Die satanischen Verse

von Salman Rushdie 
3,9 Sterne bei101 Bewertungen
Die satanischen Verse
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (68):
Alanda_Veras avatar

Eine irre Mischung aus Gesellschaftsbetrachtung und Fantasy, ein wahnsinns Buch.

Kritisch (9):
kupfis_buecherkistes avatar

Die Idee war toll, leider hat der Schreibstil mir das Buch etwas verdorben

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Inhaltsangabe zu "Die satanischen Verse"

Über der englischen Küste wird ein Flugzeug in die Luft gesprengt. Die einzigen Überlebenden sind Gibril Farishta und Saladin Chamcha, zwei indische Schauspieler, die wie durch ein Wunder unversehrt bleiben. Danach geschehen seltsame Dinge mit ihnen: Gibril zeigt immer mehr Ähnlichkeit mit dem Erzengel Gabriel, während sich Saladin, der stets seine Herkunft verleugnete, zu einem Abbild des Teufels entwickelt. Und das ist erst der Beginn einer überwältigenden Odyssee zwischen Gut und Böse, zwischen Fantasie und Realität.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783328102168
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:720 Seiten
Verlag:Penguin
Erscheinungsdatum:11.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 27.05.2014 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    BluevanMeers avatar
    BluevanMeervor 3 Monaten
    Die satanischen Verse

    Salman Rushdie spielt mit verschiedenen Mythen, religiösen Ideen, religiösen Überlieferungen, Überzeugungen, Mysterien und verwebt in seine Geschichte die unterschiedlichsten Sagen und Erzählungen aus verschiedenen Religionen. Das ergibt einen unterhaltsamen und ausschweifenden Roman, der es wirklich in sich hat. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber ganz ehrlich: richtig nacherzählen worum es geht und Knotenpunkte aus diesem wilden und wunderbaren Roman herauszudestillieren, ist mir verdammt schwer gefallen. Daher nun in groben Zügen eine Beschreibung dieses Feuerwerks der Literatur.

    Die Hauptprotagonisten sind zwei muslimische Männer, Gibril Farishta und Saladin Chamcha, die 111 Tage lang (die 111 ist übrigens eine Zahl sein, die auf die Dreifaltigkeit verweist) in einem von islamistischen Terrorist*innen entführten Flugzeug verbringen, bis die Terrorist*innen das Flugzeug in die Luft sprengen und beide, aneinandergeklammert, durch die Luft fliegen und zum Glück überleben. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Während Gibril sich nach und nach in den Erzengel Gabriel verwandelt, wachsen Saladin bald ein Pferdefuß und Teufelshörner. Der Kampf gut gegen böse, Engel gegen Teufel, ist damit eingeläutet. Erzählt wird die Geschichte von einer gesichtslosen und doch scheinbar göttlichen Instanz, die sich selbst als Teil der "höheren Mächte" sieht. 

    "Was konnten sie auch erwarten? Einfach aus dem Himmel zu fallen: dachten sie, so etwas hätte keine Nebenwirkungen? Sie hatten das Interesse höherer Mächte erweckt, das hätten sie eigentlich merken müssen, und diese Mächte (ich spreche natürlich von mir selbst), haben eine boshafte, ja fast schon gemeine Art, mit Sturzflügen umzugehen. Und noch etwas, lassen Sie mich das klarstellen: ein großer Fall verändert den Menschen." (180)

    Farishta und Chamcha stehen sich also als Erzfeinde gegenüber, vom Himmel gefallen sind beide, aber nur Gibril verwandelt sich in einen Engel, der nicht nur Wunder vollbringen kann, sondern dessen Heiligenschein auch die dunkelste Nacht erleuchtet. Kein Wunder, erinnert sein Name Gibril doch an den Erzengel Gabriel.

    Zudem hatte Gibril schon früh Kontakt zur Göttlichkeit, in verschiedenen Bollywoodfilmen verkörperte er immer wieder unterschiedliche hinduistische Götter. Er verliebt sich in Alleluja, eine jüdische Bergsteigerin, die in den höchsten Höhenmetern, wenn sie ganz nah am Allmächtigen zu sein scheint, zu religiöser Ekstase fähig ist. 

