Roter Zar

von Sam Eastland 
4,1 Sterne bei38 Bewertungen
Roter Zar
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Pashtun Valley Leader Commanders avatar

ein finnischer ermittler im russland der stalin-ära. historisierend, sauber recherchiert. kein ferrari, aber doch ordentliches kunsthandwerk

Hazel93s avatar

Toller Einstieg in die Serie mit überraschenden Wendungen und spannenden EInblicken in die russische Geschichte!

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Inhaltsangabe zu "Roter Zar"

Russland 1929: Eigentlich müsste Pekkala tot sein. Seit neun Jahren arbeitet der Zwangsarbeiter für ein Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Ein tiefer Fall, denn bis zur Revolution war Pekkala Sonderermittler des Zaren und für dessen Sicherheit persönlich verantwortlich. Doch nun soll Pekkala für Stalin, den 'roten Zaren', herausfinden, wie Nikolaus II. und die Romanows umgebracht wurden und wo sie ihren legendären Schatz versteckt hielten. Pekkala macht sich auf die Suche und gerät schnell in verschwörerische Machenschaften. Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt. Stalin kennt kein Erbarmen. Es geht um Leben und Tod.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426510490
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.11.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.07.2014 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Holdens avatar
    Holdenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Zickzack Zarewitsch!
    Dawai dawai Kritik schreiben!

    Der Anfang einer Reihe historischer Thriller, die im Trend ähnlicher Serien über Krimis in der Sowjetunion liegt (s. Tom Rob Smith oder Martin Cruz Smith), aber dennoch unbedingt lesenswert ist: Pekkala wird reaktiviert, seines Zeichens ehemaliger Sonderermittler des letzte Zaren, um die Ermordung der Zarenfamilie aufzuklären und v.a. das Versteck des sagenumwobenen Zarenschatzes zu finden. Begleitet durch ein durch die Sowjetdiktatur verängstigstes Land wird er von seinem nichtsnutzigen Bruder, der nur im neuen System Karriere machen will, und einem Grünschnabel, der keine Ahnung von nix hat. Alles schön atmosphärisch und v.a. die Beschreibungen der UdSSR und ihrer Bürger überzeugen.

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    frau_kleins avatar
    frau_kleinvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Krimi.
    Spannender Geschichtstrip

    Mein erster Roman in diese Richtung war "Kind 44". Angefixt durch die Mischung "Totalitäres System" und Kriminalarbeit bin ich auf Sam Eastland gestoßen.
    Aus dem Gefangenen im Gulag und dem ehemals treu ergebenen Ermittler des Zaren, wird wieder der Ermittler, dieses Mal für einen neuen Zaren. Dem Roten.
    Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn ich persönlich das Auftreten des "Roten Zaren" etwas intensiver ausgearbeitet hättet. Trotzdem ist die Geschichte um den Ermittler Pekkala atmosphärisch sehr dicht und kaum aus der Hand zu legen.

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    Dunkelblaus avatar
    Dunkelblauvor 5 Jahren
    Roter Zar

    Pekkala hat ein unglaubliches Gedächtnis und kann sich viele Details merken. So wird der russische Zar auf den Kadetten des finnischen Garderegiments bei einer Begegnung zufällig aufmerksam und schult ihn daraufhin zu seinem Sonderermittler „Smaragdauge“. Dies alles wir am Anfang es Buchs in Rückblicken erzählt, denn im Jahr 1929 sieht alles ganz anders aus. Nach der Revolution ist Pekkala schon seit 10 Jahren in einem Straflager in Sibirien, als seine Dienste von Stalin in Anspruch genommen werden. Er soll herausfinden was genau in der Nacht des Mordes an der Zarenfamilie passiert ist und – noch viel wichtiger – das versteckte Gold des Zaren aufspüren.

