Sam Pivnik

 4.8 Sterne bei 96 Bewertungen
Sam Pivnik

Lebenslauf von Sam Pivnik

Sam Pivnik wird am 1. September 1926 in Będzin geboren. Als die Wehrmacht in der Stadt einmarschiert, ist Sam gerade einmal 13 Jahre alt und heißt noch Szlamek. Er und seine Familie werden in das Konzentrationslager in Auschwitz gebracht. Seine Eltern, seine jüngere Schwester und seine drei Brüder werden sofort nach der Ankunft ermordet. Seine ältere Schwester stirbt wenige Tage später in den Gaskammern. Einzig Sam überlebt. Er überlebt die Konzentrationslager Auschwitz und Fürstengrube, er überlebt den Holocaust und den Schiffsbruch des Flüchtlingsschiffes Cap Arcona. Er lebt fortan in London, zuletzt in einem jüdischen Seniorenheim. Am 30. August 2017, nur zwei Tage vor seinem 91. Geburtstag, stirbt Sam Pivnik. Ihm war immer klar, dass er seine Geschichte eines Tages erzählen muss, am besten offiziell in schriftlicher Form. Denn wie Edmund Burke einmal sagte: „Diejenigen, die ihre Geschichte nicht kennen, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Deswegen hofft Sam Pivnik, dass seine Geschichte auch nach seinem Tod weiterleben wird.

Alle Bücher von Sam Pivnik

Sam PivnikDer letzte Überlebende
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Der letzte Überlebende
Der letzte Überlebende
 (95)
Erschienen am 01.03.2017
Sam PivnikSurvivor
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Survivor
Survivor
 (1)
Erschienen am 06.06.2013

Neue Rezensionen zu Sam Pivnik

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Buecherseele79s avatar

Rezension zu "Der letzte Überlebende" von Sam Pivnik

Der letzte Überlebende
Buecherseele79vor 2 Monaten

Sam lebt ein einfaches aber schönes Leben in Bendzin- ein Dorf in Oberschlesien.
Als er gerade 13 Jahre alt wird endet seine unbeschwerte Kindheit für immer denn die Deutschen maschieren in Polen ein.
Während alle noch warten dass Frankreich oder England Polen aus den Zangen der Nazis befreit beginnen diese
ihre Schreckensherrschaft auszubreiten.
Zusammen mit seiner Familie muss Sam in ein kleines Ghetto namens "Szlamek" ziehen, sie verlieren jegliche
Rechte und Ansprüche.
Als wäre dies nicht schon schlimm genug werden sie von der Grossmutter getrennt und kurz darauf kommt die Familie
in Ausschwitz an.
Sam erzählt sein Leben, von der unbeschwerten Kindheit über den Einmarsch der Nazis, das Leben im Ghetto, der Weg
und sein Überleben in Ausschwitz und anderen Lagern, der Todesmarsch an die Ostsee, den Schiffbruch auf der
Cap Arcona und wie er die wiedergewonne Freiheit erlebt/gefühlt hat.

Ein Zeitzeuge berichtet und dieses Buch geht unter die Haut!
Ich denke man sollte dieses Buch jenen Menschen vor die Nase setzen die die Hitlerzeit als "Vogelschiss" ansehen,
die heute noch den Holocaust leugnen und diese Zeit am liebsten vergessen möchten.
Denn ganz ehrlich- diese Zeit darf man nie vergessen und ich habe tiefsten Respekt vor Sam Pivnik der seine
Geschichte zu Papier gebracht hat.
Denn diese Geschichte läuft man im Kopf, als Leser, mit und man hat das Gefühl es widerfährt einem alles selbst.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kommt sehr gut in das Buch hinein.
Zu Beginn merkt man noch wie dem Autor das Schreiben leicht fällt, gerade wenn er von seiner unbeschwerten
Kindheit erzählt, von seiner Familie, dem Leben im Dorf, von den kleinen Streitigkeiten zwischen Freunden und Geschwistern.
Und welche Hoffnungen sie in ihre Streitmacht setzen als diese gegen den Einmarsch der Nazi aufmaschiert, wie sehr
sie hoffen dass England und Frankreich Polen zur Hilfe eilt.

