Sam Millar True Crime

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Inhaltsangabe zu „True Crime“ von Sam Millar

Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde û und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb. Diese Geschichte beginnt im Norden Belfasts: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, der Vater Protestant, die Mutter Katholikin. Der Riss, der ganz Irland teilt, geht mitten durch Sams Familie. Sam geht früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager schließt er sich der IRA an, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im härtesten Knast Europas. Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet, sich in Spielkasinos herumtreibt und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den Überfall auf das Gelddepot der Firma BrinkÆs, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt.

True Crime- Ein Tatsachenbericht. Amerikas größter ungelöster Kriminalfall aus Sicht des Protagonisten selbst erzählt...

— Floh

Der erste Teil gehört für mich zu den authentischsten Autobiografien, die ich je gelesen habe.

— LitteraeArtesque

Zwei Bücher in einem - fast wie zwei Leben. Aufrüttelnd und bewegend der erste Teil, spannend und durchaus amüsant der zweite.

— parden

Die Realität ist besser als jede erdachte Geschichte. Millar überzeugte mich mit True Crime

— Sassenach123

Millars Autobiografie ist mindestens so beeindruckend wie seine Krimis. Er hat bereits zwei Leben gelebt, nun lebt er das dritte als Autor.

— Beust

Ich fand das Buch gut geschrieben und Sam Miller schreibt es auf seine eigene Art, ohne etwas zu beschönigen oder auszuschmücken.

— winterdream

Eine Biographie, die mich Mitgefühl mit dem Verbrecher fühlen ließ. Gut geschrieben und interessant.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Eine Autobiografie die schockiert!

— Jenny1900

Eine wahre Lebens- und Leidensgeschichte

— Kerstin_KeJasBlog

Diese Autobiographie hat mich berührt und sehr gefesselt. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen.

— Kirschbluetensommer

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  • True Crime - Ein Leben wie ein Film

    True Crime

    Aoibheann

    17. June 2017 um 21:02

    Den Namen Sam Millar hörte ich das erste Mal, als mir der erste Band seiner Karl Kane-Krimis vom Buchhändler meines Vertrauens empfohlen wurde. Die Bücher gefielen mir und der jeweils kurz angegebene Werdegang des Autors ließ mich aufhorchen. Ich mag Biografien von Leuten, die etwas zu erzählen haben, außergewöhnliche Lebensgeschichten. Und Sam Millar hat definitiv eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Als ich die Neuauflage seiner Biografie entdeckte, war ich sofort neugierig. Dass das Buch dann leider doch erst das Schicksal vieler Bücher erleiden musste - meinen SUB - tut mir im Nachhinein sehr leid. Es hätte definitiv viel früher von mir daraus befreit werden müssen.Sam Millar wuchs in Nordirland auf. Die Mutter psychisch krank, der Vater berufsbedingt häufig abwesend. Die politischen Spannungen lassen sich zu diesem Zeitpunkt bereits erahnen und begleiten Millar durch seine gesamte Kindheit, die zwar durchaus mit positiven Erlebnissen verbunden ist, aber auch mit Armut in einem weniger vorzeigbaren Wohnviertel Belfasts.Millar wird für die Mitwirkung in einer terroristischen Vereinigung zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung siedelt er in die USA über und begeht dort einen der größten Überfälle auf einen Banktransporter in der Geschichte.Millars Lebensgeschichte liest sich wie ein Hollywoodfilm. Würde Wikipedia den Klappentext nicht bestätigen - man würde es womöglich für eine ausgedachte und gut zu Papier gebrachte Geschichte halten.Über die Zeit der blutigen Nordirland-Konflikte wusste ich bisher recht wenig, dieses Buch war für mich ein guter Startpunkt, mich mit diesem Teil Geschichte mehr zu befassenDie von Millar beschriebenen Zustände und Handlungen während seiner Zeit im Belfaster Gefängnis stehen eigentlich außerhalb von allem, was einem Menschen zugemutet werden kann. Das Millar und die von ihm beschriebenen Mitinsassen nicht als völlig zerstörte Menschen aus dieser Zeit hervorgegangen sind, ist für mich kaum fassbar. Diese Männer müssen unfassbare psychische Kräfte besitzen. Dieser Teil des Buches war für mich besonders schwer zu ertragen. Mehr als einmal musste ich das Buch aus der Hand legen.Die Zeit in New York verdeutlicht, dass keinesfalls nur ein verirrtes Schäfchen ist, sondern eben auch ein Schlitzohr. Nur kurz werden Punkte wie seine eigene Familie angerissen, Frau und Kinder lässt er nur kurz in seine Geschichte einfließen.Nicht ganz ersichtlich war für mich der Grund seiner (ersten?) Verhaftung. Zwar berichtet er von Verurteilungen im Schnellverfahren auf dubiosen Verdacht, für seine eigene Geschichte wurde dies so für mich an zwei Punkten nicht so ganz deutlich. Auch die Gesamtlänge seiner Haftstrafe, wird erst im Verlauf der Geschichte deutlich.Es war für mich ein wahnsinnig spannendes und zum Nachdenken und Nachlesen animierendes Buch.

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  • Ehrlicher könnte eine Kriminalgeschichte nicht sein. Ein wahres Fundament, eine Tragödie.

    Blau ist die Nacht

    Floh

    Das Buch ist jüngst erschienen, nach den ersten gelesenen Zeilen gab es für mich kein Halten mehr… Nach dem Beenden der letzten Zeilen musste ich zunächst einmal in mich gehen und all diese verstörenden Wahrheiten des Falls auf mich wirken lassen. Ja, dieser Spannungsroman des irischen Autors Eoin McNamee wurde nicht zu Unrecht heiß erwartet. „Blau ist die Nacht“ ist ein Roman, der provoziert, mahnt, wachrüttelt, erschüttert und auf sonderbarer Weise schmeichelt. Es ist ein ganz besonders leises Buch, was mit seiner Realität, den einprägenden Bildern und dem wahren Kern unheimlich aufwühlt und für Fesselung sorgt. Historisch angehaucht und bis in unsere Gegenwart präsent. Erschienen im dtv Verlag (http://www.dtv.de/)Inhalt / Beschreibung:„April 1949. Eine Frau wurde ermordet. Der Attorney General, Richter Lance Curran, will den Fall haben und den Angeklagten hängen sehen. Aber es gibt andere einflussreiche Leute, die den Casus anders bewerten, trotz scheinbar zweifelsfreier Beweislage. Curran kämpft gegen diese Kräfte und gegen sein eigenes Gewissen, zugleich werden häusliche Herausforderungen zunehmend zum Problem: seine psychisch labile Ehefrau, die ungebärdige heranwachsende Tochter, die Jahre später selbst einem Mord zum Opfer fallen wird, dessen Hintergründe nie ganz aufgeklärt wurden.Ein wahrer Fall und ein faszinierend-abgründiger Roman aus Nord-Irland, in dem der Clash zwischen den irisch-nationalistischen Katholiken und den der britischen Krone verbundenen Protestanten schon mit Händen zu greifen ist.“Handlung:Ein wahrer Mordfall, der ganz Irland bewegte und viel zu schnell in Vergessenheit geriet. Nicht zuletzt scheiterte die Aufklärung dieser tragischen Frauenmorde an der gespaltenen Gesellschaft, der korrupten Justiz und der Uneinigkeit des Landes und den Konflikten des Glaubens. Der Autor Eoin McNamee verwebt Realität und Fiktion in einer gesellschaftskritischen Präsentation der Rechtschaffenheit, des eigenen Ich und der Frage nach Schuld und Unschuld. Familie, Politik, Justiz und Moral stricken diesen unglaublichen Krimi, der die Schroffheit und Verletzlichkeit des Landes zeigt und diesen Fall erst möglich macht. Richter Lance Curran gerät an seine eigenen Grenzen. Psychisch sowie physisch und muss die Schuldfrage in den eigenen Reihen stellen und den Mord an seiner eigenen Tochter in Frage stellen… Nagend, eindringlich, überwältigend und Nachtblau… Vor dem Leser breitet sich das Panorama eines speziellen Krimis, aber auch einer zerrissenen Kultur und der eigenen Identität aus, die mitten in Nordirland, mitten im Krieg, mitten in der Glaubensfrage. Schreibstil:Dem Autor Eoin McNamee ist ein authentischer, erlebbarer, gemalter und gesellschaftskritischer Roman der düsteren, aber auch sehr emotionalen und atmosphärischen Töne gelungen, der nicht nur aufgrund der authentischen und wahren Geschichte und der bewegenden Schicksalsschläge der Justiz und Politik und der geprägten Begebenheiten äußerst intensiv erscheint. Besonders der geschickte Aufbau des Romans, bei dem zwischen Vergangenheit und Rückblick und Aneinanderreihung von Erzählungen und Fundamenten der Kriminalistik und dem Bezug zur Gegenwart ein schmaler Grat bewältigt wird. Der Nordirische Autor nutzt unterschiedliche Stilmittel, um seinem Roman diese Schärfe zu verleihen. Ich frage mich, warum dieses Werk nicht unter der Spannungsliteratur oder den Krimis verlegt wird, sondern trotz der Ermittlungen und Mordmotive als Roman klassifiziert wird. Dieser „Kriminal“- Roman so greifbar und provozierend, dass er für mich zweifelsfrei in die Krimisparte gehört. Der Autor Eoin McNamee besitzt eine besondere Sprachmelodie, seine Schilderungen und Sinnfragen sind sehr eindringlich und alarmierend. Der Leser ist angeleitet, Dinge in Frage zu stellen und seinen Blickwinkel zu verrücken. Dieses Stilmittel bringt eigentümliche Ruhe und Andacht in den Fall, ehe die Ereignisse wieder die gewohnte Schärfe und mahnende Botschaft bringen. Wow. Meinung / Eindrücke:Das Buch ist definitiv kein üblicher Krimi, oder Roman. Dieses Werk vereint Facetten und Elemente aus mehreren Welten. Es ist nagend, eindringlich, provozierend, erschütternd, aber dennoch keinesfalls ein reißerischer oder lebhafter Roman. Am Talent des Autors mag ich gar keine Kritik äußern, genauso wenig wie an der Arbeit des Übersetzers, der mahnenden Signalstärke und dem Kern des Werkes. Ich bin absolut überzeugt und dankbar, endlich mal wieder so einen intensiven Roman gelesen und entdeckt zu haben. Ich werde nun, nachdem mich die Feder des nordirischen Autors Eoin McNamee so sehr überzeugt hat, nach weiteren Veröffentlichungen von ihm Ausschau halten. Für mich ist dieses Buch trotz seiner Schwere und Tragik ein eher ruhiges Buch, was mich vieles hinterfragen lässt und zum Sinnieren anregt, dadurch aber umso tönender und schillernder Wirkt, sodass ruhig, wohl doch das falsche Wort für diesen Roman ist. Das Hauptaugenmerk sind für mich die sagenhaften Kulissen, das politische Geflecht, die Korruption, die familiären Belange, der schwelende Krieg und die Rechtsprechung. Die Frage nach der eigenen Identität und der Schmach sich selbst zu belügen. Ein stiller, anmutiger und sehr leiser Roman, der auf wahren Säulen beruht und an dem der Autor eine Gesellschaftskritik geübt hat, die sein eigenes Land und seine eigene Kultur zeitweise an den Pranger stellt. Ein mutiger Apell, ein mutiger Schritt und eine fesselnde Story. Die allergrößte Besonderheit in diesem Roman, der weit mehr ist als ein Roman, sondern eher ein Krimi al la True-Crime, sind die Urtümlichkeit und die Zerrissenheit eines Landes reflektiert. Man merkt beim Lesen dieses Kriminalfalls die wahren Säulen und den Wahrheitsgehalt des Falls sofort. Der Autor weiß, wovon er erzählt, denn er hat das Land, seine Heimat, so erleben können, auch wenn er die handelnde Epoche um 1950 so natürlich noch nicht erlebt hat. Doch die Narben dieser Zeit ziehen sich bis in die Gegenwart und diese Narben beginnt der Autor zu pflegen und zu betrachten. Kritikpunkt:Ich kann hier beim besten Willen meinerseits keinerlei Kritik äußern. Alles andere wäre Nörgeln auf zu hohem Niveau. Das Buch ist und war für mich so perfekt, wie es erschienen und umgesetzt ist. Der Autor:„Eoin McNamee, 1961 im irischen Kilkeel geboren, studierte ursprünglich Jura, bevor er Schriftsteller wurde, mehrere Romane veröffentlichte und sich mit seiner raffinierten Verknüpfung von Fakten und Fiktion einen Namen machte. Der Roman ›The Blue Tango‹ (2001) war für den Booker Prize nominiert. Nach Stationen in London, Dublin und New York lebt Eoin McNamee heute in Sligo an der Westküste Irlands.“Die Übersetzung:Gerade die Werke aus anderen Regionen, Kulturen und Staaten verdienen sorgfältige Arbeit an der Übersetzung. Hier steht und fällt der Hammer zum Erfolg einer Erstauflage in einer anderen Sprache als das Ursprungswerk. Da dieses Werk die Justiz, Politik und Gesellschaft eines gespaltenen Landes repräsentiert und hinterfragt, sehe ich es als sehr wichtig viel von der Originalität und des Ursprungs zu bewahren. Der Verlag hat hier einen sehr jungen Übersetzer an die Ausarbeitung des Falls gesetzt. Für mich liegt tatsächlich ein lobender Pluspunkt in der Arbeit dieser Übersetzung. Ein mit Liebe und Gewissen, sowie Respekt übersetztes Buch. Der junge Übersetzer Georg Runge scheint sich in die Elemente, aus denen dieser Krimi besteht, hineinzuversetzen und deutsche Vorlieben, sowie Ursprünglichkeit zu vereinen. Neben dem Autor selbst, hat auch der Übersetzer Georg Runge zum Gelingen und Erfolg des Werks maßgeblich beigetragen. Der Übersetzer:„Gregor Runge, geboren 1981 in Neubrandenburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und anschließend an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Er lebt und arbeitet als Übersetzer in Berlin.“Das Cover:Das Cover ist ein sehr gutes Signal zum Inhalt und Wirken des Romans. Düster, schleierhaft, vergänglich und Blau wie die Nacht. Ein lockeres und offenes Schriftbild, wechselnde Zeitebenen mit wechselnden Kapiteln. Fazit:Ein sehr eindringlicher Roman, der mehr True-Crime als Romanerzählung ist. Ein wahrer Kriminalfall mit einer mahnenden Gesellschaftskritik und viel Kern. WOW. Gnadenlose 5 Sterne Leseempfehlung!