    Die Bezeichnung „Kriminalroman“ finde ich passend. Wer Spannung und Nervenkitzel sucht wird mit diesem Buch sicher nicht glücklich. Für einen Roman mit historischem Hintergrund und Krimi Elementen bietet der Tod der Zarenfamilie allerdings eine gute Basis. Den Anhang mit den historischen Anmerkungen zu den Romanows fand ich hilfreich und er hat das Buch gut angerundet. Wenn mir mal wieder ein „Pekkala“ Roman über den Weg läuft, werde ich ihn sicher auch lesen.

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    Skys avatar
    Skyvor 5 Jahren
    Der Sonderermittler des Zaren

    Der Sonderermittler des Zaren

    Als Pekkala, Sohn eines finnischen Bestatters, zum russischen Militär geht, wie es sein Bruder zuvor getan hat, wusste er nicht wie weit er kommen würde. Weil er sich weigerte sein Pferd so zu quälen wie es der Ausbilder verlangt hatte, erkannte der Zar sein Potential und seinen starken Willen, und auch seine Talente: ein vollkommenes Gedächtnis und eine herausragende Auffassungsgabe.
    Er wurde zum Smaragdauge, zum persönlichen Sonderermittler des Zaren. Doch die russiche Revolution änderte nicht nur das Machtgefüge, sondern auch die Stellung Pekkalas. Als Zwangsarbeiter landet er bei einem Holzfällerkommando und verbringt seine Tage alleine in der sibirischen Taiga, bis ein Kommissar kommt und ihm einen Koffer bringt. Einen Koffer mit seinem Smaragdauge, das Zeichen des Sonderermittlers des Zaren, und der Aufgabe von Stalin den Tod der Romanows und des Zaren aufzuklären um den verschlollenen Reichtum der Zarenfamilie zu finden. Was geschah wirklich mit der Familie?
    Sam Eastland stürzt sich wie schon viele zuvor auf das Mysterium des großen, verschollenen Vermögens der Romanows, dass seit deren Tod nie entdeckt wurde. Auch heute sind die Todesumstände der Familie nicht vollständig aufgeklärt und ihre Leichen nur zum Teil entdeckt. Mehrere Mythen rangen sich um deren Tod und das nutzt Eastland für seinen historischen Kriminalroman, der Fiktion und Wahrheit gekonnt miteinander vermischt. Im Gegensatz zu vielen Autoren, die sich der Historie bedienen, stützt sich Sam Eastland auf die Fakten, die bekannt sind und macht aus ihnen seine Geschichte. Detailgetreu und vor allem historisch korrekt zeigt er uns das Russland rund um die russiche Revolution, den Kampf zwischen den Roten (den Anhängern des Zaren) und den Weißen (die Zarenstürzer) und macht daraus eine spannende Geschichtsstunde, die den Fall um den Tod der Romanows löst. Gut recherchiert und anschaulich dargestellt, passend in den historischen Kontext eingefügt, ohne dass an der Realität geschraubt wurde, außer die Passagen, die die Lücken der Geschichtsschreibung stopft. Gerade diese Genauigkeit tragen zum Roman bei. Es sind authentische Momente, die von Korruption und dem schwierigen Machtgefüge geprägt sind. Dabei merkt man den Roman an, dass im Vordergrund nicht die Charaktere stehen, sondern vielmehr die Handlung selbst. An vielen Stellen fehlt den Akteuren es an Farbe und Tiefe, die sich erst gegen Ende entwickelt und auch zuletzt eher hölzerne Persönlichkeiten hervorruft. Allem voran Pekkala, der herausragende Fähigkeiten besitzen soll, die aber seltsamerweise nie zum Einsatz kommen oder nur angerissen werden um wieder vom Tisch gekehrt zu werden. Seine Besonderheit wird betont, aber nicht von seiner Persönlichkeit wirklich reflektiert. So verhält es sich ebenso mit dem anderen Personal, welches sich erst gegen Ende wahrhaftige Wesenszüge aneignet, die vorher vollkommen fehlen und die Charaktere zu Hohlkörpern machen, denen es an Dimensionen fehlt. Sie sind streng getrennt, können aber ihrer Rolle selten gerecht werden.
    Beim Schreibstil spart sich Sam Eastland große Sprachspielereien und kommt kurz und knapp auf dem Punkt. Er lässt der Handlung ihren Freiraum und macht aus ihr eine Art Tatsachenbericht und ist gerade dadurch erschreckend. Es kommt der Detailreichtum der Geschichte zum Tragen, von dem der Roman lebt. Er spielt in zwei Zeitebenen: die Haupthandlung, die Suche nach dem Schatz der Romanows und die Rückblenden, in denen aufs Pekkalas Vergangenheit eingegangen wird, wie er zum Zaren kam und was ihn ausmacht. Das bewirkt vor allem, dass der Leser zu Beginn von Pekkala überhaupt keinen Eindruck hat, ihn als etwas Fremdartiges wahrnimmt und dieses Gefühl durch die Rückblenden nur bedingt aufgehoben wird. Was aber dem Roman nicht umbedingt dienlich ist. Die Kombination aus Vergangenheitselementen und Pekkalas Gegenwart bringen Spannung und lassen erahnen, was in Pekkala steckt, obwohl ihm viel Feinschliff fehlt.
    Handlungstechnisch kann der Roman wiederum mit der ein oder anderen Pointe punkten, vor allem der Schluss bringt Überraschungen hervor, die so nicht abzusehen wahr. Es ist eine kriminologische Geschichte, in der Dinge nicht nur über reine Technik gelöst werden kann, da diese noch gar nicht so weit, sondern auch nur über Feingefühl und Menschenkenntnis.