Der Leidensweg der Familie ist schon schlimm genug aber der von Sam, den er dann im Alleingang gehen muss, dieser berührt, schockiert, macht fassungslos und immer mal wieder musste ich das Buch auf die Seite legen um das Gelesene zu verarbeiten, zu verdauen, damit umgehen zu lernen.
Denn Sam Pivnik schreibt genau so wie es ihm widerfahren ist, ohne dass er versucht Erinnerungen zu verändern
oder zu verschönern, wenn er sich an etwas nicht mehr erinnern kann dann schreibt er dies auch so.
Aber die Erinnerungen die Sam in seinem jungen Leben machen musste, die reichen für die nächsten Jahrhunderte.

Es fällt sehr schwer dieses Buch in Worte zu fassen denn so unfassbar grausam war das was Sam erleben musste.
Wie gesagt, Sam bedient sich einfacher Worte, er beschreibt es so wie es ihm widerfahren ist, man läuft die Stationen
die Sam auf seinem jungen Leben hatte, mit, man leidet mit ihm, man hofft und bangt mit ihm, man maschiert mit ihm
auf seinem Todesmarsch, man ist verwundert, wütend, fassunglos und oft sprachlos was ihm und den Millionen von
Juden und anderen Insassen der KZ´s passiert ist.

Gerade zum Ende des Buches als Sam versucht sein Leben neu aufzubauen, nach der Familie und anderen
Überlebenden aus dem Dorf zu suchen merkt man- die Welt hat sich geändert.
Gerade in Polen ist der Antisemitismus schon immer daheim gewesen, aber nach den Nazis ist er dort geblieben und
in diesem Moment fühlt sich Sam heimatlos.
Die Suche nach einem Ort wo er gerne lebt, wo er wieder ein Gefühl von Heimat bekommt, dies möchte er gerne erleben.

Warum haben sich die Juden nicht gewehrt?
Ich finde es schlimm wenn Menschen von der heutigen Zeit solche Fragen stellen, ich halte sie für absolut respektlos und
ohne Empathie und doch versucht Sam hier Anworten zu geben.
Sie waren soviele die in Zügen leiden mussten, auf den Todesmärschen, in den KZ`s, warum haben sie sich nicht gewehrt.
Sam Pivnik gibt den Versuch von Antworten und diese nimmt man ihm ohne gross nachzufragen oder gegenzuhalten ab.

Was passierte nach dem Holocaust?
Wie gingen die Besatzungsmächte mit dieser deutschen Grausamkeit um?
Wurden die Nazis geschnappt?
Wie ging das Volk damit um?
Wer wollte die Geschichte wirklich hören?

Gerade diese Fragen beantwortet Sam Pivnik zum Ende seines Buches und diese Worte, diese Erfahrungen machen
den Leser noch sprachloser weil man merkt- es wurde zu lange gewartet, man hat zuviel Zeit verstreichen lassen.
Viele Rechtsprechungen gingen unter, viele hatten angeblich keine Ahnung und hier merkt man die ganze Überforderung
von Gerichten, Augenzeugen und Geschädigten.

Ein Buch, welches gerade zur heutigen Zeit so unheimlich wichtig ist.
Denn die letzten Überlebenden sterben und somit auch die Menschen die diesen Grausamkeiten einen Namen und
ein Gesicht geben.
Ich kann für dieses Buch nur eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!

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KruemelGizmos avatar

Rezension zu "Der letzte Überlebende" von Sam Pivnik

Rezension zu Der letzte Überlebende
KruemelGizmovor einem Jahr

Sam, 13 Jahre, lebte mit seiner Familie in einem oberschlesischen Städtchen, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Aus dem Städtchen wird ein Ghetto, und Sam befindet sich mittendrin, aber dies ist erst der Anfang seines Leidensweges, der ihn während seiner weiteren Kindheit bzw. Jugend begleiten wird. Er überlebt Ausschwitz und die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch und den Schiffbruch der Cap Arcona. Am Ende seines unglaublichen Lebens kann Sam Pivnik, einer der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber erzählen.

 

Der letzte Überlebende: Wie ich dem Holocaust entkam ist der Lebens- und Leidensgeschichte von Sam Pivnik.

 

Ein wirklich berührendes Buch, das mich einem während des Lesens nicht mehr losließ, sondern mich in eine bedrückende, grausame Welt hineinzog aus der es nicht leicht war wieder hervorzutauchen.