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    • 17

    Floh

    27. June 2016 um 11:45
    jenvo82 schreibt Fällt jetzt nicht zwangsläufig in mein Beuteschema, klingt aber sehr fesselnd und subtil. Bisher habe ich noch nichts auf dem bereich True-Crime gelesen, aber dein Lesetipp macht neugierig.

    Ich kannte zuvor Sam Millar mit seinem Krimi "True Crime". Hat mir weniger zugesagt, aber dieser hier ist eine Meisterleistung.

  • Australiens gespaltene Gesellschaft

    Der große Mann

    Gulan

    Ich hörte im beiläufigen Ton vorgetragene Horrorgeschichten. In den vergangenen sechs Wochen hatte ein Mann im Streit um ein Glas Bier seinen Bruder mit einem Messerstich fast tödlich verletzt; eine Frau hatte einer anderen die Lippe abgebissen; ein Mann hatte Benzin über seine Freundin gegossen und sie angezündet. Die Arbeitslosenquote lag bei 92 %. Auf dieser Insel begingen junge Männer drei Mal öfter Selbstmord als junge weiße Männer in Townsville. Die Hälfte der Männer auf Palm Island starb vor dem fünfzigsten Lebensjahr. Die Insel war ein schwarzes Loch, in das Menschen hineingefallen waren. Sollte es also ruhig noch Steine regnen. (S.110) Am 19.November 2004 kommt es zu auf Palm Island zu einem Wortwechsel zwischen dem Aborigine Cameron Doomadgee und dem Polizeibeamten Christopher Hurley. Nach einer angeblichen Beleidigung wird Doomadgee wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen. Vor der Polizeiwache gibt es ein weiteres Handgemenge und schließlich einen Sturz. Doomagdee wird in eine Zelle geschleift. Dort wird er eine halbe Stunde später tot aufgefunden – gestorben an schweren inneren Verletzungen. Ein Unfall oder ein Fall von Polizeigewalt? Palm Island ist eine Insel vor der Ostküste Australiens im Bundesland Queensland, 60 km nördlich von Townsville am Great Barrier Reef. Eigentlich eine klassische Paradiesinsel wurde sie etwa 60 Jahre lang bis in der 1970er von der Regierung von Queensland als Straflager genutzt, in das die Ureinwohner der Aborigines deportiert wurden. Dies ist zwar inzwischen Geschichte, aber die Probleme sind dadurch natürlich nicht verschwunden. Perspektivlosigkeit aller Orten, Armut, eine wahnsinnig hohe Arbeitslosenquote. Familiäre Gewalt, Drogen- und Alkoholsucht sind an der Tagesordnung. Der Tod von Doomadgee löst extreme Ausschreitungen aus, die Polizeistation und das Wohnhaus des Beamten Hurley werden abgefackelt. Cameron Doomadgee ist einer dieser Perspektivlosen, 36 Jahre alt, sein Clan stammt ursprünglich aus einer Gegend in Nordwest-Queensland, mehr als 1000 km entfernt. Er stirbt an massiven inneren Verletzungen: Seine Leber ist durch starken Druck auf die Wirbelsäule gequetscht worden und fast entzwei gerissen. Verletzungen, die nicht durch einen bloßen Sturz zu erklären sind. Der Polizeibeamte Hurley wird zum Hauptverdächtigen. Ein markanter, kräftiger Mann, mehr als zwei Meter groß. Hurley ist schon seit langem in Aborigine-Gemeinden tätig, bislang ohne negativ aufgefallen zu sein. Er weist alle Schuld von sich, behauptet schließlich im Nachhinein, er müsse beim Sturz wohl auf Doomagdee gefallen sein. Eine Erklärung, die seine Kollegen zufriedenstellt, bei der Aborigine-Gemeinde aber mit großer Wut aufgenommen wird. Es kommt zu einer Anhörung, die immer wieder verzögert wird. Dort empfiehlt die Untersuchungsrichterin, Anklage gegen Hurley wegen Totschlags zu erheben. Die Staatsanwaltschaft weigert sich. Erst durch Intervention des Generalstaatsanwalts kommt es schließlich doch zum ersten Prozess in Australien, in dem ein Polizist wegen eines Todesfalls in Polizeigewahrsam angeklagt wurde. Die Autorin Chloe Hooper wird von Rechtsanwalt Andrew Boe angesprochen, er vertritt die Interessen von Doomagdees Hinterbliebenen. Kurz vor Beginn der Anhörungen trifft sie relativ unbefleckt auf Palm Island ein und verfolgt die Ereignisse bis zur Urteilsverkündung im Prozess gegen Christopher Hurley. In bester Tradition Truman Capotes hat sie daraus einen Tatsachenroman verfasst, der 2008 erstmals im Original erschien und in Australien schon jetzt ein moderner Klassiker ist. Der große Mann kommt in vielerlei Gestalt, sagen die Leute. Er kann seine Form verändern, aber wenn er einen am Boden hat, dann ist, ob man schwarz oder weiß ist, das Grauen dasselbe. (S.352) Die Aborigines haben inzwischen alle Bürgerrechte und es wurde sich doch für begangenes Unrecht entschuldigt, sagen viele aus der weißen Bevölkerung Australiens. Das stimmt und doch macht die Autorin in diesem Buch deutlich, wie sehr die brutale Assimilationspolitik die kulturelle, spirituelle und zum Teil auch persönliche Identität der Ureinwohner beschädigt und große Teile der Aborigine-Gesellschaft bis heute marginalisiert hat. Dies manifestiert sich in im Vergleich zur Gesamtbevölkerung extrem erhöhten Prozentsätzen von Sucht, Gewalt, Kriminalität und Kindesmissbrauch. Die Weißen reagieren mit Abscheu und alltäglichem Rassismus. Ein Teufelskreis entsteht, in dem selbst einem nicht unbedingt als „bad cop“ bekannten Polizisten wie Christopher Hurley die Sicherungen durchbrennen können. Doch auf den Korpsgeist ist Verlass: Die Polizeigewerkschaft fährt alle Geschütze auf, um ihren Mann vor der Verurteilung zu bewahren. Chloe Hooper recherchiert in Palm Island, begleitet die Prozesse und begibt sich auch auf die Reise in den Heimatort Doomadgee und nach Burketown, eine frühere Station in Hurleys Berufsleben. Ihre Recherchen ergeben das Bild eines immer noch tief gespaltenen Australiens. Dabei schreibt Hooper nicht im Stil einer wütenden Aktivistin, sondern präzise und stilistisch elegant. Sie erweist sich als genaue Beobachterin, vor allem im Gerichtssaal, und setzt nur dort, wo nötig, erklärende historische Erläuterungen. Aber alles in allem setzt sie natürlich ein politisches Statement. Dies alles macht „Der große Mann“ zu einem überzeugenden Werk.