    Fazit

    "Roter Zar" ist ein interessanter Auftakt rund um einen Ermittler in der Sowjetunion zu Zeiten Stalins. Detailreich und mit Bedacht recherchiert hat Pekkala Chance ein vielschichtiger Protagonist einer historischen Krimi-Reihe zu werden, die viel Luft nach oben bietet und dessen Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft ist.

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    World_of_tears91s avatar
    World_of_tears91vor 6 Jahren
    Rezension zu "Roter Zar" von Sam Eastland

    Um die russische Zarenfamilie der Romanows ranken sich viele Mythen, Spekulationen und Legenden. Sam Eastlands "Roter Zar" versucht rund um so eine Legende, nämlich die des verschwundenen Schatzes, eine spannende und packende Geschichte zu vermitteln. Das ist im Großen und Ganzen auch recht gut gelungen, hat aber auch mit einigen Schwächen zu kämpfen.

    Pekkalas Leben hätte eigentlich schon längst zu Ende sein sollen. Er fristet sein Dasein in einem Gulag, als Baummarkierer, die undankbarste und vor allem tödlichste Aufgabe für einen Gefangenen. Als dann eines Tages ein Offizier vor ihm steht und ihm ein geheimnisvolles Päckchen in die Hand drückt, holt ihn seine Vergangenheit schlagartig ein und es beginnt eine abenteuerliche Suche, die die Protagonisten durch halb Russland führt, aber nicht von jedem gerne gesehen ist.

    Sam Eastland ist nicht der erste Autor, der sich an eine spannende Verarbeitung des Romanow-Stoffes heranwagt. Es gibt zig Bücher, die zur Zeit der Revolution und unmittelbar danach spielen und sich allesamt mit dem mysteriösen Ableben des Zaren und seiner Familie auseinandersetzen. "Roter Zar" geht aber für meinen Geschmack auf eine ganz besondere Art und Weise an den Stoff heran: er verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart, indem die Geschichte in zwei verschiedenen Erzählsträngen vorangetrieben wird. Die eine erzählt aus Pekkalas Vergangenheit VOR dem Gulag und die andere berichtet über das Jetzt und Hier, NACHdem er aus dem Gulag "entlassen" wurde. So bekommt man im Prinzip zwei spannende Geschichten in einer vorgesetzt und der oft vorhandene, direkte Bezug führt dazu, dass es nur halb so verwirrend ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

    Mir hat die Aufarbeitung und die Einwebung der historischen Fakten sehr gut gefallen. Und wer es ganz genau wissen möchte, der schlägt einfach die letzten paar Seiten des Buches auf, dort bekommt man einen wunderbaren Überblick über die exakten historischen Daten und über das, was es in der Gegenwart so über die Romanows zu berichten gibt - so wünsche ich mir das eigentlich bei jedem Buch, was auf wahrer Vergangenheit basiert!

