Gefängnis, wird ihrer Mutter kurz nach der Geburt weggenommen und wächst behütet im Kreis der Großeltern auf. Zusammen mit Ihren Cousinen kann sie die Kindheit genießen, bis ihre Eltern entlassen werden und Neda ihre Welt verlassen muss. Erst Jahre später begreift Neda, welch Leid Ihre Eltern ertragen mussten und wofür sie gekämpft haben. Nicht nur Ihre Eltern, sondern auch sie hat die Vergangenheit nachhaltig geprägt, dass erkennt sie ausgerechnet, als ihre Liebe Reza ihr gesteht, dass sein Vater zu den Revolutionswächtern gehörte. Einfühlsam, aber auch sehr eindringlich berichtet das Buch anhand der Geschichte um Neda und ihrer Familie vom Leben im Iran nach den Revolutionen und wie diese Zeit Familien und Schicksale beeinflusst hat. Geschichtliche Fakten werden geschickt eingebunden und man erfährt viel Neues.  Sehr anschaulich wird die doch recht fremde Welt dargestellt und man kann sich gut in die verschiedenen Gefühle und Darstellungen hineinversetzen. Sprachlich weiß das Buch zu überzeugen und kann die verschiedenen Gefühle und Stimmungen gut übermitteln. Einzig die teilweiße doch recht vielen Handlungsstränge und Wechsel von Ort und Zeit machen es etwas schwer, der Handlung zu folgen und erfordern einiges an Aufmerksamkeit. Diese ist jedoch mehr als gut investiert, wird man doch mit einem anschaulichen Stück Zeitgeschichte eines Landes belohnt, welches ansonsten so weit entfernt erscheint. Ein beeindruckendes Buch und ein sicherlich eine Art Befreiung für die Autorin, welches durch eine sehr anschauliche und nicht schonende Darstellung der Umstände im Iran zu überzeugen weiß und zudem durch eine tolle Sprache punkten kann.

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  • Ein starker, ehrlicher Roman und ein absolut beeindruckendes Debüt.

    Kinder des Jacarandabaums

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    10. April 2014 um 15:01

    Das hier war kein Ort für Glück. Das hier war Evin. Ein Ort, der für Angst gemacht war, für brütende, brodelnde, dampfende Angst. - Zitat Seite 60 Meine Gedanken zu dem Buch: "Sahar Delijanis fesselnder Roman ist eine glühende Anklage gegen die Tyrannei, eine ergreifende Ehrung all jener, die deren Narben zu tragen haben, und eine Huldigung des ewigen Strebens nach Freiheit, das dem Menschen innewohnt" - so die Worte des Schriftstellers Khaled Hosseini zu diesem bewegenden Roman. Und damit hat es Hosseini ganz genau auf den Punkt gebracht. Besser kann man es definitiv nicht in einem Satz zusammenfassen, weshalb ich auch erst gar nicht den Versuch dazu starten möchte. Schon der Blick in die Leseprobe dieses beeindruckenden Debüts bestätigte mir, dass ich dieses Werk unbedingt weiter lesen muss. Ein Blick in die Vita der Autorin zeigte mir, dass sie selbst 1983 im Evin-Gefängnis in Teheran geboren wurde. Auch ihre Eltern wurden für ihren aktiven Widerstand gegen das islamische Regime in Gefangenschaft genommen - und dies zu einer Zeit, als ihre Mutter gerade mit ihr Schwanger war. Es interessierte mich, ob "Kinder des Jacarandabaums" nun eine Art autobiografischer Roman werden würde. Dies ist so nicht ganz der Fall. Es gibt natürlich Kapitel, in denen es um eigene und familiäre Erfahrungen geht. So basieren vor allem die ersten Kapitel auf der persönlichen Erfahrung ihrer Mutter, die sie hinter Gittern im Evin-Gefängnis zur Welt bringen musste. Eine Erfahrung, die sie an ihre Grenzen treibt. Doch sie ist mit ganzem Herzen Mutter und kämpft um und für ihr Kind. Immer mit dem Wissen, dass sie ihr Kind nach der Geburt weggeben muss. haben. "Sie alle wussten, dass es nicht so bleiben würde. Jeder Tag konnte der letzte sein. Sie wussten es alle. Auch Azar. Sie musste bereit sein, wenn der Tag kam." - Zitat Seite 178 Sahar Delijani wuchs ebenfalls bei ihren Großeltern auf, und sie gab so den Kindern ihres Romans ebenfalls einige persönliche Dinge mit auf den Weg. Aber es lag nicht in ihrer Absicht, komplett autobiografisch zu schreiben. So wollte die Geschehnisse darstellen, über die sie viel mit ihrer Familie gesprochen hat, über die immer erzählt wurden. Sie suchte während der Entstehung des Buches auch immer wieder die direkten Gespräche mit ihrer Mutter und der Familie, und verarbeitete und verstrickte dies gekonnt in ihrer Geschichte der Kinder des Jacarandabaums. Aber dennoch ist es ein Roman, in dem diese realen Geschehnisse mit fiktiven Gedanken verbunden wurden. Sahar Delijani betrachtet den Jacarandabaum als wie symbolisches, utopisches Bild für die Iranische Revolution von 1979. Sie gibt den Kindern der Revolution, die ohne ihre Eltern aufwachsen mussten, ein Gesicht, eine Stimme. Lässt sie und ihre Gedanken, ihre Gefühle und Emotionen zu Wort kommen. Kinder, die bei Familienangehörigen aufwuchsen, weil ihre Eltern für ihre politische Aktivität verhaftet wurden. Kinder, die nicht verstehen konnten, was da passierte und warum sie nicht bei ihren Müttern und Vätern sein durften. Kinder, denen ihre eigenen Eltern fremd wurden ... "Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn sie einem sagen, dass jemand deine Mutter ist, und du nichts als Angst empfindest, weil du eine völlig Fremde vor dir hast. Erst später erkennst du, dass sie alles ist, was du hast." - Zitat Seite 179 Aber ich nur die Kinder kommen zu Wort, nein, auch die Mütter und Väter, die unter der Gefangenschaft und unter dem Verlust ihrer Kinder litten. Delijani schreibt immer aus den Sichten verschiedener Frauen, deren Schicksal doch eng miteinander verknüpft ist. Ich begab mich auf deine Lesereise, die in den 80er ihren beginnt und mich bis in die Gegenwart führt, in der sich der Kreis der Geschehnisse schließt. Die Kinder werden erwachsen und erkennen das tatsächlich Ausmaß der Dinge, lernen ihre Eltern aus einem neuen Blickwinkel kennen und erkennen, wofür ihre Eltern gekämpft haben. Kurz & gut - mein persönliches Fazit Kinder des Jacarandabaums ist ein sehr starker, ehrlicher Roman und ein absolut beeindruckendes Debüt. Ich habe eine bewegende Lesereise hinter mir, dich mich emotional sehr mitnahm und mir große Einblicke in die Geschichte des Landes seit Beginn der Revolution gibt. Die Autorin kratzt nicht nur an der Oberfläche, nein, sie blickt tief in die Seele der Menschen, die litten und noch heute leiden unter dem Kampf für Demokratie und Freiheit. Offen, ehrlich und dabei unglaublich berührend. Eine absolute Leseempfehlung. © Rezension: 2014, Alexandra buecherkaffee.blogspot.de

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