Sally Gardner Zerbrochener Mond

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Inhaltsangabe zu „Zerbrochener Mond“ von Sally Gardner

Was wäre, wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre? Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen wollte? Würden wir brav unser armseliges Leben in Zone 7 leben, bei den Ratten und Fliegen, in ständiger Angst vor den Ledermantelmännern? Würden wir vor der Fahne des Mutterlands strammstehen, wie die Musterschüler mit ihren langen Hosen und ordentlich gebundenen Schlipsen? Oder würden wir wie Standish Treadwell, der Junge mit den verschiedenfarbigen Augen, unseren ganz eigenen Weg gehen?

Ein muss für alt und jung!!! absolut bewegend und gut geschrieben

— sternchennagel
sternchennagel

Am Anfang war es noch ein wenig verworren, aber zum Ende hin klärte sich alles auf. Ein schönes Buch.

— Catniss
Catniss

Genau das Buch was ich für mein Sohn sucht. Spannend, rührend und einfach toll geschrieben.

— AAsaBoeker
AAsaBoeker

Es fiel mir anfangs sehr schwer, mich in den Schreibstil und die verworrene Erzählweise hineinzufinden, aber dann wurde es ziemlich gut!

— Arachn0phobiA
Arachn0phobiA

Ein düsteres Buch, eine Dystopie, der Variante "was wäre wenn", die in einer Welt spielt, in der es keine Gnade gibt.

— Loki_Laufeyson
Loki_Laufeyson

Tolles Buch! Die Geschichte hat mich sehr nachdenklich und auch sehr traurig zurück gelassen

— Maralenchen
Maralenchen

Was wäre, wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre? Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen ...

— Splashbooks
Splashbooks

Genial !

— DasBuchmonster
DasBuchmonster

Sehr schnell zu lesen, da die Kapitel jeweils nur ein paar Seiten umfassen. Trotzdem alles andere als leichte Lektüre!

— -Tanja-
-Tanja-

echt gut.

— ulis
ulis

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  • Zerbrochener Mond / Sally Gardner

    Zerbrochener Mond
    MosquitoDiao

    MosquitoDiao

    30. January 2017 um 16:06

    Hector hatte die Augen schon geschlossen, und ich dachte schon, er wäre eingeschlafen, als er plötzlich anfing zu lachen. „Du bist einmalig, Standish. Einmalig.“ Inhalt Was wäre, wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre? Wenn ein grausames, totalitäres Regime die Weltherrschaft an sich reißen wollte? Würden wir brav unser armseliges Leben in Zone 7 leben, bei den Ratten und Fliegen, in ständiger Angst vor den Ledermantelmännern? Würden wir vor der Fahne des Mutterlands strammstehen, wie die Musterschüler mit ihren langen Hosen und ordentlich gebundenen Schlipsen? Oder würden wir wie Standish Treadwell, der Junge mit den verschiedenfarbigen Augen, unseren ganz eigenen Weg gehen? Meinung Nun ist es soweit, mit diesem Buch erfülle ich nun endlich die Vorrausetzungen für die Teilnahme an der Carlsen-Lesechallenge! Traurig aber wahr: ich habe wirklich nur den Mindestsatz an Büchern geschafft… Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch schon einige Male empfohlen habe, obwohl ich es bis dahin noch nicht gelesen hatte. Nun kann ich aber beruhigt sagen, dass ich damit nichts falsch gemacht habe! Der Schreibstil und Aufbau der Geschichte ist sehr eigen und mit Sicherheit auch gewöhnungsbedürftig. So rutscht man zwar nicht gleich in das Geschehen rein, kommt nach und nach aber gut in Fahrt, wie die Geschichte selbst, ist sie auch einfach ein bisschen anders geschrieben – aber genau so wirkt sie auch umso authentischer. Der Hauptcharakter hat mich wohl mehr verblüfft, als die geschichte im allgemeinen. Durch seine ganz eigene Art, wird dem leser eine Sicht auf die Dinge ermöglicht, die man sonst wohl nie so hätte sehen können. Standish Treadwell ist ein ganz besonderer Junge, und das weiß er auch. Dennoch sehen das längst nicht alle so, und so hat er schnell einen ganz anderen Ruf weg. Standish Treadwell. Kann nicht schreiben, kann nicht lesen, Ist schon immer blöd gewesen. Doch dann trifft er auf Hector und hat neben seinem Gramps endlich jemanden, der ihn versteht. In einem Leben gefangen, in dem nicht nur er scheinbar keinen Platz hat, scheint er nun einen Verbündeten gewonnen zu haben und findet Spaß am Leben. Hector, auch wenn seine Stellen doch recht kurz sind, ist einem auf Anhieb sympathisch. Er sieht einfach das wesentliche im Leben und somit auch in Standish. So beginnt dann der Aufstand gegen das Regime, doch alles sehr schleichend und ein wenig poetisch verpackt. Da Standish einen ganz eigenen Weg zu denken hat, erlebt man dies alles auch aus eben seiner Sicht. Man sollte sich hier jedoch nicht täuschen lassen und denken, dass dieses Buch nur ein junges Publikum ansprechen sollte. Der Tiefgang und die Grausamkeit hinter den Worten ist einfach sehr ergreifend und lässt das ganze lange im Kopf nachklingen. Für mich eine wirklich außergewöhnliche und besondere Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann! Denn die Frage Was, wäre wenn… gerade zur Theamtik des Ausgangs vom 2. Weltkrieg haben sich schon einige gestellt…

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  • Eine besondere Geschichte über die Freundschaft