    Der Krimi an sich hat aber mit einigen Schwächen zu kämpfen. So ziehen sich manche Stellen wie Kaugummi, weil nicht wirklich etwas Aufregendes passiert. Überhaupt hat das Buch das Problem, dass die Geschichte nur schleppend voran kommt und der Leser bis zum Schluss auf den absoluten Höhepunkt wartet, der aber leider nicht kommt. Desweiteren ist Pekkala manchmal schon fast Superman, er wirkt zum Teil einfach unrealistisch, gerade im Hinblick auf die Zeit, in der die Geschichte spielt. Die anderen Charaktere bleiben meist blass, aber auch Pekkala selbst, als tragende Hauptfigur, ist nicht besonders detailreich ausgearbeitet.

    Für historisch Interessierte, die gerne mal einen Krimi lesen und damit leben können, dass sie sich nicht vor Spannung die Haare ausreißen werden, ist dieses Buch durchaus empfehlenswert. Ich bin aber der Meinung, dass man sich schon für die Materie und die Zeit interessieren sollte, da das Buch als "bloßer" Krimi eher mittelmäßig ist. Mir hat es trotz einigen Kritikpunkten aber gut gefallen und ich werde Pekkala im Auge behalten, denn weitere Bücher mit ihm sollen folgen.

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    antjemues avatar
    antjemuevor 6 Jahren
    Rezension zu "Roter Zar" von Sam Eastland

    Das Smaragdauge ermittelt

    Kürzlich konnte mich ein Buch, welches zum Teil in Zeiten der Stalin-Ära spielte, sehr fesseln. Das ist eine für mich sehr nebulöse Epoche, da alles, was ich in der Schule über Russland, die Oktoberrevolution und die Zeit danach gelernt habe, mehr als einseitig und sehr unvollständig war. Als ich bei Amazon Vine dann „Roter Zar“ entdeckte und aus der Kurzbeschreibung erlesen konnte, dass die Handlung in Russland 1929 spielt und dort auch von Stalin, Zwangsarbeit und dem Tod der russischen Zarenfamilie die Rede war, weckte das Buch mein Interesse und ich bestellte es aus dem Restenewsletter.

    Den Autor Sam Eastland

    kannte ich bislang auch noch nicht. Auf der Verlagsseite erfuhr ich dann, dass es sich um ein Pseudonym des amerikanischen, 1964 geborenen, Autors Paul Watkins handelt, der mit seiner Familie in Hightstown, New Jersey lebt und der bereits mit 16 Jahren seinen ersten Roman veröffentlichte. Allerdings hatte ich auch mit Paul Watkins noch keinerlei Lesekontakt und ließ mich überraschen.

    Roter Zar

    Pekkala ist seit neun Jahren Zwangsarbeiter in einem Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Als Baummarkierer hat er dabei die einsamste, schwerste und lebensgefährlichste Aufgabe überhaupt. Die meisten Gefangenen überleben das keine sechs Monate. Eines Tages wartet ein junger Polit-Kommissar vor seinem Unterschlupf. Der rote Zar, kein anderer als Josef Stalin, möchte endlich den endgültigen Verbleib der Zarenfamilie und deren Vermögen geklärt haben. Und Pekkala, der damals einer der engsten Vertrauten von Zar Nikolaus II. und als Smaragdauge bekannt war, ist der Einzige dem der Diktator eine Lösung des Falles zutraut…

    Fakten und Fiktion – gut gemischt

    Von Anfang an lässt sich der Roman flüssig lesen. Sehr bildhaft erlebe die Gegenwart Pekkalas. Ein weiterer Handlungsstrang beinhaltet seine Vergangenheit, die ab dem Zeitpunkt seiner eigentlich ungeplanten Zugehörigkeit zur Garde des Zaren, sehr eng mit den Romanows, der letzten russischen Zarenfamilie, verknüpft ist. Um diese, speziell wegen ihrer Ermordung durch die Bolschewiken und das eventuelle Überleben einzelner Familienmitglieder, ranken viele Legenden.

