Der letzte Überlebende

von Sam Pivnik 
4,8 Sterne bei95 Bewertungen
Der letzte Überlebende
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Neue Kurzmeinungen

Buecherseele79s avatar

In meinen Augen sollte man dieses Buch unbedingt gelesen haben!

michaelpauls avatar

Ein erschütternder, aber absolut lesbarer Roman, den man angesichts der Dramatik der Zeit nicht mehr aus der Hand legt.

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Inhaltsangabe zu "Der letzte Überlebende"

Sam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Mit der Familie lebte er in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Da wurde aus dem Städtchen ein Ghetto, und Sam, der damals noch »Szlamek« hieß, war mittendrin. Er überlebte - auch das Grauen von Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch, den Schiffbruch der Cap Arcona. Unzählige Male entging er dem Tod. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Sam Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783806234787
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
Erscheinungsdatum:01.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor einem Monat
    Kurzmeinung: In meinen Augen sollte man dieses Buch unbedingt gelesen haben!
    Der letzte Überlebende

    Sam lebt ein einfaches aber schönes Leben in Bendzin- ein Dorf in Oberschlesien.
    Als er gerade 13 Jahre alt wird endet seine unbeschwerte Kindheit für immer denn die Deutschen maschieren in Polen ein.
    Während alle noch warten dass Frankreich oder England Polen aus den Zangen der Nazis befreit beginnen diese
    ihre Schreckensherrschaft auszubreiten.
    Zusammen mit seiner Familie muss Sam in ein kleines Ghetto namens "Szlamek" ziehen, sie verlieren jegliche
    Rechte und Ansprüche.
    Als wäre dies nicht schon schlimm genug werden sie von der Grossmutter getrennt und kurz darauf kommt die Familie
    in Ausschwitz an.
    Sam erzählt sein Leben, von der unbeschwerten Kindheit über den Einmarsch der Nazis, das Leben im Ghetto, der Weg
    und sein Überleben in Ausschwitz und anderen Lagern, der Todesmarsch an die Ostsee, den Schiffbruch auf der
    Cap Arcona und wie er die wiedergewonne Freiheit erlebt/gefühlt hat.

    Ein Zeitzeuge berichtet und dieses Buch geht unter die Haut!
    Ich denke man sollte dieses Buch jenen Menschen vor die Nase setzen die die Hitlerzeit als "Vogelschiss" ansehen,
    die heute noch den Holocaust leugnen und diese Zeit am liebsten vergessen möchten.
    Denn ganz ehrlich- diese Zeit darf man nie vergessen und ich habe tiefsten Respekt vor Sam Pivnik der seine
    Geschichte zu Papier gebracht hat.
    Denn diese Geschichte läuft man im Kopf, als Leser, mit und man hat das Gefühl es widerfährt einem alles selbst.

    Der Schreibstil ist sehr flüssig und man kommt sehr gut in das Buch hinein.
    Zu Beginn merkt man noch wie dem Autor das Schreiben leicht fällt, gerade wenn er von seiner unbeschwerten
    Kindheit erzählt, von seiner Familie, dem Leben im Dorf, von den kleinen Streitigkeiten zwischen Freunden und Geschwistern.
    Und welche Hoffnungen sie in ihre Streitmacht setzen als diese gegen den Einmarsch der Nazi aufmaschiert, wie sehr
    sie hoffen dass England und Frankreich Polen zur Hilfe eilt.

    Der Leidensweg der Familie ist schon schlimm genug aber der von Sam, den er dann im Alleingang gehen muss, dieser berührt, schockiert, macht fassungslos und immer mal wieder musste ich das Buch auf die Seite legen um das Gelesene zu verarbeiten, zu verdauen, damit umgehen zu lernen.
    Denn Sam Pivnik schreibt genau so wie es ihm widerfahren ist, ohne dass er versucht Erinnerungen zu verändern
    oder zu verschönern, wenn er sich an etwas nicht mehr erinnern kann dann schreibt er dies auch so.
    Aber die Erinnerungen die Sam in seinem jungen Leben machen musste, die reichen für die nächsten Jahrhunderte.

