Sam Hawken Die toten Frauen von Juárez

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Inhaltsangabe zu „Die toten Frauen von Juárez“ von Sam Hawken

Viele, die etwas auf dem Kerbholz haben, flüchten nach Ciudad Juárez: auch Kelly Courter, Boxer aus den Vereinigten Staaten. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen oder dem Verkauf von Drogen. Estéban, der Bruder seiner Freundin Paloma, versorgt ihn regelmäßig mit Stoff. Bald greift er selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet. Als kurz darauf ihre misshandelte Leiche gefunden wird, trifft ihn die harte Realität wie ein Schlag. Er wird verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt. Erst als Rafael Sevilla, ein befreundeter mexikanischer Polizist, sich des Falls annimmt, kommt Licht in das dunkle Geheimnis der Frauenmorde von Ciudad Juárez. - Spannend von der ersten bis zur letzten Seite - Nominiert für den »New Blood Dagger« - Für alle LeserInnen von David Peace, Roger Smith und Don Winslow

Ein bitterer Blick auf die mexikanische Grenzstadt Ciudad Juarez und seine Bewohner.

— Arun
Arun

Ciudad Juarez - eine gescheiterte Stadt. Hart und kompromisslos geschrieben. Empfehlenswert.

— Gulan
Gulan

Schonungslos, brutal und super geschrieben.

— dicketilla
dicketilla

Fazit: Definitiv kein einfach zu lesendes Buch, dessen Geschichte auf einem wahren Hintergrund beruht, welches der Autor schonungslos und brutal offen beschreibt, sich jedoch oftmals auch in Details verliert.

— Bellexr
Bellexr

Ich mochte das Buch mit seinen sympathischen Charakteren wirklich sehr gerne. Sie haben alle Ecken und Kanten und auch wenn ich selbst nicht mit Drogen dealen würde geschweige denn sie nehmen würde, so kann ich mich doch mit den Charakteren idenifizieren und habe sie sehr lieb gewonnen. Sevilla war mir anfangs sehr unsympathisch, doch zum Ende beweist er viel mut und einen klugen Kopf. Insgesamt finde ich das Buch sehr gut, weil es zum einen eine spannende Geschichte ist, zum anderen aber die Problematik unmissverständlich klarmacht. ich war einfach total gefangen in der Geschichte!

— killerprincess
killerprincess

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Leider langweilig und langatmig. Habe, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, mehr erwartet.

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waaaahnsinn, diese reihe!.... band 4 haut mich komplett um.... spannend von seite 1 bis 570.. ohne längen.... hammer!

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    Die toten Frauen von Juárez
    DasBuchmonster

    DasBuchmonster

    09. November 2014 um 13:26

    Der Boxer Kelly ist heroinsüchtig und lebt in Juarez, Mexiko, unglücklich Umstände haben ihn dazu veranlasst, Amerika nicht mehr betreten zu können. Er verdient sich sein Geld indem er im Ring zu Brei geschlagen wird und als Drogenkurrier. Kelly liebt die Schwester seines Chefs, Paloma, diese ist zwar auch in den Drogengeschäften involviert, arbeitet aber noch zusätzlich bei der Frauenorganisation mujeres sin voces. Diese unterstützt Familien, deren Töchter /Frauen spurlos verschwunden sind, und dafür gibt es an einem Ort wie Juarez außergewöhnlich viele. Manche hauen ab, manche prostituieren sich, aber einige werden nicht mehr gefunden oder werden als Leiche wieder gefunden. Kelly versucht sich hoch zu rangeln als ernsthafter Boxer und fällt dabei in ein Loch, in dem er sich seiner Abhängigkeit wieder hin gibt und für ca. einen Monat verschwunden bleibt in seinem Rausch. Genau in dieser Zeit verschwindet Paloma, doch Kelly kann sich nicht mehr an das Geschehene erinnern. Dann wird Paloma misshandelt, vergewaltigt und tot aufgefunden. Die Gedanken rasen. War er es, der Paloma umgebracht hat? So wie jeder sagt? Oder steckt dahinter jemand anderes?  Meinung: Das Cover finde ich nicht gerade sehr einladend, aber diese Erfahrung habe ich schon des öfteren mit dem Tropenverlag gemacht, dass die Hüll nicht mainstream entsprechend ist, der Inhalt dafür allerdings sehr gut. Und genau so war es. Die Spannung, die einem gleich am Anfang einholt ist gegründet auf die Authentizität, die sofort und durchgängig im Buch vorhanden ist. Die Geschehnisse und Worte sind roh und teilweise auch brutal und dennoch ehrlich. Und da ist Kelly, der eigentlich ein gutes Herz hat, bei dem das Leben es aber nicht gut mit ihm gemeint hat, in einer Welt der Rohheit, die ja schon beinah die Hölle auf Erden sein könnte, ist Kelly einem sehr sympathisch. Die konsequente Einhaltung des authentischen Schreibstils hat mich einfach sehr positiv überrascht. Die Storyline an sich ist auch sehr spannend. In der ersten Hälfte geht es hauptsächlich um Kelly als Person und um das Umfeld, das informativ ist und auch auf eine gute Recherchearbeit seitens des Autors gründet. Die zweite Hälfte widmet sich den Ermittlungen und ist abwechslungsreich. Ein interessantes Aspekt, und somit auch die Kaufentscheidung, war die fremde Kultur und deren Doppelmoral und darin wurde ich nicht enttäuscht. Insgesamt kann ich über das Buch sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat, ich hab eher einen mittelmäßigen Krimi erwartet und daraus ist ein Krimi geworden, der mich einfach umgehauen hat!