    Saladin Chamchawalla verdient sein Geld als Stimmenimitator, im Moment für  den synchronisiert er Ketchupflaschen und Knabbergebäck, und ist ebenfalls Schauspieler. In England lebt er seit seiner Jugend, seine muslimische Herkunft lehnt er ab, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass er ein sehr schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat.

    Während sich die beiden Abgestürzten zu einer alten Dame, Rosa Diamond, retten, entscheiden sich die Richtungen, in denen sich ihre Lebenswege entwickeln werden. Der Heilige in spe, Gibril,  nutzt seine Chancen und verrät den Mann mit Pferdefuß. Saladin wird deshalb von rassistischen Polizisten zusammengeschlagen und erlebt die ganze Palette an Polizeigewalt, die man sich vorstellen kann. Das ist so fies zu lesen, das man nur noch Mitleid mit dem Teufelshorn haben kann. Gibril hingegen, nutzt seine wundersamen Fähigkeiten und verhilft Rosa Diamond zu einer göttlichen erotischen Vision. Rosa Diamond hat es also noch gut getroffen, sie ist eine verschwiegene Figur, die verspricht, niemandem von Gibril zu erzählen. Übrigens sind in vielen Beichtstühlen Rosen eingraviert, denn "Sub Rosa" (unter der Rose) teilte man im Mittelalter den katholischen Priestern seine Beichte mit.

    Saladin erfährt, dass seine Frau eine Affäre mit seinem Freund Jumpy Joshi hat (immerhin war er fast ein Jahr verschwunden) und ist am Boden zerstört. Immerhin hat er den Flugzeugabsturz, die Polizei und das Krankenhaus überlebt (wo sich übrigens noch andere verwandelte Menschen aufhalten) - nur um dann in einem Zimmerchen von Bekannten untergebracht zu werden. Weil er immer mal wieder aus dem Fenster sieht, bildet sich bald im Viertel eine Art Teufelskult um den Mann mit den Hörnern, der das Viertel in Chaos und Verwüstung stürzt. Zudem erfährt Saladin, dass seine Frau von ihrem Geliebten ein Kind erwartet. Saladin hat nur noch ein Ziel: er will sich an Gibril rächen, den er für sein Unglück verantwortlich macht. Aber Gibril geht es auch nicht gerade rosig: er wird zu einem riesigen Macho und stresst Alleluja. Zudem kann Gibril bald nicht mehr entscheiden, wer er ist: ein Erzengel oder ein Mensch?

    Neben dem Hauptkonflikt der beiden Protagonist*innen, wird die Erzählung immer wieder durch Gibrils Träume unterbrochen, die ins Märchenhafte kippen. In seinen Träumen geht es um die Stadt Jahila, eine Stadt aus Sand, in der die Menschen 360 unterschiedliche Götter und Göttinnen verehren, bis der Prophet Mahound kommt, seines Zeichens ursprünglich Kaufmann, und den Menschen, wenn es um den richtigen Glauben geht, mal ein bisschen auf die Sprünge hilft. In Jahila lebt auch das Mädchen Aischa, das vom Erzengel Gabriel als Prophetin ausgewählt wurde. Als Symbol ihrer Göttlichkeit wird sie von einem Schwarm von Schmetterlingen begleitet. Ihr ganzes Dorf Titlipur folgt ihr (wie auf einer Pilgerreise) nach Mekka, denn Aischa hat den Menschen versprochen, dass sie das Meer für sie teilen wird. Die todkranke Mischa Sahil sucht Hoffnung und Heilung bei Aischa, ihr Mann glaubt nicht an Aischas Versprechungen und versucht die restlichen Pilger immer wieder zur Umkehr zu bewegen. Aischa hat noch einen extrem frauenfeindlichen und radikalen Gegenspieler, einen Imam, der um seinen eigenen Einfluss bei den Gläubigen fürchtet und natürlich den mächtigen Propheten Mahound, der passenderweise immer dann eine Vision bekommt, sobald seine Anhänger*innen ihn kritisieren. 

