Salvador Plascencia Menschen aus Papier

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Inhaltsangabe zu „Menschen aus Papier“ von Salvador Plascencia

Dieser Roman ist eine Liebesgeschichte, es ist ein Roman über den Krieg, über Immigration, Identität und den künstlerischen Schaffensprozess, es ist eine Vater-Tochter-Geschichte und ein Buch der Täuschungen. Salvador Plascencia, der Gott des papierenen Volkes, hat ein Werk geschaffen, das nicht nur die Normen des Geschichtenerzählens erweitert, sondern auch die Grenzen der Vorstellungskraft. Ein Roman, dessen Geschichte ebenso fantastisch und merkwürdig wie anrührend ist. Jede Figur erzählt aus ihrer Perspektive, die verschiedenen Stimmen quellen im Buch über die Seiten, überlagern sich und löschen einander aus, selbst die Schnitte ins Papier finden sich im tatsächlichen Buch wieder – ein Roman mit Kultbuchpotenzial!

Hier ein Link zu einem Interview mit dem Autor: http://www.edition-nautilus.de/xbilder/xmedia/Plascencia_interview.pdf

— Gosiline
Gosiline

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  • Rezension zu "Menschen aus Papier" von Salvador Plascencia

    Menschen aus Papier
    Lax

    Lax

    05. March 2011 um 15:53

    Der Kampf eines Autors gegen seine eigenen Romanfiguren ist eine wunderbare bildreiche Geschichte mit einer fast poetischen Sprache voller Wunder, Religion, Sex, obszöner, vulgärer Beschreibungen und jeder Menge Traurigkeit in manchmal unkonventioneller aber stets passender Aufbereitung. „Wir führen Krieg gegen eine Geschichte.“ Manche Geschichten sind etwas besonders, da sie anders sind. Sie öffnen dem Leser die Augen in einer Art und Weise, wie es vorher kein Buch schaffen konnte. „Menschen aus Papier“ von Salvador Plascencia ist solch eine Geschichte. Vom Beginn der Beschreibung eines Origami-Chirurgen, der Merced de Papel, seine erste Papierfrau, herstellt und an der sich viele Männer ihre Lippen beim Cunnilingus aufschneiden werden, entwickelt sich die Geschichte in eine für den Autor oft ungewollte Richtung und lässt so die schwarzen Buchstaben auf dem weißen Papier zu etwas besonderem werden . In vielen Büchern verarbeitet der Autor eine gescheiterte Liebe, lässt die erfundenen Figuren dieselben Schmerzen erleiden, die er selbst erlebt hatte, als er eines Morgens aufwachte und sie plötzlich weg war. Federico de la Fe wird von seiner Frau verlassen und spürt das erste Mal die bedrohliche Existenz eines über ihm schwebenden Planten. Es ist Saturn, der in der Astrologie seit jeher für Melancholie, Sorgen und Unglück steht und es ist der Autor Plascencia. „Es war absurd, aber ich fürchtete mich vor einer über mir schwebenden Mach, die scheinbar alles über mich wusste...“ Federico versammelt eine Armee um sich, die alle nicht mit damit leben können, dass dieser obszönen Voyeurist Saturn in ihre Schlafzimmer eindringt, sie beim Sexspiel in allen Stellungen beobachtet und ihnen die Frauen stiehlt. „Saturn wollte nur zusehen, wollte nur wissen, wie die Geschichte weiterging.“ Saturns Geschichte ist voll von Traurigkeit. Traurigkeit, die ihn befallen hat, als eine Liebe ihn verlassen hatte. Eine Liebe, die zunächst auf der Widmungsseite vermerkte war, danach gestrichen wurde und die der Auto im Buch mit anderen Namen nennt. Sie hat einen neuen Mann gefunden, dessen Name niemals erwähnt wird, den Plascencia hasst. Die Romanfiguren wollen nicht in ewiger Traurigkeit leben. Sie wollen einfach nur die Sonne genießen und sich nicht andauernd hinter Blei verstecken müssen. Sie erheben ihre Stimmen und der Roman verliert vollends seine Form. “Nach so vielen Seiten...lenkte schließlich unsere Stimme die Geschichte...“ Das eingesperrt sein in Zeilen und der Gang der Geschichte von links nach rechts wird gebrochen. Die Geschichte verwirrt sich, entwirrt sich, verdeckt Buchstaben, Sätze, Punkte. „Es ist ein Krieg gegen das Schicksal, das uns vorbestimmt ist.“ Somit zeigt der Roman eindrucksvoll den Kampf, den ein Autor mit seinem Werk führt, er liebt es, er hasst es, es stiehlt ihm seine Zeit, es nimmt ihm seine Frau und Saturn nimmt den Kampf schließlich an. „Saturn würde mit ungebremster Raserei gegen diese Menschen vorgehen...die dafür verantwortlich waren, dass sie ihn verlassen hatte.“ Doch nicht alle Figuren beteiligen sich an dem Kampf. Die kleinen, unbedeutenden Randfiguren wollen einen größeren Platz in der Geschichte haben und zudem haben sie Angst, dass der Autor vom Himmel stürzt. Ist dann nicht alles vorbei? „Ich dachte an meine eigene Existenz, an meinem Platz in diesem Roman.“ Die Geschichte verzaubert durch die Vermischung der vielen Gedanken, Ansichten, der überbrodelnden Phantasie voller mechanischer Schildkröten, limonensüchtiger Kinder und bettnässender, sowie blumenessender Menschen. Und es gibt gar Figuren, die mehr wissen als der Autor. Sie sind gefährlich, sie können die Geschichte zerstören. „...besaß die Macht, Saturns Autorität zu untergraben, indem er Informationen vorzeitig preisgab und damit den Roman insgesamt sabotierte.“ Doch nicht der Autor wird von dem Romanfiguren verachtet, auch der Leser ist Verachtenswert. Er ergötzt sich an der Traurigkeit, lacht an unpassenden Stellen, gibt altkluge Ratschläge, beschmutzt die weiße Seite mit Schokolade und vergisst schließlich die Figuren. „Allmählich empfand sie Verachtung nicht nur Saturn gegenüber, sondern auch für jene, die auf die Seite starrten...“ Am Ende bleibt nur ein Fazit: „Saturn ist ein Tyrann, der die Geschichte lenkt, wie er will.“ Salvador Plascencia wurde 1976 in Guadalajara/Mexico geboren. Als er acht Jahre alt war, zog seine Familie in die Nähe von Los Angeles. „Menschen aus Papier“ ist sein viel beachtetes Romandebüt.n