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    • 6
  • Sam Millar hat Kriminalgeschichte geschrieben. Jetzt auch für uns...

    True Crime

    Floh

    Dieser Thriller erzählt eine wahre Geschichte. Sam Millar ist Autor und Protagonist in diesem größten ungeklärten Kriminalfall Amerikas. „True Crime“ berichtet von den Nordirlandprotesten, bringt hautnah und unbeschönigt die Zustände der irischen Gefangenen in den britischen Haftanstalten zu Tage, erzählt aus dem jahrelangen Folterungen und Erniedrigungen der Insassen die sich nicht brechen lassen wollen und für ihr Land protestieren und sich jeglicher Befehle verweigern. Außerdem berichtet dieser Thriller in seiner zweiten Hälfte vom Leben in Amerika nach Absitzen der Haftstrafe und als einzige Möglichkeit illegal in Amerika einen Neuanfang zu wagen. Einen Neuanfang, der für Sam Millar einen Plan reifen lässt und zu einem der größten ungelösten Coups Amerikas wird. Sam Millar hat ein Stück Kriminalgeschichte geschrieben… Fesselnde und mitreißende und absolut überzeugende Rezensionen zum Werk haben auch meine Aufmerksamkeit und mein Interesse an diesem Buch geweckt. Dementsprechend groß war meine Vorfreude, aber dementsprechend hoch waren auch meine selbst gesteckten Erwartungen... Erschienen im Atrium Verlag (http://www.atrium-verlag.com/) „In Amerika sollte Geschichte geschrieben werden, und ich war der Mann mit dem Füllfederhalter…“ (Seite 13) Inhalt: "Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde – und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb. Diese Geschichte beginnt im Norden Belfasts: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, der Vater Protestant, die Mutter Katholikin. Der Riss, der ganz Irland teilt, geht mitten durch Sams Familie. Sam geht früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager schließt er sich der IRA an, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im härtesten Knast Europas. Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet, sich in Spielkasinos herumtreibt und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den Überfall auf das Gelddepot der Firma Brink’s, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt – und der hier erstmals aus der Sicht des Täters erzählt wird." „Am Ende der Straße standen fressend, pissend und scheißend die Pferde des ortsansässigen Glasers nebeneinander. Ständig drückten sie faustgroße Brocken aus ihren Ärschen, in denen unverdaute Strohhalme steckten wie Stacheln verbrannter Kakteen. Kamikazesperlinge schossen zwischen den Beinen der Pferde hindurch, als wollten sie den Mist fangen.“ (Seite 41) Schreibstil: Der Schreibstil des Autors Sam Millar ist schon etwas Besonderes. Wann bekommt man als Leser schon mal einen Thriller geboten, den das Leben geschrieben hat und der aus erster Hand vom Protagonisten selbst geschrieben und erzählt wird? Sam Millar berichtet natürlich aus der Ich-Perspektive und schildert seine Kindheit in Belfast in Nordirland. Erste Unruhen machen sich breit. Im Raum steht stets die Frage der Konfession und des Glaubens. In seiner Jugend erlebt Sammy einige Schlüsselmomente, die sein Leben prägen werden. So schildert Sam Millar die Kindheit und frühe Jugend noch sehr poetisch und malt mit Worten Bilder, schwängt im weiteren Verlauf jedoch auf einen derben und unverblümten Wortlaut um. Als Sam dann als Jugendlicher von den Briten in Haft genommen wird und auf Long Kesh einsitzen muss, schließt er sich einer Gruppe Insassen an, die allen Befehlen trotzen wird. Hier berichtet der Autor ungefiltert und krass von den Zuständen und dem unmenschlichen Umgang mit den Inhaftierten. Derbe Worte, Drangsalierungen, Beschimpfungen, Tritte, Schläge, Prügel, Folter, Pisse und Scheiße… Sam Millar nicht wahrhaftig kein Blatt vor dem Mund und verleiht dem Geschehen besonderen Nachdruck. Das Buch gliedert sich in zwei Teile. Die Zeit der Haft in Long Kesh Belfast / Irland unter den Folterungen und Erniedrigungen der Engländer und im zweiten Teil der Zeit in New York Amerika nach Millars Freilassung. Zeitangaben sollen die Chronologie und die Dauer der Passagen verdeutlichen. Dennoch gibt es im Leben des Sam Millar immer noch größere Sprünge wo der Leser mit ungeschilderten Ereignissen überrascht wird. So hat Sam in Amerika plötzlich eine Frau und schon drei Kinder, von denen man in einer Nebenhandlung erfährt. Sam Millars Stil gefällt mir sprachlich recht gut, besonders der Kontrast zwischen Poesie und derben Straßenjargon polarisiert hier sehr. Ein Gegensatz, der sich anzieht. Millar bedient sich einer sehr einfachen und flachen Ausdrucksweise, seine Sätze sind kurz und aussagekräftig, es gibt selten komplexere Verschachtelungen oder Passagen. Seine Kapitel beginnt er mit Zitaten bekannter Schriftsteller, Filme oder Poeten. Die Aussage dieser Zitate lässt sich indirekt auf die Inhalte der Kapitel adaptieren. Eine kluge Idee. Die Schilderungen aus erster Hand und so brühwarm erzählt gehen natürlich durch Mark und Bein. Manchmal fällt es mir jedoch schwer, den Wahrheitsgehalt auszumachen. Manches wirkt auf mich sehr überzogen dargestellt und gerade die Zeit als Gefangener lässt mich zweifeln, ob ein Mensch fähig ist all den Hunger, die Kälte und Fäkalien und Schläge zu überleben, über mehr als 8 Jahre hinweg?!? Der Erzählstil erweist sich als Tatsachenbericht, Verhör und Rechtfertigung des Charakters Sam Millar. Das Geschilderte ist so nah und sehr real, ob man all dem Glauben schenkt steht woanders geschrieben, aber so scheint es tatsächlich gewesen zu sein. Der Einstieg in das Buch ist etwas ganz Spezielles und schraubt zudem die Erwartungen des Lesers extrem hoch. Das war Millars Eigentor, meiner Ansicht nach. Er trifft anfangs den Nerv der Zeit und wartet mit hoher Erzählkunst auf. Leider schwächelt die Umsetzung in der Spannung, so dass das Gelesene wenige Höhepunkte und viele Längen und Wiederholungen (gerade in der Haft auf Long Kesh) aufweist. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang und die Wortwahl angenehm und flüssig. Keine schwere oder anspruchsvolle Kost. Auflockerung bringen die unterschiedlichen Zeitebenen und die treffend gewählten Zitate. „Kurz darauf fand sie die Lösung für alles und beschloss, im Schatten der Toten zu leben, um die Schuld der Lebenden zu begleichen. Und während sie schlief, zauberte der Regen am Fenster ein Arsenal unheimlicher Träume in ihren Kopf, der ihr den Schmerz nahmen, der sie seit Jahren erdrückte.“ (Seite 23) Charaktere: Der Autor Sam Millar bringt mit seinem Charakter Sam sein eigenes Lebenswerk ins Spiel. True Crime, oder On the Brinks im Originaltitel beschreibt und erzählt Sam Millars Leben in Belfast, seiner 8jahrelangen Haft, seine Flucht nach Amerika und seinem großen Coup mit Pater Pat, Marco und Tom. Über Sams Privatleben erfahren wir nur wenig. Seine beiden Brüder und sein Vater, sowie die verstorbene Mutter werden nur kurz erwähnt. Im Fokus stehen hier die Wärter und Gefangenen auf Long Kesh. Sam fristet ein Dasein, zusammen mit seinen Genossen hat er einen Plan gefasst, sich niemals von den Wärtern und den Engländern brechen zu lassen. Die Iren trotzen jeden Befehl und läuten zum Protest. Hier schildert Sam sehr genau, was die einzelnen Gefangenen durchzustehen haben. Später nach der Freilassung begleiten wir Sams Leben in New York. R macht eine Ausbildung im Spielcassino und lernt da wichtige Personen für sein weiteres Leben kennen. So wird Ronni eine wichtige Rolle einnehmen, aber auch Tom und Charlie, sowie Marco. Nachdem sich Sam mehrmals von Ronni hinters Licht hat führen lassen, steigt er aus und macht einen eigenen Comic-Laden auf. Nebenbei erfahren wir, dass Sam bereits eine Frau hat und sogar drei Kinder nach denen er seinen Laden benennt. Diese Phasen seines Lebens werden aber nicht weiter beschrieben. Im Verhör nach den großen Raubüberfall der Panzerwagen von Brink´s wird Tony eine weitere wichtige Rolle für Sam einnehmen. Tony wird sein Anwalt in dem monatewährenden Prozess, der später wegen Mangel an Beweisen eingestellt werden muss und Sam zurück nach Belfast kommt. Die Charaktere sind ausgezeichnet dargestellt. Mit ihren Merkmalen, der Bedeutung für Sam und der Rolle als Gut oder Böse. Gerade die brutalen Wärter, aber auch die harte Welt der Spieler und Bosse. Hier gibt es ein Portfolio an Charakteren, die Sams Leben geprägt haben. Dreh- und Angelpunkt ist hier Amerikas größte Kriminalgeschichte, ohne viel aus Millars Privatleben und Familie zu erzählen. „Die irische Geschichte ist gesättigt von dem Blut, das irische Männer und Frauen für die Nation und die katholische Kirche vergossen haben, und jetzt, da die irische Nation die katholische Kirche so dringend braucht, herrscht nichts als Schweigen. Warum? Was müssen die Iren tun, damit die Kirche ihnen hilft?...“ (Seite 173) Schauplätze: Hier glänzt der Autor mit gutem Geschick, ein besonderer Pluspunkt. Denn Sam Millar bringt die alte Heimat und Kinderstube Belfast sehr gut in den Thriller ein. Der Nordirlandkonflikt wird Thema. Besonderes Augenmerk hegt Sam Millar darauf, die Zustände und menschenunwürdigen Bedingungen der protestierenden Gefangenen zu schildern. Hier bleibt dem Leser nur Unglaube und Entsetzen. Dieses Augenmerk versucht der Autor durch Wiederholungen zu verschärfen, was gar nicht nötig wäre, denn diese Bilder prägen sich gnadenlos ein. Der Wechsel aus Poesie und knallharten Jargon verdeutlicht die Zerrissenheit. Gesellschaftskritisch werden auch Kirche und Politik dargestellt. Später in Amerika liest sich dieser Thriller wie ein rasanter Action-Film und Blockbuster. Eine Verfilmung würde diesem Thriller und Tatsachenbericht gut stehen. „Ich prägte mir den Tag fest ein und speicherte jedes Wort und jede Berührung, für eine Zeit in der das Leben nicht mehr so wunderbar und entspannt sein würde. Ein Augenblick ewiger Wehmut, dem das verheerende Ende niemals etwas anzuhaben vermochte.“ (Seite 286) Meinung: Leider hat mich dieser in der Leserwelt und auf vielen Buchportalen hochgelobter und gut bewerteter Thriller in vielen Punkten einfach nicht ganz überzeugt. Diese Story ist so krass geschildert, dass ich sie einfach nur schwer glauben kann. Der erste Teil hat mir sehr gut gefallen, die Schilderungen über den Nordirlandkonflikt haben mich sehr interessiert und werden auch sehr authentisch dargestellt. Auch die leise Poesie im Wortlaut mag ich hier sehr. Die Zeit der Haft auf Long Kesh in den H-Blocks wird sehr ausschweifend und lang dargestellt. Hier führt der Autor seine 8 Jahre Folter und Erniedrigung sehr aus und es wiederholt sich leider vieles. Da verliert man die Lust am Lesen, da die Schilderungen der gleiche Einheitsbrei sind, die der Gefangene tagtäglich über sich ergehen lassen musste. Hier teilt der Autor sein Leid mit den Lesern. Die Gesellschaftskritik und die Frage nach Politik und Kirche haben mir wiederrum sehr gefallen. Einen krassen Cut gibt es dann im zweiten Teil, der in New York handelt. Sams Leben nach der Flucht aus Belfast in den Staaten. Sein beruflicher Werdegang und sein geschmiedeter Plan seinen Hass Ausdruck zu verleihen. Der Raubzug auf das Panzerdepot von Brink´s. Geld und Reichtum verändert die Menschen, das erleben wir auch hier an Sam Millar. Doch was macht man mit horrenden Summen, die man nicht verstecken kann und geschweige denn ausgeben? Nach Sams Festnahme werden die Verhandlungen und Verhöre wieder sehr minutiös geschildert. Auch hier zieht es sich arg und wiederholt sich an den einzelnen Prozesstagen sehr. Hier finde ich das Gleichgewicht nicht immer sehr gelungen. Den Nachspann und den Epilog habe ich wiederum mit großem Interesse gelesen und verfolgt. Hier wird nochmals ausgeführt, was aus einzelnen Personen im Prozess geworden ist und wie sich Sams Lebensweg zurück in Belfast ergeben hat. Wie er zur Schriftstellerei kam… Großer Minuspunkt ist für mich die wenige Spannung, die leider fast das ganze Buch über vermisst wird. Anfang und Ende sind sehr gut gemacht, doch ich vermisse stets das gewisse Etwas. Es war eher meine reine Neugier, die mich durch die Seiten führte, nicht der Fall an sich. Dadurch entstehen viele Längen und das Gelesene erscheint zäh. Der „Prolog“ war so appetitanregend, dass sich der Autor leider ein Beinchen gestellt hat. Zudem die vielen hochlobenden Worte der Buchwelt und der Rezensionen, auch der Klapptext ist der Hammer. So waren meine Erwartungen einfach zuuuu hoch, als dass ich mich zu mehr Sternen hätte bewegen können. Dennoch würde ich gern mehr vom Autor lesen, um seine Entwicklung zu erfahren, denn Können hat er, keinen Zweifel. Für einen Thriller erwarte ich unbedingt mehr Tempo, Nervenkitzel und Spannung, vielleicht etwas mehr Wendung und Überraschung, aber das wäre dann vielleicht angedichtet oder fiktiv, nicht sein Werk. Nun möchte ich natürlich auch die Stärken nennen, die dieses Buch besitzt und mich an den Seiten band. Autor Sam Millar hat mit seiner biografischen Berichtserstattung und sehr angenehmen aber auch sehr krassen Schreibstil einen Wiedererkennungswert erlangt. So habe ich bisher noch keinen Kriminalfall in einem Buch erleben dürfen. Dennoch muss sich der Leser darauf einlassen können. Ich brauche sicherlich weiteren Anlauf dazu, doch eine Marke hat sich dieser selbstschreibende Autor schon gesichert. „Dann wich die Dunkelheit langsam und bescherte mir den schönsten Sonnenaufgang, den ich je gesehen hatte. Die Sonne schien mir in das Gesicht, und zum ersten Mal seit langer Zeit blieb mein Magen ruhig. Etwas sagte mir, dass doch noch alles gut werden würde.“ (Seite 390) Cover / Buch: Das Cover, so besonders wie speziell. Das Cover zog direkt meine Blicke an. Der Titel macht neugierig und der Klapptext verspricht Thriller und Nervenkitzel pur! Reale Kriminalität, True Crime… Das Cover lädt zu Assoziationen ein. Das mag ich. Zum Autor und Protagonisten selbst: "Sam Millar, Jahrgang 1955, ist der Kopf hinter einem der größten Raubüberfälle der Geschichte. Nach langen Jahren im Gefängnis lebt er heute in Belfast, wo er neben Kriminalromanen mit True Crime den Thriller seines Lebens geschrieben hat, für den er mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde." „Da gab es Sachen, wo er ein bisschen übertrieben hat, aber im Großen und Ganzen hat er die Wahrheit erzählt. – Mark Twain aus Huckleberry Finn“ (Seite 256) Fazit: Dieser Thriller ist definitiv eine besondere Form der Spannungsliteratur. Ein Kriminalfall aus erster Hand. Ich konnte jedoch nicht alles Glauben, was ich las (oben genanntes Zitat von Mark Twain trifft es da sehr). Vielleicht ist es auch einfach nur zu heftig für meine eigene idyllische Vorstellungskraft?!? Wer weiß? Da meine Erwartungen andere waren und ich mich nicht richtig hab mitreißen lassen können, vergebe ich leider nur 2,5 Sterne für dieses Werk. Damit falle ich aus der üblichen Begeisterungswelle heraus und muss mich da leider für entschuldigen.