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  • Leserunde zu "Die Bienen" von Laline Paull

    Die Bienen
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Und schon geht es in die nächste Leserunde! Wir möchten mit euch »Die Bienen«  von Laline Paull aus dem Tropen Verlag lesen. Seid ihr dabei? Infos zum Buch: Ihr Name ist Flora. Ihre Nummer 717. Sie ist ziemlich groß. Ihr Pelz ist struppig. Andere finden sie hässlich. Doch sie ist klug und mutig. Und sie kann sprechen! Flora 717 ist eine Biene. Laline Paull erzählt das ergreifende Abenteuer dieser außergewöhnlichen Biene in einer anderen und doch zutiefst vertrauten Welt. Flora 717 ist eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren. Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit. HIER FINDET IHR EINE LESEPROBE Kurzinfos zur Autorin: Laline Paull studierte Englisch und Theaterwissenschaften in Oxford, Los Angeles und London, wo sie auch für das Royal National Theatre tätig war. Sie lebt mit ihrer Familie in England. »Die Bienen« ist ihr Debütroman. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbet euch doch und gewinnt eines der zehn Leseexemplare von unseren Bienen! Am 02.10.14 ziehen wir die Gewinner.

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    bookgirl

    bookgirl

    30. September 2014 um 16:56
  • Justizia, Jistizia, Justizia

    Die toten Frauen von Juárez
    dicketilla

    dicketilla

    Kelly Courter, ein Boxer aus Texas, musste sein Land verlassen. Seitdem boxte er als Weißer , eigentlich nur als deren Punchingball, gegen Mexikaner, Geldgeber Ortíz’, ein zwielichtiger Drogenboss und Mädchenhändler. Keine Regeln , einfach drauf los, das spritzende Blut noch mehr anheizend, der grölenden Meute zum Vergnügen. Er dreißigjährig, aber sein Körper schien älter zu sein. So wird er von den Mexikanern Frankenstein genannt, wegen seines ständigem entstelltem Gesichts. Sein Freund Estéban nimmt ihn oft mit auf seine Drogentouren, wobei er sich als Dealer etwas Geld verdient. Dessen Schwester Paloma hat Kellys Herz berührt, will aber noch keine feste Bindung. Sie arbeitet bei Mujeres Sin Voces , einer Hilfsorganisation, die sich mit dem Verschwinden der Frauen in Juarez beschäftigt. Kelly wird oft von dem alten mexikanischen Polizisten Sevilla, vom Drodendezernat, aufgesucht, der ihn um Mithilfe bittet, die Hintermänner seines Freundes Estébans zu erkunden. Sevilla weiß um Kellys Geheimnis, behält ihm ständig im Auge. Als Kelly einen Kampf mit bloßen Fäusten bei Ortiz’ ablehnt, ahnt er nicht, was er sich dadurch einhandelt. Er verfällt wieder dem Drogenrausch und dass Palomas spurlos verschwindet bekommt er nicht einmal mit. Und als er endlich wieder clean, findet er sich dem Captain Gracia, La Bestia genannt, hilflos ausgeliefert. Es ist eine grausame Geschichte, in einem grausamen Teil Mexikos spielend. Gewalt überall, und eine brutale, korrupte Polizei mittendrin. Die Ärmsten in colonias lebend, Brutstätte der Gewalt, Täter und Opfer zugleich. Gringos, die sich in Bordellen, illegalen Boxkämpfen und dem günstigen Drogenrausch hingeben. Sam Hawken trägt durch seine bildhafte Schreibweise dazu bei, dass man abgestoßen aber gleichfalls auch von dem Verfall des Boxers Kelly mitgerissen wird. Auch die Person des alternden Polizisten Sevilla fand ich gut dargestellt. Für mich eigentlich kein ausgesprochener Krimi, eher ein gut geschriebener, gesellschaftskritischer Roman, denn leider sind die verschwundenen Frauen von Juarez keine Fiktion. Und mit diesem Buch hat es sich der Autor zu Aufgabe gemacht, dieses Thema in Erinnerung zu bringen, und sich über Amnesty International dafür zu engagieren.

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    • 2
    Arun

    Arun

    21. August 2014 um 15:42
  • Rezension "Die toten Frauen von Juarez"

    Die toten Frauen von Juárez
    Wassollichlesen

    Wassollichlesen

    26. December 2013 um 00:37

    Puuuhh.. keine leichte Kost. Ganz und gar nicht. Mir liegt das Buch jetzt, knapp 6 Stunden nach dem "Auslesen", noch immer schwer im Magen. Gut gemacht, Sam Hawken. Der Aufbau des Buches hat mich überrascht, aber gefällt mir sehr gut; es besteht aus zwei Teilen, nicht aus klassischen nebenher laufenden Erzählsträngen. Im ersten Teil verschwindet die Frau eines amerikanischen Boxers, im zweiten Teil steht ein ermittelnder Polizist im Mittelpunkt. Aber ich möchte nicht zu viel verraten. Ciudad Juarez muss so etwas wie der Höllenschlund sein. So wird die Stadt hier, aber auch in vielen anderen Büchern dargestellt. Und natürlich in den regelmäßigen medialen Berichterstattungen, wenn der Drogenkrieg wieder einmal ein neues Level der Brutalität erreicht hat. In diesem Buch geht es aber nur sekundär um den Drogenkrieg und primär um die verschwundenen Frauen der Stadt. Obwohl.. eigentlich interessiert es niemanden. Dass der Hintergrund der Geschichte nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, lässt sich im Nachwort und im Internet nachlesen. So verwundert es auch nicht, dass den "verschwundenen Frauen" nie solche Aufmerksamkeit geschenkt wird, wie den Drogenkartellen und deren Morden.Was auf den knapp 300 Seiten geschieht, kann man sich nicht ausdenken. Es ist menschenverachtend und grausam, sowohl im ersten, als auch im zweiten Part. Ich wusste eigentlich die ganze Zeit, was im Hintergrund vor sich geht und wer dafür verantwortlich ist. Aber wahrhaben wollte ich es nicht. Es ist einfach zu pervers und zu ernüchternd. Was soll ich noch schreiben? Das Buch hat mich völlig erschüttert. Besonders, weil es sich nicht um eine rein fiktive Geschichte handelt. Für fünf Sterne hat mir irgendetwas gefehlt. Was das ist, weiß ich nicht so genau. Vielleicht ist es auch nur der Umstand, dass mir die Geschichte so schwer im Magen liegt.