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  • Rezension zu "Menschen aus Papier" von Salvador Plascencia

    Menschen aus Papier
    Gosiline

    Gosiline

    Salvador Plascencias Roman „Menschen aus Papier“ ist kein Roman, den man zwischendurch lesen sollte. Es ist kein Roman, der dem Leser den Einstieg in die Geschichte einfach macht und es ist kein Roman, der sich an irgendwelche erzählerischen Konventionen hält. Anfangs wird dem Leser eine Konzentration abverlangt, Bilder und Metaphern zu erkennen, sie einzuordnen und sie zu verstehen (dass fast schon die Leselust erstickt ist)– lässt man sich aber auf dieses Abenteuer, das vor Originalität und Kreativität strotzt, ein, dann , wehrter Leser, lies nicht zu habgierig: wie eine gute Mahlzeit sollte es in kleinen Häppchen langsam zerkaut werden und entfaltet so seinen einzigartigen literarischen Geschmack. Der Roman, fast wie ein Märchen für Erwachsene, schöpft seine narrative Sogkraft aus den unterschiedlichen Charakteren im Buch – jeder einzelne wäre ein Roman für sich – skurill, fantastisch und dezent melancholisch. Salvador Plascencias Roman „Menschen aus Papier“ ist ein Roman, den man schon nach dem Lesen ein zweites Mal „wiederlesen“ möchte – so wunderbar merkwürdig wie alles im Nelkendörfchen El Monte beschrieben ist.