    Zerbrochener Mond
    AliceCullen96

    AliceCullen96

    17. December 2016 um 20:59

    Infos zum BuchTitel:Zerbrochener Mond  Original Titel:Maggot MoonAutor:Sally GardnerVerlag:CarlsenPreis:16,90€Inhalt:Standish Treadwell ist ein besonderer Junge, er hat zwei verschiedenfarbige Augen und er ist ziemlich blöd, zumindest sagen ,dass alle anderen ,die ihn kennen , da er eine Rechtschreibschwäche hat. In der Welt in der Standish lebt ,ist der zweite Weltkrieg anders ausgegangen und ein grausames Regime bestimmt sein Leben bestimmt. Durch seine Besonderheiten fällt er auf und nicht gerade in das Muster der Regierung, doch Standish findet einen Freund,Hektor. Dieser versteht ihn ,doch dann verschwindet er spurlos.Standish will seinen Freund wiederfinden.Wird er es schaffen ? Und was hat die Mondlandung und der mysteriöse Mondmann mit der ganzen Sache zutun ?Zum Cover: Ich muss sagen ich habe mich in dieses Cover verliebt! Erst dachte ich ,dass es jetzt nicht der Brüller ist ,aber ,wenn man das Buch gelesen hat macht dieses Cover echt Sinn!Der Halbe Junge auf dem Cover ist Standish und irgendwie finde ich, dass er schon ein wenig so aussieht wie jemand der nicht gerade die Blitzbirne der Nation ist.Der Mond mit den Rattenschwänzen drin ist schon irgendwie auf den Inhalt bezogen ,wenn auch indirekt, denn im Buch gibt es eine Art Bilderkino , mit einer Ratte und einer Fliege. Zum Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist bestimmt nicht jedermanns Sache, denn er ist relativ einfach gehalten ist und man liest es unheimlich schnell. Jedoch ist der Schreibstil nicht das gelbe vom Ei, es lässt sich jedoch aushalten.Ich persönlich mag Bücher die man schnell lesen kann , da ich sehr faul bin im Moment mir aufwendige Lektüre anzutun.(Die Facharbeitsphase kommt bald und ich schieb jetzt schon Panik)Meine Meinung: Also das Buch hat mir von der Idee sehr gut gefallen ,ich habe zwar gedacht "Oh Ok was wäre passiert ,wenn der 2 Weltkrieg von den Braunen Kompagnons gewonnen wurden wäre?"(Nein ich pflege keine Sympathie zu den Arschlöchern). Jedoch hat mich das Ergebnis in dieser Hinsicht sehr enttäuscht. Die Gewalt die bei dem Buch vorkommt und die mit der totalitären Regierung zusammenhängt ist echt an einer Hand abzuzählen.Dieser Aspekt hat mich echt enttäuscht und ich hätte davon mehr erwartet, jedoch war die Geschichte um die Freundschaft mit Standish und Hector echt schön. Dabei kann man in manchen Punkten spekulieren ob es Liebe war oder nicht aber das ist einem selbst gestellt.Das Ende jedoch , ja das Ende ging mir definitiv zu schnell!Von einer Seite zur anderen  war es einfach zu Ende so was habe ich noch nie erlebt.Und irgendwie weiß ich immer noch nicht ob es mir gefällt oder nicht, das Ende ist hat merkwürdig wie das ganze Buch sehr außergewöhnlich.Das Ende ist halb offen aber auch irgendwie nicht. Ja ich weiß sehr verwirrend.Irgendwie erinnert mich an "Rico,Oskar und die Tieferschatten" in einer Version für ältere.

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  • Ungewöhnliches Buch aus einer gnadenlosen Welt

