Salvatore Satta

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Rezension zu "Der Tag des Gerichts" von Salvatore Satta

Ein Juwel!
Duffyvor 5 Jahren

Salvatore Satta, 1902 in Nuoro auf Sardinien geboren, gehörte zu den bekanntesten Juristen Italiens. Dieser Roman, den er während seiner Zeit in Rom schrieb, blieb sein einziges belletristisches Werk und wurde vier Jahre nach seinem Tod 1975 veröffentlicht. Es ist die Geschichte der Familie Sanna Carboni, einer wohlhabenden Advokatenfamilie aus Sattas Heimatstadt Nuoro. Aber es ist auch die Geschichte dieser Stadt mit allen ihren Menschen, den verschiedenen Klassen und Charakteren. Es ist eine Liebeserklärung und eine Kritik an Sardinien, wie es heute eigentlich nicht mehr nachvollziehbar ist, obwohl dort mehr als anderswo das karge Land dem Bewohner noch einiges abverlangt. Satta beschreibt in bewegenden Bildern dieses Land, den Wandel eines Dorfes zur Stadt. Die zufällig begleitenden Personen sind von einer Präsenz, die sie für die weitläufigen Erläuterungen des sardischen Naturells unentbehrlich machen. Mit jeder Zeile spürt man die Wärme und das Herzblut des Autors für seine Insel und seine Leute und all' das ohne den unglaubwürdigen Patriotismus anderer Schreiber. Keine andere Geschichte über ein Volk und sein Land konnte den Rezensenten bislang so einnehmen und wenn man sich das hier erlauben dürfte, könnte man sogar von Rührung sprechen.
Obwohl in Italien schon längst zum Klassiker geworden und auch im englischsprachigen Raum überall erhältlich, war das Buch bis vor kurzem nur antiquarisch in Deutschland für Preise bis zu 70 Euro zu erwerben. Erst eine vermehrte Nachfrage führte dazu, das sich einige einige Leser auf ihre Bücherregale stürzten und ein paar mehr Exemplare im Netz zu finden sind. Unverständlich, warum der Suhrkamp-Verlag keine Neuauflage herausbringt oder ein anderer Verlag sich die Rechte sichert. Selbst der rennomierte Wagenbach-Verlag, der auf italienische Literatur spezialisiert ist und im Übrigen auch einen Auszug des Buches in einer Anthologie veröffentlichte, scheint sich nicht für eine Herausgabe zu interessieren. Das ist alles ziemlich traurig und nicht nachvollziehbar. Hier gäbe es fast schon ein öffentliches Interesse an der Neuveröffentlichung dieses großartigen Romans. Ein Stück Weltliteratur verkümmert in den Antiquariaten. Das sei in die (Verlags)Welt gerufen.

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