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  • Hart und schonungslos

    Die toten Frauen von Juárez
    Porcelaine87

    Porcelaine87

    11. December 2013 um 13:38

    Sam Hawkens Buch 'Die toten Frauen von Juarez' schildert ein schwerwiegendes Thema eingebettet in die Geschichte um einen Amerikaner namens Kelly Courter, welcher in den Straßen von Mexiko auf der Suche nach dem Vergessen ist. Das Buch beginnt mit einem Boxkampf, aus welchem der Amerikaner Kelly Courter als Verlierer hervorgeht. Wir lernen den 30jährigen Mann in einer deprimierenden Grundstimmung kennen, dem es einzig und allein darum geht, über kleine illegale Geschäfte mit Drogen sowie Boxkämpfen seinen spärlichen Lebensunterhalt zu verdienen. In seine Geschichte eingebettet lernen wir seine Geliebte Paloma kennen, welche in einer Institution arbeitet, die sich mit den Fällen der verschwundenen Frauen aus Juarez beschäftigt und dafür eintritt, dass diese nicht in Vergessenheit geraten und ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Das Leben von den beiden soll eine ungeahnte Wendung nehmen, als eines Tages Paloma brutal ermordet aufgefunden wird. Der Schuldige soll Kelly sein und landet dafür im Gefängnis, wodurch sein Kampf um Leben und Tod beginnt und sich der Polizist Sevilla in eigene Ermittlungen mit schrecklichen Ergebnissen stürzt... Die Inhaltsangabe zum Buch klingt sehr spannend, erahnt man sofort ein schweres Thema. Der Autor versteht es die erbarmungslosen Umstände in der Stadt Juarez zu beschreiben, sollte der Leser sich jedoch auf eine harte Schreibweise und schonungslose Schilderungen einstellen, die die Missstände und das bedeutungslos anmutende Dasein des Protagonisten in einer Welt voller krimineller Machenschaften und der Fähigkeit des Menschen, über Missstände hinwegzuschauen, schildert. Die ersten Seiten lesen sich recht schwierig, nicht zuletzt deshalb, weil Hawken einen harten, von Kraftausdrücken triefenden Ton anschlägt. Dennoch wird die Neugier zum Weiterlesen auf eine absurde Weise geweckt, weil man vor allem wissen möchte, was es mit der angedeuteten Geschichte um die zahlreichen verschwundenen Frauen auf sich hat. Kleine Abstriche sollte man, meiner Meinung nach, an den Stellen machen, die das Geschehen nicht vorantreiben und sich einzig und allein den Schilderungen diverser Kämpfe, Verletzungen und Körperausdünstungen widmen. Kein leichter Lesestoff für Zwischendurch und nicht geeignet für schwache Nerven.

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    sabatayn76

    sabatayn76

    03. November 2012 um 20:15

    Gelungene Verwebung von Realität und Fiktion Inhalt: Der Amerikaner Kelly Courter - Boxer, Ex-Junkie und exzessiver Marihuana-Raucher - lebt nach seiner Flucht vor dem Gesetz in Ciudad Juárez. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Boxkämpfen und dem Schmuggeln und Verkauf von Drogen. Eines Tages verschwindet seine Freundin Paloma - eine von mehr als 400 Frauen, die seit den 1990er Jahren in der Stadt als vermisst gemeldet wurden. Als die Leiche Palomas gefunden wird, gerät Kelly unter Mordverdacht und wird inhaftiert. Mein Eindruck: Sam Hawken verwebt in 'Die toten Frauen von Juárez' die Realität (Mordserie in Ciudad Juárez, wobei bis heute viele Morde nicht aufgeklärt und zahlreiche Frauen nie wieder gefunden wurden, zahlreiche Leichen nicht identifiziert werden konnten) mit einer fiktiven Geschichte. Diese Verwischung von Wirklichkeit und Phantasie ist dem Autor sehr gut und überzeugend gelungen. Dabei ist sein Roman stellenweise extrem brutal und auch die Sprache ist explizit und derb, was jedoch perfekt zur Geschichte und zum beschriebenen Milieu passt. Gefallen hat mir auch die Verwendung zahlreicher spanischer Begriffe, die zur Authentizität des Romans beitragen. Obwohl ich kein Spanisch spreche, hatte ich keine Verständnisprobleme, da sich der Sinn meist erschließt, dennoch hätte ich ein Glossar oder Fußnoten toll gefunden. Sehr gelungen ist auch Hawkens Beschreibung der Stadt mit ihren Elendsvierteln, Fabriken, ihrer Überbevölkerung, Drogenproblematik und Luftverschmutzung, aber auch der anderen, schillernden Seite mit Parks, Luxus und Reichtum. Mein Resümee: 'Die toten Frauen von Juárez' ist ein spannender und erschreckender Roman, der an eine reale Geschichte anlehnt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden empfehlenswert, aber wer sich nicht scheut, eine ebenso brutale wie beängstigende Geschichte zu lesen, der ist hier richtig.