    Zerbrochener Mond
    Loki_Laufeyson

    Loki_Laufeyson

    01. January 2016 um 17:40

    Hej, dieses Buch ist recht Dünn. Aber ungewöhnlich. Qualität, statt Quantität. Dennoch habe ich es innerhalb von 2 Stunden durchgelesen. Der Klappentext klingt interessant. Anders. Aber auf irgendeine Weise auch gruselig, perfid. Was wäre wenn... Wie viele Paralleluniversen gibt es? Könnte uns dasselbe widerfahren, wenn die "Zeitlinie" gestört würde? Ich wünsche es niemandem. Ich tue mich schwer damit, eine Rezension für "Zerbrochener Mond" zu verfassen. Diese Geschichte macht einen nachdenklich. Traurig. Es ist eine dichte, bittere Erzählung. Keine leichte Lektüre, auch wenn ich es als diese betrachtet habe, ich wollte es mal zwischenschieben. Lag schon zu lange auf dem SuB. Ich wusste es nicht besser. Habe noch eine Leserunde anstehen, der ich mich als nächstes widmen werde. -Im Falle von Spoilern bitte ich um Verzeihung- Das Cover zeigt den Mond, kryptisch gezeichnet und zerfressen von Maden. Die Maden, die am einfachen Volk, den Unreinen nagen. Die Maden, die Lügen, die die Obersten erzählen. Und darum geht es in dem Buch unter anderem auch: Um einen Flug zum Mond, um eine kreischende Ungerechtigkeit, die von niemandem gehört werden möchte. Und um viele, viele Lügen. Unten sieht man einen Jungenkopf hervorspähen. Gezeichnet mit demselbe Stil wie der Mond. Man kann die Augen erkennen, die verschiedenfarbigen Augen Standish's. Ähnliche kleine Illustrationen, mit vielen Maden und Fliegen ziehen sich durch das ganze Buch. Es sind keinen netten Illustrationen doch es lohnt sich, sie sich chronologisch anzuschauen, denn sie erzählen eine eigene und doch parallele Geschichte. Das Buch ist in 100 Kapitel eingeteilt. Die Schrift ist recht groß und die Kapitel kurz. Das macht das Lesen zwar angenehmer, es gibt so aber viele Lücken. Ließe man diese Weg, hätte das Buch nicht mehr als 150 Seiten. Somit entsteht jedoch der Platz für die Illustrationen. Ich finde dass Cover nicht schön. Ich finde die Illustrationen grauenhaft und doch so passend, zu solch einer niederdrückenden Geschichte. "'Was wäre wenn' ist so uferlos wie die Sterne" Worum es geht, konntet ihr sicherlich bereits dem Klappentext auf der Seite entnehmen, ich schreibe hier aus meiner Sicht: Standish ist unrein. Er hat Legasthenie und ist somit blöd wie Bohnenstroh. Eigentlich dürfte jemand wie er so keine Schule besuchen. Nur weil seine Eltern Lehrer waren, ist ihm dies gestattet. Doch die sind tot. Und seine Sicherheit schwindet. Ob sie wirklich tot sind, weiß er nicht. Doch was sonst? Sie wurden verhört, abgeholt und kamen nie wieder. So viele Leute verschwinden, doch wer es wagt zu fragen, der verschwindet auch. Schon früher, als seine Eltern noch existierten, war die Schule ein schrecklicher Ort. Ein Ort, in dem hirnlose Prügler, die denken sie täten damit was Gutes, ihre kranken Fantasien ausleben und sich als Lehrer bezeichnen können. Nicht einmal schon wurde ein Schüler aus einen lächerlichen Grund, und selbst wenn es kein lächerlicher Grund wäre, wäre dies nie zu rechtfertigen, zu Tode geschlagen. Es ist eine Schule in Zone 7. Der Zone für die Armen, den Abschaum der Gesellschaft. Einige Reichere, deren Eltern Spitzel der Regierung sind, besuchen auch diese Schule, man erkennt sie an ihren langen Hosen und neuen Uniformen, die sich normale Bürger nie leisten könnten. Nur in seinen Tagträumen findet Standish Zuflucht. Er wünscht sich ins Land der Croca-Cola, wo die Menschen noch frei sind und singen dürfen. Überall werden Lügen verbreitet, wer glaubt und wer nicht. Die 7-Zonler hungern, arbeiten, leiden - doch niemand kann etwas tun. Wirklich niemand? Standish macht eine unheimliche Entdeckung. Und ihm kommt eine Idee. Eine gefährliche, dumme und doch so revolutionäre Idee. Er macht sich auf, einen Freund zu retten, ins Quartier der Befehlshaber. Er wird beweisen, dass er nicht so dumm ist, wie das System denkt. Und ihm ist bewusst, dass er das höchstwahrscheinlich mit seinem Leben bezahlen wird. Das Buch ist ungewöhnlich. Es ist gnadenlos. Es ist nicht lustig. Es gibt keine glücklichen Zufälle. Wie euch sicherlich aufgefallen ist, habe ich mit keinem Wort erwähnt, dass diese Geschichte in einer Parallelwelt spielt. Es ist keine typische Dystopie. Das Jahr 1957 wird geschrieben und der 2 Weltkrieg ist anders ausgegangen. Zumindest steht dass im Klappentext, im Buch wird darauf nie richtig Bezug genommen. Es gibt eine "Führerin" und einmal hört man was von "Endsieg" und "Deportation". 1 und 1 lassen sich also zusammenreimen. Doch wird nicht viel von dieser Welt erzählt. Man erfährt nur, was Standish genau erlebt. Man erfährt keine Hintergründe. Nicht, was mit den Zonen 1-6 ist. Wie es dazu kam. Welche Länder noch frei sind. Man erfährt nicht einmal Standish Alter. Er muss wohl zwischen 6 und 18 sein, ansonsten hätte er nicht die Schule besuchen können. Aufgrund seines Wortschatzes - die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt - und seiner Handlungsweise - schätze ich ihn auf zwischen 12 und 16. Standish umschreibt die Dinge immer. Man weiß nie genau. ob er nun einen Tagtraum hat oder nicht. Ist verwirrt. Aufgrund der in Science Fiction abschweifenden Handlung erkennt man dass dann irgendwann... Man erfährt auch nicht wer, wer ist. Man muss sich die Dinge zusammenreimen. Oder die werden nur nebensächlich erwähnt. Man muss also auf die Kleinigkeiten achten. Die Geschichte wird zu Beginn von vielen Flashbacks begleitet und die eigentliche Handlung langsam weitergesponnen. Was allerdings nicht schlimm ist, denn die Flashbacks tragen zum Verständnis bei. Nur sind sie teils so durcheinander, man bekommt nicht richtig mit, ob es nun die jetzige oder erinnerte Handlung ist. Theoretisch hätte man die Geschichte vollkommen anders gestalten können, damit meine ich, dass man die Flashbacks integrieren könnte vor der richtigen Handlung als richtige Handlung. Wäre vielleicht besser gewesen, man hätte auch mehr erfahren. Doch ist das auch nicht so schrecklich. Das Ende ist nicht schön, es ist traurig, doch treffend. Es ist kein Happy End. Man kann viel hineininterpretieren. Irgendwie ist es auch offen, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Das Buch ist kein actiongeladener Thriller, es ist nicht sonderlich spannend, doch gleichzeitig muss man mehr erfahren und wird gefesselt. Der Schreibstil ist ergreifend und doch gefühllos. Letzteres betont womöglich ersteres. Es ist ein besonderer Schreibstil. Voll von Metaphern und Träumen von einer besseren Welt, voll von was wäre wenn's. Und dennoch ist es eines dieser Bücher, die mich mit gespaltenen Gefühlen zurücklassen. Eines dieser Bücher, die ungreifbar scheinen. Die ich nicht bewerten kann. Zum einen liegt es an der Thematik. An der Grausamkeit. Es ist düster und tief. Es könnte wirklich passiert sein. Das kann einem Angst machen. Ich gebe 3 Sterne. Doch ist dieses Buch keinesfalls durchschnittlich. Nur müsste man eine neue Bewertungseinheit erfinden, um es konkret auf den Punkt zu bringen. Fazit: Lässt mich gespalten zurück. Nicht durchschnittlich. Eine Empfehlung, an alle, die sich schon öfters die Frage gestellt haben: Was wäre wenn..?