    Der Autor hat es in diesem Roman fertig gebracht, neben den unwiderlegbaren historischen Fakten eine sehr glaubhafte fiktive Geschichte zu erzählen. Allerdings gelingt es ihm dies nicht mit einem gleichbleibenden Spannungsbogen. Obwohl die eingebauten hochinteressanten Fakten, wie die Hungersnot und deren Verschleierung für ausländische Journalisten, durchaus sehr lesenswert sind, musste ich mich hin und wieder über kleine Längen hangeln. Etwas unbeholfen stellt sich für mich auch die Liebesgeschichte des Hauptprotagonisten und ihr Ausgang dar.

    Dafür gelingt ihm die Darstellung von Machtmissbrauch und Korruption, die den Sozialismus von Anfang an zum Scheitern verurteilten, hervorragend und der Showdown war eines Thrillers würdig und verstand es auch, mich zu überraschen. So kann ich für dieses Buch auch mit insgesamt 4 Bewertungssternen eine klare Leseempfehlung abgeben.

    Inzwischen habe ich auch herausgefunden, dass es in Originalsprache bereits 3 Teile der Reihe um Inspektor Pekkala gibt. Der zweite Teil „Roter Sarg“ soll im Juni nächsten Jahres als Taschenbuch erscheinen. Ich persönlich freu mich drauf.

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    MichaelSterziks avatar
    MichaelSterzikvor 6 Jahren
    Kurzmeinung: Darauf freue ich mich schon. Evtl. genauso gut wie Martin Cruz-Smith? Rezension von mir folgt.
    Rezension zu "Roter Zar" von Sam Eastland

    Roter Zar (Sam Eastland)

    Inhalt

    Russland 1929: Eigentlich müsste Pekkala tot sein. Seit neun Jahren arbeitet der Zwangsarbeiter für ein Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Ein tiefer Fall, denn bis zur Revolution war Pekkala Sonderermittler des Zaren und für dessen Sicherheit persönlich verantwortlich. Doch nun soll Pekkala für Stalin, den »roten Zaren«, herausfinden, wie Nikolaus II. und die Romanows umgebracht wurden und wo sie ihren legendären Schatz versteckt hielten. Pekkala macht sich auf die Suche und gerät schnell in verschwörerische Machenschaften. Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt. Stalin kennt kein Erbarmen. Es geht um Leben und Tod ...(Verlagsinfo)

    Kritik

    Die Zarenfamilie wurde von den Bolschewiken ausgelöscht. Zar Nikolaus II., seine Frau, seine drei Töchter und der potenzielle Nachfolger, sein Sohn Alexei. Um die Exekution und eventuelle Überlebende, insbesondere der Zarentochter Anastasia gibt es viele Legenden, Mythen und Spekulationen. Ebenso um einen vermeintlichen Schatz, den der letzte Zar noch versteckt und ggf. außer Landes gebracht haben soll.

    Hohe Politfunktionäre und auch Josef Stalin – genannt der Rote Zar wollten nicht nur wissen, was es nun auf sich hat mit den Gerüchten und Legenden, die zum Mythos wurden, sondern auch: Gab oder gibt es wirklich diesen vermeintlichen, nun verschollenen Zarenschatz.