    Es fällt sehr schwer dieses Buch in Worte zu fassen denn so unfassbar grausam war das was Sam erleben musste.
    Wie gesagt, Sam bedient sich einfacher Worte, er beschreibt es so wie es ihm widerfahren ist, man läuft die Stationen
    die Sam auf seinem jungen Leben hatte, mit, man leidet mit ihm, man hofft und bangt mit ihm, man maschiert mit ihm
    auf seinem Todesmarsch, man ist verwundert, wütend, fassunglos und oft sprachlos was ihm und den Millionen von
    Juden und anderen Insassen der KZ´s passiert ist.

    Gerade zum Ende des Buches als Sam versucht sein Leben neu aufzubauen, nach der Familie und anderen
    Überlebenden aus dem Dorf zu suchen merkt man- die Welt hat sich geändert.
    Gerade in Polen ist der Antisemitismus schon immer daheim gewesen, aber nach den Nazis ist er dort geblieben und
    in diesem Moment fühlt sich Sam heimatlos.
    Die Suche nach einem Ort wo er gerne lebt, wo er wieder ein Gefühl von Heimat bekommt, dies möchte er gerne erleben.

    Warum haben sich die Juden nicht gewehrt?
    Ich finde es schlimm wenn Menschen von der heutigen Zeit solche Fragen stellen, ich halte sie für absolut respektlos und
    ohne Empathie und doch versucht Sam hier Anworten zu geben.
    Sie waren soviele die in Zügen leiden mussten, auf den Todesmärschen, in den KZ`s, warum haben sie sich nicht gewehrt.
    Sam Pivnik gibt den Versuch von Antworten und diese nimmt man ihm ohne gross nachzufragen oder gegenzuhalten ab.

    Was passierte nach dem Holocaust?
    Wie gingen die Besatzungsmächte mit dieser deutschen Grausamkeit um?
    Wurden die Nazis geschnappt?
    Wie ging das Volk damit um?
    Wer wollte die Geschichte wirklich hören?

    Gerade diese Fragen beantwortet Sam Pivnik zum Ende seines Buches und diese Worte, diese Erfahrungen machen
    den Leser noch sprachloser weil man merkt- es wurde zu lange gewartet, man hat zuviel Zeit verstreichen lassen.
    Viele Rechtsprechungen gingen unter, viele hatten angeblich keine Ahnung und hier merkt man die ganze Überforderung
    von Gerichten, Augenzeugen und Geschädigten.

    Ein Buch, welches gerade zur heutigen Zeit so unheimlich wichtig ist.
    Denn die letzten Überlebenden sterben und somit auch die Menschen die diesen Grausamkeiten einen Namen und
    ein Gesicht geben.
    Ich kann für dieses Buch nur eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!

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    KruemelGizmos avatar
    KruemelGizmovor einem Jahr
    Rezension zu Der letzte Überlebende

    Sam, 13 Jahre, lebte mit seiner Familie in einem oberschlesischen Städtchen, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Aus dem Städtchen wird ein Ghetto, und Sam befindet sich mittendrin, aber dies ist erst der Anfang seines Leidensweges, der ihn während seiner weiteren Kindheit bzw. Jugend begleiten wird. Er überlebt Ausschwitz und die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch und den Schiffbruch der Cap Arcona. Am Ende seines unglaublichen Lebens kann Sam Pivnik, einer der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber erzählen.

     

    Der letzte Überlebende: Wie ich dem Holocaust entkam ist der Lebens- und Leidensgeschichte von Sam Pivnik.

     

    Ein wirklich berührendes Buch, das mich einem während des Lesens nicht mehr losließ, sondern mich in eine bedrückende, grausame Welt hineinzog aus der es nicht leicht war wieder hervorzutauchen.