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  • Rezension zu "Menschen aus Papier" von Salvador Plascencia

    Menschen aus Papier
    suedlichderelbe

    suedlichderelbe

    17. May 2010 um 00:30

    Keine leichte Kost. Wunderschön und verwirrend.

  • Rezension zu "Menschen aus Papier" von Salvador Plascencia

    Menschen aus Papier
    schlumeline

    schlumeline

    22. October 2009 um 12:16

    Menschen aus Papier ist der erste Roman des Autors Salvador Plascencia, in Deutschland erschienen bei Edition Nautilus. Dieser Roman ist kein Roman im eigentlichen Sinne. Er ist vielmehr eine Hommage an die Sprache und an das Menschsein an sich. Für dieses Buch braucht der Leser Ruhe und Zeit sich auf die Stimmung des Buches und die Wortwahl des Geschichtenerzählers einzulassen. Erst dann wird das Lesen dieses Buches zu einem Erlebnis. Salvador Plascencia erweckt Menschen aus Papier zum Leben und erzählt uns die Geschichte von Frederico de la Fe, der von seiner Frau verlassen wird, weil er regelmässig des Nachts einnässt.. Allein mit seiner Tochter Little Merced macht er sich auf die Reise, auf die Suche nach dem Glück. Im Nelkenpflückerort El Monte finden die beiden ihr neues Zuhause und machen sich dort auf, den Kampf gegen Saturn zu gewinnen. Ein Buch und eine Geschichte, die sich entwickeln muss. Eine unbeschreibliche Reise an die Grenzen der Vorstellungskraft. Zu empfeheln für Leser mit ausgefallenem Geschmack und viel Liebe zur Sprache und ihren Details.

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  • Rezension zu "Menschen aus Papier" von Salvador Plascencia

    Menschen aus Papier
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    17. September 2009 um 09:39