    "Tod der Kaiserin Aischa und ihrer Tyrannei, dem Kalender, den Vereinigten Staaten, der Zeit! Wir suchen die Ewigkeit, die Zeitlosigkeit Gottes. Seine stillen Wasser, nicht ihren strömenden Wein. Verbrennt die Bücher und vertraut dem BUCH, zerreißt die Papiere und hört das WORT, wie es der Engel Gibril dem Verkünder Mahound offenbart und wie es euer Deuter und Iman erläutert hat." (S.281)

    Es ist schon bezeichnend, dass Engelchen und Teufelchen in der Romankonstruktion eigentlich Schauspieler sind und Gibril wie ein Schlafwandler zwischen den Welten hin und hergeistert und in diesem ganzen Chaos irgendjemand - von ganz weit oben - die Puppen tanzen lässt. Die Menschen können nur reagieren. Das nennt man dann wohl Schicksal. Und wenn Gott einmal nicht nur als Erzählinstanz auftaucht, sondern als Figur im Text, dann sitzt er mit schütterem Haar auf Gibrils Bett und hat vor allen Dingen Schuppen. Solche Parodien muss man erst einmal in eine Romanform gießen. Hinzu kommt, dass alle Propheten und Ausgewählten in diesem Text an keiner Stelle halten, was sie versprechen. Während Mahound die Menschen offen betrügt, schickt Aischa ihre Anhänger letztlich ins Wasser, wo sie ertrinken. Denn natürlich gelingt es ihr nicht, das Meer zu teilen. Magischer Realismus mit einer gehörigen Portion Religionskritik, auch das steckt in diesem Buch. 

    Kurz nach Erscheinen des Romans, am 14. Februar 1989, rief Ajatollah Chomeini über Radio Teheran eine Fatwa gegen den Schriftsteller und all diejenigen aus, die den Text, der eine Beleidigung des Propheten darstelle, verbreiten und übersetzen. Rushdies japanische Übersetzer, Hitoshi Igarashi, wurde 1991 ermordet, sein italienischer Übersetzer Ettore Capriolo und sein norwegischer Verleger Wililam Nygaard wurden bei Anschlägen schwer verletzt. 

    Wie so oft, und das ist mir bei diesem Text besonders aufgefallen, fehlte mir das Wissen über die religiösen Anspielungen, die über das Christentum hinausgehen. Hinzu kommt, dass ich diesen Roman über einen Zeitraum von sechs Monaten gelesen habe. Ich konnte ihn nicht einfach weglesen - dafür war er zu komplex, zu kompliziert und gleichzeitig auch ein Stück Roman, das ich mir einfach aufsparen wollte. Weil ich gar nicht wollte, dass dieser Roman zu ende geht. Im Satanic Verses Pose Festum, einer Festschrift, die im Jahr 2000 erschienen ist, schreibt der syrische Philosoph Sadik Al-Azm, dass die Einzigartigkeit des Romans darin bestehe,  „den muslimischen Osten und den säkularen Westen zum allerersten Mal in eine religiöse, politische und literarische Kontroverse“ zu bringen und beide so auf einer höheren Ebene miteinander zu verbinden. Die satanischen Verse werden für ihn zum "transkulturellen, transnationalen und transkontinentalen Welt-Roman par excellence". Denn es geht nicht nur um Religionen. Ein Großteil der Handlung passt in jede typische Geschichte einer Großstadt, denn sie spielt in London, es geht um Migration, um Identitäten und natürlich auch um Liebe. Von den verschiedenen Liebesgeschichten, die erzählt werden, endet eine sogar glücklich.

    Hallelujah!

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    kupfis_buecherkistes avatar
    kupfis_buecherkistevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Die Idee war toll, leider hat der Schreibstil mir das Buch etwas verdorben
    Im Grundsätzlichen ein gutes Buch - an den Schreibstil muss man sich gewöhnen

    Während eines Fluges wird ein Terroranschlag auf ein Flugzeug ausgeübt. Die einzigen Überlebenden – zwei indische Schauspieler – stürzen aus 8000 Meter in die Tiefe und überleben tatsächlich den Absturz unverletzt. Und so kommt es, dass Gibril als Prophet Gabriel bzw. Gibril durch die Lande zieht, und versucht, die Welt zu verbessern. Gleichzeitig verwandelt sich Saladin in den Teufel, er bekommt Hörner und Ziegenfüße, und versucht, das Böse auf die Welt zu bringen.

    Kann hier Gut gegen Böse gewinnen?

