Saiichi Maruya Die Journalistin

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Inhaltsangabe zu „Die Journalistin“ von Saiichi Maruya

Heldin des Romans ist eine erfolgreiche Mittvierzigerin, von Beruf Journalistin einer großen Tageszeitung. Sie hat mit dem Klischee der japanischen Frau, das sie einst zu einer blumengleichen Rolle, bestenfalls zu einer Art Bonsai im Garten des Menschlichen verpflichtete, nichts mehr zu tun. Sie ist selbstbewusst, gegebenenfalls eigenwillig, und geht auch erotisch aktiv ihre eigenen Wege. ‚Die Journalistin’ ist ein spannender und satirischer Roman über das Presse- und Zeitungsmilieu und die undurchschaubaren Verknüpfungen in Gesellschaft und Politik.

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  • Rezension zu "Die Journalistin" von Saiichi Maruya

    Die Journalistin
    emeraldeye

    emeraldeye

    22. November 2010 um 15:20

    Minami Yumiko ist Mitte Vierzig, eine attraktive erfolgreiche Journalistin und Mutter einer schon erwachsenen Tochter. Außerdem pflegt sie seit Jahren ein nicht einfaches Liebesverhältnis. Sie steigt ein in die Redaktion der "Neuen Nachrichten", einer nicht gerade großen, aber feinen Zeitung in Tokio. Dort wird sie gemeinsam mit dem bekannten Reporter Urano Yuzo dazu ausersehen, einen Leitartikel zu schreiben. Urano ist ein guter Rechercheur, aber ein schlechter Stilist. Yumiko hilft ihrem Kollegen, der sich nicht scheut, in seinen Artikeln über die Geschenkkultur in Japan das zu schreiben, was sie ist: Korruption. Damit stechen die beiden in ein Wespennest. Sie bekommen Widerstand zu spüren aus höheren politischen und gesellschaftlichen Kreisen. Als Yumiko auch noch mit einem Leitartikel über Abtreibung aus feministischer Position Anstoß erregt, wird der Zeitungsleitung von ganz oben zugesetzt. Doch Yumiko läßt sich nicht einschüchtern und beginnt vor dem Hintergrund der Riesenstadt Tokio über Verflechtungen und Verfilzungen zu recherchieren... 1993 schrieb Maruya Saiichi, der mehrere Literaturpreise für sein Werk erhielt, diesen Enthüllungsroman. Er gibt einen sehr tiefen Einblick in die Gesellschaft Japans. Im Vordergrund stehen die sogenannte "Geschenkkultur" und das bis zur Selbstverleugnung praktizierte Verhalten, immer und unter allen Umständen "das Gesicht zu wahren". Alles andere wird diesen Prinzipien untergeordnet. Alle wissen und alle akzeptieren es. Eine Schlüsselszene, die sich in der zweiten Hälfte des Romans immer wiederholt, ist die Einladung Minami Yumikos zu einem gemeinsamen Essen mit ihren Vorgesetzten, deren Zahl sich von Essen zu Essen vervielfacht. All das dient nur dem einzigen Zweck, nämlich Yumiko dazu zu bringen, ihren Job als Kolumnistin aufzugeben und einer "Beförderung" auf einen anderen Posten, auf dem sie in Wahrheit kalt gestellt werden soll, zuzustimmen. Nicht ein einziges Wort fällt über den wahren Grund dieser "Beförderung", obwohl alle Bescheid wissen. Sie wird erst von dem immer stärker werdenden Druck befreit, als sich der bekannte und beliebte Reporter Urano Yuzo vor sie stellt. Doch auch er versteckt seine teilweise selbstsüchtigen Motive in einem Labyrinth von Ausflüchten, das jeder durchschaut. Yumiko muß weitere "Seilschaften" bemühen, die alle bei mächtigen Männern enden, um ihre Position trotz ihrer verwerflichen Offenheit zu halten. Das weist auf ein weiteres Problem der japanischen Gesellschaft hin: Frauen sind nichts weiter als "Büroblumen". Sie haben gut auszusehen und zu gehorchen. Glücklicherweise hat sich dies in den 17 Jahren nach "Die Journalistin" doch spürbar geändert. Wirklich geändert hat sich sicherlich nicht die Art und Weise, wie die Japaner miteinander und mit Ausländern umgehen. Noch in der Übersetzung liest sich dieses Verhalten so fremdartig und nicht nachvollziehbar, dass sich das Gefühl einstellt, auf zwei verschiedenen Planeten zu leben. Insbesondere die Dialoge treiben dieses Gefühl auf die Spitze. Schwer zu ertragen und schwer zu verstehen. Es braucht schon ein gewisses Mass an Interesse und Durchhaltevermögen, um diesen Roman, der auf seine Art vielschichtig und spannend ist, zu lesen.

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