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  • Zerbrochener Mond

    Zerbrochener Mond
    FabAusten

    FabAusten

    26. May 2015 um 11:29

    Standish Treadwell ist nicht wie die anderen Jungs. Seine Augen haben unterschiedliche Farben. Außerdem kann er nicht lesen und schreiben, obwohl er schon fünfzehn ist. Die anderen halten ihn für dumm. Aber dumm ist er nicht. Er kann die Wörter nicht entziffern, aber verstehen umso besser. Und im Gegensatz zu den anderen weiß er, was richtig und falsch ist. Es kann nicht richtig sein, dass die Bevölkerung hungert und sich gegenseitig misstraut. Es kann nicht richtig sein, dass sie in rein und unrein eingeteilt wird. Und es ist mit Sicherheit falsch, das viele nur weil sie angeblich anders sind, geschlagen werden oder plötzlich weg sind, womit eigentlich töten gemeint ist. Standish lebt in einer Diktatur. Willkür und Gnadenlosigkeit herrschen unerbittlich. Konformität und totale Unterwerfung sind das höchste Ziel. Verweigerer werden bekämpft. Die Eltern des Jungen sind fort und nun schlagen sich Großvater und Enkel mehr schlecht als recht allein in Zone 7 durch. Lebensmittel sind knapp, alltägliche Dinge werden so oft verwendet wie möglich. Sie versuchen nicht aufzufallen, den Zorn des Regimes nicht auf sich zu ziehen. Eines Tages zieht eine Familie in die Nachbarwohnung. Obwohl Standishs Großvater sie für Spione hält, begrüßen sie die Fremden. Die Lushs und ihr Sohn Hector werden zu besten Freunden. Bis auch sie spurlos verschwinden. Und Standish einfach nicht mehr bereit ist, alles hinzunehmen. Die beschriebene Welt zeigt einen alternativen Geschichtsverlauf. Die Diktatur, ihre Grundsätze und Funktionsweise deuten auf den Nationalsozialismus. Es ist das Jahr 1956 und das sogenannte Mutterland liegt mit anderen Nationen immer noch im Krieg. Zerbrochener Mond wartet mit einem ganz besonderen Protagonisten auf. Schon durch sein Äußeres und seine Lese- und Schreibschwäche hat er keine Chance, dazuzugehören. Aber das will er auch gar nicht, denn im Gegensatz zu seinen Mitschülern hat er sich seine Fantasie und Menschlichkeit bewahrt. Er erkennt die Defizite seiner Umgebung und Mitmenschen mit klarem Blick. Seine Fantasie beflügelt ihn und stärkt die Hoffnung auf eine bessere Welt. Trotz der rigiden Umstände und eigenen Zweifeln glaubt er im tiefsten Inneren an die eigene Stärke. Der Leser kann nicht anders als ihn ins Herz zu schließen. Und er wünscht sich, er könnte es ihm gleichtun und selbst an ein Happy-End glauben. Die starke Verbindung zur Hauptfigur führt dazu, dass die Geschehnisse noch eindrücklicher wahrgenommen werden. In einer ganz eigenen, sperrigen Ausdrucksweise erzählt Standish seine Geschichte. Dabei entstehen eigenwillige, poetische Satzkreationen voller elementarer Wahrheiten. Überhaupt gibt es zahlreiche Denkanstöße. Ist ein Leben in Unterdrückung erstrebenswert, weil man sich dann in zweifelhafter Sicherheit wähnt? Was kann ein Einzelner gegen einen übermächtigen Gegner ausrichten? Soll er anderen helfen, auch wenn er dabei ins Fadenkreuz gerät? Soll er Widerstand leisten, auch wenn die Erfolgschancen gering scheinen? Gut, es gibt auch weniger gelungene Ideen. Am Ende greift die Autorin auf den ein oder anderen nicht ganz schlüssigen Einfall bzw. Zufall zurück. Und auch das Ende selbst ist ein bisschen zuckrig. Allerdings wird das bedeutungslos in Anbetracht der positiven Aspekte. Sally Gardner ist ein außergewöhnlicher Jugendroman gelungen, der auch für Erwachsenen äußerst lesenswert ist. In sehr kurzen Kapiteln erzählt sie eine eindrucksvolle und berührende Geschichte von Unterdrückung und Auflehnung. Feigheit und Mut. Hass und Liebe. Und vom Abschiednehmen und Anfangen. Am Ende ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Tränen fließen werden.