    Als ich den Klappentext gelesen hatte, der „den Beginn einer überwältigenden Odysee zwischen Gut und Böse, zwischen Fantasie und Realität“ ankündigte, war ich sehr gespannt. Sollte dies eine spannende Geschichte mit Show-Down geben?

    Soweit so gut. Als die Eingangsszene fertig erzählt ist, beschreibt Salman Rushdie ersteimal die Geschichte der zwei Schauspieler, wie diese an die Schauspielerei kamen, und wie sich die zwei Charaktere bis zum Flugzeugabsturz entwicklet hatten. Dies lässt sich trotz holprigem Schreibstil noch recht angenehm lesen. Als es jedoch an die Umsetzung der Charaktere geht, bei denen sich die Protagonisten in den Propheten bzw. Satan verwandeln, wird es für mich schwer nachvollziehbar, was Rushdie hier bewirken will. Die Zeit Gibrils in der Wüste und in der Stadt Jahilia wirken teilweise sehr abstrus. Leider trägt in diesem Abschnitt der Schreibstil Rushdies nicht gerade dazu bei, diesen Teil des Buches auf Anhieb zu verstehen. Erst in den letzten Kapiteln hatte ich mich wieder etwas eingelesen, und die Spannung kehrte wieder zurück. Die Reise nach Mekka und die Teilung des Meeres war wieder so geschrieben, dass ich wissen wollte, was mit den Protagonisten geschieht. Auch das Ende war zufriedenstellender.

    Dennoch muss ich gestehen, dass dieses Buch nicht in mein Regal mit Lieblingsbüchern fällt. Die Idee, zwei Schauspieler, die in ihrem Leben keine Gelegenheit auslassen, über die Stränge zu schlagen, und die dann als Läuterung in Propheten bzw. den Satan zu verwandeln, ist recht gelungen. Leider scheitert es am Schreibstil, dass dieses Buch ein positiver Knaller wurde, und man sich mit den Protagonisten identifizieren konnte, bzw. man dem roten Faden folgen konnte, was hier Fiktion und was Realität war.

    Diesmal gibt es nur 2 von 5 Sternen.

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    MelissaMalfoys avatar
    MelissaMalfoyvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Anspruchsvoll, aber spannend!
    Anspruchsvoll, aber spannend!

    Danke an das Bloggerportal und den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


    💫Allgemeines💫

    Titel: Die satanischen Verse

    Autor/in: Salman Rushdie

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 9783328102168

    Seitenzahl: Flexibler Einband 707 Seiten

    Genre: Roman

    Preis: 12,00€

    Verlag: Penguin




    💫Inhalt💫


    Über der englischen Küste wird ein Flugzeug in die Luft gesprengt.

    Die einzigen Überlebenden sind Gibril Farishta und Saladin Chamcha, zwei indische Schauspieler, die wie durch ein Wunder unversehrt bleiben.

    Danach geschehen seltsame Dinge mit ihnen:

    Gibril zeigt immer mehr Ähnlichkeit mit dem Erzengel Gabriel, während sich Saladin, der stets seine Herkunft verleugnete, zu einem Abbild des Teufels entwickelt. Und das ist erst der Beginn einer überwältigenden Odyssee zwischen Gut und Böse, zwischen Fantasie und Realität.







    💫Meine Meinung💫


    Was zur Hölle lese ich hier eigentlich?

    Das war so ziemlich mein erster Gedanke bei den anfänglichen 100 Seiten.

    Dennoch habe ich weiter gelesen.

    Und ich weiß noch immer nicht so genau was ich dazu sagen soll. Und die restlichen 600 Seiten haben es auch nicht besser gemacht, im Gegensatz.

    Die haben mich nur noch mehr verwirrt.

    Das liegt aber wahrscheinlich eher daran, da das Buch eines ist, welches man ganz genau und konzentriert lesen muss und ich immer nur Zeit zwischen Busfahrten etc. gefunden habe.



    Nun gehen wir jetzt erstmals ein kleines bisschen ins Detail und wenn ich sage, ein kleines bisschen, dann meine ich auch nur ein kleines bisschen.



    Das Buch ist in einzelne Abschnitte unterteilt, also quasi mehrere Geschichten in einem.

    Jede dieser Geschichten war auf ihre Art spannend.

    Tiefgründig und anspruchsvoll geschrieben, aber spannend, trotz einiger sich hinziehenden Seiten.