    Der Autor Sam Eastland verwebt sehr geschickt und vor allem sehr spannend die Fakten in Kombination mit verschiedenen Theorien. Vor dem Hintergrund des aufblühenden und alles beherrschenden Stalinismus, entwickelt sich der Kriminalroman zu einem rasanten wie auch informativen Pageturner. Dabei erzählt der Autor die Geschichte um den Sonderermittler Pekkala der den Auftrag hat, den Schatz zu finden, ebenso gekonnt wie die Rückblenden und lässt den Zar selbst zu Wort kommen. Diese zwei Perspektiven ermöglichen es dem Leser neben dem Spannungsbogen auch einen Blick hinter die Kulissen, direkt in die Schreckensherrschaft zu werfen. Besonders die Vergangenheit Pekkales und seine Beziehung zu dem Zar, die trotz aller Distanz, einer Freundschaft recht nahe kam, sind genial erzählt.

    Es ist nicht das erste Buch was sich mit den Legenden um die Romanows befasst. Inzwischen gibt es unzählige Bücher, die zur Zeit der Revolution und der Ermordung der Zarenfamilie spielen. Die Legendenbildung mit weiteren, meist etwas schrägen Theorien, bilden oftmals den Plot und driften dann ins unrealistische über.

    „Roter Zar“ von Sam Eastland ist anders, gerade dadurch, dass er durch Pekkala in der Gegenwart und Vergangenheit erzählen lässt und selbst sich der Zar zu Wort meldet, gibt es hier historische Fakten, die brillant in die Geschichte eingebaut wurden.

    Der Roman verfügt über wenig längen und ist leider kurzweilig, wenn auch spannend. Die Rückblenden könnten für den einen oder anderen Leser wenig aufregend sein, doch wird darauf ankommen, wie sehr sich auch der Leser emotional einfangen lassen wird.

    Der recht überschaubare Kreis der Protagonisten ist mitunter etwas untergegangen. Auch Pekkalas Geschichte, insbesondere sein Charakter wird nicht allzu sehr ausgearbeitet. Jedoch als Grundgerüst für die weiteren geplanten Bände um den Sonderermittler, reicht es allemal.

    Fazit

    „Roter Zar“ von Sam Eastland ist ein willkommener und sehr empfehlenswerter Roman. Gerade wenn sich der Leser sowieso für Geschichte, vielleicht auch Russland interessiert, wird hier seine Erwartungshaltung über Entsprochen.

    Im Anhang findet sich noch ein chronologischer Ablauf der historischen Ereignisse der Revolution, der Ermordung der Zarenfamilie und der Beseitigung der Leichen.

    Michael Sterzik

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    Ulf_Borkowskis avatar
    Ulf_Borkowskivor 6 Jahren
    Rezension zu "Roter Zar" von Sam Eastland

    Unter dem Pseudonym Sam Eastland publiziert der amerikanische Schriftsteller Paul Watkins seine neue Detektiv-Serie um Inspektor Pekkala, die in der stalinistischen Ära der Sowjetunion angesiedelt ist und deren erster von bisher drei Teilen unter dem Titel „Roter Zar“ nun auf Deutsch erschienen ist.

    Seit neun Jahren arbeitet Pekkala als Zwangsarbeiter in einem Gulag in der sibirischen Taiga, als er von Josef Stalin die Chance erhält, als Gegenleistung für seine Hilfe bei der Aufklärung der Umstände des Mordes an der Zarenfamilie und dem Aufspüren des sagenhaften Schatzes der Romanows, die Freiheit zu erhalten und die Sowjetunion verlassen zu dürfen.

    Für Pekkala, zweiter Sohn eines finnischen Bestatters, bedeutete die Machtübernahme der Bolschewiken einen rasanten Abstieg. Anstelle seines relegierten Bruders trat er, statt das Handwerk seines Vaters zu erlernen, in die Finnische Garde, ein Leibregiment des Zaren, ein. Bei einer zufälligen Begegnung mir Zar Nikolaus II. wird dieser auf Pekkalas fotografisches Gedächtnis aufmerksam und beginnt diesen zu fördern. Pekkala wird bei der Petrograder Polizei und später bei der Ochrana, der zaristischen Geheimpolizei, ausgebildet. Als Sonderermittler des Zaren, das „Smaragdauge“ genannt, erhält Pekkala von nun an direkten Zugang zur kaiserlichen Familie und wird zum Vertrauten von Nikolaus II.