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  • Von Maden die auf Monden hausen

    Zerbrochener Mond
    amelancholytown

    amelancholytown

    03. January 2015 um 23:14

    Was wäre wenn der zweite Weltkrieg anders ausgegangen wäre? Was wäre wenn das Mutterland zur absoluten Macht geworden wäre? Was wäre wenn der Fussball nicht über die Mauer geflogen wäre? Was wäre wenn... "Was wäre wenn ist so uferlos wie die Sterne." Die Geschichte um Standish Treadwell lebt von vielen was wäre wenns und doch gibt es am Ende eben nur ein Ende. Doch eine Geschichte muss man von Anfang an erzählen. In diesem kurzen aber unheimlich berührenden Buch begleitet der Leser den vierzehnjährigen Jungen Standish Treadwell, welcher nicht nur durch seine verschiedenfarbigen Augen bei seinen Lehrern und Mitschülern negativ auffällt. Denn der "unreine" Junge ist zudem auch noch dumm! Kann weder lesen noch schreiben. Ist hohl und schwach. Nun, das denken zumindest alle. Doch Standish ist all das und noch viel mehr. Schliesslich hat er ganz alleine einen fremden Planeten entdeckt. Den Planeten Juniper. Auf dem man mit himmelblauen Cadillacs fährt, alle Leute Croca Cola trinken und die Sonne in Technicolor scheint. Nun ja, ganz alleine dann doch wieder nicht. Da wäre noch Hector. Standish's bester Freund. Sein Nachbar, sein Bruder. Bevor Hector da war, war nur Dunkelheit, er brachte wieder Licht in das Leben. Doch als der zerdammte Fussball über die Mauer flog, war nicht nur plötzlich Hector verschwunden sondern auch gleich das Schicksal einer ganzen Nation besiegelt. Zerbrochener Mond nimmt einen auf 278 Seiten mit auf eine ungewöhnliche, surreale Reise. Bei der Maden, Fliegen und Ratten genau so eine Rolle spielen wie rote Fussbälle und silberner Sand. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und wird der Sprache eines 14-jährigen Jungen gerecht, welcher die Welt aus zwei verschiedenen Augen sieht. Doch der kindlichen Ausdrucksweise zu Trotz, wird die brutale Thematik nicht ausser Acht gelassen. Ist vielleicht sogar noch präsenter, als wenn nüchtern darüber berichtet würde. Und obwohl das Buch sicherlich keinen glücklichen Verlauf bietet, so empfehle ich doch jedem, diese Geschichte zu lesen! Und das Buch punktet nicht nur mit einer faszinierenden Erzählweise und einem sympathischen Protagonisten. Die detailreiche und liebevolle Gestaltung von Cover und Schrift sowie die zahlreichen kleinen Illustrationen, die über das ganze Buch hinweg eine eigene Geschichte erzählen, machen diesen Roman zu einem echten Kleinod. Ich kann nur sagen: Lest dieses Buch! Ihr werdet es nicht bereuen. (Und falls doch, beschwert euch bitte bei den Blattläusen.)

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  • Flieg mit mir auf den Mond - aber stürz nicht ab!

    Zerbrochener Mond
    Nirtak_Ehcstuk

    Nirtak_Ehcstuk

    11. December 2014 um 21:28

    Wie sähe dein Leben aus, wenn der 2. Weltkrieg anders ausgegangen wäre und dein Mutterland noch immer die umliegenden Länder mit Krieg überziehen würde? Wie würdest du dich fühlen, wenn du in einem totalitären Regime zur Schule gehen müsstest? Wenn niemand möchte, dass du Fantasie beweist oder selbstständiges Denken erlernst? Was würdest du tun, wenn du ein gefährliches Geheimnis herausgefunden hättest, das für die Menschen im Land und darüber hinaus alles verändern könnte? Diese Fragen beantwortet Zerbrochener Mond indem eine Art alternative Zeitlinie der Weltgeschichte geschildert wird. Dort lebt der vierzehnjährige Standish Treadwill, dessen Eltern als Staatsfeinde gebrandmarkt wurden und überstürzt fliehen mussten. Seitdem wohnen er und sein Großvater als Menschen zweiter Klasse in einem verfallenen Haus von Zone 7, direkt vor einer Mauer, die im Auftrag des Staates immer höher gebaut wird. Es mangelt an Dingen des täglichen Bedarfs, Nahrungsmittel sind ständig knapp. Lediglich Ratten und Fliegen gibt es mehr als genug – genauso wie die allgegenwärtige Propaganda zur bevorstehenden Mondlandung. Mit diesem Meilenstein will das Mutterland allen anderen Völkern endgültig seine technologische Überlegenheit demonstrieren. Gleich das Anfangskapitel lässt erahnen, dass die Geschichte kein gutes Ende nehmen wird. Standish ist Legastheniker und mit seinen verschiedenfarbigen Augen Außenseiter der Klasse. Als ins Haus nebenan Familie Lush einzieht, freundet er sich mit deren selbstbewusstem Sohn Hector an. Fortan unterstützen sie sich und lassen gemeinsam ihrer Fantasie freien Lauf. Eigentlich wünscht sich Standish nur eines: raus aus dieser Hölle, die sich Heimat nennt – hoch hinauf zu den Sternen, auf einen fremden Planeten, wo man neu anfangen könnte. In der Realität sind beide Jungen Gefangene eines Systems, in dem fortwährend Menschen verschwinden und gegenseitiger Verrat vom Staat belohnt wird. Die Erziehung zu künftigen Soldaten hat Priorität, Grausamkeit wird schon bei Kindern gefördert. Lange hat Standish es dank der Tipps seines gewieften Großvaters geschafft, nicht aufzufallen. Doch als beim Fußballspielen der Ball über die haushohe Mauer hinterm Garten fliegt, findet Hector heraus, was auf dem geheimen Militärgelände dahinter vor sich geht. Kurz darauf verschwindet er spurlos. Nun muss Standish sich entscheiden, was er zu tun bereit ist, um seinen besten Freund wiederzufinden … Das Buch ist mit seinen 288 Seiten nicht besonders umfangreich, doch die kurzen, nicht-linearen Kapitel fordern ständige Aufmerksamkeit. Die Sprache ist mitunter etwas kindlich, da die Geschichte aus Sicht von Standish beschrieben wird – so werden Agenten des Systems als Ledermantelmänner bezeichnet oder Soldaten als Blattläuse. Aber davon lasse man sich nicht täuschen: die Handlung ist traurig, der Protagonist verdammt mutig und einige der geschilderten Szenen sind wirklich hart. Von eben diesen Kontrasten zwischen Sprache und Geschehnissen lebt das Buch. Die Thematisierung von Gewalttaten, kaltblütigen Exekutionen oder Arbeitslagern, in denen unerwünschte Mitglieder der Gesellschaft ihr elendes Dasein fristen, wirkt dadurch nur noch schockierender. Fast unmerklich wird auf diese Weise eine beklemmende und bedrohliche Atmosphäre aufgebaut. Die Bürger des Mutterlandes leben in ständiger Überwachung und Furcht. Der brutale Alltag innerhalb der Diktatur lässt nur selten Gedanken an Freiheit zu, wahre Akte der Zivilcourage sind selten und wertvoll. Voller Angst versucht daher auch Standish, sich dem System anzupassen, denn was mit Andersartigen oder Querdenkern geschieht, wird ihm ständig vor Augen geführt. Ein blaues und ein braunes Auge, welche die Aufmerksamkeit auf das eigene Gesicht lenken, sind da keine besonders gute Voraussetzung. Dass er kaum lesen oder schreiben kann, bringt ihm zusätzliche Verachtung von Lehrern und Mitschülern ein, die ihn folglich für dumm und unwichtig halten. Wie falsch sie damit liegen! Denn seinen scheinbaren Mängeln zum Trotz ist Standish im Innersten genauso bemerkenswert wie rein äußerlich. Einfallsreiche und kritische Gedanken teilt er jedoch nur mit seinen Vertrauten – oder dem Leser. Das schweigende Beobachten hat ihm und seinem Großvater bisher das Überleben gesichert, genauer gesagt: ein Leben in Deckung. Doch Hector und seine Familie sind von anderer Art. Die Begegnung mit diesen intelligenten und mutigen Menschen kitzelt sämtliche Nonkonformität aus Standish heraus. Zu lesen, wie er nach und nach über sich hinaus wächst, stimmt trotz aller traurigen Passagen optimistisch. Aufgeschlagen habe ich den Titel Zerbrochener Mond von Sally Gardner ursprünglich nur, weil mir die Illustration auf dem dunkelblauen Schutzumschlag gefiel. Entfernt man diesen, ist der Buchdeckel ähnlich passend bedruckt. Ein weiteres Plus sind die kleinen, aber feinen Illustrationen innen – zusammengenommen bilden sie eine unappetitliche Bildergeschichte zum Thema Fliegen und Ratten :).  Hängen geblieben bin ich letztendlich, weil Geschichte und Schreibstil mich sofort gefesselt haben. Zerbrochener Mond ist schlichtweg ein gutes Buch, denn es hallt auch nach dem Lesen im Kopf nach und bringt einen zum Nachdenken. Deshalb: klare Leseempfehlung für Jugendliche wie Erwachsene. K. Kutsche, Bloggerin auf www.inkunabel.wordpress.com