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    Tru1307

    Tru1307

    07. October 2012 um 14:02

    Der Autor Sam Hawken entführt den Leser mit deinem Kriminalroman Die toten Frauen von Juárez nach Mexiko in die Näher der amerikanischen Grenze. Die Geschichte beruft sich hierbei auf Tatsachen, denn in Ciudad Juárez wurden in den letzten 20 Jahren über 370 Frauen ermordet und 400 gelten als vermisst. Viele Familien wissen bis heute nicht, was mit ihren Töchtern geschehen ist. Natürlich ist ein Buch, dass sich mit einem solchen Thema befasst, sehr ernsthaft und ich habe mich darauf vorbereitet, dass es an manchen Stellen hart werden könnte. Die Geschichte handelt allerdings in erster Linie von den Männern, die Frauen verloren haben und nicht von den Frauen selbst. Dafür sind die Schicksale eindrucksvoll geschildert und man blickt aus der Sicht von Hinterbliebenen auf die Verbrechen. Das finde ich sehr gelungen, da man zum einen genug Bücher gelesen hat, in denen Frauenmorde geschildert werden und zum anderen zeigt es den Schmerz deutlich, den die Hinterbliebenen erleiden, weil sie nicht wissen, was mit ihren Angehören passiert ist. Mich hat diese Sicht sehr betroffen gemacht und ich hoffe, dass durch dieses Buch verstärkt auf die Missstände aufmerksam gemacht wird. Eindrucksvoll ist auch die Schilderung der Stadt Juárez, die direkt an der amerikanischen Grenze liegt. Hier bestimmen Armut, Drogen, Prostitution und illegale Wettkämpfe die Gesellschaft. Man konnte sich durch die Beschreibung der Stadt ein gutes Bild machen. Die Atmosphäre wirkt so düster, dass man ab und an richtig schlucken muss. Ein Vergleich mit dem deutschen Lebensstandard ist kaum möglich. Gerade diese realistische Schilderung hat mir am Buch sehr gut gefallen. Die Handlung fügt sich perfekt in diese Kulisse ein, so dass man vollkommen in dem Sumpf der Kriminalität versinken kann. Auch die Charaktere im Roman gefallen mir ausnehmend gut. Ein Beispiel ist Kelly, der als gescheiterte Existenz von einer Rückkehr zum legalen Boxsport träumt. Er ist als Weißer irgendwann von den USA nach Mexiko gereist und hat sich in Juárez niedergelassen. Dort lässt er sich gegen Geld von mexikanischen Boxern bei illegalen Kämpfen verprügeln. Ich muss sagen, dass Boxen ein Sport ist, der mich kaum interessiert und daher bin ich froh, dass es nicht all zu viele Szenen zu dem Sport gab. Sein Wunsch, sich zu verändern und die Drogen hinter sich zu lassen, haben mich aber beeindruckt. Auch Sevilla, ein Bundespolizist, ist eine solch spannender Charakter. Ein Mann, der sogar nach dem Tod seiner Frau immer noch ihre Hausregeln befolgt. Ein Mann, der bis heute nicht weiß, was mit seiner Tochter und der Enkeltochter passiert ist. So ist es kein Wunder, dass er sich des Falles annimmt und ermittelt. Ein Nachteil beim Lesen des Romans war, dass oftmals spanische Ausdrücke benutzt wurden, mit denen ich nichts anfangen könnte. Auch die vier Abschnitte, die das Buch unterteilen, sind leider ebenfalls nur mit spanischen Überschriften versehen. Hier hätte ich mir zum Ende des Romans ein kurzes Glossar gewünscht. Gerade bei den Abschnitten ist die Überschrift immer ein Hinweis auf das weitere Geschehen und es war schon etwas ärgerlich, dass Informationen, die der Autor ja gegeben hat, nicht beim Leser ankommen, weil er kein spanisch spricht. Natürlich gehört das Spanische aber in dieses Buch, denn in Mexiko wird nun einmal so gesprochen und es unterstrich daher nur die Authentizität des Handlungsortes. Die Handlung des Buches kann mit der Beschreibung der Umstände und dem Gefühl der Erdrückung, das erzeugt wird, leider nicht mithalten. Mehrere Perspektivenwechsel und spanische Ausdrücke behindern den Lesefluss und oftmals gibt es unnötige Längen, in denen kaum etwas passiert. Hinzu kommt dann auch noch, dass mitten im Buch die Hauptfigur praktisch komplett aus der Geschichte verschwindet, was doch ungewöhnlich ist. Außerdem ist die Auflösung der Geschichte viel zu plötzlich und verwirrend. Bewertung Mit Abstrichen konnte mich Die toten Frauen von Juárez zumindest teilweise überzeugen. Die Atmosphäre und die Charaktere waren klasse, aber die Handlung hatte so einige Längen, die denen man das Buch am liebsten zuklappen möchte. Ich bin von dem realistischen Hintergrund immer noch betroffen. Schade, dass die Handlung sich so zieht und dadurch viel an Spannung verloren geht.