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    True Crime

    parden

    ZWEI BÜCHER IN EINEM... Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde - und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb. Diese Rezension fällt mir nicht gerade leicht. Denn im Grunde gilt es hier, gleich zwei Bücher zu rezensieren - zwei gewaltige Abschnitte eines Lebens, die jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Alles beginnt in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, wo Sam Millar 1955 geboren wurde. Er wächst dort in der Lancaster Street auf - einer Straße, in der nach eigenen Angaben drei Viertel der männlichen Anwohner ohne Verhandlung eingesperrt wurden, als Angehörige oder Sympathisanten der IRA. Auch ohne diesen politischen Hintergrund sind Kindheit und Jugend Millars geprägt von Armut, Einsamkeit und einer wenig einfühlsamen Umgebung. Die Mutter verschwindet früh aus Millars Leben, der Vater ist recht stimmungslabil, die Armut sorgt zudem für demütigende Erlebnisse. Ohne eigenes Zutun gerät Sam Millar schließlich in die kämpferischen Auseinandersetzungen Nordirlands mit Großbritannien. Bei einem Ausflug mit dem neuen Auto seines großen Bruders findet sich Millar plötzlich in Derry wieder, wo es bei Protesten für Bürgerrechte und gegen die Politik der britischen Regierung plötzlich zu Unruhen kommt. 13 Demonstranten werden von britischen Soldaten erschossen, 13 weitere angeschossen. Da die Opfer unbewaffnet waren, führte das Ereignis zur Eskalation des Nordirlandkonflikts. Später wurde dieser Tag 'Bloody Sunday' genannt. Sam Millar und sein Bruder sind zwar nicht direkt betroffen, doch löst diese Ungerechtigkeit und Willkür seitens der britischen Regierung etwas aus. Sam beginnt mit dem Gedankengut der Widerständler zu sympathisieren. Als eines Morgens die Polizei die Wohnung des Jungen und seiner Familie stürmt, um den Vater und Sams ältere Brüder zu verhaften, treffen sie diese zwar nicht an - nehmen jedoch an ihrer Stelle Sam mit. In einer Leserunde mit dem Autor berichtet dieser zu diesem Punkt: "Sometimes I sit and think what would have happened had the British invaders arrested my father and brothers instead of me. The truth is, they would have arrested me eventually because I would have fought against the British because we were treated like dogs in our own country and had few rights. In all honesty, if I had not been illegally placed in prison I would never have got an education, and would not be a writer today! So, I have to thank the British for putting me in prison!" So landet Sam Millar unversehens das erste Mal im Gefängnis und macht Bekanntschaft mit dem, was es heißt, ein Rechtloser zu sein. Ohne Gerichtsverhandlung durchleidet er die dreijährige Haftstrafe, immer noch mit der Hoffnung, dass dies bald vorüber sein würde... "Ich hielt mich mit dem Gedanken aufrecht, dass wir irgendwann alle wieder nach Hause gehen dürften, wenn dieser Wahnsinn erst vorüber wäre. Doch leider hatte der große amerikanische Schriftsteller Thomas Wolfe nur zu recht, mit seinem Klassiker 'Es führt kein Weg zurück'. Wie hätte ich ahnen können, dass keiner von uns realistischerweise jemals wieder nach Hause gehen dürfte? Man hatte uns in einem Hochofen geschmolzen. Wir hatten uns verändert, vollkommen und unwiderruflich. Wir würden nie wieder dieselben sein." (S. 144 f.) Doch kaum wieder in Freiheit, wird er wegen illegalen Waffenbesitzes erneut festgenommen, und diesmal gerät Sam Millar in die Hölle. 'Long Kesh' heißt die Haftanstalt, und für besonders harte Fälle, die den Widerstand gegen die britische Herrschaft auch im Gefängnis nicht aufgeben, gibt es hier die sog. H-Blocks. Die Gräueltaten, die dort an den Häftlingen verübt wurden, könnten einem Bericht von Amnesty International entstammen. Dieser Abschnitt war echt Hardcore. Ich habe versucht, die Bilder im Kopf zurückzudrängen, aber das hat nicht in jedem Fall gut geklappt. Was ein Mensch so aushalten kann, ist immer wieder unglaublich. Was ein Mensch einem anderen Menschen antun kann, ebenso. Dennoch hat Sam Millar diese Episode so geschildert, dass es irgendwie auszuhalten war. Nahezu nüchtern im Schreibstil, dabei aber immer wieder von Humor und Sarkasmus durchsetzt, schaffte er die notwendige Distanz - sicher nicht zuletzt auch für sich selbst. In der Leserunde schrieb er hierzu: "My father always taught me That laughter is the best medicine. Laugh Even When You want to cry, and believe me there were many times I wanted to cry in the H-Blocks!" Die Zustände in Long Kesh sind - unabhängig davon, wer was wann verbrochen hat - sachlich ausgedrückt unhaltbar und skandalös. Den Vergleich mit einem KZ oder auch mit Guantanamo muss sich Großbritannien wohl gefallen lassen. Da die Zustände dort (anders als seinerzeit in Deutschland) nicht durch einen Kriegsgegner beendet wurden, kann es leider kaum verwundern, dass die Verantwortlichen für Folter und Missachtung der Menschenrechte niemals zur Verantwortung gezogen wurden. Dass Sam Millars Buch in Großbritannien verboten wurde, wohl ebenso wenig... "Sie werden mich nicht brechen können, denn meine Sehnsucht nach Freiheit und die Sehnsucht nach Freiheit des irischen Volkes, die ich in meinem Herzen trage, ist viel zu groß. Es wird ein Tag anbrechen, an dem alle Menschen in Irland ihre Sehnsucht nach Freiheit offenbaren. An diesem Tag werden wir den Mond aufsteigen sehen." (Bobby Sand) (S. 182) Als Sam Millar nach all den Jahren der unsagbaren Folter letztlich freikommt, bittet sein Vater ihn, zumindest für die Dauer eines Urlaubs in die USA zu gehen. Und hier beginnt der zweite Teil des Buches, denn aus den geplanten 10 Tagen werden schließlich 10 Jahre... "'Belfast? Das ist'n raues Pflaster. So viele Tote. Reiner Wahnsinn.' Jetzt war ich derjenige, der lachte. In New York werden an einem Wochenende mehr Menschen getötet als in Belfast in einem Jahr. Offenbar muss jeder irgendein größeres Monster erschaffen, damit das eigene nicht so schlimm wirkt." (S. 256) Der etwas zweifelhafte Höhepunkt dieser zehn Jahre ist ein Überfall auf ein Gelddepot, bei denen Sam und ein Kumpan mehrere Millionen Dollar erbeuten. Fortan lebt Sam in großer Angst, dass die Spuren letztlich zu ihm führen könnten. In jedem Fall hat er mit dieser Tat in den USA Kriminalgeschichte geschrieben... "'Willst du mich verscheißern?', fragte er und wischte sich das Bier vom Kinn. Später blickte ich auf jenen Tag zurück und begriff, dass ich ihn damals tatsächlich verscheißert hatte. Es ging um mehr als um eine Million. Verdammt viel mehr. In Amerika sollte Geschichte geschrieben werden, und ich war der Mann mit dem Füllfederhalter..." Ich gehe nicht davon ab, hier zwei vollkommen verschiedene Bücher gelesen zu haben - zwei Episoden, die vermeintlich überhaupt nicht miteinander im Zusammenhang stehen, und außer der Tatsache, dass man den 'irischen Sturkopf' nie leugnen konnte, hätten es zwei vollkommen verschiedene Leute sein können, die in die Ereignisse verstrickt sind. Ich bin ganz ehrlich: den ersten Teil (Irland) fand ich herausragend, spannend, unsagbar, da habe ich mitgefühlt und -gelitten. Hier konnte ich die Person des Sam Millar tatsächlich greifen, alles wirkte authentisch. Im zweiten Teil dagegen wird vieles nur angedeutet oder ganz ausgelassen, und so nahm mich die Erzählung hier nicht mehr wirklich mit. Diesen zweiten Teil - ich kann mir nicht helfen - den hätte es für mich nicht unbedingt gebraucht. Da fand ich die Person 'Sam' nicht wirklich wieder, die Geschehnisse waren oft zu sehr auseinandergerissen, mir fehlten Informationen, manche Fragezeichen haben sich bis zum Schluss auch nicht aufgelöst. Vielleicht kann es sein, dass sich der erste Teil nicht ohne den zweiten verkauft hätte. Das fände ich dann allerdings sehr armselig, denn der erste Teil gehört für mich zu den authentischsten Autobiografien, die ich je gelesen habe. Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte ist hier aus erster Hand dokumentiert worden, und zwar abseits der offiziellen und deutlich anderen Version der Briten. Das wäre für mich ein Grund, über Preisverleihungen nachzudenken. Nicht jedoch der zweite Teil, dessen Entwicklung für mich auch mit fragwürdigen individuellen Entscheidungen zusammenhing. Zwei Bücher, zwei Wertungen - einmal uneingeschränkte fünf Sterne, einmal allerdings nur noch knappe drei. Macht im Durchschnitt gute vier Sterne, die ich hiermit gerne vergebe. In jedem Fall ist dies ein ganz außergewöhnliches Buch! © Parden