    Der Schreibstil war, wie auch der Rest des Buches, kompliziert, aber nicht schlecht.

    Es gibt viele sehr lange und verschachtelte Sätze, die das Lesen um einiges komplizierter gestalten.


    Fazit: Nichts für nebenbei!

    Dieses Buch sollte man wirklich ganz in Ruhe lesen.

    Es ist nichts für ein schnelles nebenher Lesen, denn dann versteht man überhaupt nichts mehr, beziehungsweise nur sehr wenig.

    Dennoch ist es trotz der Länge wirklich spannend und für jeden zu empfehlen, der die Zeit dafür hat.





    🌟🌟🌟🌟/🌟🌟🌟🌟🌟

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    Emmas_Bookhouses avatar
    Emmas_Bookhousevor einem Jahr
    Sehr anspruchsvoll

    Die satanischen Verse - Salman Rushdie
    Verlag: Penguin
    ISBN: 978-3-328-10216-8
    Taschenbuch: 12,00 €
    Seiten: 720
    Inhalt:
    Bejubelt und verdammt: Das Buch weltweit Aufsehen erregte
    Über der englischen Küste wird ein Flugzeug in die Luft gesprengt. Die einzigen Überlebenden dieses Terroranschlags sind Gibril Farishta und Saladin Chamcha, zwei indische Schauspieler, die buchstäblich vom Himmel fallen und wie durch ein Wunder unversehrt bleiben. Doch nach dem Absturz gehen seltsame Dinge mit ihnen vor: Der Muslim Gibril zeigt immer mehr Ähnlichkeit mit dem Erzengel Gabriel, während sich Saladin, der stets seine Herkunft verleugnete, zu einem Abbild des Teufels entwickelt. Doch das ist erst der Beginn einer überwältigenden Odysee zwischen Gut und Böse, zwischen Fantasie und Realität.
    Mein Fazit:
    Zum Cover:
    Es ist schlicht gehalten was mir persönlich hier sehr gut gefällt.
    Zur Geschichte:
    Ich tat mich am Anfang wirklich schwer in das Buch hineinzufinden, aber ab ca. Seite 100 lief es dann wie von alleine. Man denkt sich was les ich da eigentlich und trotzdem liest man weiter.
    Es ist zwischenzeitlich wirklich langatmig aber nicht auf die langweilige Art. Ich fand es hoch interessant und spannend.
    Mit 720 Seiten ist das natürlich schon ein dicker Schmöker aber er hat jede einzelne Seite verdient.
    Die Geschichte von Gibril und Saladin ist spannend, lustig aber auch manchmal böse.
    Das Buch ist in einzelne Abschnitte unterteilt, was mir sehr gut gefallen hat. Sozusagen wie einzelne Geschichten.
    Wer hier einfache Lektüre erwartet denn muss ich von diesem Buch abraten, denn es ist wirklich anspruchsvoll, dass liest sich nicht so einfach mal kurz weg. Hier geht es um mehr als nur einen Terroranschlag, hier geht es um eine vielschichte Geschichte.
    Ich mag den Schreibstil von Rushdie und werde bestimmt noch weitere Bücher von ihm lesen.
    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der anspruchsvolle Literatur mag und auch mal zwischen den Zeilen lesen kann.
    Ich gebe 4 von 5 Sternen, da es an manchen Stellen wirklich hätte etwas kürzer gehalten werden können.
    Zum Schluss danke ich dem Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar und hoffe weiterhin auf gute Zusammenarbeit.

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    Beusts avatar
    Beustvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Fantastische, wegen der Fülle an Personen und Einfällen etwas verworrene Geschichte. Ihre Wirkung ist heute kaum nachvollziehbar.
    Schwergängige Geschichte zwischen Heimat und Exil, Wirklichkeit und Traum

    Rushdies Stil überrascht: Seine Geschichte sprüht vor fantastischen Einfällen, bunten Elementen, skurrilen Details. Die Handlung beginnt buchstäblich, indem die Protagonisten Gibril und Saladin vom Himmel fallen, und setzt sich fort in einem engelsgleichen Weg duch London und einem taufelsartigen durch die Hölle der Irrenanstalt, um schließlich wieder in Indien zu enden

    Dazwischen erleben wir den Propheten Mohammed/Mahound in Zwichenkapiteln als etwas anders interpretierten Religionsstifter und können aus heutiger Sicht nicht nachvollziehen, warum das 1988/89 ein solcher Aufreger gewesen ist.