     

    Sam Pivniks erzählt seine Geschichte in der Ich-Perspektive, dadurch wirkten seine Schilderungen manchmal noch eindringlicher auf mich. Er erzählt schonungslos und auch detailreich von den Grausamkeiten, die ihm, seiner Familie und all den anderen Juden durch die Nazis angetan wurden. Das zu lesen war nicht einfach und oftmals musste ich schlucken und auch innehalten um die Schilderungen zu verarbeiten. Der ständige Kampf ums Überleben und das Miterleben des Sterbens der Menschen um ihn herum haben tiefe Spuren hinterlassen.

     

    Mein Fazit:

    Ein berührendes und bedrückendes Buch, ein Dokument über eine Zeit die niemals vergessen werden darf. 

    Kommentare: 7
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    Becky_Schneckys avatar
    Becky_Schneckyvor einem Jahr
    Grausam & doch ein super Buch.

    Ich möchte dieses Buch nicht großartig bewerten. Ich möchte das Leben von niemandem in Sterne bewerten müssen. Trotzdessen bekommt das Buch fünf Sterne. Wieso? Ich möchte, dass jeder einzelne von euch sich dieses Buch kauft & es liest. Ich hatte beim Lesen zum Teil Tränen in den Augen. Mehr als einpaar Seiten konnte ich nicht am Stück lesen. Ich musste das Buch zur Seite legen, über die gesagten Worte nachdenken & sie verdauen. Ich musste mich ablenken bevor ich ins Bett ging, denn sonst konnte ich nicht schlafen. Das Schlimmste an der Sache ist, dass dieses Buch keine Fantasy eines Autors ist. Es ist genau so passiert & es ist schrecklich. Es ist schrecklich zu wissen, dass Menschen so viel Leid ertragen mussten & das nur, weil andere Menschen anscheinend zu dumm waren/sind, um ihr eigenes Gehirn auf Arbeitsmodus zu setzen.
    Ich möchte hier nicht mehr dazu sagen.
    Ich muss es nun verdauen & eventuell wird in den nächsten Tagen etwas dazu auf meinem Blog kommen..
    schrecklich.
    grausam.
    herzlos.

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    Lesemamas avatar
    Lesemamavor einem Jahr
    Zeitgeschehen


              Zum Inhalt:
    Szlamek ist einer von ganz wenigen, die das Grauen überlebt haben. Als junger Mann kam er mir einer Familie nach Auschwitz, seine Familie musste sterben, er schaffte es zu Überleben. Sogar eine Lungenentzündung, die normalerweise ein Todesurteil war.
    Sam Pivnik erzählt von seiner Begegnung mit dem Tod.


    Meine Meinung:     
    Ein Buch über das Zeitgeschehen, über das noch heute ungern gesprochen wird und welches doch jeder gelesen haben sollte.
    Ich fand es sehr interessant, was Szlamek, der sich heute Sam nennt, so alles erlebt hat in den Wirren der Judenverfolgung im zweiten Weltkrieg. Mich hat die Erzählung gleichermaßen geschockt und berührt und ich hatte nicht nur einmal Tränen in den Augen.


    Für mich erschien diese wahre Geschichte zu einem sehr denkwürdigen Zeitpunkt und lässt mich in der Hoffnung zurück, so etwas nie tatsächlich erleben zu müssen. So viel Leid für Menschen, die lediglich einen anderen Glauben und eine andere Mentalität haben...
            

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    Isaoperas avatar
    Isaoperavor einem Jahr
    Packendes Zeitzeugnis

