Salman Ansari Rettet die Neugier!

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Inhaltsangabe zu „Rettet die Neugier!“ von Salman Ansari

Salman Ansari streitet für kindliche Freiräume und gegen die Bildungshysterie Physikkästen für Zweijährige? Chinesisch im Kindergarten? Salman Ansari, promovierter Naturwissenschaftler und Lernpädagoge, fordert: Weg mit dem Bildungsballast! Dieses Wissen ist nicht nur unnütz und teure Zeitverschwendung, sondern auch extrem gefährlich für Kinder. Sie scheitern an den viel zu komplexen Aufgaben, werden frustriert oder erwerben naive Vorstellungen, die später nur schwer zu korrigieren sind. Für die Kinder ist nicht die Anhäufung von Wissen wichtig, sondern die Fähigkeit, eigenständig und kreativ zu denken. Ansari begibt sich auf Augenhöhe mit den Kindern, geht konsequent von ihrem Denken aus und zeigt, wie sie Schritt für Schritt in ihrem Erkenntnisprozess begleitet werden können. Damit aus klugen Kindern interessierte und aufgeweckte Schüler werden.

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  • Ein überaus notwendiger und heilsamer Zwischenruf

    Rettet die Neugier!
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. May 2013 um 09:38

      Dieses Buch des aus Indien stammenden Lernpädagogen Salman Ansari ist ein überaus notwendiger und heilsamer Zwischenruf in einer bildungspolitischen Debatte, die in Deutschland vor lauter Orientierung an internationalen Standards und angeblichen Lücken in der Bildung unserer Kinder diese selbst oft aus dem Blick verloren hat. Kinder wollen lernen, von Anfang an, in der Kindertagesstätte und in den Grundschulen. Doch sie brauchen für ihr Lernen und den Erwerb ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen Umgebungen, die Kinder dazu anregen, eigene Fragestellungen selbständig zu beantworten und neue Ideen zu entwickeln. Nur so sind sie in der Lage- und darauf kommt es an- eigene, selbständige und individuelle Lösungsansätze zu suchen und zu finden für das Verstehen der Wirklichkeit, die sie wahrnehmen.   Deshalb, so Ansari, der sich hier in einem Boot findet mit einer wachsenden Zahl von Autoren und Gott sei Dank auch mit einer wachsenden Zahl von Eltern – deshalb ist es für Kinder nicht wichtig, ein immer größeres Wissen sozusagen aus zweiter Hand zu sammeln, sondern dass sie von Anfang an aufwachsen in einer sie ermutigenden Umgebung, die sie befähigt eigenständig zu handeln und ihre Kreativität zu entwickeln.   Diese Voraussetzungen, die Ansari an vielen Beispielen beschreibt, brauchen Kinder, um aufmerksame und lernwillige Schüler zu werden, die sich einer sich verändernden Welt gewachsen zeigen können.   Was das insbesondere in unseren Schulen für die Aufgabe, die Rolle und die Person des Lehrers bedeutet, hat eben John Hattie in seiner Studie „Lernen sichtbar machen“ gezeigt, in der er nachgewiesen hat, dass der Lehrer/die Lehrerin  wieder in den Mittelpunkt allen Redens und Entscheidens über die Schule gehört. Der Lehrer ist hauptverantwortlich dafür, was Schüler lernen. Ob die Schule besser wird, liegt an ihm.  

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  • Für einen eigenen Maßstab beim Lernen mit Praxisanleitung

    Rettet die Neugier!
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    13. May 2013 um 13:30