 

Sam Pivniks erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive, dadurch wirkten seine Schilderungen manchmal noch eindringlicher auf mich. Er erzählt schonungslos und auch detailreich von den Grausamkeiten, die ihm, seiner Familie und all den anderen Juden durch die Nazis angetan wurden. Das zu lesen war nicht einfach und oftmals musste ich schlucken und auch innehalten um die Schilderungen zu verarbeiten. Der ständige Kampf ums Überleben und das Miterleben des Sterbens der Menschen um ihn herum haben tiefe Spuren hinterlassen.

 

Mein Fazit:

Ein berührendes und bedrückendes Buch, ein Dokument über eine Zeit die niemals vergessen werden darf. 

Kommentare: 7
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Becky_Schneckys avatar

Rezension zu "Der letzte Überlebende" von Sam Pivnik

Grausam & doch ein super Buch.
Becky_Schneckyvor einem Jahr

Ich möchte dieses Buch nicht großartig bewerten. Ich möchte das Leben von niemandem in Sterne bewerten müssen. Trotzdessen bekommt das Buch fünf Sterne. Wieso? Ich möchte, dass jeder einzelne von euch sich dieses Buch kauft & es liest. Ich hatte beim Lesen zum Teil Tränen in den Augen. Mehr als einpaar Seiten konnte ich nicht am Stück lesen. Ich musste das Buch zur Seite legen, über die gesagten Worte nachdenken & sie verdauen. Ich musste mich ablenken bevor ich ins Bett ging, denn sonst konnte ich nicht schlafen. Das Schlimmste an der Sache ist, dass dieses Buch keine Fantasy eines Autors ist. Es ist genau so passiert & es ist schrecklich. Es ist schrecklich zu wissen, dass Menschen so viel Leid ertragen mussten & das nur, weil andere Menschen anscheinend zu dumm waren/sind, um ihr eigenes Gehirn auf Arbeitsmodus zu setzen.
Ich möchte hier nicht mehr dazu sagen.
Ich muss es nun verdauen & eventuell wird in den nächsten Tagen etwas dazu auf meinem Blog kommen..
schrecklich.
grausam.
herzlos.

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Gespräche aus der Community

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TheissVerlags avatar

Hallo liebe Bücherfreunde,

Sam Pivnik ist einer der letzten Auschwitz-Überlebenden. Die schrecklichen Dinge, die er bereits als Jugendlicher erleben musste, kann sich heute niemand mehr auch nur ansatzweise vorstellen. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis Sam endlich über das Erlebte sprechen konnte. Doch genau das hat er in seinem Buch »Der letzte Überlebende« getan, welches nun endlich auch in Deutschland erscheint.

In seiner Autobiographie erzählt Sam von seiner Kindheit in Polen, dem Einmarsch der Deutschen, der Deportation nach Auschwitz, dem unvorstellbaren Lageralltag. Sein unglaublicher Überlebenswille half ihm, all das zu überstehen. Er erlebte die Befreiung des Vernichtungslagers, wanderte nach Israel aus und begann schlussendlich ein neues Leben in London.

Dieses wichtige Buch ist ein weiteres Beispiel dafür, dass jedes Einzelschicksal von Holocaust-Überlebenden einzigartig ist und jede verbleibende Stimme unbedingt gehört werden sollte.  

Wenn Ihr gerne an der Leserunde zu dem Buch teilnehmen wollt, dann bewerbt Euch bis zum 19. März und erzählt uns, was Ihr Sam gerne sagen oder fragen würdet, wenn Ihr die Chance dazu hättet. Verratet uns doch auch, auf welchen Plattformen Ihr eure Rezension veröffentlichen wollt. Zu gewinnen gibt es eines von 10 nagelneuen Leseexemplaren – wir sind gespannt auf Eure Antworten! Erste Eindrücke zum Buch könnt Ihr bereits auf dem Blog unter www.schreib-sam.de sammeln.  

Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen!

Liebe Grüße,

euer Team vom Theiss Verlag

Seesterns avatar
Letzter Beitrag von  Seesternvor einem Jahr
Vielen Dank, dass ich das Buch lesen durfte:-)
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Sam Pivnik wurde am 01. September 1926 in Będzin (Polen) geboren.

Sam Pivnik im Netz:

Community-Statistik

in 149 Bibliotheken

auf 29 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

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