    Die Verarbeitung des zweiten Weltkrieges und speziell des Holocausts teilt ich in der Literatur in fiktionale Geschichten und Zeitzeugnisse. Aus beiden Genres habe ich schon sehr viele Bücher gelesen, da mich das Thema immer wieder packt und bewegt und ich sehr wichtig finde, dass diese Geschichten erzählt werden können.
    Im Theiss-Verlag ist mit "Der letzte Überlebende" ein Zeitzeugnis erschienen, das von einem ganz außergewöhnlichen Schicksal erzählt. Man muss sich klar machen, dass die Erzählungen von Holocaust-Überlebenden stets Ausnahmen darstellen, denn leider erlitten viele Menschen den "typischen" Weg von Verfolgung und Tod. Sam Pivnik findet sehr persönliche und authentische Worte in seiner Erzählung und ich fand es sehr packend, seine Geschichte von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter zu verfolgen. Gut finde ich hierbei, dass eben "weitererzählt" wird, das heißt, wir fahren auch, wie es nach dem Krieg weiterging. Sam Pivnik hat Jahre des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau überlebt, dann jedoch noch viele andere Schicksalswege gemacht, die ihn letztlich sogar in den israelischen Unabhängigkeitskrieg geführt haben. Diese Entscheidung, als Holocaust-Überlebender wenige Jahre später in einem Krieg zu kämpfen, war für mich sehr interessant, aber auch wenig nachvollziehbar.
    Hier offenbart sich eine Schwäche des Buches: Ich finde die gesamte Geschichte während des Krieges sehr nachvollziehbar, authentisch und detailreich erzählt. Gegen Ende verliert das Buch für mich an Detailreichtum und die Ereignisse werden daher schwieriger nachvollziehbar, vielleicht auch, weil ich als Leserin mit den Ereignissen weniger vertraut war als mit denen des zweiten Weltkrieges.
    Abschließend muss ich anmerken, dass sich in meiner Ausgabe leider einige gut sichtbare Rechtschreibfehler fanden und die Angabe hinten auf dem Cover, Sam Pivnik wäre der Einzige aus seiner Familie, der die Verfolgung der Nazis überlebt habe, offensichtlich nicht korrekt ist, wenn man das Buch liest. Dies hat mich irritiert und ich würde mir wünschen, dass solche Dinge überarbeitet werden.

    Ein packendes und wichtiges Zeitzeugnis aus dem 2. Weltkrieg, das mit seiner Schonungslosigkeit besticht und für jeden eine wichtige Erfahrung ist!

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    Tara01092012vor einem Jahr
    sehr interessant

    Erst war ich wirklich skeptisch ob es sich bei diesem Buch um geeigneten Lesestoff für mich handelt, doch kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, war ich gar nicht mehr zu bremsen.

    Stellenweise musste ich echt schlucken, da dieses Buch wirklich nichts verschönigt oder umschreibt, es wird einfach dargestellt wie es war.
    Eigentlich für Unbeteiligte unvorstellbar.

    Eine wahre Geschichte, eine Aufzeichnung über Sam, der als einziger Überlebender seiner Familie die Nazizeit überstanden hatte und heute noch in einem Seniorenheim in London lebt.

    Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem ich so mitgelitten hatte und das mich auch noch nach Beendigung tagelang beschäftigt hatte. Dieses Buch hat dies eindeutig geschafft.

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    echidnavor einem Jahr
    Sehr bewegend und unfassbar


              Mir fällt es schwer, dieses Buch zu rezensieren, weil ich keine Worte finde. Sam Pivnik schreibt hier über sein Leben und doch liest es sich wie eine unvorstellbare Horrorgeschichte.  Eine Horrorgeschichte, die er über Jahre durchleben musste. 


    Die Lektüre des Buches ist mir teilweise sehr schwer gefallen, weil er sehr detailreich beschreibt, was ihm widerfahren ist. Aber auch wenn es schwer gefallen ist, fand ich es wichtig, dieses Buch zu lesen. Das Grauen des Dritten Reiches wird einem so noch einmal sehr viel näher gebracht. Und es ist so wichtig, dass nicht vergessen wird, was damals passiert ist.


    Ich möchte dieses Buch jedem weiterempfehlen. Sam Pivnik hat so eine unfassbare Lebensgeschichte hinter sich, die sich kein Autor ausdenken könnte. Und das Schlimme daran: es ist alles wahr. Es darf nicht vergessen werden und darf sich niemals wiederholen.
            