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    HoDa

    HoDa

    05. June 2012 um 23:59

    Die toten Frauen von Juarez Sam Hawken Der Klappentext und die Leseprobe haben mich schon sehr neugierig auf das Buch gemacht. Die ganzen vermissten Frauen,von denen einige brutal ermordet aufgefunden werden,geben in Ciudad Juarez seit Jahrzenten viele Rätsel auf. Eine Stadt die an der Grenze der Vereinigten Staaten liegt,und soviel Kriminalität und Unruhe beherbergt,das sie längst gefürchtet und gerne gemieden wird. Aber nicht so von Kelly Courter,der mit seinen 30 Jahren schon so eine dunkle Vergangenheit hat,das er sich in Juarez absetzt. Als Boxer lässt er sich von Einheimischen für Geld das Gesicht ramponieren,um dann als Verlierer vom Platz zu gehen. Nebenbei verkauft er für Esteban Drogen,und beginnt eine Beziehung mit dessen Schwester Paloma. Als diese eines Tages verschwindet,geraten selbst Kelly und Esteban bei der Suche nach ihr an ihre Grenzen. Sevilla und Palencia nehmen sich diesen Fall an,und auch Sevilla hat am eigenen Leib erfahren,was es bedeutet,wenn man sich mit den "falschen Leuten"anlegt. Ein absolut packendes Buch,mit viel Gewalt und Brutalität. Aber das gehört zu dieser Geschichte. Flüssiger Schreibstil,auch wenn die Wortwahl oft unter die Gürtellinie geht,aber auch das macht das Beschriebene sehr authentisch. Beim Lesen oft geschüttelt,weil mir die Nackenhaare hoch standen. Das zeigt mir,das ausreichend Spannung herrschte. Volle 5 Sterne! 

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    stops

    stops

    02. June 2012 um 10:54

    Bei Seite 193 habe ich dieses Buch weggelegt. Es kann nicht sein, das ich ein
    Spanisch Wörterbuch brauche, und nicht mal alle Begriffe finde. Außerdem verliert sich der Autor, in die Geschichte von Kelly Courter. Ich habe die Lust verloren, die
    toten Frauen von Juarez zu finden

  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    abunchofcats

    abunchofcats

    Sam Hawken: Die toten Frauen von Juárez Kelly Courter ist ein heruntergekommener Boxer, der sich im mexikanischen Juárez seinen Alkohol und Drogen mit zweifelhaften Geschäften und Boxkämpfen verdient. Dann verschwindet seine Freundin Paloma eines Tages spurlos. Doch sie ist nur eine von vielen Frauen aus der Gegend, deren Leiche man eines Tages findet. Kelly gerät in die Mühlen der Polizei und damit beginnt ein Albtraum aus Gewalt und Erniedrigungen und es gibt nur wenige ehrliche Polizisten, die an den wahren Hintergründen interessiert sind. Mir hat dieses Buch leider überhaupt nicht gefallen, denn ich muss sagen, denn ich habe mir von dem Buch mehr versprochen. Nimmt man den Titel zum Thema, dann hat der Autor leider das Thema verfehlt. Die Frauen, insbesondere Paloma rücken immer mehr an den Rand des Geschehens, stattdessen ergeht sich der Autor in einer seitenlangen Orgie aus Gewalt und Schilderungen von unterschiedlichsten brutalen Foltermethoden. Und genauso wie man Paloma bereits nach wenigen Seiten aus den Augen verliert, so gerät auch Kelly an den Rand der Handlung. Stattdessen fokussiert sich Hawken immer mehr auf die Arbeit und Machenschaften der Polizei und erst am Ende des Buches schließt sich der Kreis zu Kelly wieder halbwegs. Natürlich ist es für das Buch wichtig, die Hintergründe zu beschreiben und das Leben im mexikanischen Grenzland getreu wiederzugeben, aber dazu hätte der Autor auch zu anderen stilistischen Mitteln greifen können. Zudem hält der sprachliche Stil leider auch nicht mit dem Thema mit. Die Sprache wirkt teilweise obzön, abwertend und hölzern und einige spanische Redewendungen und Begriffe bleiben für die jenigen, die die Sprache nicht beherrschen, leider unerklärt. So kann ich zu dem Buch nur sagen: Sam Hawken hat ein sehr wichtiges und erschreckendes Thema aufgegriffen, aber leider ist es ihm durch seine Art der Umsetzung nicht gelungen, dem Leser das Thema näher zu bringen.