      Die Bildungsdiskussion ist in vollem Gange, das Schulsystem steht auch politisch unter Reformbedarf, von G8 bis zur Gemeinschaftsschule reichen die Einlassungen der verschiedenen Bundesländer. Da wundert es nicht, dass sich auch die Literatur zum Thema in letzter Zeit häuft und eine ganze Reihe von Anstößen und Vorschlägen aus verschiedenen Richtungen von verschiedenen Autoren nun vorgelegt werden.   Das zentrale Thema, dem Salman Ansari aus seiner Sicht her begegnen will, lässt sich mit dem Stichwort „Bildungsballast“ benennen. Nicht „zuwenig“, sondern eher „zuviel“ an , vor allem vorgegebenem, Lernstoff sieht er auf die Schüler schon früh zukommen. Wobei dies eine gesamtgesellschaftliche Haltung zu sein scheint. Gerade auch Eltern legen in immer größerer Zahl Wert auf „Frühförderung“, das Quantum an „mehr Wissen “ schon zu Kindergartenzeiten, von dem man sich den entscheidenden Vorteil „für später“ verspricht.   Ins Positive gekehrt stellt das Buch ein Plädoyer für eine (auch) „eigenständige Eroberung und Erforschung der Welt“ durch Kinder dar. Und einsichtig ist das schon, wie Ansari hintergründig logisch bei der Lektüre die „Milchmädchenrechnung“ mitlaufen lässt, dass, je mehr an Stoff, Schule und vorgegebenem Lernen für Kinder und Jugendliche im Raume steht, desto höher auch der Zeitdruck und desto weniger Zeit für eigene Erforschungen und Aneignungen der Welt, das Ausleben der natürlichen Neugier (Exploration) verbleibt.   Ein Vorgang allerdings, den Ansari zentral für das „eigentliche“ Lernen ansetzt und den er daher für fundamental in der Entwicklung zum erwachsenen Menschen her betont.   „Die Überwindung naiven Vorstellungen gelingt erst durch eine selbstständige Konstruktion von Konzepten und deren Anwendung auf neue Problemstellungen, um bisher unbekannte Zusammenhänge zu entdecken“ Mit der Betonung auf „selbstständige Konstruktion“.   So wäre der pädagogische Ansatz, den Ansari vertritt (und der eine weitreichende Reform des aktuellen Status quo nach sich ziehen würde): „Ein zentrales Anliegen meiner Arbeit mit Kindern besteht darin, dass ich für sie Erfahrungsmöglichkeiten biete, die ihnen helfen können, handelnd ihre naive Vorstellungen selbstständig zu korrigieren“.   Es geht eben nicht darum, Kinder schon im frühesten Alter als „zu Belehrende“ im Lehrstoffsinne einzuordnen, sondern den nötigen Freiraum für ein (durchaus auch angeleitetes) „Entdecken der Welt“ nach je eigener Geschwindigkeit, Neigungen und Interessen, vertrauend auf die dem Menschen innewohnende Neugier, einzuräumen. Übrigens auch im „öffentlichen Raum“. Ansari verweist zu Recht darauf, wie wenig öffentliche Spielflächen, Spielplätze und allgemein kindgerechte Räume noch öffentlich anzutreffen sind. Eine Beobachtung, die jeder nachvollziehen kann und die sich nicht zuletzt in der Verbreitung von professionellen „Indoor“ Spielangeboten manifestiert.   Alles in allem liest sich das Buch kompetent und gut. Ansari stellt klare Fragen und klare Entwicklungen dar, die zwar verschieden bewertet werden können, aber faktisch deutlich aufzeigen, dass eine „Kindheit“ wie sie vor wenigen Jahrzehnten noch gang und gäbe war, kaum mehr möglich ist. Das Plädoyer für „weniger Lehrstoff und Lernstruktur“ und „mehr Freiraum“ ist ein zu bedenkendes Element in der allgemeinen breiten Reformdiskussion.   Zudem geht Ansari konkret und vertieft in einzelne „Experimente“ und eine Darstellung konkreter „Erfahrungsinhalte“. In Teilen bietet sich das Buch somit eine „Praxisanleitung für Erzieher“ mit „Forschungsprogrammen“, genauen Erklärungen von Abläufen zu kreativer Erforschung samt Bildmaterial. Damit festigt und illustriert Ansari seine allgemeinen Einlassungen mit einem „so wird´s gemacht“. In den allgemeinen Beobachtungen und Folgerungen eine sehr bedenkenswert Lektüre.

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