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    Zimperliesevor einem Jahr
    sehr ergreifend und nachdenklich


    Klappentext:
    Als Sam 13 Jahre alt war kamen die Deutschen nach Oberschlesien. Mit den Deutschen begann für ihn die Hölle. Er kam nach Ausschwitz, erlebte die Todesmärsche und die Bombardierung der Cap Arcona – und entkam immer wieder dem Tod.


    Meine Meinung:

    Eigentlich weiß ich gar nicht wie ich das alles in Worte fassen soll was ich beim lesen gefühlt habe. Trauer, Wut, Hass.. ach und noch vieles mehr..
    Ich saß oft kopfschüttelnd da, weil ich so schockiert teilweise über das war, was er erlebt hat.


    Wir alle haben schon viel über den Krieg damals gehört und auch gelesen. Und Dieses Buch spiegelt sicher nur einen Bruchteil von dem wieder was Sam und die Millionen Menschen damals erlebt haben. Sam erzählt über das leben vor dem krieg, als er ein normaler junge sein konnte, über das was er im Krieg erlebt hat und was danach geschah.


    Fazit:
    Ein sehr bewegendes Buch was zum nachdenken anregt.
    Ich kann es jedem ans Herz legen das Buch mal zu lesen.




    In unserer teilweise sehr schnelllebigen Welt finde ich es wichtig solche Ereignisse und die Geschichten die dahinter stecken nicht zu vergessen.

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    AK87s avatar
    AK87vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ergreifendes Zeitzeugnis
    Ergreifendes Zeitzeugnis

    „Die Leute fragen mich oft, warum ich so lange gewartet habe meine Geschichte zu erzählen. Das ist eine einfache Frage, aber die Antwort ist es nicht.“

    Dieses Zitat vom Cover, sagt schon einiges aus. Die Frage, warum er seine Geschichte nicht schon viel eher niedergeschrieben hat, wird nicht direkt beantwortet. Allerdings kann man es nachvollziehen, nachdem man das Buch gelesen hat. 

    Sam Pivnik (ursprünglich Szlamek Pivnik) lässt uns in „Der letzte Überlebende“ autobiographisch an seinem Höllenritt teilhaben, den er aufgrund seiner jüdischen Herkunft durch die Verfolgung der Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg durchleben musste. Er hat mit Hilfe eines Ghostwriters (Mei Trow) seinen Lebensweg nachgezeichnet und lässt uns daran teilhaben.

    Aufgewachsen in einem kleinen obeschlesischen Städtchen, war bis zu seinem 13Lebensjahr noch alles normal. Eine glückliche Kindheit, in der unabhängig von religiöser Zuordnung alle Kinder zusammenspielen. Dann kommt die NSDAP an die Macht und die Familie muss mitansehen, wie wenig Menschen ihnen helfen. Nachbarn und Freunde wenden sich ab, die wenigstens versuchen zu helfen. Ein Martyrium beginnt, einzig und allein aufgrund der religiösen Herkunft. 

    Mich hat dieses Buch sehr gerührt und ich finde es immer wieder erschreckend, wie brutal die Menschheit sein kann. Der Leidensweg von Sam Pivnik ist eigentlich unvorstellbar, aber gerade deshalb sind Berichte von Zeitzeugen so wichtig. Vor allem da diese bald nicht mehr da sein werden um uns zu berichten.

    Es ist ein wichtiges Buch, das meiner Meinung nach jeder lesen sollte (gerade auch die Nachkriegsgeneration – zu der ich selber zähle).

    Ein Mahnmal gegen Schubladendenken und vereinfachter Einteilung in Gruppen (nach Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung), heutzutage extrem wichtig – wie eh und je.

    Was mich besonders erschreckt hat, war die Tatsache, dass er immer noch das Gefühl hat rechtfertigen zu müssen, warum die Juden selbst sich nicht mehr gewehrt haben.  