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  • Nur das wahre Leben schreibt die spannendsten Geschichten!

    True Crime

    renie

    Wer ist Sam Millar? Sam Millar, Jahrgang 1955, ist der Kopf hinter einem der größten Raubüberfälle der Geschichte. Nach langen Jahren im Gefängnis lebt er heute in Belfast, wo er neben Kriminalromanen mit True Crime den Thriller seines Lebens geschrieben hat, für den er mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. (Quelle: Atrium Verlag) Sam Millar hat einen großen Teil seines Lebens mit diesem autobiografischen Thriller verarbeitet … und zu verarbeiten gab es einiges. Seine Geschichte beginnt in seiner Kindheit in Belfast. Er wächst in einer trostlosen Atmosphäre auf, wird tagtäglich mit dem Hass zwischen Katholiken und Protestanten konfrontiert. Als er 17 ist, findet ein unbeschwerter Ausflug mit seinem Bruder ein fürchterliches Ende in Derry. Sie erleben den schrecklichen Angriff englischer Soldaten auf friedliche Demonstranten, bei denen 13 Menschen erschossen werden. Dieser Tag geht später als „Bloody Sunday“ in die Geschichte ein. Dieses Erlebnis hat den weiteren Werdegang von Sam Millar geprägt. Er sympathisiert mit der IRA, die den Kampf gegen die Briten verschärft. Durch einen dummen Zufall wird Sam verhaftet. Ohne ein anständiges Gerichtsverfahren kommt Sam mit 17 Jahren erstmalig nach Long Kesh, dem gefürchteten Gefängnis vor den Toren von Belfast.  "Insgeheim wollte ich Rache dafür, nur deshalb im Kesh gelandet zu sein, weil ich Ire war. Wenn die Briten die Frechheit besaßen, mich in meinem eigenen Land einzusperren, nur weil ich ein Patriot mit republikanischem Hintergrund war, konnte ich mich auch wie einer benehmen. Die Rache würde mein sein. Ich wollte ein Stachel im Fleisch der britischen Regierung sein und den Wichsern Manieren beibringen." (S. 86 f.) In Long Kesh beginnt eine Leidenszeit, die so unvorstellbar ist, dass man sich fragt, wie ein Mensch so etwas überleben kann. Sam’s Gefängnisalltag wird bestimmt von Misshandlungen, Folter, Demütigungen, Angst. Er und seine Mitgefangenen leben unter menschenunwürdigen Bedingungen und sind der Willkür der Gefängniswärter ausgesetzt. Und trotzdem schaffen Sie es, den Kampf der IRA mit ihren eigenen Waffen zu kämpfen. Ihr Wille ist ihre stärkste Waffe. Trotz aller Schikanen, Brutalität und Psychoterror schaffen sie es, ihren Gegnern die Stirn zu bieten und lassen sich nicht brechen. "Eine andere Tür wurde aufgerissen, ein weiterer Häftling nach draußen geschleift, und wir alle hatten nur noch einen Gedanken: Bin ich der Nächste? Was machen die mit mir? Warum schert sich keine Sau darum, was hier mit uns passiert?..." (S. 130) Nach Beendigung seiner Haftzeit geht Sam Millar in die USA. Während der Jahre, die er im Casino-Milieu arbeitet, reift in ihm eine irrwitzige Idee: er plant einen der größten Raubüberfälle in den USA und zieht diesen auch mit Unterstützung einiger Komplizen durch. Aber jeder noch so perfekte Plan, hat irgendwo einen Haken. Sam und seine Komplizen fliegen auf. Es kommt zur Gerichtsverhandlung. Am Ende wird Sam zu 5 Jahren Haft verurteilt. Seine eigentliche Beteiligung am Raub kann man ihm nicht nachweisen. Nach dem Ende seiner Haftzeit kehrt er zurück nach Belfast. "Wenn man nicht den Verstand verlieren will, musste man stets allem wenigstens einen positiven Aspekt abgewinnen." (S. 109) Als ich diesen autobiografischen Thriller beendet hatte, kam es mir vor, als hätte ich 3 unterschiedliche Bücher gelesen, wobei jedes Buch für sich großartig und spannend geschrieben ist. Aber trotzdem unterscheiden sie sich sehr deutlich voneinander.  Der 1. Teil behandelt das Leben in Nordirland bis hin zu Sam’s Aufenthalt in Long Kesh. Hier hat es mir häufig die Sprache verschlagen, denn Sam Millar beschreibt seinen Gefängnisaufenthalt mit vielen schonungslosen Details. Er verschweigt nichts. Beim Lesen überkommt einen Wut und Fassungslosigkeit über die Aneinanderreihung von Grausamkeiten. Die Verzweiflung der Inhaftierten ist kaum auszuhalten. Bemerkenswert ist an dieser Stelle der Sprachstil von Sam Millar. Er beschreibt die Zustände sehr nüchtern. Aber gleichzeitig bringt er Kontraste rein, schildert schöne Momente und lässt zwischendurch Humor und Sarkasmus durchblitzen. Das ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit gewesen, den entsetzlichen Verhältnissen in Long Kesh zu begegnen und nicht verrückt zu werden. Genauso wie dieser Sprachstil den Leser davor bewahrt den Roman vor lauter Entsetzen in die Ecke zu pfeffern. "Das Wetter draußen war herrlich: zum Weinen schön. Man wusste, Gott meinte es gut mit einem. Verschiedene Gerüche stiegen mir in die Nase, als ich zwischen den Gitterstäben des Fensters hinaussah: flüssiger Teer, der im sanften Windhauch abkühlte; eine leichte, vage Note von Waschpulver; Spiegeleier in einer Pfanne. Ich bildete mir ein, ich könnte Mister Softy hören, und stellte mir vor, wie alle Kinder mit glücklichen Grinsegesichtern für ein Eis Schlange standen." (S. 114) Im 2. Teil reist Millar nach Beendigung seiner Haft in die USA. Er berichtet von seiner Arbeit in den Spielcasinos und langsam reift in ihm der Plan, Brinks auszurauben. (Brink's ist übrigens ein weltweit tätiges Werttransportunternehmen). Ich habe nicht verstanden, was Sam Millar dazu bewogen hat, diesen Raubüberfall zu planen und durchzuführen. Zumal sich Millar in diesem Teil auch völlig anders präsentiert als im 1. Teil. Auf einmal treten bei ihm kriminelle Energien zutage, die ich ihm in Long Kesh völlig abgesprochen hätte. Man kann nur spekulieren, was ihn dazu gebracht hat: War es der Reiz des großen Geldes? Verändert sich durch einen derart traumatischen Gefängnisaufenthalt die Einstellung zu Recht und Unrecht? Ich bin mir nicht sicher. "Es kann einfach nichts schiefgehen, wenn man einen perfekten Plan hat. Das klappt immer. Bis man feststellt, dass der Plan doch nicht ganz so perfekt war ..." (S. 281) Der 3. Teil behandelt den Prozess nach Sam's Verhaftung wegen des Raubüberfalls. Mit diesem Teil hat Sam Millar einen Justiz-Thriller par excellence geschrieben. Er konzentriert sich dabei auf die Prozessbeteiligten und deren Taktiererei während des Prozesses. Dieser Teil ist sehr unterhaltsam und gewährt den Leser einen interessanten Blick hinter die amerikanischen Justiz-Kulissen. Durch Sam Millar lernt man etliche der Charaktere kennen, die seinen bisherigen Lebensweg begleitet haben. Dabei präsentiert er diese Charaktere auf unterschiedliche Art. Seinen Mitgefangenen in Long Kesh begegnet er mit tiefstem Respekt vor ihrem unbeugsamen Willen. Für das Gefängnispersonal hat er nichts als Verachtung übrig. Und seine Freunde in Amerika betrachtet er meistens mit einem Augenzwinkern, so dass für den Leser eine besondere Nähe zu diesen Charakteren entsteht. Insbesondere seinen kriminellen Freunden lässt man dadurch vieles durchgehen. Kriminelle Machenschaften verlieren dadurch ihren Ernst. "Ronnie betrachtete sich selbst als Menschenfreund in zerlumpten Hosen, als einen modernen Robin Hood, der glaubte, dass man den Reichen nehmen und den Armen geben sollte. Manchmal blieb diese Philosophie jedoch etwas vage und es fiel ihm schwer, zwischen den Armen generell und sich selbst zu unterscheiden." (S. 209) Fazit: Sam Millar hat mit diesem autobiografischen Thriller einen großen Teil seines ungewöhnlichen Lebens verarbeitet. Er konzentriert sich dabei knallhart auf die Fakten, die er in einem unvergleichlichen Sprachstil präsentiert. Er kombiniert Nüchternheit, die in der Darstellung nichts beschönigt mit Humor und Sarkasmus. Dieses Buch ist einzigartig. Nichts in diesem Buch ist erfunden. Alles hat so stattgefunden. Und man stellt fest, dass nur das echte Leben die spannendsten Geschichten schreiben kann. © Renie