    Eingereicht von Nadine H.: "Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus Salvador Plascencias Debütroman The People of Paper erschien 2005 beim amerikanischen Verlag McSweeney`s, San Francisco, und in diesem Jahr in deutscher Übersetzung von Conny Lösch. Bei der Edition Nautilus ist der Roman nun mit dem Titel Menschen aus Papier erhältlich. Der 1976 in Guadalajara in Mexiko geborene Autor Salvador Plascencia, der mit seiner Familie im Alter von acht Jahren in die USA immigrierte, ist der erste Prosaschriftsteller, der ein staatliches Stipendium für Neuamerikaner erhielt. Unter anderem studierte er bei Aimee Bender, George Saunders und T.C. Boyle, der große Stücke auf den debütierenden Schriftsteller hält. »›Menschen aus Papier‹ ist ein Roman wie kein anderer, er entwickelt sich wie ein Schmetterling aus dem Kokon, magisch und ideenreich, um eine Welt der Buchstaben entstehen zu lassen, die in die uns bekannte Welt sickert und dann ›metamorphorisch‹ zu etwas ganz anderem wird. Calvino, Borges und García Márquez kommen mir in den Sinn, aber Plascencias Buch ist eine ganz eigene Kreation, fest verwurzelt und hoch emporsteigend zur selben Zeit.« T. C. Boyle In dem Roman Menschen aus Papier, wenn man dieses Werk überhaupt als einen solchen bezeichnen kann, verquickt Salvador Plascnecia mit einer wahren Fabulierkunst die Lebens- und Leidensgeschichten fiktiver, halbfiktiver und vielleicht realer Personen. Die Romanfiguren revoltieren gegen ihren Schöpfer, den mal allwissenden Erzähler Saturn, den Autor Salvador Plascencia selbst oder einem anderen erscheinenden Strippenzieher. Dieser kann in die Gedanken der Figuren eindringen und sie bei all ihren Handlungen beobachten. Im Zentrum des Netzwerks Trueman-esker Geschichten steht Frederico de la Fe, der von der Liebe seines Lebens Merced verlassen wird, da er jede Nacht ins Bett macht. Mit seiner Tochter Little Merced zieht es ihn aus Mexiko in den in der Nähe von Los Angeles gelegenen Nelkenpflückerort El Monte. Dort kann er die hiesige Gang, die El Monte Flores, für den Kampf gegen Saturn gewinnen. Mit Rauch, Nebel, Gedankenverschleierung und Blei versuchen sie den Blicken des Planeten zu entkommen, können das Konstrukt am Ende aber nur verwirren, indem sie ihre Gedanken entfesseln, in kurzen Passagen und Gemengen durcheinander denken (mit typografischer Finesse umgesetzt) und versuchen die Säulen der Erzählung zum Einsturz zu bringen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Plascencia spielt mit Gegensätzen, verknüpft durch die Sprache spielend urbane Schönheit mit der Kälte asphaltierter und zementierter amerikanischer Städte, verliert sich in napoleonischer Raserei, wenn er als Saturn in die Geschichte von Frederico de la Fe stürzt, die ihm alles genommen hat - seine große Liebe. In Form der Merced de Papel, der Frau aus Papier, betoniert Salvador Plascencia ein Denkmal der Vergänglichkeit, das sich als Leitfaden durch die gesamte Erzählung zieht. Wer sich ein allumfassendes Leseerlebnis wünscht, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Im Vordergrund stehen die Figuren dieses Romans und nicht die Konzeption, auch wenn es zunächst den Anschein machen mag, dass es sich nur um gewollte Metafiktion handelt. Ob der allwissende, kleine Nostradamus, die Salatpflücker, heilige Wrestler, Schönheiten, die sich mit Bienenstichen vergiften oder unglückliche Kardinäle - sie alle werden euch verzücken. „Obwohl man sagt, dass in der Liebe und im Krieg alles erlaubt sei, so wird dieses Diktum außer Kraft gesetzt, wenn Liebe und Krieg aufeinandertreffen; in einem solchen Fall werden die Regeln der Schlacht strenger." Menschen aus Papier S. 105 , nebel, san francisco, aber plascencias buch ist eine ganz eigene kreation, da er jede nacht ins bett macht. mit seiner tochter little merced zieht es ihn aus mexiko in den in der nähe von los angeles gelegenen nelkenpflückerort el monte. dort kann er die hiesige gang, den autor salvador plascencia selbst oder einem anderen erscheinenden strippenzieher. dieser kann in die gedanken der figuren eindringen und sie bei all ihren handlungen beobachten. im zentrum des netzwerks trueman-esker geschichten steht frederico de la fe, den mal allwissenden erzähler saturn, der ein staatliches stipendium für neuamerikaner erhielt. unter anderem studierte er bei aimee bender, der große stücke auf den debütierenden schriftsteller hält. »›menschen aus papier‹ ist ein roman wie kein anderer, der mit seiner familie im alter von acht jahren in die usa immigrierte, der von der liebe seines lebens merced verlassen wird, die el monte flores, die in die uns bekannte welt sickert und dann ›metamorphorisch‹ zu etwas ganz anderem wird. calvino, er entwickelt sich wie ein schmetterling aus dem kokon, fest verwurzelt und hoch emporsteigend zur selben zeit.« t. c. boyle in dem roman menschen aus papier, für den kampf gegen saturn gewinnen. mit rauch, halbfiktiver und vielleicht realer personen. die romanfiguren revoltieren gegen ihren schöpfer, in kurzen passagen und gemengen durcheinander denken (mit typografischer finesse umgesetzt) und versuchen die säulen der erzählung zum einsturz zu bringen, indem sie ihre gedanken entfesseln, ist der erste prosaschriftsteller, können das konstrukt am ende aber nur verwirren, magisch und ideenreich, um ein selbstbestimmtes leben führen zu können., um eine welt der buchstaben entstehen zu lassen, und der humor über das, und in diesem jahr in deutscher übersetzung von conny lösch. bei der edition nautilus ist der roman nun mit dem titel menschen aus papier für 19, verquickt salvador plascnecia mit einer wahren fabulierkunst die lebens- und leidensgeschichten fiktiver, was sie nicht sein können, was sie tatsächlich sind." albert camus salvador plascencias debütroman the people of paper erschien 2005 beim amerikanischen verlag mcsweeney`s, wenn man dieses werk überhaupt als einen solchen bezeichnen kann

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