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    • 2
    OliviaTheren

    OliviaTheren

    24. May 2012 um 11:46
  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    fireez

    fireez

    14. May 2012 um 15:23

    In einem Satz: Das Leben und Schicksal eines heruntergekommenen Boxers kombiniert mit einer Krimihandlung - mal was anderes, aber leider nicht ganz mein Fall. . Inhalt: Juárez ist eine gefährliche Stadt. An der mexikanischen Grenze zu den USA regieren Drogen, Gewalt und illegales Glücksspiel. Der Boxer Kelly kennt alle drei Seiten und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Boxkämpfen, die diesen Namen kaum verdienen, denn als einziger Weißer unter lauter Mexikanern ist er eigentlich nur im Ring, um sich ohne Gegenwehr zusammenschlagen zu lassen. Aber auch den Drogen ist er nicht abgeneigt und verkauft und konsumiert sie, um sich irgendwie über Wasser zu halten. Doch da gibt es noch eine andere dunkle Seite on Juárez: seit Jahren verschwinden Frauen spurlos. Nur selten werden sie gefunden und wenn, dann nicht lebend. Als Kelly aus einem tagelangen Drogenrausch erwacht, muss er feststellen, dass es nun auch seine Freundin Paloma getroffen hat und eine schreckliche Jagd beginnt ... . Meine Meinung: "Die toten Frauen von Juárez" hat mich vor allem durch sein Cover gelockt. Dass die Geschichte in Mexiko spielt, ist darauf unverkennbar. Aber auch der Inhalt klang absolut vielversprechend, also ran ans Buch und los geht's. Der Leser wird zu Beginn erst einmal mit Kellys Lebensgeschichte konfrontiert, allerdings nicht in einem großen Brocken, sondern vielmehr in lauter kleinen Häppchen, die geschickt in das aktuelle Geschehen eingeflochten wurden. An einzelnen Stellen kam es aber auch vor, dass die Zeitsprünge zu plötzlich und zu unstrukturiert kamen, dass ich bis zum Ende eines Kapitels immer noch nicht sicher war, wo ich gerade bin. . Fast die gesamte erste Hälfte des Romans wird Kellys Leben beschrieben, wie er nach Mexiko kam, was es mit den Drogen auf sich hat, wie er als Boxer trainiert, seine Beziehung zu Paloma und zu anderen Personen, die im späteren Verlauf durchaus noch eine Rolle spielen. Es geht hier sehr viel ums Boxen, den Vorbereitungen dazu und auch den Schmerzen danach. Das alles ist vorerst durchaus interessant und auch sehr gut beschrieben, aber irgendwann verliert sich der Autor viel zu sehr in Details und Wiederholungen, als dass wirkliche Spannung aufkommen würde. Während ich Kelly sehr gut vor Augen hatte und auch sein Handeln mal mehr und mal weniger gut nachvollziehen konnte, blieben die anderen Figuren für mich recht blass. Bis zum Ende hatte ich manche Figuren noch immer nicht richtig vor Augen und musste mich immer wieder fragen, was dieser oder jener denn nun für eine Rolle spielte. . Einen großen Einfluss auf das Verständnis der Geschichte hatte für mich auch die massive Verwendung von spanischen Begriffen oder ganzen Sätzen, die nicht übersetzt wurden. Manchmal konnte man sich aus der Reaktion des Gegenübers erschließen, was wohl ungefähr gesagt wurde, aber manchmal ging selbst das nicht. An manchen Stellen habe ich regelrecht rumgerätselt und das störte den Lesegenuss und auch das Verständnis für mich ungemein. Etwas weniger wäre da wohl mehr gewesen. . Insgesamt habe ich für das Buch unheimlich lange gebraucht, da es mich einfach nicht fesseln und mitreißen konnte und ich irgendwann regelrecht den Überblick verlor. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht ist. Es traf halt einfach nicht meinen Geschmack. Wer sich für das Leben eines Boxers interessiert und auch einem Krimi nicht abgeneigt ist, wird hieran aber sicher seine Freude haben.

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    Sarah_O

    Sarah_O

    10. May 2012 um 11:57

    "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken ist, wie der Autor selbst betont, eine fiktive Geschichte, die allerings auf einer realen Grundlage basiert. In der Ciudad Juárez im Norden Mexikos, unmittelbar an der US-amerikanischen Grenze, gab es in den letzten zwei Jahrzehnten hunderte vermisste oder tot aufgefundene Frauen. Diesen Kriminalfall wählt der Autor als Grundlage seiner Geschichte, die auch ansonsten durch realitätsnahe und oft ernüchternde Schilderungen menschlicher Schicksale glänzt. Zum Inhalt: Der ehemalige Boxer Kelly ist ganz unten. Seine Karriere hat er durch Drogen ruiniert und in seine Heimat, die USA, kann er aufgrund einer Straftat, die er dort begannen hat, nicht zurück. Stattdessen lebt er unterstützt von seiner Freundin Paloma von kleinen Drogengeschäften in der Ciudad Juárez an der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze. Noch einmal versucht er ins Box-Geschäft zurückzukehren, doch als auch dieser Traum zerplatzt, verfällt er erneut den Drogen. Als er nach seinem wochenlangen Rausch wieder zu sich kommt, ist Paloma verschwunden und er und Palomas Bruder Estéban sind die Hauptverdächtigen, denen man mit unbarmherziger Folter ein Geständnis entlocken will. Nur der gealterte Polizist Sevilla, der oft versuchte Kelly als Informant für sich zu gewinnen, glaubt an seine Unschuld und beginnt in einem Sumpf aus Kriminalität, Gewalt und Korruption auf eigene Faust nach den Schuldigen zu suchen. Sam Hawken schafft es die Ciudad Juárez und die Kriminalität dort, ebenso wie die Geschichte der vermissten Frauen, für die sich auch seine Romanfigur Paloma einsetzt, authentisch und atmosphärisch stark wieder zu geben. Keiner seiner Charaktere ist eine Figur zum verlieben, selbst die so warmherzige und mitfühlend auftretende Paloma überschreitet die Grenze zur Kriminalität, und doch hat jeder sein eigenes Schicksal, welches den Charakteren etwas sympathisches gibt und den Leser trotz aller Verfehlungen berührt und bewegt. Aber oft vermittelt der Autor auch ein Bild der Ernüchterung, wenn er die Funktionsweisen des mexikanischen Rechtssystems am Fall der verschwundenen Frauen und des inhaftierten Verdächtigen Kelly abbildet. Dabei geht er unverblümt zur Sache. Es wird brutal und blutig und auch sprachlich sehr derb, was mich aber nicht abschreckte, sondern die Atmosphäre des Romans unterstützte. Der Geschichte der vermissten, teilweise vergewaltigt und schlimm zugerichteten Frauen, nähert er sich dabei indirekt über seine beiden männlichen Hauptprotagonisten, die beide geliebte Frauen verloren haben. Kelly, der seine Freundin Paloma verliert, und Sevilla, dessen Tochter und Enkelin schon seit Jahren zu den Vermissten zählen. Beide sind keine Musterknaben, sondern Charaktere mit unzähligen Ecken und Kanten, an deren Händen auch das Blut unschuldiger klebt. Und dennoch ist das Unrecht, das ihnen widerfährt, kaum in Worte zu fassen und ließ mich richtig mitfühlen und das Buch kaum noch aus der Hand legen, außer für kleine Unterbrechungen, um bei all der Härte der Geschichte kurz durchzuatmen. Die gesamte Handlung teilt sich in vier Abschnitte, die zwischendurch auch mit einem Wechsel des Hauptprotagonisten einhergehen. Stilistisch waren die Übergänge aber so gut gewählt und vorbereitet, dass mich die Übergänge nie störten oder verwirrten. Auch der Einbau einiger spanischer Sätze, der das Buch atmosphärisch unterstützte, störte mich trotz meiner mangelnden Spanisch-Kenntnisse nicht, da alles aus dem Kontext erschlossen werden konnte. Fazit: Ein atmosphärisch starker Roman über die Suche nach Gerechtigkeit in einer Stadt, die von Kriminalität und Korruption beherrscht wird und in der sich um die Suche nach dem wahren Schuldigen und dessen gerechter Bestrafung schon lange keiner mehr schert. Ein Roman, der auf eine reale Mordserie aufmerksam machen möchte und auf eine sehr ernüchternde Art viele Denkanstöße leifert. Er wird mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. 5 von 5 Sternen.

