Salman Rushdie Joseph Anton

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Inhaltsangabe zu „Joseph Anton“ von Salman Rushdie

Was bedeutet es für einen Schriftsteller, über neun Jahre lang mit einer Morddrohung zu leben? Was bedeutet es für einen Schriftsteller, über neun Jahre lang mit einer Morddrohung zu leben? Wie fest hat die Verzweiflung sein Denken und Handeln im Griff? Zum ersten Mal erzählt Salman Rushdie seine beeindruckende Geschichte; es ist die Geschichte eines Kampfes: dem Kampf um die Meinungsfreiheit. Rushdie erzählt vom teils bitteren, teils komischen Leben unter bewaffnetem Polizeischutz; von den engen Beziehungen, die er zu seinen Beschützern knüpfte; von seinem Ringen um Unterstützung und Verständnis bei Regierungen, Verlegern und Schriftstellerkollegen; und davon, wie er seine Freiheit wiedererlangte.

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  • Joseph Anton

    Joseph Anton
    sumsidie

    sumsidie

    13. September 2014 um 22:32

    Ich mag Salman Rushdies Bücher, seinen Schreibstil und finde seine Arbeit bermerkenswert. Dies war die erste Autobiographie, sonst lese ich eher Biographien und muss sagen, dass mir letzteres Genre wahrscheinlich mehr liegt. Insgesamt war ich leider etwas enttäuscht von diesem 700 Seiten Wälzer, der sich vor allem mit den Jahren, in denen der Autor durch eine Fatwa zu Tode verurteilt wurde beschäftigt. Dafür, dass Rushdie nicht müde wird zu artikulieren, dass sein Schicksal nur eines von vielen ist und auch viele andere Künstler wegen ihrer Arbeiten verfolgt werden, gerade auch weil sie sich mit dem Thema Religiosität oder dem Islam im Besonderen beschäftigen, hätte ich mir gewünscht, dass er dies noch plastischer herausarbeitet. Ich bezweifele nicht, dass Rushdies Geschichte symptomatisch war, für die zahlreichen bestehenden und danach entstandenen Konflikte zwischen westlicher und arabischer Welt, wie auch dem Terrorismus. Aber gerade weil Rushdie selbst von Hause aus Historiker ist und ich ihm zutraue seine Geschichte noch stärker in den historischen Kontext einbinden zu können, habe ich dies vermisst. Es handelt sich also, wie der Titel sagt um eine AUTObiographie, mit Betonung auf dem Auto. So gesehen hält das Buch, was es verspricht, nur war mein Interesse eben etwas weiter gestreut.

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  • Rezension zu "Joseph Anton" von Salman Rushdie

    Joseph Anton
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    10. October 2012 um 10:39

    Wie Literatur von fundamentalen Mächten missbraucht werden kann ... "Wie fühlt man sich", fragte sie, "wenn man weiß, dass man gerade von Ayatollah Khomeini zum Tode verurteilt wurde?" Es war ein sonniger Tag in London, aber ihre Frage verschattete das Licht. Ohne recht zu wissen, was er redete, hat er Folgendes geantwortet: "Man fühlt sich nicht gut." Und Folgendes hat er gedacht: ich bin ein toter Mann. Er fragte sich, wie viele Tage er noch zu leben hatte, und dachte, die Antwort wäre vermutlich eine einstellige Zahl. (Aus dem Buch) Aus dieser Initialzündung entwickelt Salman Rushdie, der aus Indien stammende große britische Schriftsteller, den Roman seines Lebens, der sich spannender als jeder Krimi liest. Joseph für Joseph Conrad und Anton für Anton Tschechow. Die Kombination der beiden Vornamen ist der Name, den sich Salman Rushdie als Deckname für die Zeit des Versteckens, der permanenten Wohnungswechsel zulegt. Salman Rushdie entscheidet sich bewusst gegen die Ich-Erzähler Perspektive, um aus der Perspektive des allwissenden Erzählers möglichst emotionslos und unbeteiligt erzählen zu können. Interessanterweise ist gerade das der Punkt, der diese Autobiografie so spannend wie einen Roman macht und dementsprechend von vielen Autobiografien deutlich abhebt. Rückblickend wird erzählt, wie er, (also Salman Rushdie), vom Vater nach England geschickt wurde, wie der junge Salman sich in der betont britischen Schule zurechtfand, wie er mit dem latenten Rassismus umzugehen lernt, der an diesem Institut an der Tagesordnung stand. Dann folgen die Jugendjahre und das frühe Erwachsenenstadium, Studium und der Knacks in der Beziehung zu seinem Vater, der dadurch entsteht, dass der Sohn, nach einem Studium in England, "nur Schriftsteller" werden will. Die Mitteilung wird vom Vater mit den Worten "Was soll ich denn nun unseren Bekannten sagen?" quittiert. Lange ist zwischen den beiden Eiszeit, bis der Vater knapp vor seinem Tod dem Sohn einen Brief schickt, indem er ihm ehrlich zu seinen Büchern gratuliert und mit einigen analytischen Kommentaren beweist, wie sehr er die Welt seines Sohnes auch verstanden hat. Man erfährt weiters sehr viel über das Privatleben Salman Rushdies, über seine Vaterrolle, über seine Beziehungen zu den verschiedenen Frauen in seinem Leben, entweder vor dem Spruch Khomeinis, oder bereits im Schatten dieses doch nicht aus dem Leben wegzudenkenden Ereignisses. Schonungslos geht der Erzähler mit dem Protagonisten Salman Rushdie um, er durchleuchtet freundschaftliche Treffen mit Kollegen wie Bruce Chatwin, Martin Amis, der wunderbaren, bei uns fast unbekannten Angela Carter, Thomas Pynchon und vielen Anderen. Natürlich geht es, wie nicht anders zu erwarten, um die Bücher von Salman Rushdie, um die Beziehungen zu Agenten, Lektoren und Freunden, die durch einige dieser Bücher zu Bruch gehen. Wie zum Beispiel seine Beziehung zu Sonni Mehta, der "Haroun und das Meer der Geschichten" nur unter der Bedingung nehmen will, dass einige wichtige Eckpunkte radikal umgeschrieben werden, was Salman Rushdie natürlich nicht akzeptieren kann. Viele Jahr später dann die Versöhnung. Im Zentrum dieses wahren Lebensromans steht aber ein Buch, nämlich "Die satanischen Verse". Ein Buch, das in Wahrheit, ohne das zu sein, was ihm viele Fundamentalisten aus Unwissenheit vorwerfen, Salman Rushdie in eine fragwürdige Position hievt. Unwissenheit über den Ursprung der "Satanischen Verse" im Koran selbst. Die Meinungen zu diesem Roman gehen komplett auseinander, gute Bekannte beziehen Stellung gegen Rushdie und das Buch, die britisch-moslemische Vereinigung schließt sich den Protesten gegen Rushdie an, Tötungskommandos werden auf Rushdie angesetzt. Von einer Wohnung zur nächsten wird er gehetzt, kaum dass er sich mit den neuen Umständen zurecht gefunden hat, der Kontakt zu seinem Sohn ist vorerst nur via Telefon möglich, Reisen sowieso unmöglich, offizielle Auftritte ebenso. Nur langsam kann sich Salman Rushdie die verlorenen Wichtigkeiten des Lebens zurückerkämpfen. Dieses Buch ist ein wichtiger literarischer Text über den Kampf eines Mannes um die ihm zustehenden Freiheiten und Werte, die durch ein weder moralisch noch juristisch akzeptables Urteil eines fundamentalistischen Religionsoberhauptes von einem Moment auf den anderen beschnitten und vehement eingeschränkt sind. Es ist aber auch eine wunderbare Einführung in die Welt des Autors solch grandioser Romane wie z.B. "Mitternachtskinder", "Des Mauren letzter Seufzer", "Der Boden unter ihren Füßen" und "Shalimar der Narr", die alle ebenso wichtig sind wie der Stein des Anstoßes, "Die satanischen Verse". (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at Roland Freisitzer; 10/2012)