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  • Leserunde zu "True Crime" von Sam Millar

    True Crime

    katja78

    Die wahre Geschichte von Sam Millar! Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde – und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb Wir laden zur Leserunde ein! Diese Geschichte beginnt im Norden Belfasts: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, der Vater Protestant, die Mutter Katholikin. Der Riss, der ganz Irland teilt, geht mitten durch Sams Familie. Sam geht früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager schließt er sich der IRA an, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im härtesten Knast Europas. Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet, sich in Spielkasinos herumtreibt und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den Überfall auf das Gelddepot der Firma Brink’s, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt – und der hier erstmals aus der Sicht des Täters erzählt wird. Zum Autor Sam Millar, Jahrgang 1955, ist der Kopf hinter einem der größten Raubüberfälle der Geschichte. Nach langen Jahren im Gefängnis lebt er heute in Belfast, wo er neben Kriminalromanen mit True Crime den Thriller seines Lebens geschrieben hat, für den er mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Wir suchen nun 20 Leser,  die gerne das Buch gemeinsam in der Leserunde lesen möchten, Blogger dürfen sich gerne mit Blogadresse bewerben! Bewerbungsfrage: Was ist euch an einer wahren Geschichte beim lesen wichtig ? Schaut auch gerne im aktuellen  Frühjahrsprogramm vom Atrium Verlag rein, vielleicht haben wir noch weitere schöne Lesehäppchen für euch! Wir freuen uns auf eure Bewerbungen!           Katja von Ka-Sas Buchfinder   *** Wichtig *** Ihr solltet Minimum 2-3 Rezension in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Es werden nur Bewerber mit aussagekräftigen Rezensionen berücksichtigt, erwiesene Nichtleser werden nicht ausgewählt

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  • Eine bewegende Geschichte

    True Crime

    winterdream

    13. April 2015 um 15:54

    Inhalt: Diese Geschichte beginnt im Norden Belfasts: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, der Vater Protestant, die Mutter Katholikin. Der Riss, der ganz Irland teilt, geht mitten durch Sams Familie. Sam geht früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager schließt er sich der IRA an, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im härtesten Knast Europas. Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet, sich in Spielkasinos herumtreibt und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den Überfall auf das Gelddepot der Firma Brink’s, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt – und der hier erstmals aus der Sicht des Täters.   Cover: Das Cover finde ich passend zum Buch, allerdings auch nichts Besonderes. Die Schrift ist zwar sehr groß gehalten, allerdings würde ich es nicht sofort in einem Buchladen als erstes in die Hand nehmen, um zu sehen, was auf dem Klappentext steht.   Mein Fazit: Bei dem Buch handelt es sich um eine Biografie von Sam Miller. Ich muss sagen, dass ich vorher noch nichts von Sam Miller gehört hatte. Er war mir völlig unbekannt und auch die Geschichte der Iren kannte ich nicht. Ich hatte mich damit noch nie befasst und wusste nichts davon. Sam Miller erzählt in dem Buch von seinem Leben, wie er aufgewachsen ist, als Katholik unter Protestanten. Er hatte es nicht einfach und schon mit 17 Jahren wurde er das erste Mal gefangen genommen. Seitdem wurde er ohne Anklage festgehalten, gefoltert und gedemütigt. Er stand unter dem Verdacht, der IRA anzugehören, der er aber erst im Laufe seines Knastaufenthalts beigetreten ist. Als er dann doch entlassen wurde, wandert er in die USA aus und erbeutet bei einem Überfall 8 Millionen Dollar. Von dem Großteil des Geldes fehlt immer noch jede Spur. Ein Großteil des Buches spielt natürlich im Knast. Von dem Überfall steht eigentlich eher wenig darin. Da hätte ich gerne mehr Einzelheiten erfahren.   Ich fand das Buch gut geschrieben und Sam Miller schreibt es auf seine eigene Art, ohne etwas zu beschönigen oder auszuschmücken. Teilweise fand ich allerdings die Kapitel zu kurz und irgendwie abgehackt und dann musste man schnell wieder schalten, da man sich plötzlich wieder ganz woanders befunden hat. Das hat mich ein wenig gestört.   Alles in allem vergebe ich aber gerne 3 von 5 Punkten.