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  • Was wäre, wenn nach dem 2. Weltkrieg ein totalitäres Regime die Macht übernommen hätte?

    Zerbrochener Mond
    Girdie

    Girdie

    03. November 2014 um 20:49

    Im Buch „Zerbrochener Mond“ schafft die englischen Autorin Sally Gardner eine erdachte Szenerie, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1956 spielt. Ein totalitäres System mit einer Präsidentin an der Spitze hat die Macht übernommen. Die erste Mondlandung steht unmittelbar bevor. Der 15-jährige Standish Treatwell lebt bei seinem Großvater in Zone 7 bei den Unreinen. Standishs Eltern sind eines Tages verschwunden. Er ist Legastheniker und wird von vielen als dumm angesehen. Außerdem fällt er schon rein äußerlich durch zwei verschiedenfarbige Augen auf. Als eines Tages die Familie Lush ins Nachbarhaus zieht, wird deren Sohn Hector sein bester Freund. Beide träumen von einem Flug zum Juniper und sie planen und basteln, um diesen Traum umzusetzen. In der Schule wird Standish von den Klassenkameraden gemobbt, von seinem Lehrer bekommt er für die kleinsten Vergehen eine Prügelstrafe. Einer der düsteren Ledermantelmänner der Regierung möchte mit ihm sprechen. Werden Sie ihn nun fortschicken auf eine weit entfernte Schule für unreine Kinder, vielleicht ohne Wiederkehr? Und dann reift in Standish ein unglaublicher Plan. Wird er die Welt von dem totalitären System befreien können? Da die Autorin selbst Legasthenikerin ist und mit 14 erst schreiben gelernt hat, weiß sie genau, wie Standish sich fühlen muss, wenn er von den Menschen seiner Umwelt deswegen unterbewertet wird. Ihre eigenen Erfahrungen hat sie in dieser Figur umgesetzt. Vielleicht hat auch sie davon geträumt entgegen der Meinung der Leute einmal etwas ganz Erstaunliches vollbringen zu können. In diesem Buch gibt sie Standish die nötige Kreativität, die ein Held benötigt. Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben und der Leser bleibt daher stets an der Seite des Protagonisten. Standish nimmt eher mit Erstaunen die ständig wachsende Furcht seines Großvaters wahr. Bewusst werden ihm Informationen über das Verschwinden der Personen in seinem Umfeld vorenthalten. Doch mit und mit baut er sich aus Andeutungen, Beobachtungen und schließlich Erfahrungen seine eigene Vorstellung zusammen, wo diese zu finden sind und hieraus erwächst sein großer Plan. Die Erzählung ist in schlichter Sprache geschrieben, jedoch mit einigen Personifikationen, so bezeichnet er beispielsweise seinen Großvater als Silberfuchs und die Regimetreuen als Blattläuse. Schade finde ich es, dass der „madige Mond“ wie der Originaltitel übersetzt heißt und wie es auch das Cover wiedergibt in der deutschen Ausgabe nicht beibehalten wurde. Auf den Innenseiten des Buchs gibt es auf fast jeder zweiten Seite eine Illustration, die sich zu einer Story entwickelt. Dabei beginnt alles mit einer Fliege, so wie die Erzählung mit Standish beginnt. Mehr möchte ich hierzu nicht verraten, denn es macht einen Teil des Besonderen an diesem Buch aus. Wegen der Beschreibung einiger gewaltsamer Szenen halte ich das Buch für jüngere Jugendliche nicht geeignet. Die politische Situation in seiner Einbindung zum Großen und Ganzen wird erst von älteren zu verstehen sein. Der Roman ist schockierend in seiner Auswirkung, gleichzeitig aber auch Hoffnung gebend. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung, auch für Erwachsene. Für die ungewöhnliche Darstellung des Themas, welche Auswirkungen ein anderer Ausgang des Zweiten Weltkrieg haben könnte, erhält das Buch von mir 4,5 Sterne, die auf 5 aufrunde.