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    06. May 2012 um 18:51

    _"In Juárez suchen wir immer nach el extranjero, dem Monster, das wir nie zuvor gesehen haben, das uns Leid zufügt, aber wir fügen uns selbst Leid zu, Kelly, dazu brauchen wir kene Fremden. Wir sind eine Stadt der toten Frauen."_ Vor Jahren floh der Amerikaner Kelly nach Juárez, Mexiko, wo er sich seitdem mit illegalen Boxkämpfen durchschlägt, bei denen die Mexikaner den Bolillo bluten sehen wollen. Nebenbei vertickt er auch Drogen für Esteban, den Bruder seiner Freundin Paloma. Als diese eines Tages verschwindet und wenig später tot aufgefunden wird, kriegt Kelly es in seinem Drogenrausch nicht einmal mit. Die Polizei verdächtigt ihn, sperrt ihn ein und prügelt ihn halbtot, um ein Geständnis zu erhalten. Nur der Polizist Sevilla glaubt an seine Unschuld, und beginnt, nach den wahren Mördern der toten Frauen von Juárez zu suchen... ------- Sam Hawkens Geschichte ist zwar fiktiv, beruht jedoch auf erschreckend realen Begebenheiten. Über 400 Frauen sind seit dem Jahre 1993 in Ciudad Juárez verschwunden; manche von ihnen wurden vergewaltigt und ermordet aufgefunden, doch viele blieben für immer verschollen. Die Polizei, die zu sehr mit den Bandenkriegen der Drogenkartelle beschäftigt ist, hat kaum Zeit, sich mit den Frauenmorden zu beschäftigen. Hier knüpft Hawken mit seinem Debüt "Die toten Frauen von Juárez" an. Kelly Courter ist eine gescheiterte Existenz. Einst war der Amerikaner ein relativ erfolgreicher Boxer, bis er dem Heroin verfiel und ihn ein Unfall zur Flucht über die mexikanische Grenze trieb. Dort führt er nun ein trostloses Leben inmitten der armen Gegenden der Stadt. Über Wasser hält er sich mit gelegentlichen Drogengeschäften und Boxkämpfen, bei denen er sich von mexikanischen Talenten blutig schlagen lässt. Einzig seine Freundin Paloma, die sich mit ihrer Organisation Mujerez Sin Voces für die toten Frauen von Juárez einsetzt, ist ein kleiner Lichtblick in seinem Leben. Doch eines Tages verschwindet sie genauso wie die Frauen, um die sie sich gekümmert hat und Kelly wird grausam gefoltert, um sein Geständnis zu erzwingen. Kelly ist eigentlich kein Charakter, dem man unbedingt seine Sympathien schenken will, dazu klebt einfach zu viel Blut an seinen eigenen Händen. Irgendwann tut man es als Leser aber doch, als er den verzweifelten Kampf um die Wahrheit aufnimmt. Gerade dass nicht alle Charaktere hier brutale Schweine sind, sondern ein paar von ihnen auch das Gute verkörpern, hat die Geschichte etwas erträglicher gemacht. "Die toten Frauen von Juárez" ist wirklich harter Stoff und liest sich wie ein staubiger Trip durch die Hölle und zurück. Drogen, Prostitution, Korruption, Bandenkriege; schonungslos und offen führt uns Hawken alles Schreckliche vor Augen, was man jemals über Mexiko gehört hat. Das Ganze wird so realistisch beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, hier eher einen Tatsachenroman vor mir zu haben als Fiktion; die Geschichte wirkte einfach unheimlich echt auf mich, als würde sie sich genau so gerade in der Realität abspielen. Das liegt sicherlich an Hawkens richtig gutem Erzähltalent. Er schreibt sehr atmosphärisch, so dass man das Hitzeflimmern in der Luft oder den Staub der Wüste auf dem Gesicht richtig spüren kann. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven. Zeitweise ist mir beim Lesen richtig das Adrenalin durch den Körper geschossen und es wurde so blutig und brutal, dass ich manchmal gar nicht weiterlesen wollte. Aber die Geschichte hat trotz ihrer Brutalität einen unheimlichen Sog auf mich ausgeübt und ich fühlte mich regelrecht gezwungen, weiterzulesen, um endlich zu erfahren, wer hinter der ganzen Sache steckt. Hawken äußert sich im Nachwort, dass er mit dieser Geschichte den Leser wachrütteln und das Schicksal der verschwundenen Frauen von Juárez wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken will, das neben den Drogenkriegen immer mehr in den Hintergrund rückt. Meine Aufmerksamkeit hat er mit diesem Knaller-Buch jedenfalls geweckt. Mein Fazit: Hart, brutal und absolut mitreißend!