    Nun erhält Pekkala eine zweite Chance und macht sich auf, zusammen mit dem jungen Polit-Kommissar Kirow und seinem verschollen geglaubtem Bruder Anton, der sich jetzt Starek nennt, das Rätsel der Ermordung der Zarenfamilie zu lösen und den Schatz der Romanows aufzuspüren. Denn wer den Befehl zur Ermordung von Zar Nikolaus II. durch die Tscheka gab, ist bis heute tatsächlich umstritten.

    In zwei wechselnden zeitlichen Ebenen verfolgt der Leser Inspektor Pekkala und seine beiden Gehilfen bei den Ermittlungen und erfährt die Details von Pekkalas Aufstieg vom einfachen Rekruten zum Sonderermittler des letzten Zaren. Sam Eastland versteht es historische Fakten und Fiktion zu einem spannenden Kriminalroman vor dem Panorama des Untergangs des zaristischen Russlands und der Ära des Stalinismus in der Sowjetunion zu mischen und baut gekonnt Ereignisse, wie die große Hungersnot 1921-24, in die Handlung ein. Dabei vernachlässigt er allerdings ein wenig die kriminalistische Seite seines Romans, die zu banal daher kommt und auch vorhersehbar ist. Ebenfalls gezwungen wirkt die obsolete Liebesgeschichte Pekkalas mit der Lehrerin Ilja, der er kurz vor der Machtübernahme durch die Roten zur Flucht nach Paris verhalf. Trotzdem ist „Roter Zar“ ein spannender, mit exzentrischen Ermittlern glänzender Kriminalroman, der geschickt Fakt und Fiktion vermischt und einen dezidierten Einblick in eine düstere Periode der Geschichte gewährt.

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    kubines avatar
    kubinevor 6 Jahren
    Rezension zu "Roter Zar" von Sam Eastland

    Nach 9 Jahren Haft in einem sibirischen Strafgefangenenlager wird Pekkala eines Tages auf Wunsch von Stalin vorläufig freigelassen. Er soll im Fall Romanow ermitteln. Entgegen der offiziellen Mitteilung, das die Romanows exekutiert wurden, weiß Moskau nämlich nicht, was wirklich passierte. Nach einer Meldung, wonach sich die Leichen der Romanows in einem Bergwerksschaft befinden, soll Pekkala die Leichen identifizieren und herausfinden, was wirklich geschah.Wenn er nebenbei auch noch den legendären Schatz der Romanow finden würde, um so besser. Denn Pekkala ist nicht irgendwer, er kennt die ganze Familie ziemlich gut. Er war das berühmt berüchtigte Smaragdauge des Zaren, ein Sonderermittler, der niemanden Rechenschaft schuldig war. Pekkala macht sich auf den Weg nach Jekaterinenburg und findet mehr heraus, als ihm lieb ist. Plötzlich geht es auch für ihn um Leben und Tod...

    1918 werden der Zar und seine Familie in Jekaterinenburg bei Nacht und Nebel hingerichtet. Wer den Befehl dazu gab, konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Das offizielle erste Statement der Regierung, wonach nur der Zar erschossen wurde, war wahrscheinlich der Auslöser für den Mythos, dass einige Familienmitglieder eventuell das Massaker überlebt haben. Obwohl man schon einige Jahre später die Überreste der Leichen fand, wurde der Fundort aus Staatsgründen geheimgehalten. Erst nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurden die Überreste geborgen (was kurzfristig noch einmal den Mythos aufflammen ließ, da aus Verschleierungsgründen die Leiche des Zarewitsch und einer Tochter an anderer Stelle begraben wurden) und wissenschaftlich untersucht. Damit war auch der jahrzehntelange Mythos um die Romanows gebrochen. Der Verbleib des angeblichen Vermögens der Zarenfamilie ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

    Soweit die Fakten. Doch es gibt immer noch ein paar weiße Flecken und Ungereimtheiten, die das Schicksal der Romanows zu einer wahren Fundgrube für Autoren macht.