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  • Rezension zu "Joseph Anton" von Salman Rushdie

    Joseph Anton
    Clari

    Clari

    06. October 2012 um 13:56

    Unter dem Namen Joseph Anton veröffentlichte kürzlich der aus Indien stammende Autor Salman Rushdie seine Autobiographie. Es handelt sich um einen Bericht über die langen Jahre im Untergrund, die Salman Rushdie nach der Belegung mit der „Fatwa“ durch Ayatollah Khomeini dort verbringen musste. Die Fatwa fordert jeden Muslim auf, dem damit Belegten nach dem Leben zu trachten. In einer langen Vorgeschichte vernimmt man, wie es zu diesem nur in der muslimischen Welt vorkommenden „Todesurteil“ kommen konnte. Auf Anraten der englischen Polizeibehörden hat sich Salman Rushdie nach der Todesdrohung durch den höchsten Geistlichen des Islam unter dem Decknamen „Joseph Anton“ versteckt. Er schreibt folglich auch dessen Biographie. In der Auseinandersetzung mit dem Islam hat der Autor mit seinem Buch „Die Satanischen Verse“ nach Meinung der höchsten Mullahs gegen die Gesetze des Islam, des Koran und gegen den Propheten verstoßen. Gotteslästerung wird im Islam mit dem Tode bestraft. Der mittlerweile allseits bekannte Autor war von seinem Vater aus Indien mit 15 Jahren nach England in ein Internat geschickt worden. In diesem Land wurde er ansässig, heiratete und fand unter den Verlegern und Autoren in aller Welt zahlreiche Freunde, die ihm während seines Lebens im Untergrund zur Seite standen. Er war säkular aufgewachsen kannte sich aber inhaltlich mit dem Islam aus. In einer ununterbrochenen Folge von neuen Verstecken versucht Josef Anton, seinem Schicksal zu entgehen. Hätte es nicht die zahlreichen Freunde und mutigen Fürsprecher gegeben, wäre er wohl nicht mehr am Leben. Bewacht von Personenschützern ist er immer auf der Flucht. Er wird gehetzt, und sein einziger Trost ist sein Sohn Zafar, mit dem er sich trotz der widrigen Umstände immer wieder treffen kann. Seine Bücher, seine Erfolge und seine Niederlagen sind so zahlreich wie inhaltsreich. Die aufgezählten Namen unzähliger bekannten Künstler, Dichter und Verleger sind legendär. Mit unermüdlichem Fleiß schreibt er weiter Bücher, und ungebrochen trotzt Salman Rushdie seinen Häschern. Zwei geliebte Söhne und zwei Ehen lässt er hinter sich immer auf der Suche nach dem wahren Glück. Die Geschichte ist ein offenes Bekenntnis zu seinen Stärken und seinen Schwächen, denn die „Fatwa“ ist nur ein Teil dieses ungewöhnlichen, abenteuerlichen und an Erfahrungen reichen Lebens. Voll übersprudelnder Ideen und anschaulicher Darstellungen ergibt sich ein Bild, das fesselnd und packend ein Leben schildert, wie es in unserer unruhigen Zeit auch möglich ist. Der Islam in allen seinen Ausdrucksformen bestimmt heute unser Leben und wird noch lange bestimmend bleiben.

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