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    W
    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    "Der letzte Überlebende" ist eine wahre Geschichte



    "Der letzte Überlebende" ist eine wahre Geschichte. Es sind die Aufzeichnungen des Sam Pivnik, der Ausschwitz als einziger aus seiner Familie überlebt hat und heute in einem Seniorenheim in London lebt.

    Mehrfach ist er nach seiner Deportation nach Auschwitz und nach seiner Befreiung dort dem Tod entkommen, zuletzt bei der Bombardierung der "Cap Arkona". Was bewegt einen Menschen, der am Ende seines Lebens steht, all das Grauen, das er durch die Judenverfolgung, dem Lager in Ausschwitz und auch nach der Befreiung des Lagers erlebt hat, weiterzugeben? Über eine Zeit zu sprechen, die er sein Leben lang nicht vergessen kann.  Er hat mit diesem bewegenden Buch, das im Rezensenten die Erinnerung an die Bücher von Primo Levi wachrief, die er vor Jahrzehnten las, seiner Nachwelt ein Dokument hinterlassen, das helfen soll, dass das Grauen und die Hölle des Holocaust niemals in Vergessenheit geraten.

    Die Lektüre ist ähnlich wie bei Primo Levi ein hartes Stück emotionaler Arbeit, aber auch intellektuell sieht man sich mit der immensen Herausforderung konfrontiert, dass all das Geschehene nicht wirklich verstanden werden kann. Es ist so weit außerhalb dessen, was wir für unser Menschsein für konstitutiv halten, dass man schier den Verstand verlieren kann.

    Nie wieder – das ist der Ruf aller Antifaschisten seit dem Zweiten Weltkrieg – und dennoch ist der Schoß, aus dem all dieses Grauen einst kroch, heute so fruchtbar wie nie zuvor seit dieser Zeit.
    Möge dieses Buch für die Leser der Generation, die mit Primo Levis Bücher nichts mehr anfangen können, sie auch gar nicht kennen, eine Geschichtsstunde sein, die sie nie vergessen werden.



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    TheissVerlags avatar

    Hallo liebe Bücherfreunde,

    Sam Pivnik ist einer der letzten Auschwitz-Überlebenden. Die schrecklichen Dinge, die er bereits als Jugendlicher erleben musste, kann sich heute niemand mehr auch nur ansatzweise vorstellen. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis Sam endlich über das Erlebte sprechen konnte. Doch genau das hat er in seinem Buch »Der letzte Überlebende« getan, welches nun endlich auch in Deutschland erscheint.

    In seiner Autobiographie erzählt Sam von seiner Kindheit in Polen, dem Einmarsch der Deutschen, der Deportation nach Auschwitz, dem unvorstellbaren Lageralltag. Sein unglaublicher Überlebenswille half ihm, all das zu überstehen. Er erlebte die Befreiung des Vernichtungslagers, wanderte nach Israel aus und begann schlussendlich ein neues Leben in London.

    Dieses wichtige Buch ist ein weiteres Beispiel dafür, dass jedes Einzelschicksal von Holocaust-Überlebenden einzigartig ist und jede verbleibende Stimme unbedingt gehört werden sollte.  

    Wenn Ihr gerne an der Leserunde zu dem Buch teilnehmen wollt, dann bewerbt Euch bis zum 19. März und erzählt uns, was Ihr Sam gerne sagen oder fragen würdet, wenn Ihr die Chance dazu hättet. Verratet uns doch auch, auf welchen Plattformen Ihr eure Rezension veröffentlichen wollt. Zu gewinnen gibt es eines von 10 nagelneuen Leseexemplaren – wir sind gespannt auf Eure Antworten! Erste Eindrücke zum Buch könnt Ihr bereits auf dem Blog unter www.schreib-sam.de sammeln.  

    Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen!

    Liebe Grüße,

    euer Team vom Theiss Verlag

    Seesterns avatar
    Letzter Beitrag von  Seesternvor einem Jahr
    Vielen Dank, dass ich das Buch lesen durfte:-)
    Zur Leserunde

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