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  • Zerbrochener Mond, rezensiert von Dominic Schlatter

    Zerbrochener Mond
    Splashbooks

    Splashbooks

    26. October 2014 um 09:05

    Wenn man den Buchrückentext liest, vermutet man vielleicht einen weiteren der zahlreichen Romane, welche in der Zeit Nazi-Deutschlands spielen. Allerdings wird weder das Wort "Nazi", noch Hitler oder Ähnliches erwähnt und dennoch sind die bewusst gesetzten Parallelen zu dieser schrecklichen Zeit erkennbar. Im Mittelpunkt von "Zerbrochener Mond" steht der 15-jährige Standish Treadwell, welcher eine Schreib- und Leseschwäche hat, sowie ein blaues und ein braunes Auge. Der Junge schildert sein Leben aus der Ich-Perspektive und macht somit seine sprachlichen Defizite zu einem liebevollen Nebeneffekt beim Lesen. Da wird aus einem verdammt schon mal ein "zerdammt" oder das bekannte, koffeinhaltige Getränk wird zu einer "Croca Cola". Standish lebt in Zone 7. Wie viele Zonen es gibt, wird nicht näher erklärt. Nur dass Zone 1 den Wohlbetuchten vorbehalten ist, während die Armut und der ständige Kampf ums Überleben in der siebenten Zone an der Tagesordnung steht. Über all das herrscht das Mutterland mit seiner Präsidentin. Dieses totale Regime führt anscheinend Krieg gegen den Rest der Welt und hält sich für eine überlegene und reine Rasse. Wer nicht in dieses Reinheitskonzept passt, verschwindet und wird zu "Madenfutter". Damit alles mit "rechten" Dingen zugeht, sorgen Ledermantelträger. In 100 kurzen und prägnanten Kapitel erschafft die Autorin Sally Gardner eine surreale Welt voller Furcht und Angst. Menschen sind nichts wert und gleichzeitig absolut austauschbar. Durch die ständig vorherrschende Gewalt und den Existenzängsten der Bürger, werden diese möglichst ruhig gehalten. Den Kindern bleiben nur Tagträume, um wenig später von Schlägen mit dem Rohrstock in das Hier und Jetzt zurückgeholt zu werden. Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/20830/zerbrochener_mond

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  • Zerbrochener Mond

    Zerbrochener Mond
    DasBuchmonster

    DasBuchmonster

    19. October 2014 um 15:56

    Standish Treadwell lebt in einer Parallelwelt, wir haben um die 1950 und der zweite Weltkrieg ist anders ausgegangen als bei uns. Ein totalitärer Staat hat gesiegt, und die Führerin ist an der Macht. Standish lebt mit seinem Großvater in Zone 7. Das ist die Zone der Unreinen, denn Standish hat zwei verschiedenfarbige Augen und Standish ist auch ein wenig dumm, denn er kann nicht lesen und schreiben. Eines Tages taucht Hector mit seiner Familie im ehemaligen Haus von Standishs Eltern auf, Hectors Vater war Wissenschaftler, doch er hat sich geweigert, etwas, was befohlen wurde, auszuführen, sodass die Familie in Zone 7 gelandet ist. Hector und Standish freunden sich an. Als dann plötzlich der Mondmann parallel zu Hectors Verschwinden auftaucht, entdeckt Standish eine grausame Wahrheit. Meinung: Das Cover gefällt mir sehr gut, es betont den Stil des Buches und markiert die Themen, die sich in dm Buch befinden. An jedem Kapitelanfang ist eine Illustration, die auch gleichzeitig eine Geschichte erzählt und auch parallel passend zu dem Inhalt des Buches ist. Das ist sehr geschickt gewesen.Das Buch ist in Standishs Perspektive erzählt, Standish ist durch seine naive Ausdrucksweise einem sofort sympathisch, gerade die Naivität gepaart mit der bedrohlichen Situation und der wirklich düsteren Welt, lässt einen Standish sofort ins Herz schließen, er steht in seinem Kummer und seinem Pech. Man hat das Gefühl an etwas tiefem und wahrem beteiligt zu sein.Durch die kleinen Kapitel konnte ich das Buch und die einzelnen Szenen intensiv wahrnehmen. Die Beschreibungen gehen und die Haut und sind wortgewaltig ohne dass sie längeren Beschreibungen bedürfen. Ich hatte das Gefühl, dass hinter so einer kleinen Person so große Worte und Taten stehen...sei einfach heldenhaft. Ich kann mir vorstellen, dass es für dieses Buch mehrere mögliche Interpretationsansätze geben wird, ich hatte zumindest einige Momente. Die schlimmsten Zeiten fördern die größten Helden zu Tage und diese finden sich im Alltag wieder.Das Ende war sehr gut aber leider auch sehr tragisch und traurig, leider lässt Standishs Situation keinen anderen Ausweg zu. Ich finde, er ist ein wahrer Held. Das Ende hat mich einfach richtig berührt, genau wie das gesamte Buch. Vor allem Hectors letzte Nacht, als die beiden sich küssen..da hatte ich nciht das Gefühl, es ging um Homosexualität, nein, es ging darum, dass zwei so junge Menschen gesehen und begriffen haben, dass sie keine Chance mehr bekommen - nie wieder - Zärtlichkeit oder Liebe zu erfahren, einen Kuss zu bekommen. Zum Schluss kann ich über dieses Buch nur sagen: Ja, es ist anders und ja, man muss sich auf das buch einlassen, aber wenn man das tut, dann geschieht etwas ganz wundervolles! Lieblingszitate: "Was wäre wenn ...ist so uferlos wie die Sterne." "Ich sammle Wörter, sie sind Süßigkeiten auf der Zunge des Klangs." "Aus der Wunde suppt Kummer, egal wie oft man sie mit "Wird schon wieder" verband." "Du gibst einer simplen Welt Sinn (....) Ohne dich bin ich verlassen. Kein Morgen, nur meilenweit Gestern." 