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  • On the brinks

    True Crime

    Havers

    11. March 2015 um 19:21

    Auf Sam Millar wurde ich durch die Karl Kane-Reihe aufmerksam und musste feststellen, dass die Lebensgeschichte des nordirischen Autors wesentlich spannender als so mancher Thriller ist. Niedergeschrieben hat er diese in seiner Autobiographie „On the brinks“, die nun glücklicherweise unter dem Titel „True Crime“ in deutscher Übersetzung vorliegt. Geboren 1955 in Belfast, Mutter katholisch, Vater protestantisch. Die Religion an sich spielt keine große Rolle in seinem Leben, aber deren politische Auswirkungen (Nordirland-Konflikt) auf das tägliche Leben in seiner Heimatstadt schon. Die Schule verlässt er zum frühestmöglichen Zeitpunkt und jobbt fortan im Schlachthof. Seine Freizeit verbringt er mit seinen Kumpels in einer Jugendgruppe der IRA. Am 30. Januar 1972 nimmt der Siebzehnjährige an einer Demonstration für Bürgerrechte in Derry teil, die völlig aus dem Ruder läuft, als britische Soldaten in einem katholischen Stadtteil in die Menge schießen und 13 Menschen töten. Die Erlebnisse am „Bloody Sunday“ prägen Sam Millar nachhaltig und radikalisieren ihn. Seine Beteiligung an Aktionen der IRA bringt ihm 1973 den ersten Gefängnisaufenthalt ein, 1976 folgt der zweite, den er in „Her Majesty’s Prison Maze“, auch Long Kesh genannt, mit einer Vielzahl politischer Gefangener absitzen muss. Er schließt sich den „Blanket Men“ an und überlebt den Hungerstreik von 1981, der zehn Freunde das Leben kostet. Demütigungen, Misshandlungen und Folter sind an der Tagesordnung, Long Kesh ist die Hölle, hier herrschen Zustände wie in Guantanamo – die Gefangenen sind aller Rechte beraubt und werden wie Tiere behandelt. 1983 werden die Proteste eingestellt und ein Ausbruch vorbereitet, bei dem schlussendlich 38 Mithäftlingen die Flucht gelingt. Im gleichen Jahr wird Sam Millar entlassen und reist 1984 mit der Hilfe seines Freundes Tom über Kanada in die USA ein. Er verschafft sich eine falsche Identität und fängt an, sich ein neues Leben aufzubauen. Es sind die verschiedensten Jobs, legal und illegal, die er ausübt, und die ihm den Lebensunterhalt sichern. Bis er eines Tages seinen Kumpel Tom auf der Arbeit besucht – und dieser arbeitet bei Brinks, dem Unternehmen, das Geldbeträge in unglaublicher Höhe befördert. Die Sicherheitsvorkehrungen der Firma sind mangelhaft, was Millar sofort registriert. Und so reift der Plan, der im Januar 1993 mit dem Raub mehrerer Millionen Dollar endet. Aber lange können sich Sam und seine Komplizen nicht an dem Geld freuen, denn das FBI ermittelt fix und verhaftet  ihn im November des gleichen Jahres. Allerdings kann man ihm den Raub nicht zweifelsfrei nachweisen, und so geht er „nur“ für den Besitz des Geldes ins Gefängnis, wobei er einen Teil der fünfjährigen Haftstrafe in den USA, und den Rest in Belfast verbüßt. 1997 wird er entlassen, baut sich dann eine Existenz als Schriftsteller auf und wurde mittlerweile mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Im Innersten berührt haben mich vor allem die Beschreibungen seiner Jahre in Long Kesh. Ich bin gleichaltrig und erinnere mich noch gut an die Berichterstattung in den Medien, die Mitglieder und Sympathisanten der IRA als skrupellose Kriminelle bezeichneten, aber kein Wort über das Verhalten der britischen Truppen in Nordirland verlauten ließen. Und über die Haftbedingungen in „Her Majesty’s Prison“ wurde schon überhaupt nicht berichtet. Ich habe große Hochachtung vor Sam Millar, den das Ausgeliefertsein, die bitteren Erfahrungen, die er damals machen musste, nicht gebrochen haben. Er hat überlebt und ist Mensch geblieben, sensibel, wenn Unrecht geschieht, aber auch zornig gegenüber jenen, die ihre Ideale für einen politischen Posten verkauft haben. Militant ist er nur noch im übertragenen Sinn, denn mittlerweile sind Worte seine stärksten Waffen.

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  • Sein Kampfeswille überlebte alles

    True Crime

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. March 2015 um 18:49

    Sam Millar war an einem der größten Raubüberfälle der USA beteiligt. Dafür wurde er verurteilt und saß seine Strafe ab. Nachdem er in seine Heimat Nordirland zurückdurfte, schrieb er in erster Linie Krimis. Mit seiner Autobiographie "True Crime" gewährt uns der Ire nun Einblick in sein Leben und wie er es trotz mehrjähriger Haftstrafen und Folterungen schaffte, er selbst zu bleiben. Bevor ich "True Crime" in den Händen hielt und gelesen habe, hatte ich von Sam Millar noch nichts gehört. Er war mir ebenso unbekannt, wie mir auch die Geschichte der katholischen Iren in Belfast nicht wirklich geläufig ist. Ich kenne zwar einige Bilder, habe mich aber nie näher damit befasst. Nach der Lektüre des Buches ist mein Interesse an den blutigen Kämpfen gestiegen und ich werde mich damit nun intensiver beschäftigen. Doch der Autor will keineswegs zu einem Geschichtslehrer werden oder den Zeigefinger erheben. In seiner Biographie erzählt Millar von seinem Leben. Aufgewachsen in Belfast als Katholik unter Protestanten war sein Leben von Beginn an nicht einfach. Schon früh musste er ohne Mutter aufwachsen und lernen, dass er mit seinem Glauben, den er selbst nicht viel abgewinnen kann, ein Mensch zweiter Klasse ist. Aus fadenscheinigen Gründen wird er das erste Mal im Alter von 17 verhaftet und damit beginnt seine mehr als unwürdige Knastlaufbahn. Ohne Anklage wird er gefangen gehalten, gefoltert und gedemütigt. Der Grund: er wird verdächtigt, der Organisation IRA anzugehören. Der Gag an der Sache: er schließt sich dieser Gruppe erst im Laufe seines Knastlebens an, getreu dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert..." Später wandert Millar in die USA aus, kann aber auch dort nicht die Finger von illegalen Geschäften lassen. Der Raubüberfall, bei dem er und seine Komplizen 8 Millionen Dollar erbeuten, ist der Höhepunkt seiner "Karriere". Bis heute fehlt vom Großteil des Geldes jede Spur. Sam Millar hat mich mit seiner Biographie durchaus beeindruckt. Ich wusste nicht, wie menschenunwürdig die britische Regierung noch in den 70ern und 80ern des 20. Jahrhunderts mit unliebsamen politischen Gefangenen umgegangen ist. Dass der Ire dabei seinen Verstand und seinen Mut behielt, ist bewundernswert. Auch wenn man es mit einem schweren Jungen zu tun hat. Dies habe ich beim Lesen oftmals aus dem Blick verloren. Ich hatte Mitgefühl mit Sam, war wütend, wenn er unfair behandelt wurde und drückte ihm sogar die Daumen bei dem Überfall. Erst nach der Lektüre ist mir wieder bewusst geworden, dass ich hier einem verurteilten Verbrecher mental die Hand gehalten habe. Dieser Fakt hat mich erschrocken, aber auch umso mehr für Millar eingenommen. Der Stil des Autor ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist geprägt von Ehrlichkeit (soweit ich dies beurteilen kann), Offenheit und einem Hang zum Sarkasmus. Selbst seine schlimmsten Folterungen beschreibt der Ire mit einem Zwinkern und dem Humor des Verzweifelten. Wer allerdings auf Emotionen und Tränen hofft, wird enttäuscht werden. Sam Millar erzählt sehr abgeklärt von seinem Schicksal. Fazit: eine Autobiographie, die sich zu lesen lohnt. Ich kann sie empfehlen.

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2015

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2015 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2015 und endet am 31.12.2015. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2014 bis 31.12.2015 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2015 erscheinen. Eine Liste mit Neuerscheinungen 2015, die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2015-1112868118/ 3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben. Derjenige, der am Ende die meisten Krimis bzw., Thriller gelesen haben und somit am meisten zum Ergebnis des Teams beigetragen hat, erwartet am Ende eine kleine Überraschung. Ihr habt noch Fragen, her damit! Gegebenenfalls werden die Regeln dann etwas ergänzt. Keine Fragen mehr? Na dann mal los an die Bücher und viel Glück! Team Krimi: 1. dorli 2. buchraettin 3. Mercado 4. wildpony 5. ChrischiD 6. mabuerele 7. chatty86 8. Matzbach 9. Postbote (ab April) 10. janaka 11. angi_stumpf 12. Sternenstaubfee 13. pelznase 14. Smberge 15. LibriHolly 16. danzlmoidl 17. Sweetiie 18. Antek 19. bieberbruda 20. roterrabe 21. Pelikanchen 22. Wolf-Eyes 23. Xanaka 24. Athene100776 25. Bellis-Perennis 26. lesebiene27 27. mira20 28. Claddy 29. glanzente 30. Nele75 31. xxxxxx 32. hasirasi2 33. Caroas 34. Schalkefan 35. Katjuschka 36. danielamariaursula 37. yari 38. Lesestunde_mit_Marie 39. Filzblume (40. Igelmanu66) 41. Talitha 42. tweedledee 43.krimielse 44. sommerlese 45. Bibliomarie 46. Barbara62 47. Maddinliest 48. Louisdor 49.TheRavenking (50. Lesezeichen16) 51. Leserin71 (52. heidi59) 53. buecherwurm1310 54. clary999 55. mrs-lucky Gelesene Bücher Januar: 28 Gelesene Bücher Februar: 48 Gelesene Bücher März: 58 Gelesene Bücher April: 76 Gelesene Bücher Mai: 83 Gelesene Bücher Juni: 75 Gelesene Bücher Juli: 79 Gelesene Bücher August: 106 Gelesene Bücher September: 86 Gelesene Bücher Oktober: 103 Gelesene Bücher November: 196 Gelesene Bücher Dezember: 209 Zwischenstand: 1147 Team Thriller: 1. Samy86 2. Igela 3. seelensplitter 4. Janosch79 5. Nenatie 6. eskimo81 7.MelE 8. Mone80 9. Kirschbluetensommer 10. Curin 11. SchwarzeRose 12. kvel 13.dieFlo 14. Huschdegutzel 15. Buchgeborene 16. Simi159 17. Kasin 18. Inibini 19. parden 20. Fluse 21. crumb 22. rokat 23.bookworm61 24. lord-byron 25. Patno 26. felicitas26 27. trollchen 28. Nisnis 29. MissRichardParker 30. Anne4007 31. sabrinchen 32. BookfantasyXY 33. MrsLinton 34. Floh 35. Meteorit 36. hannelore259 37. Leseratz_8 38. Krimiwurm 39. DerMichel 40. AberRush 41. Schaefche85 42. Naden 43. DieNatalie 44. Thrillerlady 45. heike_herrmann 46. MeiLingArt 47. KruemelGizmo Gelesene Bücher Januar: 33 Gelesene Bücher Februar: 36 Gelesene Bücher März: 59 Gelesene Bücher April: 64 Gelesene Bücher Mai: 80 Gelesene Bücher Juni: 115 Gelesene Bücher Juli: 112 Gelesene Bücher August: 107 Gelesene Bücher September: 98 Gelesene Bücher Oktober: 109 Gelesene Bücher November: 134 Gelesene Bücher Dezember: 140 Zwischenstand: 1087