    Auch Sam Eastland greift in seinem ersten Buch um Inspektor Pekkala darauf zurück. Auch er kommt nicht ohne den Mythos aus, dass eventuell doch ein Mitglied der Zarenfamilie noch am Leben ist. Aber er hat das ganze ohne Kitsch umgesetzt und hält sich im Wesentlichen an die bekannten Fakten, gemischt mit ein bisschen Fiktion. Da ein Hauptteil der Handlung 1929 spielt, weiß der Leser heute natürlich mehr, als Pekkala wissen konnte, das tut der Geschichte aber keinen Abbruch.

    Es gibt 2 Handlungsebenen. Wie schon erwähnt, ermittelt Pekkala im Jahre 1929. Dem Autor gelingt es hervorragend, die Trostlosigkeit der damaligen Zeit zu beschreiben. Ob Potemkinsche Dörfer oder die Mangelversorgung, nichts wird ausgelassen, um dem Leser dieses Gefühl zu vermitteln. In der zweiten Handlungsebene wird Pekkalas Vergangenheit bis zur Inhaftierung im Straflager erzählt. Dies dient in erster Linie zur Charakterisierung von Pekkala. Der Leser erfährt, war für ein Mensch der Ermittler ist und was ihn mit dem Zaren verbindet.
    Da sich beide Erzählstränge abwechseln, setzt sich so Stück für Stück die Handlung zusammen und ergibt wie bei einem Puzzlespiel nach und nach ein vollständiges Bild.

    Kurze Kapitel tragen ihr übriges dazu bei, das man das Buch schnell durchgelesen hat.

    Das einzige, was mich störte, war das Ende der Geschichte. Hier hatte ich einen Knaller erwartet, der leider ausblieb. Auch der Titel passt nicht so recht, den der „Rote Zar“ (Stalin) spielt nur eine untergeordnete Rolle im Roman.

    Trotzdem hat mir das Ganze relativ gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf weitere Fälle Inspektor Pekkalas.

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    Ritjas avatar
    Ritjavor 6 Jahren
    Rezension zu "Roter Zar" von Sam Eastland

    Sam Eastland hat versucht geschichtliche Zusammenhänge und die Spannung eines Krimis zusammenzufügen. Phasenweise ist dies ihm auch gelungen, jedoch hätte es (aus meiner Sicht) noch etwas mehr sein können. So kratzt er nur an der Oberfläche und ab und an verliert er sich. Mir waren es zum Schluss zu viele Charaktere in der Geschichte und teilweise konnte ich bestimmte Szenen nicht mehr so richtig nachvollziehen. Er sprang mir auch zu sehr zwischen den Zeiten hin und her.

    Und trotzdem fand ich die Geschichte spannend und gut geschrieben. Der Erzählstil war gut und schön zu lesen. Pekkala konnte ich mir gut vorstellen, wie er sich entwickelte und versuchte seinem Stil, seiner Überzeugung treu zu bleiben. Welche Qualen er für die Zarenfamilie ausgestanden hat und wie sein eigener Bruder ihn hintergangen ist. Sein Misstrauen, sein Instinkt und seine harte Ausbildung haben ihn zu einer ganz besonderen Person gemacht - das Smaragdauge. Viele hatten Angst und Respekt vor ihm bis die Zarenfamilie ermordet worde. Dann begann auch sein Leidensweg...

    Wer auf geschichtlichen Tiefgang, detailtreue Wiedergabe von Fakten verzichten kann, der wird seinen Spaß beim Lesen haben. Auch die Sprünge zwischen den Zeiten muss man mögen...kein Buch, was man nur "scheibchenweise" lesen sollte, sondern möglichst längere Passagen am Stück, um den Überblick zu behalten. Vier Sterne für Spannung, Idee und Pekkala ;-).

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