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  • Von einem, der nicht aufhörte.

    Zerbrochener Mond
    ladyhopeless

    ladyhopeless

    03. September 2014 um 08:14

    Es ist das Jahr 1959. Ein totalitäres Regime beherrscht einen Großteil der Welt. Standish Treadwell ist 15 Jahre alt und lebt mit seinem Großvater in Zone 7, einem Sektor des Mutterlandes. Seine Eltern sind verschwunden. Es gab viele Vermisste: Nachbarn und Freunde, die wie meine Eltern einfach ausradiert waren, ihre Namen einfach ausradiert, jede Kenntnis von ihnen von den Behörden verleugnet. Damals war mir klar geworden, dass die Welt voller Löcher war, in die man fallen konnte, ohne je wieder aufzutauchen. Er kann weder Lesen noch Schreiben und seine Augen haben zwei verschiedene Farben. Im Grunde ist es ein Wunder, dass er noch immer da ist und zur Schule gehen darf. Von seinen Mitschülern und Lehrern wird er misshandelt. Das einzige, was ich lesen konnte, war das riesengroße Wort quer über dem Bild vom Mond. Das haute einem direkt aufs Maul, das Wort. MUTTERLAND. Weil ich dumm war und nicht richtig auf liniertes Papier passte, saß ich schon so lange hinten in der Klasse, dass ich so gut wie unsichtbar geworden bin. Bloß wenn Mr. Gunnells Panzerarme mal wieder ein bisschen Training brauchten, rückte ich ins Blickfeld. Das ändert sich, als die Lushs in sein Leben treten. Die Familie, vom Mutterland wegen Verweigerung in Zone 7 verbannt, schließen sich Standish und seinem Großvater an. In Hector, dem Sohn der Lushs findet Standish einen Verbündeten, der ihn schützt und ihm bereitwillig folgt auf seinen Reisen zum Phantasieplaneten Juniper. Ich hatte keine Nacht durchgeschlafen, seit meine Eltern weg waren…Nur wegen Hector fing ich wieder richtig zu schlafen an….Gramps und ich, Hector und Mr. und Mrs. Lush fingen an, gemeinsam zu essen, und allmählich verbrachten wir immer mehr Zeit zusammen. Wir waren eine gute Familie. Alles ändert sich, als Hector heimlich die verbotene Zone betritt, um einen verschossenen Ball zu suchen. Er findet nicht nur diesen, sondern öffnet auch dem größten Geheimnis des Mutterlandes die Tür. „Zerbrochener Mond“ ist eine Dystopie. Es wird mit der Idee gespielt, was gewesen wäre, wäre der Zweite Weltkrieg anders ausgegangen. Aber vor allem ist es die Geschichte eines Jungen, der anders ist und versucht, in einer Welt zu überleben, in der Andersartigkeit gnadenlos verfolgt und im Zweifel mit dem Tod bestraft wird. Dennoch bleibt er bei sich und geht seinen Weg – Menschen um ihn herum schützen ihn, so gut sie können. Doch Spießgesellen, Blattläuse und Ledermänner verfolgen ihn, zwingen ihn, buchstäblich einen Pfad einzuschlagen, an dessen Ende unerwartete Möglichkeiten, aber auch das Schicksal liegen. Sally Gardner wählt die Ich-Perspektive und lässt Standish seine Geschichte in knappen Kapiteln und Rückblenden erzählen. Das sorgt für ein rasantes Erzähltempo und immer wieder für überraschende Wendungen. Aber vor allem lässt diese Struktur viel Raum für das Nachklingen kluger Gedanken und wunderschöner Formulierungen. Es ist unglaublich berührend, wenn man die Hingabe erkennt, mit der Standish an die guten Menschen um sich herum und an eine bessere Welt glaubt. Wie offen sein Herz trotz aller gemachten Erfahrungen ist – ohne dabei jedoch Naiv zu sein. „Zerbrochener Mond“ ist ein äußerst spannendes, überraschendes, gefühlvolles und poetisches Buch, das einen auf eine Reise mitnimmt, an die man sich noch lange erinnern wird und an deren Ende man sich wünscht, ein bisschen mehr wie Standish Treadwell zu sein.

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