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    Themistokeles

    Themistokeles

    01. May 2012 um 21:11

    Sam Hawken bedient sich bei seiner Geschichte vor allem den Titel betreffen, einer realen Begebenheit, nämlich dem Verschwinden hunderter Frauen aus der Stadt Ciudad Juárez. Erwartet man jetzt jedoch, dass das Buch sich tiefergehend mit dem Thema beschäftigt, liegt man gänzlich falsch. Auch der im Klappentext angesprochene Boxer Kelly Courter nimmt keine so große Rolle ein, wie man zunächst vermuten könnte, stattdessen taucht ein weiterer Charakter auf, der ebenso relevant ist, der Polizist Sevilla, den man sogar besser kennenlernt, als Kelly Courter selbst. Zudem zeigt einem der Roman auf, wie übel einen das Konsumieren von etwaigen Drogen hinrichten kann, insbesondere sehr deutlich und in gewisser Weise auch ekelerregend, bei den härteren Vertretern. Doch das ist lange noch nicht alles, denn sollte diese Darstellung, die der Roman einem gibt, der Wahrheit entsprechen, wie es im mexikanischen Rechts- und Polizeisystem zugeht, dann wäre dieser Zustand mehr als katastrophal. Zum einen wären dann brutalste Foltermethoden, die im Roman nur zu genau dargestellt werden, an der Tagesordnung. Wie zudem auch als tödliche Unfälle getarnte Morde durch die Hand der Polizisten Gang und Gebe. Zum anderen wäre das gesamte System außerdem ein reinster Moloch aus Verderben, Drogen, Vergewaltigung, Gewalt und Mord. Das Bild, dass der Autor zeichnet, ist extrem düster, verdorben und abstoßend und allein die Vorstellung, dass solche Zustände eventuell irgendwo real existieren, klingt einfach verrückt, da sie so katastrophal wären. Insbesondere auch, wie die Charaktere in dieser Umgebung dargestellt wurden und wie abstoßend sie auf mich wirkten. Mich hat jedoch nicht diese blutige und brutale Darstellung der Umstände am meisten gestört, sondern vor allen Dingen, dass so extrem viel an der äußeren Verpackung des Romans etwas vollkommen anderes erwarten lässt, als einem geboten wird, denn die toten Frauen spielen keine sehr große Rolle und auch Kelly Courters Rolle weicht einfach zu stark ab. Außerdem waren mir beide Protagonisten, wenn auch gut dargestellt, einfach nur unsympathisch und haben mich extrem abgestoßen und daher in keinem Fall Figuren zur Identifikation. Dazu kommt noch, dass viele Sätze auf Spanisch sind und diese nie übersetz werden, so dass man sich deren Bedeutung, bei Unkenntnis der spanischen Sprache, nur irgendwie versuchen kann zu denken, was den Lesespaß an vielen Stellen stark eindämmt. Insgesamt ein seltsamer Roman, den man vielleicht mögen kann, wenn man an ihn ohne große Erwartungen rangeht, die der Titel einem eingeben könnte und zudem der spanischen Sprache mächtig ist, der jedoch eindeutig einfach nicht meins war.

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  • Rezension zu "Die toten Frauen von Juárez" von Sam Hawken

    Die toten Frauen von Juárez
    Denraprom

    Denraprom

    01. May 2012 um 17:04

    Sam Hawken hat in seinem Sam Hawken hat in seinem Buch etwas über die traurige Wahrheit in Ciudad Juárez vermittelt. Denn dort herschen wirklich grauenvolle Bedingungen für alle,die nicht in Drogengeschäfte,Gewaltdelikte und Korruption verwickelt sind. Eine Masse von Frauen verschwindet,werden entweder nie oder tot aufgefunden. Hier hat sich der 30jährige Kelly Courter abgesetzt und verdient sich mit Kämpfen,bei denen er lediglich verlieren soll etwas Geld. In seiner Freizeit raucht er Mariuhana und bemitleidet sich meistens selbst. Irgendwann,gefangen in Räuschen und seinem tristen Dasein,bemerkt er nicht einmal,das seine Freundin Paloma verschwindet. Diese ist auch noch die Schwester von seinem Dealerpartner Esteban. Hoffnung bringt jetzt der Ermittler Sevilla mit sich,der selber zu viele schlimme Erfahrungen in diesem Millieu gesammelt hat. Einige Frauen aus seiner Familie fanden ebenfalls einen gewaltsamen und lieblosen Tod vom organisierten Verbrechen. Meine Meinung: Dieser Krimi/Thriller ist nichts für schwache Nerven. Die Grausamkeit und Brutalität deckt sich gut mit dem oft obzönen Ausdruck. Der Schreibstil ist ebenfalls passend gewählt,und lässt den Leser das Geschehen anschaulich wirken. Im grossen und ganzen vergebe ich vier Sterne,da ich denke,das zu diesem Buch echte Recherche steckt. Auch wenn die Härte in die Gegend und die Schauplätze gehört,wurde sicher an einigen Stellen sehr übertrieben,so das es ab und an fahl zu wirken schien. Wer auf blutige und böse Storys steht,wird an den toten Frauen von Juárez großes Gefallen finden. Und ich finde schon das Cover ein absoluter Hingucker.

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