Dieses epische Werk besteht aus mehreren Handlungssträngen, die nichts miteinander zu tun haben. Einige sind sehr islamkritisch. So wird beispielsweise die Entstehungsgeschichte des Islam und die Geschichte Mohammeds erzählt, der seine neue Lehre im damals noch polytheistischen Mekka verbreitet und nicht vor Betrug zurückschreckt (z.B. der Erzengel Gibril berichtet ihm angeblich stets das, was Mohammed dienlich ist). Die Haupthandlung erzählt von zwei in Großbritannien lebenden Indern, die sich bei einer Flugzeugentführung kennenlernen und diese wie durch ein Wunder überleben. Rushdies Schreibstil ist sehr ausschweifend, sehr detailverliebt und oft auch sehr humorvoll. Ich finde dieses Buch sehr lesenswert, man braucht allerdings viel Sitzfleisch und Geduld, da es mehrere hundert Seiten umfasst. Was genau Rushdie mit diesem Buch aussagen wollte bzw. was seine Kernaussage ist, ist mir allerdings unklar. Das Buch und seine verschiedenen Handlungsstränge haben auch kein eindeutiges Ende, bei dem sich alles auflöst.
Salman Rushdie

Lebenslauf
Der unerschrockene Kämpfer: Sir Ahmed Salman Rushdie ist ein indisch-britischer Schriftsteller und gehört zu den bedeutendsten Vertretern der zeitgenössischen Literatur. Er wuchs zunächst in Mumbai auf, bis ihn sein Vater im Alter von vierzehn Jahren nach England schickte, wo er Geschichte am King´s College der University of Cambridge studierte. Bis er von seiner Tätigkeit als Schriftsteller leben konnte, arbeitete er am Theater, als freier Journalist und als Texter in der Werbung.
Sein erstes Buch „Grimus“ veröffentlichte Rushdie 1975, doch sein eigentlicher Durchbruch gelang ihm 1981 mit dem Werk „Mitternachtskinder“, für das er mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. 2008 wird das Buch sogar zum „Best oft he Booker“, also zum besten Buch, das in den letzten 40 Jahren den Booker Prize gewonnen hatte, ernannt.
Sein bekanntestes Werk ist jedoch der Roman „Die satanischen Verse“. Darin wird unter anderem das Leben des Propheten Mohammed thematisiert, was der iranische Staatschef Chomeini als Gotteslästerung verurteilte und die Tötung des Schriftstellers forderte. Die Fatwa wurde jedoch von der Organisation der Islamischen Konferenz als illegal bezeichnet und von allen Mitgliedsstaaten abgelehnt, mit Ausnahme des Iran, wo die Fatwa bis heute gültig ist.
1999 wurde Rushdie für sein Lebenswerk von der Freien Universität Berlin sowie der Universität Lüttich mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet und 2008 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Heute lebt Rushdie in New York.
Alle Bücher von Salman Rushdie
Die satanischen Verse
Mitternachtskinder
Harun und das Meer der Geschichten
Des Mauren letzter Seufzer
Golden House
Die bezaubernde Florentinerin
Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte
Der Boden unter ihren Füßen
Neue Rezensionen zu Salman Rushdie
Man kennt von Salman Rushdie vor allem die Satanischen Verse. In seinem 2017 erschienenen Roman rückt er jedoch das damalige Zeitgeschehen sowie seine eigenen Wurzeln in Indien in den Fokus.
Nero Golden flieht mit seinen drei Söhnen nach New York, doch ihre Vergangenheit holt sie ein. Das Land, das lange Zeit nicht beim Namen genannt werden darf, ist Indien. Was genau die Familie zur Flucht bewogen hat, klärt sich erst gegen Ende auf. An Geld mangelt es ihnen jedenfalls nicht. Die Geschehnisse werden aus der Sicht eines Nachbarn geschildert, der immer tiefer in die Verstrickungen der Familie hineingezogen wird.
Der Roman braucht einen langen Anlauf, bevor die Handlung wirklich an Spannung gewinnt. Zum Ende hin konnte ich jedoch kaum noch mit dem Zuhören aufhören. In Rückblicken wird die Geschichte der drei ungleichen Söhne und eines Nachzöglings detailliert aufgerollt.
Rushdie nimmt kein Blatt vor den Mund und ein gewisser Präsident wird bei ihm zur Figur des Jokers aus Badman.
Es handelt sich um eine vollständige Lesung mit ca. 14,5 Stunden Laufzeit, routiniert und packend gelesen von Simon Jäger.
Fazit: Nimmt erst in der 2. Hälfte an Fahrt auf - dann aber richtig.
Mitternachtskinder ist ein gewaltiges Werk, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt: Es ist ziemlich schwierig zu lesen. Der Schreibstil ist komplex und man braucht definitiv Zeit und Geduld, um der Handlung zu folgen. Mein persönliches Highlight war die kurze, intensive Beschreibung des Fiebertraums mit der Hexe in Grün und Schwarz – diese Bilder bleiben im Kopf! Ich habe allerdings das Gefühl, dass ich das Buch irgendwann ein zweites Mal lesen muss, um die vielen Ebenen wirklich komplett zu verstehen.
Gespräche aus der Community
Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "Golden House" von Salman Rushdie zu lesen.
Wir beginnen am 01.12.2017 und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 1 Los dafür.
Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!
Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.
Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke.
Viel Spaß uns allen :)
Zusätzliche Informationen
Salman Rushdie wurde am 18. Juni 1947 in Mumbai (Indien) geboren.
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