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    • 6213

    kubine

    01. March 2015 um 00:54
  • Die Folterknechte haben kein Monster aus ihm gemacht!

    True Crime

    Kerstin_KeJasBlog

    Sam Millars Buch 'True Crime' ist eine schonungslose Biografie über seinen Leidens- und Lebensweg und eine schockierende Anklage über Willkür, Erniedrigung und Folter. Obwohl er seine Geschichte recht emotionslos wiedergibt, hat sie mich keineswegs kalt gelassen. Erst einmal zum Buchinhalt: Sam Millar ist in Belfast/Nordirland geboren und aufgewachsen. Bereits als Kind hat er den schwelenden Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten am eigenen Leib erfahren. Die Mutter schwer alkoholakrank, der Vater hart in der Erziehung. Durch eine fadenscheinige Anklage landet er mit gerade mal 17 Jahren das erste Mal im Gefängnis, sein persönlicher Höllentrip beginnt. Ob Sam Millar kriminell ist/war oder nicht, habe ich nicht zu beurteilen. Aber was ich beurteilen kann ist was er schreibt.  Die gute Hälfte des Buches bezieht sich auf seine Zeit als Internierter/Kriegsgefangener in Long Kesh, einem Gefängnis. Denn in Irland herrschte Krieg. Seine Schilderungen von den Zuständen dort, den Behandlungen der Gefangenen, den Erniedrigungen und Foltermethoden sind schockierend. Auch gewährte er mir einen Einblick auf die politischen Ereignisse, die Hungerstreiks der Insassen und wofür 10 Männer dabei ihr Leben lassen mussten. Vieles steht in unseren Geschichtsbüchern, aber ebenso vieles wird verschwiegen. Laut dem Genfer Abkommen III von 1949 gibt es ein Recht auf Unversehrtheit der Gefangenen und ein Folterverbot. Ich denke das die Zuständigen lesen konnten, es aber wohl nicht wollten. Es wurden systematisch Grausamkeiten verübt und bis auf wenige Ausnahmen schauten alle weg. Sollte man meinen dass Sam nach seiner Entlassung Rache übte an seinen Peinigern, wird man eines Besseren belehrt. Er wandert nach New York aus, bleibt aber waschechter Ire. Clever, aber auf illegale Art und Weise verdient er ordentliches Geld, lernt Freunde kennen und das diese einen auch hintergehen. Seine Idee 'Brinks',  ein Geldtransportunternehmen zu überfallen reift heran und nimmt dann reale Gestalt an. 7,3 Millionen Dollar, von denen heute noch ca. 5 verschwunden sind. Es war sehr interssant zu lesen welche Folgen dieser Überfall für ihn hatte und wie die Polizei bzw. das FBI auf seine Spur kam. Seine Peiniger konnten Sam nicht brechen, er ist trotz seiner kriminellen Machenschaften Mensch geblieben, auch wenn ich nur die Fassade von ihm berührt habe und nicht in sein Inneres kam, so manche kurze Nebengeschichten haben mir doch offenbart, dass er alles andere als ein Monster ist. Ich ende mit eine Zitat aus dem Buch, das treffender nicht sein könnte. "Die Tiere draußen schauten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann nochmals von Schwein zu Mensch; aber es war bereits unmöglich, zu sagen, wer das Schwein und wer der Mensch war."- George Orwell, Farm der Tiere Ich vergebe 5 von 5 Sternen.  c ) K.B. 02 / 2015

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    • 2

    Arun

    28. February 2015 um 23:21
  • eine wahre, erschreckende Story ...

    True Crime

    Meteorit

    Rezension "True Crime" von Sam Millar True Crime ist am 20.01.15 im Atrium Verlag erschienen und wurde von Sam Millar verfasst. Der Thriller/Krimi handelt von wahren Begebenheiten. Inhalt: Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb. Das Cover: Das Cover gefällt mir total gut. Es hat irgendwie was dramatisches an sich. Und da der Mann auf dem Bild dem Betrachter den Rücken zuwendet, würde ich es auf Sam Millar interpretieren, der ja im Nachhinein gelernt hat, dass Verbrechen nur auf fiktion beruhen sollte. Meine Meinung: Das Buch ist in viele Kapitel unterteilt. Bei jedem Kapitelanfang sind mindestens zwei Zitate, die meist auch gut zum Buch passen, wie z.B ein schönes Zitat, welches viel Bedeutung hat. "Kein Mann, der im Unrecht ist, kann gegen einen Mann bestehen, der im Recht ist und nicht aufgibt." - Texas Ranger Captain Bill McDonald Dieses Zitat passt wie die Faust aufs Auge zu Sam Millar. Auch er saß unschuldig (vor dem Diebstahl bei Brinks) im Gefängnis und hat immer gekämpft, auch wenn er dadurch mehr gedemütigt wurde.. Der Schreibstil von ihm ist richtig genial. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Am Anfang fand ich es ein bisschen komisch, dass man ein Buch von einem Verbrecher liest, ist ja eigentlich auch nicht normal. Aber Sam Millar erzählt so intensiv von seiner Zeit im Gefängnis und wie er zu so einem Mensch geworden ist, wie er heute ist beziehungsweise war. Er (über)lebte eine lange Gefängniszeit mit Hungestreiken und mit einem verriegeltem Fenster und ohne Toilette in Einzelhaft. Dann begang er auch noch einen Überfall auf das Brinks Unternehmen. Er führte offenbar auch ein Doppelleben, weil er eine Frau und drei Kinder hatte, die aber im Buch nicht viel erwähnt wurden. Gedemütigt wurde er von den britischen Wärtern und hat auch einen Überfall auf ein Casiono überlebt. Man versteht immer mehr seine Handlungen. Das Buch erinnert sehr an eine Autobiografie, mehr das, als an einen Thriller/Krimi. Jedoch ist die Spannung vorhanden und er schildert die Szenen echt gut und detailliert. Als Fazit muss ich sagen, dass ich es echt beeindruckend fand, ein Buch zu lesen, in dem alles wahr ist und dazu auch noch spannend und thrillerartig. Man lernt auch viel über die Proteste von der IRA gegen die Briten, sodass ich dem Buch volle Punktzahl geben muss. Noch eine Textstelle aus dem Buch, die zeigt, wie Millar über die Briten und die Katholiken dachte. Nicht dass er sie diskriminiert hat oder geärgert oder sonstiges, er musste nur so viel Hass von denen erleben. "Es erfüllte uns mit Unbehagen, dass die britische Regierung und die katholische Kirche nicht nur aus demselben Gesangbuch sangen, sondern auch in dieselbe Hose machten."

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    • 5
  • Eine wahre Geschichte

    True Crime

    Curin

    25. February 2015 um 13:23

    Sam Miller wird 1955 in Belfast in Irland geboren und erlebt von Kindheit an Gewalt durch die Kämpfe zwischen Prostestanten und Katholiken. Bald gerät er auf die schiefe Bahn, bis er in eines der berüchtigsten Gefängnisse eingespeert wird, wo Folter und Erniedrigung an der Tagesordnung sind. Im zweiten Teil des Buches begibt Sam sich nach New York, wo er einen der größten Millionenraube der Geschichte durchzieht. Sam hat dieses Buch selbst geschrieben und erzählt so ohne etwas zu beschönigen aus seinem Leben. Besonders packend und unglaublich erschreckend war für mich die Zeit, die er im Knast Long Kesh verbringt und dort mit seinen Mithäftlingen der Willkür und Schikane der Wärter ausgesetzt ist. Später in New York wird die Geschichte ein bisschen langatmig. Auch über das erbeutete Geld und die Zusammenhänge hält Sam sich äußerst bedeckt und verrät leider nicht so viel. Der Schreibstil ist flüssig und Sam gelingt es, das meiste gut zu beschreiben und anschaulich zu machen, doch irgendwie hat mich gestört, dass die Kapitel, die auch nur sehr kurz sind, immer wieder abbrechen und man sich so plötzlich an einer ganz anderen Stelle seines Lebens befindet. Insgesamt ist ,,True Crime" ein authentisches und spannendes Buch, dass ich gerne weiterempfehle.

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  • "Belfast - New York. Zwei harte Pflaster. Und ein unglaubliches Leben." Le Figaro

    True Crime

    Jenny1900

    23. February 2015 um 20:04

    == Klappentext == Diese Geschichte beginnt in Belfast: Dort wird 1955 Sam Millar geboren, in einer Straße, die seit Jahrzehnten Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen ist. Als seine Mutter eines Tages spurlos verschwindet, geht Sam früh von der Schule ab und arbeitet in einem Schlachthof. Als Teenager gerät er in die Kreise der IRA, bis er eines Nachts von der Polizei aus seinem Bett gerissen wird. Es folgen Jahre im berüchtigtsten Knast Europas. Nach seiner Entlassung geht Sam Millar nach New York, wo er einen Comicladen eröffnet und schließlich einen verwegenen Plan ersinnt: den bis heute nicht restlos aufgeklärten Überfall auf ein Gelddepot der Firma Brinks, mit dem Sam Millar Kriminalgeschichte schreibt. Ich begann dieses Buch im Glauben einen Thriller zu Lesen, der einen wahren Hintergrund hat. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Ich bekam Lebensgeschichte zu Lesen, die einem Thriller alle Ehre macht! Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen. Jedes Kapitel ist mit zwei zum Abschnitt passenden Zitaten versehen. Mein absoluter Favorit unter ihnen: „Wir sind keine Heiligen, aber wir sind da. Wie viele Leute können das von sich behaupten?“ – Samuel Beckett, Warten auf Godot (Kapitel 28, Seite 183 aus True Crime) Die Schreibweise ist ansprechend und zeigt schonungslos die schrecklichsten Momente in Millars Leben auf. Allerdings sind die großen Zeitsprünge in der Geschichte hin und wieder etwas verwirrend. Manchmal hätte ich noch gern mehr über bestimmte Situationen und den beteiligten Personen erfahren. Millar hält seine Frau und Kinder eher aus dem Roman heraus, man erfährt nur wenig über sie. Einen großen Teil des Buches nimmt seine Zeit im berüchtigten Gefängnis „Long Kesh“ ein. Ich habe mich wirklich gefragt, wie jemand so etwas durchleben kann und das mit klarem Verstand. Die Behandlung dort wie Millar schildert, verstieß gegen zig verschiedene Menschenrechte! Ich war wirklich fassungslos zu was Menschen fähig sein können… Ich hatte mich bis dahin noch nicht mit irischer Geschichte beschäftigt und habe dies hiermit nachgeholt. Das Buch weckt Neugierde zum Thema und ich muss gestehen, ein paar Sachen habe ich sogar nachgegoogelt um die damalige Lage besser nachvollziehen und verstehen zu können ;) Der Raubüberfall nimmt einen relativ kleinen Teil des Buches ein. Da hätte ich mir auch noch mehr Informationen gewünscht. Aber spannend war es auf jeden Fall! Ich kann dieses Buch jedoch nur Personen empfehlen die keine schwachen Nerven haben! Das schlimme daran ist, dass man weiß, dass es wirklich passiert ist…

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