    Der Roman ist klar gegliedert und kennzeichnet stets, ob die Handlung in Vergangenheit oder Gegenwart, Wirklichkeit oder Traum stattfindet, dennoch gerät man wegen der überbordenden Erzähllaune Rushdies immer wieder aus der Spur.

    Ein nicht einfach zu lesendes, aber auch angesichts seiner Wirkung lesenswertes Buch.

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    dominonas avatar
    dominonavor 4 Jahren
    verdammt schwieriger Stil

    Diesen Roman muss man mehrmals lesen um ansatzweise durchzusehen. Engel gegen Teufel und Glaube gegen Zweifel? Rushdie ist ein Meister der Ortswechsel sowie Gedankensprünge und hat einen unwahrscheinlich hohen Verschleiß an Nebencharakteren. Ziel des ganzen ist eine Kritik an der Religion, vorzugsweise am Koran und alleine deshalb schon lesenswert. Ich mache aber keinem einen Vorwurf, wenn er es nicht durchhällt - man muss die Schreibweise mögen, ansonsten verzweifelt man.

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    shazams avatar
    shazamvor 5 Jahren
    Tolle Geschichte, schwer geschrieben

    Das Buch erzählt die Geschichte von Saladin und Gibril, beide erfolgreich, erster als Stimmenimmitator, letzter als Bollywood-Schauspieler. Beide überleben als Einzige wie durch ein Wunder einen Flugzeugabsturz und zeigen danach Anzeichen des Erzengels Gabriels auf der einen und des Satan auf der anderen Seite auf. 

    Das Buch brauchst definitiv Zeit! Es ist keine Lektüre für zwischendurch und ich brauchte immer gut 15 Minuten, um reinzukommen und mich auf den eher schweren Schreibstil Rushdies einzustellen. Ist dies jedoch geschehen und bringt der Leser darüber hinaus Interesse am und ein bisschen Wissen vom Islam mit, ist das Buch ein echtes Ereignis! Eine großartige, poetische Geschichte, die weitere Handlungsstränge miteinander verwebt und dadurch ein großes Gesamtkunstwerk erschafft!

    Ein Lesegenuss für alle, die sich darauf einlassen (!!!) und ein bisschen Durchhaltevermögen mitbringen. Es lohnt sich!

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    luckyups avatar
    luckyupvor 6 Jahren
    Rezension zu "Die satanischen Verse" von Salman Rushdie

    Fantasievoller Roman um zwei Überlebende eines Flugzeugabsturzes. Gut gemixter Plot zwischen dem überbordenden Westen und dem meditiven Osten. Modern beschrieben in vielen Schichten und Begegnungen.

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    Dunkelblumes avatar
    Dunkelblumevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die satanischen Verse" von Salman Rushdie

    Wer sich für orientalische Mythologie interessiert, bereit ist ein bißchen über den Roman hinaus zu lesen und sich auf Rushdies Schreibstil einlassen kann, wird zwar am Ende des Buches etwas schwindelig sein, aber trotzdem nicht umhin kommen es faszinierend und scharfsinnig zu finden. Man muss sich damit beschäftigen, sonst hat das Lesen wenig Sinn.

    Traurig, dass der Autor für dieses Buch mit seiner persönlichen Sicherheit bezahlen musste.

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    Ciass avatar
    Ciasvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Satanischen Verse" von Salman Rushdie

    Die Ringparabel des Islam - Nur schwer zu glauben, dass dieses intelligente, wie opulente Buch Rushdies zur Fatwa führen und seine Existenz auslöschen wollte. Nicht nur der Islam, auch die Kreuzkrieger bekommen einen lessingschen Spiegel vors Antlitz gehalten. Was zuerst war, das Huhn oder das Ei, was alles dafür und gegen eine der Antworten spricht, all das hat Rushdie untereinader zu einem lehrreichen, so selten gelesenen Kultureinblick geschrieben.
    Absolut lesenswert und keineswegs gefährlich - meinen Döner hole ich mir weiter am Moritzplatz gerne!

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